Frage von welshfreund, 94

Knieprobleme beim Pony, was tun?

Hallo,

Ich habe seit drei Monaten eine Welsh Stute , die mittlerweile 1,5 Jahre alt ist. Nach kurzer Zeit hatte sie einen großen Abszess , der aus einer Entzündung entstanden ist. Nach dieser Zeit in der sie sich wenig bewegt hatte lief sie sehr schlecht. Doch auch nach dem sie lange wieder auf der Weide war bewegte sie sich immer noch sehr steif und staksig, in allen drei Gangarten( vor allem im Schritt).

Nun habe ich sie vor einer Wochen einem Chiropraktiker vorgestellt. Dieser stellte fest, dass die Beschwerden von ihrem Knie ausgehen, da die Kniescheibe nicht so funktioniert wie sie sollte (daher sie springt raus oder hakt, bin mir leider grad gar nicht mehr sicher, hab ich wohl vor lauter Aufregung nicht genau verstanden.. Auf jeden Fall hat der Chiropraktiker die Kniescheibe irgendwie vorsichtig geschoben, welches ich jetzt auch tun soll und auch mache)

Meine Frage ist ob ihr Erfahrungen damit habt und wenn ja wie sich die Beschwerden im Laufe der Zeit verändert haben ?

In zwei Wochen sollte hoffentlich eine Verbesserung zu sehen seien, laut des Chiropraktikers. Nun soll und geh ich jeden Tag mit ihr spazieren, wobei sie sich auch viel auf der Weide bewegt um mit ihren Freunden zu spielen. Bisher geht sie noch genau so steif mit ihrem einen Hinterbein wie bisher.

Die Züchterin hat mir angeboten, dass Pferd zurück zu nehmen und ein anderes Welsh Fohlen im Winter zu nehmen. Nun ist mir Lia natürlich schon sehr ans Herz gewachsen und ich bin auch abgesehen davon vollkommen zufrieden mit ihr. Aber ich habe auch Angst ein Pony zu haben welches lebenslang Probleme, Schmerzen und viel Tierarztbesuche hat und braucht. Denn dies war natürlich nicht meine Absicht, zumal sie aufgrund der Papiere auch nicht gerade günstig war.

Nun weiß ich nicht was ich tun soll und wäre euch für eure Erfahrungen, freundliche Tipps und Meinungen dankbar!

Liebe Grüße

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde & reiten, 36

ich würde das angebot der züchterin annehmen.

beim welsh gibt es leider manchmal gendefekte, unter anderem, dass nicht nur die kniebänder, sondern auch die anderen bänder zu "weich" sind. die folgen davon sind vorzeitige verschleissarthrose, frühe rückendefekte, teils auch störungen des knochenwachstums oder auch ständig entzündungen.

mit auch nur etwas pech ist dein pony ein geborener beisteller und wird nie reitbar sein - und leider auch sehr früh schon keine lebensqualität mehr haben und nur noch leiden.

da hast du mal den knieaufbau.

http://www.go-barhuf.de/bilder/seiten/gross/20111218-093726-Anatomie13v.jpg

ich würde auf den vorschlag der züchterin eingehen. sie zeigt sich damit absolut verantwortungsbewusst und fair. und sie möchte natürlich auch sicher gehen, dass diese stute niemals in die zucht geht. und sie wird für die mutter der stute zum verpaaren auch nie wieder diesen hengst wählen. kommt sowas bei mehreren nachkommen eines hengstes vor, wird dieser abgekört, weil er defekte vererbt.

das kontinentale welshpony aller kategorien ist leider sehr stark von inzucht betroffen, da kein ausreichender genpool zur verfügung steht. "tauschprogramme", wie sie in der ig dartmoor stattfinden (ein teil der elterntiere wird unter den züchtern getauscht und es gibt absprachen welche tiere verpaart werden sollen, damit die genetische vielfalt möglichst gross bleibt).

es ist traurig aber leider auch wahr: ein gendefekt  kann auch bei sorgfältigster zucht vorkommen. die züchterin würde gern ganz sicher gehen.

ausserdem möchte sie dir ärger und kosten ersparen. verantwortungsvolle züchter entscheiden immer zum wohl der tiere. und dazu gehört im zweifelsfall auch mal, einem jungen tier oder einem fohlen unnötiges leid zu ersparen. sie wird mit sicherheit mit der kleinen stute einen behandlungsversuch unternehmen. aber ein züchter tut sich in der regel weniger schwer als ein "hobbypferdefreund", wenn es darum geht, bestimmte entscheidungen zu treffen.

welshponys gehören zu den bewegungsfreudigsten pferderassen überhaupt.

Antwort
von Leolynn14, 46

Ehrlich gesagt ist das eine schwierige Entscheidung. An deiner Stelle würde ich noch etwas abwarten (1-2 Wochen) so wie der Chiropraktiker gesagt hat. Wenn es darum geht das Pferd abzugeben oder zu behalten würde ich sogar noch einen Tierarzt zu Rate ziehen, vielleicht mal 1-2 Röngtenbildern machen lassen.

Mein Hafi hat auch Probleme mit dem Knie, allerdings durch Athrose und das schränkt uns schon ein.

Expertenantwort
von Heklamari, Community-Experte für Pferde, 27

Etliche junge Pferde haben Probleme mit kniescheibenluxation. Im Volksmund sagt man, das verwächst sich. Es kann allopatisch behandelt werden, indem man die sehnen hormonell in der Entwicklung stärkt. Mein befallener wallach ist jetzt 26, ,töltet wie ein junger gott und ist ein prima wanderreitpony. Laß dich beraten. Und schicke deine stute immer wieder mal rückwärts. Bitte dir Bedenkzeit aus Zurück zur züchterin kannst Du sie dann immer noch geben. Am ende ist das vielleicht doch nötig

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