Frage von xray2016, 1.669

Sex und Schuld: Warum spricht man von "unschuldig", wenn man noch keinen Sex hatte?

"Schuld" hat für mich immer etwas mit Unerlaubtem, Verbotenem zu tun. Warum sollte man "schuldig" sein, wenn man Sex gehabt hat ? Klingt so, als ob es hierfür Strafen per Gesetz gäbe.

Wer kann helfen ?

DANKE

Antwort
von Andrastor, 1.352

Das hat mit dem Christentum zu tun, welches Sex im Allgemeinen als etwas Negatives, Verwerfliches dargestellt und zu kontrollieren versucht hat (Verbote bestimmter Stellungen, Sexkleidung etc).

Daher ist es nicht verwunderlich wenn eine Person die noch keinen Sex hatte als "unschuldig" bezeichnet wird und der erste Akt als das Verlieren der "Unschuld" verteufelt wurde.

Selbst in der Bibel wird Sex vor einer Eheschließung als verwerflich, unmoralisch und sogar als Straftat bezeichnet.

Kommentar von DreiGegengifts ,

Das hat mit dem Christentum zu tun

Ja ja natürlich - der böse Onkel Christentum war´s .. gähn


der erste Akt als das Verlieren der "Unschuld" verteufelt wurde

"Unschuldig" wird auch verwendet bei Kindern oder Tierbabys, bei allen Dingen, die niedlich sind. Verwendet wird der Begriff also allgemein für alles, was nicht mit der vermeintlich rauen Erwachsenenwelt zu tun hat. "Schuld" bezieht sich hier also eher auf das Erwachsensein. Also auf die geistige Reife Verantwortung zu übernehmen - und damit auch schuldig werden zu können. Sex kommt dann ins Spiel, wenn der Mensch erwachsen wird und seine Unschuldigkeit verliert.

Kommentar von Andrastor ,

Ja ja natürlich - der böse Onkel Christentum war´s 

So war's auch. Schau dir die Mentalität zur Sexualität von Ländern mit starkem christlichen Einfluss an und vergleiche sie mit Ländern in denen der christliche Einfluss nur schwach war.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die christlich geprägten Ländern in dem Bezug richtiggehend verklemmt sind (nicht nur im Vergleich).

Und deine Ausführung ist nichts weiter als heiße Luft. Rosarote Brille feinster Güteklasse.

Kommentar von DreiGegengifts ,

Rosarote Brille feinster Güteklasse.

.. damit musst du dich auskennen^^

Kommentar von Andrastor ,

sagte die Person, welche eine Organisation mit einer langen Geschichte des Massenmords, der Folter und anderer Verbrechen gegen die Menschheit zu verteidigen versucht.

Kommentar von Menuett ,

Ja, das war hier tatsächlich der böse Onkel Christum.

Kommentar von Schaphi ,

Es war nicht das Christentum sondern die Menschen die im Namen einer Religion diese Taten ausgeführt haben. Um ihr Verhalten zu legitimieren, haben sie behauptet dass Gott es will. Im Hintergrund stand nur Machtdemonstration und Gier (Länder, Reichtümer, etc). In der Bibel steht nicht welche Kleidung man beim Sex tragen soll oder welche Stellung erlaubt ist. Im Gegenteil Gott will das wir den Sex genießen und voll ausleben (Hohe Lied). Einzige Bedingung ist dass es im Rahmen der Ehe stattfindet und nicht mit ständig wechselnden Partnern. Aber damit hat die heute Gesellschaft ein Problem, weil man nicht mehr so früh und so lange eine feste Beziehung (Ehe) eingehen will, da man sonst etwas verpassen könnte.

Kommentar von Andrastor ,

Natürlich natürlich.

Es war auch nicht der Nationalsozialismus der den Holocaust verursacht hat, sondern lediglich Menschen die.... blah blah blah

Eine Bewegung ist nur so viel Wert wie die Menschen die sie ausüben. Das Christentum ist kein sentinentes Wesen, es ist die Summe aus den Menschen die sich als Christen bezeichnen, genauso wie der Nationalsouzialismus die Summe aus den Menschen ist die sich als Nationalsozialisten bezeichnen.

Sie sind auch nicht die Bibel, "Mein Kampf", der Koran oder welche Schrift man auch immer als ihre Grundlage bezeichnet.

Deswegen hat aber keine dieser Strömungen eine weiße Weste.

Tatsache ist dass das Christentum eine lange Geschichte der Unterdrückung, des Mordes, der Folter, der Verletzung von Menschenrechten und Verbrechen gegen die Menschheit hat, welche man nicht einfach verschwinden lassen kann.

Antwort
von daCypher, 163

Bei Sex ist das nicht das einzige Wort, was falsch verwendet wird.

- Jungfräulichkeit = Unschuldig (Niemand ist automatisch schuldig, nur weil er Sex hat)
- Fremdgehen = betrügen (Hier liegt kein Betrug im Sinne des § 263 StGB vor.)
- Sex haben = miteinander schlafen (wenn einer der beiden Partner dabei wirklich schlafen würde, wäre es wahrscheinlich eine Vergewaltigung)
- Oralverkehr = blasen (ich hatte noch keine, die da wirklich reingepustet hat)
- Selbstbefriedigung = einen runterholen (was wird denn da von wo runtergeholt?)

Ich denke mal, die ganzen Begriffe sind einfach entstanden, weil Sex sehr lange ein Tabuthema war und sogar heutzutage noch von vielen als Tabuthema aufgefasst wird.

