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Lebensgefahr = Todesgefahr?

gefragt von borhapborhap am 29.10.2007 um 7:50 Uhr

Warum rettet man jemanden aus "Todesgefahr", damit dieser dann außer "Lebensgefahr" ist? Warum hat sich "Lebensgefahr" gegenüber "Todesgefahr" durchgesetzt, da beide Begriffe doch anscheinend dasselbe meinen?


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Reply


Kabark
beantwortet von Kabark am 29. Oktober 2007 08:05
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Vielleicht so: Die "Lebensgefahr" ist die Gefahr für das Leben und die "Todesgefahr" ist eine tödliche Gefahr. Oder so ähnlich.


anonym
beantwortet von Albrecht am 29. Oktober 2007 10:25
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Die Begriffe meinen das Gleiche. Eine Lebensgefahr ist dabei eine Gefahr für das Leben in dem Sinn einer Gefahr, das Leben zu verlieren.

Eine Todesgefahr ist eine Gefahr des Todes in dem Sinn einer Gefahr, zu Tode zu kommen.

Ein Unterschied ist nur die Blickrichtung, von der her an die Sache herangegangen wird. Bei der Lebensgefahr ist dies das Bedrohte (Leben) bzw. die bedrohte Person, bei der Todesgefahr das, was droht (Tod).

Ein Übergewicht im Sprachgebrauch ist schwierig zu erklären. Bei so etwas spielen Mentalitäten in der Zeit von Wortprägungen und Sprachgewohnheiten eine Rolle (das Adjektiv "lebensgefährlich" ist verbreitet, das Adjektiv "tod(es)gefährlich" selten und viel weniger üblich als "tödlich" oder "todbringend"). Vielleicht kommt darin eine starke Angst vor dem Verlust zum Ausdruck.

Kommentar von oldpaed am 29. Oktober 2007 12:35

Könnte man hier auch die unterschiedlichen "Leistungen" des Genitivs anführen? Genitivus objektivus und Genitivus partitivus bzw. separativus? Das wäre eine philologisch ausgerichtete Erkärung: Lebensgefahr= Gefahr, das Leben zu verlieren = separativus; Todesgefahr = Gefahr, die zum Tode führt = objektivus. Wäre m. E. eine denkbare Erklärungsmöglichkeit.


betrax
beantwortet von betrax am 29. Oktober 2007 08:00
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Spontan würde ich sagen, kann doch eigentlich nur Lebensgefahr richtig sein, denn mein LEBEN ist doch in Gefahr, nicht mein Tod.

Kommentar von A7ee77a58b6a4f516be279d53e83a9aesmallevistie am 29. Oktober 2007 08:04

Wenn Du "Todesgefahr" mit "Gefahr, den Tod zu erleiden" übersetzt, stimmt's wieder.

Kommentar von Cdea716c16c6768a507e26d40ed7b5dbsmallbetrax am 29. Oktober 2007 08:11

:-)) muß ich dann Lebensgefahr damit übersetzen: "Gefahr, das Leben zu erleiden" ?

Kommentar von 25546fe55464aef59d6f46b52f22bcbdsmallOphelia am 29. Oktober 2007 08:13

wobei nicht jeder zwangsläufig Tod mit Leiden verbunden ist

Kommentar von Cdea716c16c6768a507e26d40ed7b5dbsmallbetrax am 29. Oktober 2007 08:20

Ja, manches Leben dagegen schon. ;-)


(nach-) Denker
beantwortet von (nach-) Denker am 29. Oktober 2007 10:17
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Ein (schönes) Beispiel dafür, wie zwei völlig konträre Begriffe für die gleiche Sache stehen können.

Aber ehrlich gesagt habe ich das Wort Todesgefahr noch nie im allgemeinen Sprachgerauch vernommen.

Kommentar von 1e984dbe12c8a779526c498701b8bc73smallKnowledge am 29. Oktober 2007 11:58

Ich auch nicht mehr heutzutage. Früher gab es mal Schilder mit "Betreten bei Todesgefahr verboten"; sieh mal in alten Filmen.


Knowledge
beantwortet von Knowledge am 29. Oktober 2007 12:01
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Das ist halt so bei der Bedeutung von Begriffen; manches bürgert sich halt ein. Arbeitsschutz ist ja auch nicht der Schutz vor der Arbeit. Menschen prägen Worte, die von anderen übernommen werden (denk an all die furchtbar falschen Amerikanismen) und irgendwann ist es "Sprach-Gebrauch".







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