Frage von HerbstBlatter, 45

Sommerekzem, Erfahrungen?

Guten Abend,

meine Stute schubbert sich im Sommer immer gerne den Schweif und Mähnenkamm, nie besonders schlimm, aber es ist garantiert nicht angenehm für sie.

Tierärztin hat mir eine Teebaumlotion empfohlen, hilft auch aber nur für den Moment. Ist eine Ekzemerdecke ratsam? Kann Heilerde auch helfen?

Liebe Grüße

Antwort
von Nschoschi, 7

1. Feststellen ob es tatsächlich Sommerekzem ist. Das kann man über einen recht günstigen Gen-Test feststellen.

 Ist es Sommerekzem hilft: eine gute Allergiedecke, Stall möglichst so planen, dass die Pferde vor großen Gnitzenattacken (Gnitzen, Kriebelmücken sind die Auslöser des echten Sommerekzems) unterstellen können. Gnitzen folgen nicht in geschlossene Räume.

Oder aber die frühen Morgenstunden und frühen Abendstunden als Weidegang aussparen, - da fliegen die Gnitzen am Häufigsten.

Helfen bei echtem Sommerekzem tut in der Tat die Aldi-Lotion..... gemischt zusätzlich mit ca. 10% Benzylbenzoat (Ebay). Benzylbenzoat wird vielen Lotionen zur Hautberuhigung beigemengt, - und die Gnitzen scheinen es absolut nicht zu mögen.

Teebaumöl und andere Kräuteröle die Haut noch mehr reizen und gehören in keinem Fall auf ein Pferd! Egal was die Tierärztin da sagt - Teebaumöl kann die Haut sogar so sehr angreifen, dass das Pferd richtig offene Stellen bekommen kann und dann noch eine Antibiotikumbehandlung notwendig wird.

2. Sagt der Gentest, dass das Pferd kein echter Sommerekzemer ist, hilft nur pingelige Ursachenforschung:

welche Pflanzen wachsen? Bärenklau? Johanniskraut? Hahnenfuß? zb. Diese Pflanzen können Juckreiz auslösen.

Wurmkur nötig? Viele Wurmarten fressen sich durch den Körper des Wirtes (Larvenstadium 1 bis 4) und können somit unter der Haut Juckreiz auslösen. Daher ist eine Wurmkur bei unklaren Juckreiz immer von Nöten, da man zb durch eine Kotprobe nur adulte Würmer erfassen kann, aber niemals Wurmfinnen. Blutprobe und nach vermehrten Eosinophile Granulozyten gucken lassen. Hier kann man dann auch Parasitenbefall  erkennen.

Haarlinge, Milben, aber auch Katzenflöhe (die nur mal am Pferd naschen können.... Heu!!!! Stroh!!!) können bösen Juckreiz auslösen. Allerdings auch ein neuer Anstrich am Stall, der neue Futtertrog, die neue Satteldecke.

3. Mineralstatus via Blutbild checken, - zu wenig Calcium kann auch Juckreiz auslösen (Futter ist meist phosporhaltig und es meist zu wenig Calcium zugeführt). Aber auch ein Mangel an Biotin, Selen und B-Vitamine kann Juckreiz auslösen.

Daher ist es wichtig, zuerst die Ursache wirklich abzuklären, - dann zu behandeln.....

Antwort
von Suomenleijona, 15

Ekzemdecken helfen häufig sehr gut. Die meisten Pferde ziehen sie zu dem auch sehr gerne an. Zusätzlich sollte man natürlich die betroffenen Stellen auch mit Öl/Salbe behandeln. Ratsam ist auch das Pferd mit Insektenspray einzusprühen währed dem Reiten.

Kommentar von HerbstBlatter ,

 Während des reitens hab ich immer eine Fliegendecke drauf.

Dann wäre eine Ekzemerdecke wohl doch die beste Lösung.

Antwort
von Anaschia, 23

Auf Teebaumprodukte reagieren manche Tiere allergisch, da wäre ich sehr vorsichtig. Ich nehme zur Zeit das Haarwurzel-Liquid von Effol, was meinem Pferd sehr gut tut.

Wenn Schweif und Mähne aber extrem jucken, würde ich eher die Killitch Lotion bevorzugen.

Die ist zwar sehr teuer, hilft aber selbst bei Sommerekzem.

Kommentar von HerbstBlatter ,

Ich möchte ungern irgendwelche Mittelchen benutzen. 

Hab das Teebaum liquid auch nur benutzt weil meine Tierärztin mir das empfohlen hat.

