zoooyo am 05.11.2008 um 20:30 Uhr
War gerade beim Arzt und der hat mich so gedrägt ein Medikament zu nehmen, da habe ich mich gefragt, was eigentlich ein Arzt davon hat? Schließlich gelten Ärzte ja auch als verschreibungswütig.

Blödsinn, der muss sparen und darf sein Budget nicht überschreiten, auch bei den Verschreibungen nicht, also wird er schon einen Grund haben, Dir das aufzuschreiben...

Nein, ein Arzt verdient an einer Verordnung überhaupt nichts extra. Ganz im Gegenteil, bei Kassenpatienten können wir fast garnichts mehr abrechnen da alles in einer Grundpauschale abgegolten wird. Ganz egal ob 1 Patient ein mal kommt oder 10 mal, der Arzt verdient daran trotzdem nur 1 mal was mit der einmaligen Pauschale! Der Arzt hat ein bestimmtes Budget was er an Medikamenten verordnen darf, wenn das Budget überschritten wird, zahlt er sogar drauf!
LG
moment mal.. aber wenn ich 10 mal im quartal hingehe,bekommt er vielleicht nur einmal eine pauschale fürs verordnen, aber die beratung und das was er sonst geleistet hat wird doch vergütet nach ziffern,oder?
LaMariposa am 6. November 2008 06:44 Nein außer du bist Privatversichert, dann kann er einzelne Ziffern abrechnen. Ich weiß soviel ich arbeite momentan in einer ganz normalen Allgemeinarztpraxis und es gibt vielleicht insgesamt für uns noch 10 aktuelle Ziffern die wir abrechnen können und früher waren es mal 50 oder 60! Verbände, EKG, Gespräche, Pflaster, das alles ist in der einmaligen Pauschale enthalten die er abrechnen kann wenn du das 1. mal im Quartal kommst, kommst du dann zum 6. oder 7. mal und (es geht zum Beispiel immer noch um das selbe Krankheitsbild, d.h. es findet nur ein Gespräch statt und du bekommst ein Rezept) dann können wir NICHTS abrechnen!!!!
Traurig aber wahr! Und genau aus diesem Grund sind wir Arzthelferinnen auch so miserabel bezahlt, weil der Arzt selber kaum noch was verdient, wir nix mehr abrechnen können aber dafür 5x soviel Papierkram und Aufwand haben!
Nein. Es gibt die Grundpauschale, die bei jedem Patienten anfällt, und bei chronisch Kranken Patienten, die auch die letzten vier Quatale gekommen sind eine zusätzlich Chronikerpauschale. Diese Pauschalen decken fast alle Leistungen ab. Gesondert können nur Ultraschall, Lungenfunktion, geriatrisches Basisassessment, Langzeit-Blutdruck, Belatungs- u. Langzeit-EKG abgerechnet werden. Auch Vorsorgeleistungen werden gesondert honoriert.
LaMariposa am 6. November 2008 13:29 ja ich habe ja nichts anderes behauptet!
Meine Antwort bezog sich ja auch auf das Posting von eichhörnchen74

die frage geht sicher dahin, ob ein arzt von den pharma-firmen finanzielle Unterstützungen erhält. n e i n.
herlich am 5. November 2008 20:39 wenn er einzelne pharma-firmen bei der arznei-verschreibung bevorzugt
Er hat ein bestimmtes Budget, dass er nicht überschreiten darf. Da ein normaler Hausarzt dieses Budget locker erfüllt, verdient er nichts mit Deinem Medikament!
Außerdem verdient er pro Quartal und Kassenpatient nur "einmal", das heißt er hat nichts davon wenn du zehn Mal kommst...
das ist nicht so ganz richtig- er bekommt bloss einmal praxisgebühren, aber wenn du 10 mal in einem quartal hingehst kriegt er sehrwohl auch je nachdem was er macht geld dafür.
Irrtum! Die Patientenpauschale deckt alle Besuche ab, egal ob der Patient einmal oder 10mal kommt. Nur für spezielle Untersuchungen gibt es extra Honorar, für Blutdruckmessen, körperliche Untersuchungen, EKG, Blut abnehmen gibt es NICHTS! Und die Praxisgebühr bekommt der Arzt auch nicht, die geht nämlich an die Krankenkasse.
LaMariposa am 6. November 2008 13:30 ganz genau!

