Frage von NeedaMedic, 464

Was hat ein Arzt davon, wenn er ein Privatrezept ausstellt?

Ein bekannter ist wahrscheinlich mittlerweile Benzodiazepinabhängig. Er ging zum Arzt (Allgemeinmediziner) und erklärte seine Beschwerden (Scheidungskrise, schwierige Lebenssituation etc.). Es dauerte nicht lange, da schrieb der Arzt ihm Diazepam auf. Das nimmt er nun schon seit einiger Zeit und hat auch keine Schwierigkeiten, an immer neue Rezepte zu kommen (und immer gleich N3 - die größte Packung).

Oft genügt dazu der Anruf, in dem er mitteilt, neue zu brauchen und er kann sich sein Privatrezept in der Praxis abholen. Und das in Zeitabständen, die nahe legen, dass der Patient ziemlich hochdosiert sein muss.

Jetzt frage ich mich, was der Arzt davon hat, wenn er so fleißig Rezepte ausstellt. Es muss ihm doch anscheinend irgendetwas einbringen, weil er sich ja mit Sicherheit darüber im Klaren ist, was das für eine suchterzeugende Substanz ist. Aber das Medikament bezahlt der Patient ja in der Apotheke und nicht beim Arzt, oder?!

Verliert der Arzt da etwas aus den Augen, oder ist es ihm völlig egal, dass der Patient drauf ist, weil es sich in irgendeiner Weise für ihn lohnt?

Kann ich nicht nachvollziehen. Vielleicht weiß hier jemand eine Antwort darauf, warum der Doc wohl so handeln könnte.

Vielen Dank!

Support

Liebe/r NeedaMedic,

ich möchte Dich bitten bei Deiner Ratsuche einen sachlichen Tonfall zu wahren und unterstellende Schmähungen zu vermeiden.

Herzliche Grüße

Ben vom gutefrage.net-Support

Antwort vom Psychologen online erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zu Ihrer Frage. Kompetent, von geprüften Psychologen.

Experten fragen

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Chillersun03, Community-Experte für Medikamente & Medizin, 329

Was hat ein Arzt davon, wenn er ein Privatrezept ausstellt?

Einfache Frage, einfache Antwort. Der Arzt hat tatsächlich absolut nichts davon, wenn er ein Rezept ausstellt. Das ist natürlich ganz bewusst so geregelt, der Hintergrund sollte klar klar sein.

Warum der Arzt so fleißig Benzodiazepine verschreibt kann dir hier niemand sagen. Es gibt Ärzte die handhaben das durchaus mal so und verlieren das dann aus den Augen. Erst recht, wenn die Rezepte vorgefertigt unterschrieben sind und die Arzthelfer nur noch das drauf drucken, was der Patient haben möchte. Der Arzt sieht das Rezept in dem Fall überhaupt nicht. Tatsächlich handhaben äußerst viele Arztpraxen es so, dass es vorunterschriebene Rezepte gibt, um die Wartezeiten zu minimieren. Selbst vorunterschriebene Betäubungsmittelrezepte und die liegen einfach vorne rum, was eigentlich mal gar nicht geht.

Gruß Chillersun

Kommentar von NeedaMedic ,

Stimmt, das habe ich schon gesehen, dass die Unterschrift bereits auf meinem letzten Rezept (kein Benzo) war. Ich habe gesehen, wie es gedruckt wurde.

Schon übel, wenn der Arzt die Intervalle prüfen würde, in denen der Patient das Rezept holt, könnte er sich die Tagesdosis von 35,xx mg Diazepam ausrechnen.

Antwort
von Ille1811, 293

Zum einen gibt es viele Ärzte, denen gar nicht bewusst ist, dass sie ihren Patienten beim 'Umstieg von der Pulle auf die Pille' unterstützen.

Zum anderen gibt es Ärzte, die lieber schnell ein Rezept ausstellen, als sich lange mit dem Patienten zu befassen.

Es gibt auch Ärzte, die wissen, wie machtlos sie gegenüber einem Süchtigen sind: Stellen sie das Rezept nicht aus, SUCHT sich der Patient einen anderen Arzt, der das Rezept ausstellt.