Kommentar von daCypher ,

PS: Ein kleiner Hauch "unnützes Wissen": Die Entjungferung einer Frau ist juristisch gesehen Körperverletzung. Der Sexualpartner macht sich also tatsächlich schuldig, auch wenn das wahrscheinlich so gut wie nie zur Anzeige gebracht wird.

Antwort
von ThomasJNewton, 192

Genau so ist es.
Sex ist etwas schlechtes, und nur unter sehr sehr spezielllen Bedingungungen überhaupt erlaubt.

Die Erfinder der Religionen waren ja nicht blöd:
• Trinken kannst du ein paar Stunden unterdrücken
• Essen kannst du ein paar Tage unterdrücken
• Sex kannst du ein paar Jahrzehnte unterdrücken
Also packt man sie am Sex.

Darum dreht sich doch alles
• die symbolischen und realen Verstümmelung, Beschneidung genannt
• die Verehrung der Jungfräulichkeit
• die Überbewertung des Sex in der Nachkriegsrechtsprechung
• die Steinigung von Ehebrecher(v.a.wohl innen)
Es ist nicht so lange her, dass das hier Gesetz war.

Wenn du sowas fragst, bist du wohl eher in meiner Enkel-Generation.
Ich habe die Regeln noch so gelernt, wenn auch nie ausdrücklich.
Aus dieser Zeit kommt der Spruch "Dumm flicht gut".
Ich war eben zu schlau, damals, inzwischen möchte ich nicht mehr dumm sein. Aber immer doch flechten.

P.S. Flechten darfst du gern mit einem Wort übersetzen, dass hier nicht durch den Filter geht.

Expertenantwort
von Volens, Community-Experte für Sprache, 830

Die Begriffe "unschuldig" im Sinne der Gesetze und im Sinne der Keuschheit gleichzusetzen, war ein Teil der christlichen Gehirnwäsche über Jahrhunderte hinweg.

Kommentar von earnest ,

... und in ihrer un-christlichen Verdammung des Menschlichen und Natürlichen eine der größten Sünden (hier passt der Begriff) der katholischen Kirche überhaupt.

Expertenantwort
von elenore, Community-Experte für Sprüche, 299

Jungfrau! Symbol für Reinheit und Unschuld! .....Jungfrau bezeichnet eine Frau, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatte!

In der katholischen Kirche gab und gibt es mit der Jungfrau Maria, mit dem im Mittelalter eingeführten Priesterzölibat und mit den klösterlichen Lebensweisen immer eine hohe Wertschätzung der sexuellen Keuschheit. Dagegen stellen sich der Tendenz nach wiederum die protestantischen Kirchen, denen Ehe und Familienleben als Ideal und Norm gilt. Allerdings wird in diesem Kontext wiederum besonders streng auf voreheliche Enthaltsamkeit geachtet.

Dieser Link wäre in Bezug auf deine Frage auch lesenswert = https://de.wikipedia.org/wiki/Jungfrau

Antwort
von Eulen23, 101

Unschuld in religiöser Sicht

Im ersten Buch der Bibel, 1. Buch Mose, wird von Adam und Eva erzählt, von zwei ursprünglichen Menschen, die sich ihrer Nacktheit nicht schämen und auch noch keinen Begriff von Moral haben. Mit dem Konsum der Frucht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse verlieren sie theologisch betrachtet ihre Unschuld: ihr Sündenfall begründet die Erbsünde. Diesem Verlust der Unschuld soll mit einer angemessenen religiösen Praxis begegnet werden; dabei wird teilweise die rituelle Reinheit zur Voraussetzung gemacht.

Unschuld als sexuelle Unberührtheit

Umgangssprachlich wird auch als unschuldig bezeichnet, wer in sexueller Hinsicht noch unberührt, „jungfräulich“ ist. Die als Keuschheit bezeichnete Tugend beschreibt hingegen das Ideal einer wiedererlangten Unschuld.

Die Farbe der Unschuld

Der Unschuld entspricht im Abendland die symbolische Farbe Weiß, bezeugt durch die Redewendung „weiß wie die Unschuld“. Bei einer kirchlichen Hochzeit steht dafür das weiße Brautkleid. Die weiße Weste steht als Metapher für Unschuld und ein reines Gewissen; laut Büchmann wurde sie erstmals von Bismarck benutzt, geht aber auf die Tradition der römischen Toga Candida zurück.

Antwort
von Rosy1974, 278

In früheren Zeiten gab es weder zuverlässige Verhütungsmittel, noch hatte man ein soziales Netz. D. h. es war eine wirtschaftliche Katastrophe, wenn eine Frau ohne Ehemann ein oder mehrere Kinder hatte. Es gab auch keine Vaterschaftstest, bei denen man den Vater identifizieren und zur Kasse bitten konnte. Stritt ein Mann die Vaterschaft ab, hatte die Frau schlicht und ergreifend Pech. Das einzige, zuverlässige Verhütungsmittel seiner Zeit war schlicht und ergreifend: KEIN SEX.

Damit sich die Leute dran hielten, setzte man sie einfach moralisch unter Druck und bezeichnete eine Frau, die sich daran hielt als "unschuldig".

Eine verheiratete Frau wurde  ja auch nicht als "schuldig" bezeichnet. Das hätte gar keinen Sinn gemacht, weil man darauf angewiesen war, Kinder zu bekommen. Es gab damals keine Rentenversicherung und kein soziales Netz. Die Kinder kamen für den Lebensunterhalt der Eltern auf, wenn die nicht mehr arbeiten konnten. Allerdings war dies nur möglich, wenn die Frau einen Ehemann (Versorger) hatte.