Kommentar von Anaschia ,

Warum fragst Du dann danach ?. Heilerde ist auch ein Mittelchen, nur leider nicht hilfreich bei Juckreiz.

Die kannst Du nehmen wenn sich das Pferd die Haut aufgescheuert hat. Wenn Du solange wartest, wäre das dann evtl. eine Maßnahme.

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 24

Heilerde kann helfen oder auch nicht. Teebaumöl kann helfen oder auch nicht. Es gibt kein Wundermittel, das jedem Pferd hilft. Jeder Ekzemer ist anders.
DArum hat auch jeder Ekzemerbesitzer eine ganze Batterie von Wundermittel im Schrank, die alle nicht helfen.

Darum gebe ich nicht gerne RAtschläge, was vielleicht helfen könnte. Kann helfen, kann auch nicht helfen.

Aber gut, ich gebe jetzt doch mal zwei Tipps: in den Ekzemerforen wird zur Körperlotion von Lacura (Aldi Süd) oder von Eldana (Aldi Nord) geraten. Und das Zeug hilft vielen Pferden wirklich super!! Vor allem es kostet so gut wie nichts. Ungefähr 2 Euro und das ist ein Witz. Flaschen mit "richtigen" Ekzemermitteln gleicher Größe kosten ab 25 Euro aufwärts.

Ich hatte mir schon überlegt, Aldi abzugrasen, 1000 Flaschen zu kaufen, sie umzufüllen und das Zeug dann für 30 Euro pro Flasche als Wundermittel zu verkaufen.

Ein Mittel, das auch sehr vielen Pferden hilft, ist DERFEN. Es stoppt den Juckreiz sehr schnell und ist bei vielen Pferden sehr hilfreich! Ich benutze es abwechselnd mit der Aldi Lotion. Es hilft meinem Pferd super.

ALLERDINGS. Das Zeug stinkt. Man muss dicke Gummihandschuhe benutzen und wenn davon auch nur ein Tropfen auf die Haut oder die Kleidung kommt, ist man dann im Supermarkt sehr einsam.

Kommentar von HerbstBlatter ,

Hab's mir schon fast gedacht...Werde aufjedenfall mal die Aldi lotion ausprobieren!

Oder eben ne Decke + Lotion

Expertenantwort
von Sallyvita, Community-Experte für Pferde, 14

Eine Einstallerin bei uns schwört auf Avocado-Bodylotion von Lidl oder Aldi. 

Eine andere hüllt ihre Pferde in Ekzemerdecken.

Ein Haffipony bei uns bekommt Mähne und Schweifrübe immer sehr kurz geschnitten, täglich gereinigt und mit Aloevera-Lotion eingecremt.

Meine Stute hatte letztes Jahr noch eine Ekzemerdecke - Modell 4 scheuerte endlich kein Fell mehr irgendwo weg. Doch mittlerweile habe ich bedingt durch ein Blutbild und tierärztlich verordnet Zink und Mangan gegeben und dieses Jahr keine Probleme mehr.

Hilft alles. Und darüber hinaus noch einige Dinge mehr. Und manches funzt einfach auch nicht bei jedem Pferd. Aber Teebaumöl dachte ich, wäre schon länger passee, weil es zu großen Hautirritationen sorgen kann...

Kommentar von HerbstBlatter ,

Meine Antwort kommt vllt etwas spät...

Ich hab auch nochmal ein Blutbild machen lassen und es hat sich raus gestellt das mein Pony auch einen Zinkmangel hat.

Die Teebaumlotion wurde mir von meiner Tierärztin empfohlen, aber das so viele da gegen sind war mir gar nicht bewusst. Ich hatte nämlich das Gefühl das es etwas Hilft.

Antwort
von LyciaKarma, 24

Ich würde erstmal sehen, dass ich alles optimiere und dann erst von außen behandeln.

Soll heißen, das Pferd in Offen- oder Aktivstall stellen, Zinkzufuhr optimieren, ggf Mineralmängel beheben usw. 

Friesennarr wird bestimmt auch noch antworten, die hat da die besten Tipps. 

Kommentar von HerbstBlatter ,

Hab soweit schon alles optimiert, sie steht in einen Offenstall und bekommt kurweise abgestimmtes Mineralfutter.

Sie hat seit anfang des Jahres eine chronische Bronchitis daher hab ich schon alles optimiert. Jetzt geht es ihr auch endlich wieder gut und die Behandlung mit Cortison konnte abgeschlossen werden. 

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