Er hat sicher das Medikament verschrieben, um Dir bei der Heilung von irgendwas zu helfen. Natürlich verdient er auch daran, das ist schließlich sein Beruf.
Ich weiß nicht, woher du deine Vorurteile nimmst ;-) Ein "verschreibungswütiger" Arzt wäre finanziell ganz schnell am Ende. Zum ersten bekommt ein Kassenarzt für die Ausstellung eines Rezeptes kein gesondertes Honorar. Zum zweiten hat jeder Kassenarzt ein Medikamentenbudget, welches er tunlichst nicht allzu weit überschreiten sollte. Pro Patient darf ein Kassenarzt im Quartal einen bestimmten Betrag für Medikamente "ausgeben". Altersgestaffelt liegt dieses Budget zwischen etwa 20 und 120 €, wobei aber eine Mischkalkulation besteht. Was man bei einem Patienten spart, kann man beim anderen zusätzlich verordnen.
Wer als Kassenarzt sein Medikamentenbudget jedoch um über 25% überschreitet, und keine guten Gründe dafür angeben kann, muss den zuviel verordneten Betrag aus eigener Tasche zurückerstatten.
Des weiteren darf ein Arzt kein Honorar von Pharmavertretern annehmen. Dies wäre Bestechlichkeit und daher ein Verstoß gegen geltendes Recht, der ganz schnell zum Verlusst der Kassenzulassung, wenn nicht sogar zur Approbation führen kann. Üblich sind aber paharmagespronsorte Fortbildungsveranstaltungen (aber auch nicht auf Hawaii).

Genau. Man kann auch beobachten, dass ab und an Vertreter von irgendwelchen Medikamenten in die Praxis kommen und dafür werben. Verschreibt er davon genug, gibts n Bonus :-)
LaMariposa am 5. November 2008 20:37 stimmt absolut NICHT!
also früher gabs von pharmakonzernen einladungen ins 5sterne hotel übers wochenende mit gleitschirmfliegerkurs wenn man als arzt an einer medikamentenneuvorstellung teilnahm.
LaMariposa am 6. November 2008 06:47 JA FRÜHER - wie du schon sagst. Wir haben früher auch total schöne Sachen von den Pharmavertretern bekommen (T-Shirts, Schuhlöffel usw.)- HEUTE bekommen wir garnichts mehr, können froh sein wenn sie uns 2 Post-It-Blöcke da lassen und einen Kugelschreiber! Es werden auch kaum noch kostenlose Schulungen von den Pharmavertretern angeboten WEDER für uns noch für die Ärzte!
Das ist aber keine Bonuszahlung, sondern eine in der gesamten freien Wirtschaft absolut übliche Veranstaltung. Was meinst du, was BMW, Mercedes, Audi etc. bei einer Vorstellung eines neuen Autos treiben? Da werden auch alle Händler eingeladen, und die verdienen auch noch was am Verkauf. Bei einer Markteinführung eines neuen Medikamentes gibt es natürlich auch eine Großveranstaltung, zu der u.a. auch niedergelassene Ärzte eingeladen werden. Die gehen aber mit der Verordnung der meist hochpreisigen Medikamente ein Risiko ein, ohne daran zu verdienen.
Das mit dem Bonus ist Unsinn.
Ein Arzt muss sich an sein Budget halten, aber er erhält sicher Prämien von der Pharmaindustrie, wenn er bestimmte Medikamente bestimmter Firmen verschreibt.

Er verdient natürlich daran, DASS er Medikamente verschreibt, nicht daran, WELCHES. (Wenn doch, ist das zunächst ein Fall für die Ärztekammer.)
LaMariposa am 6. November 2008 06:49 Ich verstehe nicht wieso ihr euren Senf dazu gibt, wenn ihr garnicht bescheid wisst!
Dann erzähl mir doch mal bitte was der Arzt daran verdient?!
Da bin ich ja jetzt mal ganz schön gespannt!
WolfRichter am 6. November 2008 17:39 Das Verschreiben eines Medikamentes kostet eine Rezeptgebühr. Habe jetzt vergessen, wie hoch; ist lange her, daß ich beim Arzt war.
@ WolfRichter: Meinen Sie die "Rezeptgebühr", die der Patient in der Apotheke entrichten muss ? Das ist eine sogenannte Zuzahlung des Patienten, von der weder Arzt noch Apotheker auch nur einen einzigen Cent haben ! Das Geld fliesst zu 100% an die Krankenkasse !
Nein, eine Rezeptausstellungsgebühr gibt es bei Kassenpatienten nicht. Nur beim Privatrezept kann der Arzt den GOP 2 der GOÄ ansetzen (€ 3,15).