Kommentar von Ontario ,

Was sagt die katholische Kirche zum Sex ? Sex nur dann, wenn es um die Zeugung von Nachwuchs geht. Das wird sehr eng gesehen. Im Grunde ist Sex mit Verhütungsmitteln in der Vorstellung der Kirche nicht gewünscht, weil es dabei nicht um die Zeugung von Nachwuchs geht, sondern um die Lust. Das Wort "unschuldig" scheint mir völlig daneben, wenn es um Sex geht. Schuld definiert sich mir anders. Man muss etwas tun, was eine Schuld verursacht,also etwas Verbotenes. Der Mensch hat Triebe, die ihm von natur aus gegeben sind und für die Fortpflanzung notwendig. Da gibt es kein "schuldig" oder "unschuldig".. Ich denke eher, dass diese Wortwahl im Zusammenhang mit Sex ursächlich mit der Einstellung der Kirche zum sexualen Verhalten in Verbindung zu bringen ist.Man will den Menschen vorschreiben, wie sie sich zu verhalten haben. Wer dagegen verstösst, dem wird eben eine Schuldhaftigkeit angelastet. Im Grunde geht es die Kirche überhaupt nichts an, wie die Menschen mit ihrem Sexualleben umgehen. Man lässt daraus sogar eine Sünde werden, so man gegen die Moralvorstellungen verstösst. Das wiederum hat zur Folge, dass man den Menschen Böses unterstellt. Von Sünden konnte man sich freikaufen, wenn man dafür Geld oder anderes an die Kirche spendete. Mehr Doppelzüngigkeit kann man sich kaum vorstellen und die hat bis heute Gültigkeit.

Antwort
von Illuminaticus, 237

Das es keine Strafen gibt, wenn du Sex hast, sollte dir zu denken geben, obwohl es manche Kulturen doch schaffen, die Protagonisten zu ermorden, wowohl sie nur der Natur freien Lauf lassen.

Sex und Schuld ist der Menscheit schon seit Jahrtausenden implantiert worden, gerade so, als waere Sex nur bei Nacht oder in Hinterhoefen gesellschaftsfaehig.

Dabei ist Sex das Natuerlichste von der Welt, du brauchst nichts lernen, um es zu machen oder zur Schule zu gehen, es passiert einfach so, keiner kann es steuern oder zurueckhalten, alle lechtzen danach, wenigen ist die freie Auswahl gegeben.

In erster Linie dient ja der Akt der Fortpflanzung also dazu, Nachkommen zu produzieren und neue Koerper und die brauchen wir immer. Also in unsere Art programmiert, damit neue Wesen hier herunterkommen koennen.

Was natuerlich nicht so gern gesehen wird, Sex als Spass oder als Ventil zu benutzen. Ja, warum wohl. Wenn du auf Sex verzichtest, obwohl du mal wieder bis Top Kappe voll bist, dann entsteht Wut, weil es kein Ventil fuer die Gefuehle gibt.

Die Wut ist aber Gut wenn du viel Krieg fuehren willst, da nuetzen dir Krieger die zu Hause bei ihrer Frau Frontsoldat spielen nicht viel. Deswegen wird auch Sportlern geraten, abstinent zu bleiben, weil es ihre Leistung, sprich Aggressivitaet steigert.

Ich hoere mal auf, du siehst, wohin das fuehrt, ich will jetzt nicht auch noch auf den Neid der Maenner auf die Frauen hinweisen, die die Frau als Menschen zweiter Klasse definiert haben, weil sie besser Scmerzen ertragen koennen und auch sonst das starke Geschlecht sind, ihre Angst nicht der Erste sein zu koennen und noch so viel mehr.

Auf deine Frage: Ohne Schuld heisst, du bist noch nicht dem Sex erlegen, der sich ab einem bestimmten Alter meldet und dich dann kontrolliert. Viele Menschen fuehlen sich  schuldig, weil sie es eingeredet bekommen haben, obwohl sie sich nach dem Sex phantastisch fuehlen, deswegen wollen andere, die diese Gefuehle nicht haben, es anderen verbieten, damit sie sich selbst besser fuehlen.

Kommentar von Haldor ,

Na ja, aus einer gewissen Sicht nicht schlecht formuliert! Auch der Humor fehlt nicht.

Antwort
von Batman5555, 45

Naja ich kann nicht mehr behaupten ich bin unschuldig. Nicht nur die Dinge die ich gemacht habe und auch gesehen habe. Ne geht nit. Wenn du auch mal so weit bist verstehst du es

Antwort
von Haldor, 174

Es wirken hier halt immer noch die alten gesellschaftlichen Vorstellungen nach, dass ein Mädchen „unbescholten“, d.h. als Jungfrau in die Ehe gehen sollte. Hatte sie früher Sex vor der Ehe, musste sie sich „schuldig“ fühlen;
schuldig im Sinne von erheblichen Nachteilen, denn ihre
Heiratschancen waren, wenn ihr Liebhaber sie verließ, stark
gemindert. Deshalb gab es für eine Verlobte ja auch u.U. den sog.
Deflorationsanspruch, wenn ihr Verlobter, dem sie den Beischlaf
gestattet hatte, sie ohne zwingenden Grund verließ. Diese
gesellschaftlichen Vorstellungen bzw. Regeln waren als Schutz für
Mädchen und Frauen gedacht.

