Frage von Johann31, 570

KfW 55 Dämmen oder Technik?

Hallo Zusammen,

wir möchten ein KFW 55 Massivhaus bauen. Allerdings möchten wir dieses mit wenig Technik erreichen. Ich glaube, dass die Dämmung des Gebäudes besser ist. Das Haus wird ca. 150 qm groß werden. Jeder Tipp ist uns eine Hilfe.

Meine Frage. Wie erreiche ich ein KFW 55 Haus mit einer Gasheizung, und macht das überhaut sin ? Wie wird ein Haus am besten gedämmt Wände, Dach, Fenster …. Wie ist es mit der Dämmung, was macht überhaut sin?
Was für Technik im Haus macht sin?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von pharao1961, 489

Ich baue seit vielen Jahren fast nur noch Passivhäuser, die ab 2020 ohnehin Pflicht werden, also noch besser als KFW 55. Das erreicht man mit guter Dämmung (ich verwende hierzu Neopor-Schalsteine, Neopor-Dachstuhlelemente, 3-fach-Verglasung, Glasschaumschotter unter der Bodenplatte, Wärmepumpe und Lüftungsanlage). Fertig. Alles ganz ohne Kopfschmerzen.

Kommentar von HorstBayer ,

Passivhäuser, die ab 2020 ohnehin Pflicht werden,

Das ist eine riesen Sauerei. Ich hoffe du fuehlst dich nicht persoenlich betroffen.

Doch es kam anders. In dem einen Passivhaus betrug der Wärmeverbrauch im vergangenen Jahr 17.054,10 Kilowattstunden (kWh) für die beheizten Flächen. Im anderen waren es 20.269,20 kWh. Damit lag in diesem Gebäude der Wärmeverbrauch sogar höher als in einem der herkömmlich errichteten Miethäuser, wo 20.165,20 kWh angefallen waren. Im zweiten Standardhaus schlug hingegen ein um über 25 Prozent höherer Verbrauch von 25.438,56 kWh zu Buche.

http://www.welt.de/print/wams/finanzen/article148563184/Schlecht-verhuellt.html

Kommentar von pharao1961 ,

Ich habe nicht verstanden. Was ist eine riesen Sauerei?

Bei einer Zertifizierung kommt sowas nicht vor, dass ein höherer Energieverbrauch stattfindet.

Kommentar von janfred1401 ,

Auf dem Papier jedenfalls nicht :-) 

Heizverhalten und das Verständnis der Bewohner kann aber nicht genormt werden.

Kommentar von pharao1961 ,

Klar, das ist ähnlich wie bei einem 250 PS-Auto, das 4,5 Liter Sprit braucht. Theoretisch möglich... Aber eine Zertifizierung durch einen Energieberater macht die Sache dennoch recht sicher. Schließlich hat der seine Unterschrift drunter.

Kommentar von HorstBayer ,

Heizverhalten und das Verständnis der Bewohner kann aber nicht genormt werden.

Na klar, ist der Verbrauch hoeher als errechnet sind die Bewohner schuld^^

Kommentar von HorstBayer ,

Was ist eine riesen Sauerei?

Na dass dieser Unsinn Pflicht werden soll.

Kommentar von pharao1961 ,

Aber warum Unsinn? Mal abgesehen von der Umwelt... Ist es schlecht, Heizkosten einzusparen?

Kommentar von Simko ,

Das sehe ich vollkommen anders. Zertifizierungen sind zunächst ein theoretisches Stück Papier, nicht selten schöngerechnet.
Als Gutachter sind mir diesbezüglich diverse Konstrukte untergekommen.