Expertenantwort
von dadamat, Community-Experte für Medizin, 252

Erstmal wird die Ausstellung eines Rezeptes von der Krankenkasse bezahlt und zweitens wird ein Privatrezept nicht auf das Arztbudget angerechnet.

Antwort
von gamine, 265

Der Arzt wird doch sicher für jedes Rezept bezahlt. Jede Konsultation und jede Leistung kostet, sei es ein Bericht oder ein Telefonat oder eben ein Rezept.

Der Arzt hat sicher auch Abkommen mit den Produzenten und Vertreibern von Medikamenten vielleicht sogar eine Belohnung? Schon gut, das ist eine Unterstellung ;-)

Ausserdem kann er davon ausgehen, dass dein Bekannter durch das Medikament richtig krank wird und somit ein guter Kunde auf lange Sicht bleibt.

Jemanden abhängig zu machen ist die beste Methode, Macht über ihn zu gewinnen.

Meine Schwiegermutter wurde nach dem Tod ihres Mannes richtiggehend mit Psychopharmaka abgefüllt. Sie war dann regelmässig beim Arzt, weil dies und das und jenes plötzlich Beschwerden verursachte.

Kommentar von Chillersun03 ,

Der Arzt wird doch sicher für jedes Rezept bezahlt. Jede Konsultation und jede Leistung kostet, sei es ein Bericht oder ein Telefonat oder eben ein Rezept.

Ähm, nein, natürlich nicht. Der Arzt wird erst recht nicht für ausgestellte Rezepte bezahlt! Und Telefonate und Berichte werden faktisch auch nicht abgerechnet - dafür gibt es eine ganz einfache Pauschale - die gleich hoch bleibt egal ob der Patient jeden Tag 10 mal anruft und 10 Rezepte abholt!

Kommentar von gamine ,

Ok, dann ist das bei euch anders als bei uns - sorry.

Antwort
von Ostsee1982, 257

Weder wir noch du kennst von deinem Bekannten die medizinische Vorgeschichte oder weißt welche Befunde beim Hausarzt vorliegen. Mit Sicherheit wird es eine Indikation geben die die Gabe von Diazepam rechtfertigt. Der Arzt wird nicht nur aus Spaß an der Freude Rezepte ausstellen denn die muss er auch im Fall des Falles erklären und verantworten können. Ein Privatrezept bekommen auch gesetzlich Versicherte, wenn das Arzneimittel verschreibungspflichtig ist, aber nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gehört.

Ist der Arzt verblödet oder ist es ihm völlig egal

Und was maßt du dir an sowas zu entscheiden?


Antwort
von vogerlsalat, 228

Der Arzt verlangt sicher Ordinationshonorar.

Antwort
von Wonnepoppen, 232

ein Arzt darf dafür kein Privat Rezept ausstellen!

Kommentar von Hideaway ,

Unsinn

Kommentar von Wonnepoppen ,

Na, na, nur nicht gleich so unfreundlich !

Hast du auch die "Experten Antwort" gelesen", so eindeutig ist das anscheinend doch nicht?

Wenn ich das Zeug auch noch selber bezahlen soll, was bestimmt nicht wenig ist, würde ich mich mal an die Kasse wenden!

Das ist meine Meinung, wenn sie falsch ist, kann man das auch anders schreiben!

Kommentar von NeedaMedic ,

Wenn ich das Zeug auch noch selber bezahlen soll, was bestimmt nicht wenig ist, würde ich mich mal an die Kasse wenden!

So viel kostet die Packung gar nicht. Und wenn der Patient Probleme mit den Kosten hat, reicht es, wenn er sich an die örtliche Szene wendet. Dort wird er sicher 10 Stück los und hat die Kosten fast wieder drin.

Kommentar von Negreira ,

Natürlich darf der Arzt dafür ein Privatrezept ausstellen, wieso auch nicht? Der Patient bezahlt sein Medikament selbst, weil die Ärzte nur sehr selten Schlafmittel über Kassenrezepte abwickeln. Natürlich dürfen sie bei medizinischem Nutzen auch Schlafmittel verschreiben, das hat auch noch den Nebeneffekt der "Erziehung" eines Patienten. Jeder weiß, das Benzos abhängig machen. Der Arzt will aber nicht an der Abhängigkeit eines Patienten die Schild tragen oder sie zugewiesen bekommen, also verordnet er diese Mittel auf Privatrezept.