Es besteht überhaupt kein Grund, über solche früheren Vorstellungen zu lachen, denn ein Mädchen begab sich damals (in einer gänzlich anderen Zeit) in Gefahr, wenn sie die Sexualität „locker“ (wie heute üblich) handhabte,

Im Islam gilt übrigens heute noch die strenge Regel des Korans, wonach ein muslimisches Mädchen, das Sex vor der Ehe hat, sich wegen „Unzucht“ schuldig fühlen muss. Es droht ihr die Verstoßung durch die Familie, außerdem der Verlust von Freundschaften.

Kommentar von earnest ,

Nein, da gibt es keinen Grund zum Lachen. 

Eher zum Weinen, wenn sich Reste dieser patriarchalisch-katholischen Vorstellungswelt noch heutzutage offenbaren, wenn sich die Doppelmoral erneut dokumentiert.

Kommentar von Haldor ,

Earnest, ist die noch heute gültige, rigoros geforderte Sexualmoral im Islam auch zum Weinen? -  Es gibt halt auch streng christliche Familien, in denen die Enthaltsamkeit vor der Ehe rigoros gefordert wird. Bei denen herrscht weiß Gott keine Doppelmoral. Da Jesus über den vorehelichen Geschlechtsverkehr so gut wie nichts aussagt (er verurteilt nur Ehebruch, "Hurerei" und Unzucht; letztere ist aber ein schwammiger Begriff), kann man den Beischlaf vor der Ehe zwischen denen, die heiraten wollen, eigentlich nicht als "Sünde" ansehen (aus christlicher Sicht). Allerdings verbinden viele (strenge Christen) mit diesem "lockeren Umgang" mit der Jungfräulichkeit ein Abgleiten in die Sittenlosigkeit und eine Rufschädigung des Mädchens, vor allem, wenn das Mädchen von dem Liebhaber verlassen wird. Es hat also schon einen vernünftigen Sinn, auf der Jungfräulichkeit vor der Ehe zu bestehen. Mit patriarchalisch-katholischer Vorstellungswelt und mit Doppelmoral hat das - meine ich - nicht unbedingt etwas zu tun.

Kommentar von ThomasJNewton ,

Dann muss halt mal wieder der arme Jesus ran, um all das gradzubiegen/glattzubügeln?
Warum ist eigentlich nicht der Eimer das Symbol der Christenheit?

Kommentar von Haldor ,

Kommentar erübrigt sich!

Kommentar von ArbeitsFreude ,

Ich meine: Doch, lieber Haldor: Jede Menge:

Patriarchalisch-katholisch, weil nur das MÄDCHEN die Nachteile bekommt.

Es übrigens ein cleverer Versuch von Dir, mit einer vernünftigen Reaktion auf etwas Unvernünftiges, dieses UNVERNÜNFTIGE (nämlich die Forderung nach sexloser Vorehe) als vernünftig darzustellen, leider dann halt doch ein wenig ZU offensichtlich...

Die Begründung, Sex vor der Ehe als SÜNDE zu bezeichnen, war schon früher moralisch nicht haltbar (allenfalls pragmatisch) - heute ist sie das nicht mal mehr ansatzweise...

Kommentar von Haldor ,

"ArbeitsFreude", ich argumentiere aus der Sicht strenggläubiger Christen. Da kann ich mir schon vorstellen, dass bei denen Sex vor der Ehe nicht in Frage kommt, aus den genannten Gründen. Wer als Christ nicht gar so streng ist, sich aber an die Moral des Christentums hält, muss nicht Gewissensbisse bekommen, wenn er / sie vor der Ehe Sex hat (siehe oben meine Begründung).

Bei den Muslimen wird es ganz rigoros gehandhabt (habe ich auch
begründet). Willst du die Muslime als Dümmlinge und Deppen
darstellen? Müsstest du folgerichtig, da du Christen, für die Sex
vor der Ehe tabu ist, mit Verbalinjurien überziehst.

Im Übrigen denke mal darüber nach, was die Folgen der totalen
Freizügigkeit sind, wie sie in den westlichen Ländern praktiziert
wird: die Sitten sind in unserem stark atheistisch geprägten Land
verlottert, die Moral hat ausgedient, hohe Scheidungsquoten sind die Regel, dazu massenweise Scheidungswaisen, kaum noch intakte Familien, Abtreibungen zugelassen, hemmungsloser Materialismus und Sexismus, wohin man blickt. Das findest du wohl gut und erstrebenswert!? -

Stell' dir vor, gläubige Muslime, die ja massenweise in unser Land kommen, sehen das alles. Nach Ihrem Propheten Mohammed kann das Urteil nur lauten: Hier, in Deutschland, regiert der Teufel!

Antwort
von schloh80, 385

Wenn ich mich recht entsinne (also ohne Gewähr), hat das was mit "nicht-schulden" zu tun. Früher schuldete man ja demjenigen, mit dem man den ersten Geschlechtsverkehr ausgeübt hat, die Ehe. Frauen konnten z.B. nach § 1300 BGB eine Entschädigung von einem Verlobten verlangen, wenn sie mit ihm wegen eines Eheversprechens geschlafen hatte, er das Eheversprechen aber nicht eingehalten hat (wurde erst 1998 aus dem BGB gestrichen!).

Kommentar von ThomasJNewton ,

Das sind eher lustige Auswüchse, was um so mehr den Verdacht meiner Studienzeit bestätigt, dass Juristen die dümmsten Deppen überhaupt sind.
Noch vor den Medizinern und Betriebswirten.