Kommentar von pharao1961 ,

Wenn der Energieberater auch gleichzeitig in dem Unternehmen arbeitet, die erstellt oder geliefert haben, gebe ich dir Recht! ;-)

Aber ich habe als Planer und Lieferant mit den einzelnen, auch mir unbekannten Energieberatern, garnix am Hut. Also warum sollten die eine Zertifizierung ausstellen, die die Bedingungen nicht erfüllt? Umgekehrt wär` s denen doch viel lieber... noch ne Blowerdoor, noch eine Berechnung... bringt denen doch nur Kohle! Ich bin auch bei dem selbsternannten Passivhausguru nicht gelistet, stehe also auch nicht auf irgendeiner Gehaltsliste oder niemand bei mir...

Aber ich verstehe selbstverständlich die "Konstrukte" die du meinst... :-); ich bin ja schließlich schon 31 Jahre dabei. Ich verurteile dies auch und habe auch unter diesen Vorurteilen regelmäßig zu leiden, aber - es gibt auch Ausnahmen.

Kommentar von pharao1961 ,

Ich danke schön fürs Sternchen und ein Frohes Neues!

Antwort
von Simko, 445

Was Sinn macht, hängt von der eigenen Berurteilung, Bewertung, Notwendigkeiten sowie Wünschen ab.
Einer möchte unbedingt einen Umweltbeitrag leisten, andere interessiert eher die Gesamtwirtschaftlichkeit.
Erfahrungsgemäß liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte, je nach Randbedingungen.
KfW 55 ist werder Fisch noch Fleisch, was die Sache daher nicht automatisch wirtschaftlich macht.
Warum besteht überhaupt die Absicht ein KfW 55 zu bauen?

Kommentar von Johann31 ,

KfW 55 wird ja ab 2016 sehr gute gefördert und unsere Überlegung ist halt das auszunutzen. Natürlich wollen wir auch für die Zukunft energiekosten sparen.

Kommentar von Simko ,

Die Annahme, das mit Förderungen Geschenke verteilt werden ist ein weit verbreiteter Irrglaube.
In den meisten Fällen wird der deutlich höhere Investaufwand lediglich gedeckelt, nicht jedoch vollständig ausgeglichen.
Weder EnEV noch KfW garantieren Wirtschaftlichkeit des Vorhabens.
Daher existiert nach wie vor §25 EnEV bzw. §9 EEWG.

Kommentar von Johann31 ,

Ok, damit bin ich einverstanden. Unsere Überlegung ist halt Gasheizung +Solarthermische Anlage +Lüftungsanlage, wobei ich kein Freund von Lüftungsanlagen bin. Mit was muss ein Haus gedämmt sein, um es wirtschaftlich zu bauen und noch ein gutes Wohnklima zu behalten?

Kommentar von Simko ,

Diese Frage könnte bestenfalls ein Hellseher beantworten.
Foren können eine notwendige, exakte Grundlagenermittlung nicht ersetzen.
Üblicherweise wird da zunächst vom definierten Baukörper (Bauteile der thermischen Hülle) ausgegangen. Nachfolgend Klimastandort und beabsichtigtes Nutzerverhalten berücksichtigt.
Damit steht der reale Bedarf (Leistung, Energie) für Heizbetrieb u. WW-Bereitung fest.
Erst im Anschluß daran begibt sich ein Planer auf die Suche nach einer geeigneten Anlagenkonfiguration.
Bei KfW 55 dürften bei monolithischer Außenwandkonstruktion die "Steine" wohl eher Krümelmonster sein.

Expertenantwort
von Peppie85, Community-Experte für Energie, 319

nun, ein gesunder mittelweg aus technik und dämmung dürfte hier den meisten sinn machen. die gasheizung ist schon mal eine gute idee. ich würde sie aber auch auf jeden fall durch eine solarthermische anlage ergänzen. das ist keine riesen investition, teschnisch gesehen nicht sehr (wartungs) aufwändig und bringt,. mächtig ersparnis...

lg, Anna

Kommentar von Johann31 ,

Ein gesunden Mittelwert streben wir auch an. Ich wollte halt genau wissen wie ich das erreiche. Die Dämmung und das Wohnklima ist für uns dabei wichtig.