Kommentar von Wonnepoppen ,

Da kann ich nur dazu sagen, daß der Kommentar für mich unverständlich ist!

Wenn der Arzt nicht schuld sein will, daß  der Patient Mittel einnimmt die abhängig machen, dann handelt er mehr als fahrlässig .Ich weiß nur, daß ich meine Antidepressiva immer auf Kassen Rezept bekommen habe!

Kommentar von Ostsee1982 ,

Wenn der Arzt nicht schuld sein will, daß  der Patient Mittel einnimmt die abhängig machen, dann handelt er mehr als fahrlässig .Ich weiß nur, daß ich meine Antidepressiva immer auf Kassen Rezept bekommen habe!

Du weißt nicht bei welcher gesetzlichen Krankenversicherung der Betroffene ist. Antidepressiva sind keine Benzodiazepine. Nicht alle Psychopharmaka sind im Leistungskatalog jeder KK enthalten. Könnt es auf Kasse abgerechnet werden würde es der Arzt tun. Desweiteren hat jeder Patient eine freie Arztwahl. Er ist nicht gezwungen sich dort behandeln zu lassen und wenn er es dennoch möchte dann ist das seine Entscheidung und nicht die von einem Außenstehenden.

Kommentar von Wonnepoppen ,

Nein, weiß ich nicht, aber der Fragesteller wohl auch nicht?

Wenn er es wüßte, wäre die Frage wohl etwas anders ausgefallen, könnte ich mir vorstellen, bzw. auch die Antworten?

Ich weiß aber , daß ich von meiner Hausärztin  ein Antidepressivum verschrieben bekam, das in diese "Kategorie" fiel", bzw. es war genau das in der Frage angegebene Mittel,  also auch abhängig macht. Ich nahm es deshalb  nicht!

Mehr kann ich dazu nicht sagen !

Kommentar von NeedaMedic ,

Das ist krass. Diazepam ist in erster Linie kein Antidepressivum, obwohl es stimmungsaufhellende Eigenschaften haben kann. Indikationen sind eher Ängste/Panikattacken, Unruhe/Schlafstörungen und Epilepsie.

Auch die gerne verschriebenen SSRI, SSNRI, MAO-I, Trizyklischen.. etc. machen in gewisser Weise abhängig. Gibt in genug Foren berichte von Menschen, die das Zeug absetzen wollten und heftigste Entzugserscheinungen hatten.

Kommentar von Ostsee1982 ,

Ich weiß aber , daß ich von meiner Hausärztin  ein Antidepressivum verschrieben bekam, das in diese "Kategorie" fiel", bzw. es war genau das in der Frage angegebene Mittel,  also auch abhängig macht. Ich nahm es deshalb  nicht!

Mehr kann ich dazu nicht sagen !

Da könnte man auch behaupten Äpfel und Bananen sind das gleiche weil es Obst ist. Antidepressiva haben kein Abhängigkeitspotenzial, Benzodiazepine schon da es chemisch eine völlig andere Zusammenstellung ist und Wirkweise hat.

Kommentar von Wonnepoppen ,

Ich schrieb doch, es war das gleiche Mittel!

Antwort
von Bestie10, 162

Ist der Arzt verblödet

ist das nicht ne sehr überhebliche eigentlich unverschämte Meinung

bist du Arzt kannst beurteilen welches Medikament bei welcher Erkrankung angemessen und vertretbar ist ?

Wenn ein Medikament von der Kasse nicht bezahlt wird, kann er es auch nicht verschreiben nur als Privatrezept laufen lassen

Kommentar von NeedaMedic ,

Ich bin kein Arzt, halte es aber nicht für angemessen und vetretbar, den Benzokonsum des Patienten zu ignorieren/ aus den Augen zu verlieren. Jeder Laie kann im Beipackzettel lesen, wie lange die maximale empfohlene Einnahmedauer ist und dass alles darüber hinaus den Patienten in eine schwere Abhängigkeit bringt.

Und die Erkrankung war eine Krise, die mehr oder weniger jeder mal hat, die nun überwunden ist. Geblieben ist die Sucht. Der Patient sagt das selber.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community