Klar, 40 Jahre später sehe ich manches differenzierter, aber so ganz dumm waren wir schon damals nicht.

Kommentar von schloh80 ,

Glaubt man den Vorurteilen, dürften es wohl mehrheitlich Lehrer gewesen sein. Juristen sind ja lediglich an die vom Parlament beschlossenen Gesetze gebunden.

Kommentar von earnest ,

Du musst solche Vorurteile begraben. 

Das sogenannte "Kranzgeld" wurde 1896 ins Gesetz geschrieben - und wahrscheinlich gab es Vorläufer.

Die Zahl der "Schulmeister" (so hießen sie damals) im Reichstag dürfte sich in sehr überschaubaren Grenzen gehalten haben.

Das Kranzgeld kam übrigens nur zum Tragen, wenn die verlassene Braut "unbescholten" war - noch so eine üble Formulierung.

Kommentar von schloh80 ,

Das gilt für viele Bereiche. Z.B. für eine Approbation als Arzt oder auch als Psychotherapeut. Man nennt es aber seit einigen Jahren nicht mehr "unbescholten", gemeint ist aber das Gleiche.

Kommentar von earnest ,

"Unbescholten sein" = sich nichts zuschulden kommen gelassen haben.

Das ist für Juristen und Apotheker ja in Ordnung, da es sich um strafrechtlich relevante Tatbestände handelt. Aber vorehelicher Sex (natürlich nur bei Frauen) als "Schuld"??

Kommentar von schloh80 ,

Wir sprechen hier über eine nicht mehr gültige Rechtsnorm. Und ja, ich denke das ist auch dort zu der Zeit als Einschränkung sinnvoll gewesen, da sonst ein Missbrauch befürchtet wurde. Es geht auch nicht um Jungfäulichkeit, da diese Norm auch von Witwen angewendet werden konnte.

Außerdem geht es nicht um Schuld sonder, zumindest meiner Erinnerung nach, ums Schulden.

Kommentar von earnest ,

Nein, bei einer "unbescholtenen Jungfer" ging es nicht um Schulden.

Über die Sinnhaftigkeit (sinnvoll für WEN?) kann man durchaus unterschiedlicher Meinung sein.

Kommentar von ThomasJNewton ,

Juristen sind die ersten, die nicht an die Gesetze gebunden sind, nach der Regel "Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus".

So naiv kann man doch nicht sein?

Kommentar von Haldor ,

Es ist wirklich kein Hochmut gegenüber früheren Sitten angebracht.
Damals erwartete man von einer Frau, dass sie als Jungfrau in die Ehe geht. Eine Frau, die vor der Ehe mit einem Mann geschlafen hatte, war insofern geschädigt, als sie geminderte Heiratschancen hatte. Im Islam gilt das heute noch.

Kommentar von earnest ,

Ich glaube nicht, dass hier jemand Hochmut empfindet.

Vielleicht ist es eher das Unverständnis gegenüber einer katholisch-patriarchalisch geprägten Sexualmoral.

Kommentar von Haldor ,

Eine Ergänzung zu meinem Kommentar: "Geschädigt" war zwar jedes Mädchen, das vor der Ehe mit einem Mann geschlafen und dieser sie dann verlassen hatte. Der "Schaden" bestand darin, dass die Heiratschancen des Mädchens gemindert waren. Aber einen sog. Deflorationsanspruch hatte nur eine "unbescholtene" Verlobte, die ihrem Verlobten den Beischlaf gestattet und der sie dann verlassen hatte.

Kommentar von Oidossi ,

Das galt vor allem für die niederen sozialen Stände. Die Upperclass wusste auch mit diesen "Umständen" elegant umzugehen. Und ging es um materielle oder gar politische Interessen, war die Jungfräulichkeit oder das Alter der Braut (solange sie noch Kinder, am besten Söhne) gebären konnte, total egal.

Antwort
von lupoklick, 19

Sex galt  als "unrein", als pfui...  Frauen waren "Schuldige"

Männer hingegen stießen sich, von Kumpels gefeiert, "die Hörner ab"...

Ein Wort aus dem tiefsten Mittelalter ist auch "Kinderschänder" - damit wird die "Schande" nicht dem verbrecherischen Täter zugerechnet, sondern der Ruf des Opfers gilt als "mit Schande befleckt".

Antwort
von Wurzelstock, 302

Du hast Recht, xray. Es gibt per Gesetz Strafen für Sex. Es gibt aber noch viel häufiger Sanktionen der Gruppennormen, wenn diese durch Sex verletzt wurden.

Die Ge- und Verbote für die praktizierte Sexualität haben nichts mit einer bestimmten Religion zu tun. Es gibt sie ausnahmslos in allen Kulturen, und sie unterscheiden sich nur wenig, obwohl nicht gerade selten das Gegenteil behauptet wird. Einer Überprüfung halten diese Behauptungen nie stand. Es gibt seit einigen Jahrzehnten sogar die These, dass die sexuelle Vereinigung Kern und Ursprung der Religion überhaupt ist.

Unterschiede gibt es allerdings in der Rigidität, mit der Verstöße geahndet werden. Grundsätzlich gilt: Je kleiner ein Sozialverband, desto geringer die Bandbreite der Toleranz bei Verstößen. Nötig sind solche Normen und Gebote, um den Zerfall, bzw. die Selbstzerstörung einer Sozialgemeinschaft zu verhindern.

Der Begriff 'Unschuld' im Zusammenhang mit mit der Befolgung der Sexualmoral ist sicher eine abendländisch-christliche Spezialität. Die Sexualmoral selbst aber nicht.