Antwort
von diroda, 402

Für so einen Wert brauchst du eine Wärmerückgewinnungsanlage. Also Technik die beim Lüften der Abluft die Wärme entzieht. Da sind Wärmetauscher und Lüfter der einfachste Weg. Lass dich vom Verband privater Bauherren beraten bzw. informiere dich bevor du beginnst.  Schon vor Vertragsabschluß. Eine unabhängige Baubegleitung kann dir teure Fehler vermeiden helfen. Auch wenn sie Geld kostet, spare nicht am falschen Ende. www.vpb.de

Kommentar von Simko ,

Der vpb ist ebenso wie der BSB hinsichtlich Bauwerk, Vertragsgestaltung etc. sicherlich gut aufgestellt.
Hinsichtlich der Anlagentechnik haben jedoch beide Vereine erhebliche Defizite.

Antwort
von huste, 360

Ein KfW55 Haus ist ohne Technik schlicht unmöglich zu bauen, da durch die Lüftung hohe Energieverluste entstehen, die nicht kompensierbar sind.

Grundsätzlich ist es so, dass die Dämmung der Wände schon nach ENEV einen hohen Standard hat. Weitere Verbesserungen sind meist unwirtschaftlich, da sie kaum in der Gesamtenergiebilanz bemerkbar sind.

Wesentliche Energieverluste entstehen durch die Fenster, Bauteilanschlüsse und die Lüftung. Dort sollte man besonders darauf achten!

Antwort
von Merlin220276, 351

Hallo,

von Dämmen mit Styropor halten viele Experten so gar nichts mehr. Gute Werte kann man mit Kalksandstein und mineralischer Dämmung erhalten - das geht jedoch ins Geld! Mehrkosten für unser Haus wären ca. 30.000 EUR gewesen (ebenfalls 150 qm²) Wir haben auch vertraglich für eine Gasbrennwerttherme mit Solaranlage unterschrieben, doch die Baufirma hatte überlesen, dass die Kommune, in der wir aktuell unser Haus bauen, KFW 55 fordert;)! Wir sollten daher auf Luft-Wärmepumpe umsteigen, Mehrkosten für uns ca. 2000 EUR... wollten wir nicht, jetzt sind wir bei 7000 EUR für eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, das hält laut Aussage unseres Bauunternehmens den KFW Wert ein.

Viel Glück beim Bauen und les Euch alles ganz genau durch! LG

Antwort
von dietar, 346

Leider hast du die besten Baustoffe für gutes Wohnklima ausgeschlossen. Für Massivbauten gibt es den Backstein T5, der bei deinen Vorgaben nicht zusätzlich gedämmt werden muss. Der Stein absorbiert Feuchtigkeit un d gibt sie nach außen ab. Du kannst dir dann die  in Anschaffung und Unterhalt sehr teuren Lüfter mit Wärmerückgewinnung sparen. Gutes Raumklima ist garantiert.

Kommentar von pharao1961 ,

Der T5 für KFW 55??? In welcher Stärke denn? 1,20 m dick? :-)))

Antwort
von HorstBayer, 339

Kommentar von Simko ,

K.F. ist ein Extremist, den man mit äußerster Vorsicht betrachten sollte.
Er hat zwar in einigen wenigen Detailpunkten durchaus Recht, die Schlußfolgerungen sind jedoch mehr als fragwürdig.

Kommentar von HorstBayer ,

Ich glaube die Extremisten stehn eher auf der anderen Seite.

Die ein Haus so einpacken, dass man es zwangsbelueften muss, und so tun als ob nie die Sonne scheint. 

Mit Klima oder Umweltschutz hat das nichts zu tun, wenn man das mit Chemie vollgepumpte Daemmzeug (damit es nicht zu leicht brennt), nach 20 bis 25 Jahren wieder entsorgen muss. Und...und...und...

Antwort
von dietar, 300

pharao sollte sich erst einmal schlau machen bevor er Unsinn erzählt.

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