Frage von 7billionsmiles, 25

Stammzellenspender: darf ich entscheiden welche methode zur stammzellen entnahme ich bevorzuge?

ich bin seit ein paar monaten 18 und eine freundin von mir ist bei der dkms registriert. sie meinte ich sollte es auch machen weil man dadurch leben retten kann falls man wirklich in frage kommt. jedenfalls habe ich mich jetzt ein wenig darüber informiert und mir ein paar gedanken gemacht und ich habe festgestellt dass ich angst davor hätte falls ich wirklich stammzellen spenden müsste. es gibt zwei methoden:1. die stammzellen werden dem blut entnommen wobei man 5 tage vorher hormonähnliche medikamente zu sich nehmen muss die das wachstum der stammzellen beschleunigen. dann wird man für ein paar stunden an einer maschine angeschlossen wo das blut gefiltert wird. 2. operativer eingriff: unter narkose werden die stammzellen aus dem beckenkamm entnommen. also wenn ich spenden würde, dann würde ich mich für die zweite methode entscheiden weil die für mich angenehmer wäre und weil ich nicht diese art von medikamenten zu mir nehmen wollen würde. aber zurück zu meiner frage: habe ich überhaupt die freiheit zu entscheiden welche methode ich wählen möchte?

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Antwort
von lauracon, 4

Hallo 7billionsmiles, 

der Spender kann jederzeit von der Spende zurücktreten. Das beinhaltet, dass der Spender im konkreten Fall auch sagen kann, dass er nur für eines der Spendeverfahren zur Verfügung stehen würde. 

Das Problem dabei ist, dass der Arzt des Patienten dann entscheiden muss, ob er dann das andere Spendeverfahren akzeptiert oder ob er stattdessen lieber weitersucht nach einem anderen Spender, der für das gewünschte Verfahren bereit wäre. Beide Möglichkeiten führen da zu deutlich erhöhten Risiken für den Patienten. 

Vielleicht überlegst du es dir noch mal anders. Wenn du fragen hast, dann stehe ich für beide Verfahren zur Verfügung, da ich zunächst operativ und danach auch noch peripher Stammzellen für eine Patientin aus den USA gespendet habe. Ich bin selber kein Freund von Spritzen und habe nicht den stabilsten Kreislauf, aber das Team vor Ort hat mich beide Male super unterstützt. 

Als Nebeninfo für dich, warum man für beide Verfahren bereit sein sollte: Beide Verfahren haben Vor- und Nachteile für den Empfänger. Die Stammzellen beginnen nach der operativen Spende meist erst nach 4-6 Wochen, etwas langsamer als bei der peripheren Spende, der Vorteil jedoch ist, dass sie nicht "künstlich" erzeugt wurden und dadurch weniger aggressiv sind, daher wird das operative Verfahren meistens für Kinder angefragt. 

Grundsätzlich ist es auch so, dass nur in etwa 20% der Fälle das operative Verfahren gemacht wird. Wenn du also weiterhin nur für dieses Verfahren bereit wärst und dann angefragt wirst, wäre die Wahrscheinlichkeit etwa 80% dass du nicht helfen könntest. Dadurch würde dann sehr viel wichtige Zeit (Anschreiben, Bestätigungstypisierung, Antwort von dir, dass du nicht für beide Verfahren bereit stehst, Rückantwort des Arztes, ob er auch das operative Verfahren "akzeptiert") für den Patienten vergehen, die lebenswichtig sein kann. 

Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen. Alles Gute und trotzdem Daumen hoch für die Gedanken über die Registrierung :) 

Antwort
von akkurat01, 14

Jede Spende ist freiwillig.

Ich habe erst kürzlich gespendet. Man wird in einem Vorgespräch umfassend aufgeklärt. Jede Frage in diesem Zusammenhang beantwortet.

Ich habe vorher Medikamente genommen. Dann war ich fast 5 Stunden an der Maschine. Alles hat gut geklappt.

Aber was wenn ich nicht genug Stammzellen produziert hätte. Deshalb gab es vor den Aufklärungsgespräch die Frage ob ich auch die zweite Methode im Bedarfsfall zulassen würde.

Das kann man, muss aber nicht. Man kann jederzeit ohne Angabe von Gründen Nein sagen.

Aber wenn man nur der Einzige ist auf der Welt der helfen kann, ... Ich würde es tun.

 

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