Kommentar von Wurzelstock ,

Da die christliche Sexualmoral hier so emsig bewertet wird, möchte ich auf ihren Zusammenhang und ihre Herkunft hinweisen, ob wohl ich nicht vom Fach bin.

Sie dient dem Schutz des Lebens, und kann nur aus dieser Perspektive richtig interpretiert werden. Die sexuelle Aktivität führt zu Empfängnis, Schwangerschaft und Geburt. Erst seit rund zwei Generationen kann das zuverlässig und für beide Geschlechter zufriedenstellend verhindert werden.

Vor allem die soziale Versorgung für Mutter und Kind, aber auch der natürliche Hedonismus führte mit einer hohen Quote zur Beseitigung von als überflüssig empfundenem neuen Leben. Das geschah und geschieht vor allem nach der Geburt. Der Schwangerschaftsabruch spielte nur eine untergeordnete Rolle, weil er bis vor höchstens 250 Jahren mit einem hohen Risiko für die Schwangere selbst vebunden war.

So wurden unerwünschte Kinder schon immer nach der Geburt in den Lokus geschmissen, oder in einem Opferritual, das sich Maloch nannte, ins Feuer. Das erstere war bei den Griechen und Römern üblich. Das letztere bei den Völkern des vorderen Orients, die es exportierten. Das einzige Volk, welches den Kindermord strikt ablehnte, waren die Juden. Von denen hat es das Christentum übernommen.

Trotz aller Mühe und Rigidität konnte auch das Christentum den Kindsmord genauso wenig ausmerzen, wie seinerzeit das Judentum. Von Kulturen außerhalb des Christentums nicht zu reden. Da ist es oft bis heute nicht einmal einzudämmen. Wer es versucht riskiert sein Leben. Denn wenn erst einmal der Verstand in die Brüste gerutscht oder in den Sack gefallen ist, helfen weder Gesetze noch Moralpredigten. In China ist (oder war) der Kindsmord sogar staatlich vorgeschrieben.

Das Christentum predigte nicht nur Moral, sondern kümmerte sich auch um die Folgen, wenn sie nicht eingehalten wurde. Dieses Kümmern bestand keineswegs in Ächtung und Verdammung der armen Gretchen, das besorgte die weltliche Gesellschaft schon selbst. Wie könnte es denn auch! Der Erfinder des Christentums war selbst unehelich, und seine Mutter schaffte es bekanntlich zu hohen Ehren.

Vielmehr erfand es die Waisenhäuser, die es in dieser Form meines Wissens vorher nicht gab. Säuglinge konnten sogar anonym als Fundsache vor Kirchen und Klöstern abgelegt werden.

Zugleich wandte sich das Christentum rigoros gegen die Sexfeindlichkeit der besonders Frommen - von der Gnosis des Markion bis zu der "Reinheit" der Katharer, denen gerade noch im letzten Moment ihrer Lehren eingefallen ist, dass sie ohne Sex glatt aussterben würden; was den Spartanern trotz großer sexueller Freizügigkeit passiert ist. Außer ein paar Steinen im Gras ist rein garnichts von ihnen übrig geblieben.

Die christliche Sexualmoral war immer eine Gradwanderung, und ist es auch heute noch.

Antwort
von Dxmklvw, 552

Um die Ecke gedacht könnte man auch sagen, daß diejenigen, die Sex hatten, Schuld daran sind, an etwas Spaß gehabt zu haben. Und an etwas Spaß haben ist genau das, was innerhalb einer große Masse kaum jemand dem anderen wirklich gönnt.

Tatsächlich kommt jedoch die Gleichung "kein Sex = unschuldig" aus der Symbiose bestimmter Kulturen und bestimmter Religionen, wobei bei genügender Hinterfragung zum Vorschein kommt, daß Wahn durchaus nicht immer seine Ursache im Gemüt von Einzelpersonen haben muß.

Antwort
von nowka20, 145

bei den christlichen religionen ist das nunmal so, daß die kraft der beherrschung im sexuellen eine starke stellung hat vor der ehe

Antwort
von Schlauerfuchs, 215

Denke das Wort steht hier für unbedarft / unberührt und hat mit Schuld und Sühne  nichts zu tun....

Kommentar von earnest ,

Ich fürchte, da unterschätzt Du den Einfluss der katholischen Kirche ...

Antwort
von Wuestenamazone, 413

Das siehst du falsch. Unschuldig bezieht sich darauf, dass man noch keine Erfahrung hat. Es geht hier doch nicht um Schuld oder Unschuld im eigentlichen Sinne

Kommentar von Graecula ,

der FS hat schon Recht. Allein die Nennung des Wortes "Schuld" konnotiert Sex negativ. Dass "unschuldig" "jungfräulich" bedeutet, weiß er sicher selbst ;)

Antwort
von Viktor1, 214

"schuldig" bezieht sich hier auf unerlaubtem Sex. Es geht hier nicht darum, wie du als "Aufgeklärter" sondern wie die Religionen und auch die Gesellschaft (diese hat den Begriff dazu "gestaltet") dies gesehen haben, also Sex außerhalb (hier vor) der Ehe.
Und Letztere war da erbarmungslos, weniger die Religion.
So stand auch Begünstigung (Kuppelei) von diesem Sex tatsächlich unter Strafe.

