Frage von JennaSeabridge, 145

Können Pferde, Hunde und Katzen Schizophrenie, Tourette Syndrom oder gespaltene Persönlichkeit entwickeln?

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde, 58

zumindest können sie schwere psychische störungen, hirnerkrankungen, anfallsleiden und üble verhaltensstörungen bekommen.

hospitalismus beim pferd und beim hund ist nachgewiesen. es äussert sich in stereotypien.

pferde mit "tic" werden häufig frühzeitig eingeschläfert, geschlachtet oder verenden durch weideunfälle.

paranoide schizophrenie wird beim pferd und beim hund nicht als solches diagnostiziert. man kann sowas eher als "plötzliche bösartigkeit" bezeichnen - und ich kannte ein pferd, bei dem das angeboren war. dieses pferd war unhändelbar, trug im stall einen holzkragen, damit es sich nicht selbst beissen konnte, ging auf alles und jeden los... es war somit berechenbar. und zwar war berechenbar, dass jeder, der in die nähe dieses pferdes kommt, in lebensgefahr ist. dies pferd war etwa 4jährig, als es getötet wurde.

symptome von tourette werden als headshaking, krampfanfälle und bewegungsstörung eher als körperliche leiden diagnostiziert. pferde, hunde und katzen verfügen aber nicht über bewusstseinsstrukturen, die derartige psychische störungen behandelbar machen.

schon prinzipiell sind also psychiatrische diagnosen, die beim menschen gestellt werden, grundsätzlich nicht auf andere als tierarten anzuwenden.

die einzige diagnose einer aus psychischen gründen erworbenen "psychiatrischen" erkrankung ist die psychische traumatisierung. die symptome sind stresshormongesteuerte bewältigungsstrategien. kann das pferd nicht flehen, greift es an. dasselbe verhalten erlebst du dann auch bei hunden und katzen. behandelbar sind solche traumata nur durch verhaltenstraining. und auch da steht immer im raum, wann "die bombe platzt". ein plötzlicher ausbruch von unberechenbarem verhalten steht jederzeit im raum.

Kommentar von xttenere ,

Gut erklärt !!!

Kommentar von Sallyvita ,

Klasse👍👍👍

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 71

Nein. Jedenfalls hat mir mein Hund noch nicht erklärt, dass er sich für Napoleon hält.

Natürlich können Tiere seelische Störungen entwickeln, aber keine Schizophrenie.

Kommentar von xttenere ,

soooo gut :-)

Kommentar von michi57319 ,

Ich kenne jede Menge Hunde, die es nicht nötig haben, DAS zu erklären. Sie zeigen es einfach ^^

Antwort
von beglo1705, 59

Wenn, dann durch Krankheit oder falsche Haltung. So manches ruhige und verlässliche Pferd/Pony ist komplett durchgedreht, nach zb Infektion und Ausbruch mit dem Bornavirus oder hat einfach einen "Schatten", weil es von klein auf nie ordentlich sozialisiert oder falsch gehalten wurde.

Oftmals sind degenerativ schwerkranke Fohlen nicht lebensfähig oder werden von der Stute umgehend totgebissen, wenn es hier weiter fehlt.

Antwort
von xttenere, 34

Ponyfliege hat schon alles sehr gut und ausführlich erklärt.

Ich könnte dem noch beifügen, dass Geisteskrankheiten beim Menschen angeboren...meist vererbbar und auch nicht heilbar sind...manchmal aber erst mit zunehmendem Alter auftreten....dazu gehören Schizophrenie... Paranoia...etc.

Das Tourette Syndrom ist jedoch keine Geisteskrankheit, sondern eine Krankheit der Nerven, welche den Betroffenen zu unkontrollierten Bewegungen...Krampfanfällen und Ausbrüchen veranlasst.

Bei Tieren wurden bis anhin noch keine Geisteskrankheiten nachgewiesen, wohl aber psychische Störungen durch falsche Haltung oder Behandlung...oder auch durch Hirntumore

Antwort
von NormalesMaedche, 74

Der Kater meiner Tante ist Schizophren.
Und ich denke schon, dass Katzen einige psychische Krankheiten bekommen können, nur anders ausgeprägt und mit anderen Symptomen als beim Menschen

Kommentar von glofaxa ,

Welche Symptome zeigt denn der Kater ?

Kommentar von NormalesMaedche ,

Er liegt zum Beispiel auf einem und lässt sich streicheln, und plötzlich schlägt er einen ins Gesicht, faucht und rennt weg.

Kommentar von xttenere ,

Das ist typisch Kater. Macht meiner auch.

Eine Zeit lang lässt er sich streicheln...plötzlich haut er mir eine, und schwirrt ab.

Kommentar von NormalesMaedche ,

Typisch find ich das jetzt nicht. Hab ich noch nie erlebt sowas

Kommentar von Heklamari ,

Doch, das ist katzentypisch,

Es gibt minimale Vorwarnanzeichen, die wir menschlichen Körpersprachlegastiniker aber oft nicht wahrnehmen...

Und

AUTSCH  !!!

:-)

Antwort
von Weymez, 15

Hey, 


Ich hatte mal einen Fohlen das ich mit der falsche aufziehen musste.. Der kleine ist mir immer hinter gelaufen mit ins haus gekommen und so..  

Als er dann älter war und mit den andern absetzern zusammen auf die weide gekommen ist..  Hat er sich auch immer ein bisschen anders verhalten...  Kann ich schlecht erklären wie...  Aber er war son bisschen vom Kopf her "zurück geblieben"  nicht  böse oder so aber anders iwie..  fing leider das weben dann auch an..  Obwohl er nicht alleine war und draußen mit den andern steht..  

Aus ihm wurde ein super Freizeit Pferd der sehr brav ins Gelände geht... Sehr Menschen bezogen ist...  Und auch die Kinder brav reiten lässt...  



Aber es Giebt Pferde die im Alter "komisch"  werden...  Beißen und aggressiv werden...  

Kommentar von JennaSeabridge ,

Ich verstehe leider nicht was koppen und weben bedeutet.

Kommentar von Weymez ,

Weben und koppen ist eine verhaltensstörung...  

Weben :

Beim weben steht das Pferd mit leicht gespreitzten vorderbeinen und pendelt mit dem Kopf und Hals rhythmisch von einer Seite zu anderen Seite. 

Das kann variieren wie oft ein Pferd das tut...  

Koppen :

Beim koppen schlucken die Pferde unter zurückziehen des Kehlkopfes mittels der langen halsmuskulatur mit oder ohne gereusche Luft ab.  

Das geschieht in den meisten Fällen in dem die oberen schneide Zähne auf Stall oder weide Dinge gestellt werden. 

Selten passiert das auch ohne aufstellen der vorderzähne. 

Antwort
von BlackRaven88, 35

Ich kenne ein Pferd, das eine Posttraumatische Belastungsstörung hat.

Schizophrenie halte ich jedoch für unwahrscheinlich, genauso wie Tourette. 

Möglich sind noch Depressionen, Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen in Form von Aggression, Zwangshandlungen (z. B. "koppen" und "weben" bei Pferden). 

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