Antwort
von Oidossi, 278

Sprache ist nie hunderprozentig genau, wie fast nichts im Leben. Du hantierst mit einem Begriff, der auch Wandlungen unterzogen war in der Vergangenheit - aber die Sprache kann das nicht immer nachvollziehen. "Unschuldig" war früher hauptsächlich mit einem weiblichen Wesen assoziiert, dass keinen Sex hatte. Schuld = Sünde, womit wir gleich im Alten Testament beim Sündenfall Evas (verführt durch die böse Schlange) sind.

Heute wird der Begriff "unschuldig" eher mit einer juristischen Anklage in Verbindung gebracht als mit Sex. Über Sünde und Schuld erfährst du mehr, wenn du anfängst, sonntags in den Gottesdienst zu gehen. Wir sind alle erlöst und freigesprochen von der Schuld durch den Kreuzestod Jesu Christi.

Ich sehe außerehelichen oder auch gleichgeschlechtlichen Sex nicht als Sünde an - damit kommt man in der heutigen Zeit einfach nicht mehr durch, ABER, die grenzenlose Freiheit und das Herumhu....n bis zum Gehtnichtmehr, ohne jegliches Bedenken, macht sich bei manchen Menschen irgendwann bemerkbar durch einen tiefen inneren Schmerz und ein Bewusstsein, dass das nicht glücklich machen kann, weil es einen immer weiter von Gott (und auch anderen Menschen) entfernt.

Der Gottesdienst muss nicht zu einem abstinenten Leben führen, aber man wird durch ihn nach und nach innerlich saniert, auch oder vor allem, wenn man lange Zeit in der gewohnheitsmäßigen Sünde verwurzelt war (teilweise schlicht eine Frage des Alters und entsprechenden Drangs), zu der man, das muss man sagen, z.B. durch Kommerz, Werbung und manche soziale Medien heutzutage geradezu aufgefordert wird.


Antwort
von DBKai, 288

Die Frage finde ich gut... darüber hab ich mir noch gar nicht so viele Gedanken gemacht... ich weiß die Antwort nicht... aber ich schreib trotzdem mal was dazu.

Was mir dazu einfällt ist, dass durch Sex ja auch oft Kinder entstehen und für die sollte man dann Sorgen können... Kinder sind eine große Herausforderung... und viele sind damit überfordert-  habe ich den Eindruck... Wenn man Kinder hat, hat man damit ja eine richtige Lebensaufgabe, wenn man es genau nimmt... 

Was Sex betrifft ist das ja lange eher ein Tabuthema gewesen... Dazu ist es in der Geschichte ja auch nicht immer freiwillig/im beiderseitigem einvernehmen gekommen... Und wenn man jemanden dazu nötigt, dann kann man schon von Schuld sprechen - denn das ist ja etwas Schlechtes... 

Wenn man noch keinen Sex hatte muss man nur auf sich selber aufpassen - nur für sich selbst sorgen... das ist auch eine Aufgabe aber sicherlich leichter als wenn man noch ein oder mehrere Kinder am Rockzipfel hängen hat... die jeden Tag etwas zu essen brauchen... die etwas lernen sollen... die mal selbstständig werden sollen... 

In Verbindung damit, dass Sex in vielen Ländern oft noch mit "Zwang" zu tun hat und das dadurch dann ev. Kinder entstehen, die es dann schwer im Leben haben, weil man nicht auf diese vorbereitet war - kann man Sex auch mit einer Schuld verbinden... Gedankenlosigkeit und Unreife der Eltern... ist es freiwillig und beide achten ordentlich auf Verhütung und sind im Notfall auf ein Kind, falls es doch so weit kommt, eingestellt - sehe ich nichts Schlechtes am Sex... 

Antwort
von Raubkatze45, 258

Per Gesetz in dieser Welt gibt es diesen Begriff innerhalb der Sexualität nicht. Es ist nicht verboten, nicht unerlaubt und man macht sich auch nicht schuldig.

Unschuldig hat eine Bedeutung im religiösen Sinn.  Es hat mit dem Begriff "Keuschheit" oder "Reinheit" zu tun und meint die sexuelle Enthaltung in der Zeit bis zur Ehe. Da wären dann sexuelle Aktivitäten zwar nicht objektiv schlecht oder unrein, sondern deshalb, weil sie außerhalb der  Ehe stattfinden und damit durch ihre Unverbindlichkeit (vor allem, wenn ohne Liebe)  ihren Sinn verfehlen.

Kommentar von earnest ,

Das ist aber nur die Sicht der, pardon, religiösen Taliban, die den Sex verteufelten und auch bis heute verteufeln. 

Ist auch klar: Sex als natürliche Urgewalt ist eigentlich von "oben" unkontrollierbar". Impft man aber den Schäfchen ein, sexuelle Handlungen seien schuldbeladen, hat man die Schäfchen unter Kontrolle. 

Hat jahrhundertelang in der katholischen Kirche funktioniert, mehr oder weniger gut. Jetzt ist selbst von einem Papst Differenzierteres zu hören ...

Kommentar von Haldor ,

Die religiösen Taliban halten sich an den Koran. Hier wird nicht der Sex an sich verteufelt (wäre ja auch töricht, dann würden die Taliban bald aussterben), sondern der Sex vor der Ehe (s. Koran, Sure 17, 32).

Kommentar von Raubkatze45 ,

earnest: Mir brauchte man gar nichts "einzuimpfen". Ich habe unabhängig von Religion ein gesundes Empfinden dafür, was glücklich macht und was nicht, ein unverbindliches Objekt zum Spaßhaben mag dir genügen, mir nicht. Wenn die Kirche das als richtig erkannt hat, wüsste ich nicht, was das mit Kontrolle zu tun haben soll und was Sex als "unkontrollierbare" Urgewalt auslösen kann, dürfte wohl bekannt sein.

Als Insider kann ich bisher nicht erkennen, wo da "Differenzierteres" von einem Papst zu hören ist. Im Sinne von Unverbindlichkeit ganz sicher nicht. Du wirst nichts finden, was dir dein persönliches Gewissen abnimmt, weder innerhalb noch außerhalb der Kirche.

Antwort
von Jinn91, 55

Weil das ganze Mittelalter über SEX, vor allem unehelicher, als etwas Niederes galt, etwas Teuflisches. Das geistert also immer noch durch unsere Köpfe.

Antwort
von Rosswurscht, 177

Hat die Kirche erfunden. Die behaupten ja poppen wäre Sünde ...

Hat aber bei den Domspatzen wohl niemand mitgegriegd :))))

Antwort
von rosviolinist, 193

Ich glaube die Leute hier haben die Frage schon gut beantwortet, aber ich würde noch gerne ein Buch empfehlen, "Der Begriff Angst / Die Krankheit zum Tode" von Kierkegaard.

Antwort
von SeBrTi, 269

Du weißt das Wörter oft mehrere Bedeutungen haben? 

Wie zB 

Unschuldig: Heißt eig. du hast keine Straftat begangen.

Kann aber was du meinst, das du sexuell unerfahren bist bedeuten. 

Oder 

Bank: Sitzbank oder Geldinstitut

Bar: Lokal oder Bargeld

Etc. 

wenn jemand sexuell erfahren ist sagt man ja nicht "du bist schuldig" (hab ich zumindest nie gehört) sondern "du bist erfahren". 

Antwort
von flunra39, 267

das spricht nur der, der entweder noch im 19. Jahrhundert lebt, der völlig altkatholisch indoktiriniert wurde oder der nicht nachgedahct hat.

Denn: Schuldig, Schuld und Vergebung - das sind beim Thema SEXualität von der Kirche ein geführte Kriterien zur Unterdrückung der Menschen, die in ihrer Energie ( ob sexuell oder mental angeregt) n icht zu beherrschen waren/ sind !

Antwort
von gottesanbeterin, 180

Man sollte wirklch besser von unwissend und unerfahren sprechen und schreiben, doch hat die römische Kirche so eine perfide Art, den Menschen die Freude am Leben zu verderben und ihnen bei jeder Möglichkeit Schuldgefühle aufzuladen, um sie damit gut und besser und bestens manipulieren zu können; ach ja, ich glaube, das haben davor die jüdischen Kleriker auch schon ganz gut beherrscht.

Kommentar von DonkeyDerby ,

Im Judentum wurde nie die (Hetero-)Sexualität mit Schuld aufgeladen wie im (katholischen) Christentum. Zwar soll der Sex innerhalb der "Ehe" stattfinden, laut Bibel gibt es aber die Ehe durch Beischlaf. Insofern ist "feste Beziehung" wohl zutreffender...

Sex galt im Judentum nie nur der Fortpflanzung, im Gegenteil, Lust ist ein wichtiger Bestandteil und die (Hetero-)Sexualität soll als Gottesgeschenk ausgelebt werden.

Verboten sind im traditionellen Judentum die Homosexualität (explizit wohl nur die des Mannes), der Inzest, Sex mit Tieren und die Selbstbefriedigung (des Mannes). Selbstverständlich spielt das Verbot der Homosexualität und der Selbstbefriedigung im Reformjudentum keine Rolle mehr.

Antwort
von blattwerkmedia, 105

Von "unschuldig" bezugnehmend auf das Thema Sex spricht man, wenn man noch keinen Geschlechtsverkehr mit einer anderen Person hatte.

Man kann auch sagen, dass man dahingehend noch unberührt ist.

Antwort
von Randler, 221

Sex ohne den Zweck zu befruchten, dient nur der Stillung seiner Lüsste und ist somit auch nicht besser als aus Wut jemanden tot zu schlagen.

Ist halt meine Ansichtsweise. Danke wenn Ihr mich korigiert..

Kommentar von earnest ,

Dein Ernst?

Kommentar von Volens ,

Wieder einer, dem man nur dringend anempfehlen kann, das Hohelied Salomos zu lesen - insbesondere die Kapitel 4 und 5, wenn ich mich recht erinnere.

Allerdings ist das Deutsch der (übersetzten) Apokryphen besser als das deine, Randler.

Kommentar von DonkeyDerby ,

Sex ohne den Zweck zu befruchten, dient nur der Stillung seiner Lüsste

Dies ist mittlerweile gut von der Verhaltensbiologie widerlegt. Sex dient neben der Fortpflanzung bei einigen sozial lebenden Tieren auch der Paarbindung und ist außerdem ein Beschwichtigungsverhalten, befriedet also die Gruppe.

Kommentar von ArbeitsFreude ,

Um Himmels Willen, lieber Randler:

Bist Du Dir bewusst dass Du den LIEBESakt mit TÖTUNG aus niederem Motiv gleichsetzt???

Sag' mal: Kannst Du Dich da nicht SELBER korrigieren?! - Brauchst Du dafür die Leute auf GF?

Antwort
von NewKemroy, 164

Sex = Lust = sinnliches Begehren = Stimulation des eigenen Egos = falsche Konditionierung = Sünde = Abtrennung von Gott = selber schuld.

.... oder so ähnlich.

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