Frage von DerGFNutzer2015, 172

Ist es möglich einen Karabiner 98 zur Jagd oder zum Sportschießen zu benutzen?

Muss man da die halbe Büchse umbauen, dass man den 98er zum Sportschiessen oder Jagen benutzen darf?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von FloTheBrain, 98

Für die Jagd auf bestimmte Tiere sind gesetzlich nur Langwaffen vorgeschrieben, die eine Mindestenergie für die Geschosse fordern.

Und das erfüllt so ein K98. Die 8x57 Patrone ist auch bei Jägern sehr beliebt und gilt als Universalkaliber. Auch in vielen Jagdgewehren findet dieses Kaliber Verwendung.

Es gibt auch K98er mit nachträglich montiertem Zielfernrohr, obwohl nicht mal das vorgeschrieben wäre.

Jedoch sollte ein Jäger das waidgerechte Jagen im Sinn haben und das unnötige Leiden des Wilds mit allen Mitteln verhindern. Und dann gibt es da noch den gesellschaftlichen Zwang innerhalb der Jägerschaft. Ist bekannt, dass ein Jäger Mist gebaut hat, oder mit "komischen" Waffen zur Jagd geht, kann er es irgendwann schwer haben an Gesellschaftsjagten teilzunehmen oder einen Begehungsschein für ein Revier zu kommen.

Ein K89 mit Zielfernrohr würde ich aber nicht als ungeeignet für die Jagd betrachten. Es kommt da wirklich auf die einzelne Waffe an und wie gut letztendlich die Optik da drauf ist.

Ich habe mal in einem Waffenladen zwei solch umgebaute K98er gesehen, die auch ein Jäger dort verkauft hatte.

Kommentar von FloTheBrain ,

Achso zum Sport:
Da gibt es extra Disziplinen für: Ordonanz.

Erfreut sich großer Beliebtheit. Nur wirst du mit deinem K98 da oft den Kürzeren ziehen. Die Schwedenmauser sind präziser und durch das etwas kleinere Kaliber auch ermüdungsfreier. Nach 30 oder 60 Schuss im Wettkampf merkt man da den Unterschied.

Beide Gewehre kamen aus der selben Fabrik, erst später wurden dann die für Schweden entwickelten Gewehre auch in Schweden gebaut. Der Schwedenmauser hat die 6,5x55 Patrone.

In Schweden wiederum sehr beliebt, mit diesem Kaliber werden dort auch heute noch die meisten Elche geschossen!

Kommentar von FloTheBrain ,

Und wie es der Zufall will, ist das Kaliber 6,5 die untere Grenze bei den zugelassenen "universal" Jagdkalibern.

Wobei auf Reh und Fuchs in Deutschland mit noch kleineren Kalibern geschossen werden darf.

Kommentar von DerGFNutzer2015 ,

Vielen Dank für die Antwort. Stimmt es, dass man alte wehrmachtskarabiner ohne umbau auch zur jagd oder sportschiessen registrieren lassen darf? 

Kommentar von FloTheBrain ,

Bei Fundwaffen?

Kann schwierig werden. Denn eine unregistrierte Waffe ist erst mal eine "illegale" Waffe. Theoretisch ist es aber möglich. Jedoch muss ein Fund der Polizei gemeldet werden. Dann muss der Finder, der einen Besitzanspruch anmeldet bereits über eine waffenrechtliche Erlaubnis für den Besitz solcher Waffen vorweisen können.

Hat man keine waffenrechtliche Erlaubnis, hat man auch keine Chance so eine Waffe legal zu erwerben. Außer im Erbfall, wenn die Waffe legal besessen wurde.

Ansonsten bekommst du in Deutschland auf legalem Wege nur eine Schusswaffe, die an dein Bedürfnis gebunden ist. Und da zählt ein K98 natürlich mit hinein. So gesehen kannst du keine Waffe für einen bestimmten Zweck registrieren lassen. Du kannst ein Bedürfnis vorweisen (Jagd, Sport, Sammeln) oder eben nicht. Dafür kannst du dann die entsprechenden Waffen erwerben. Bei Sportwaffen musst du dazu in einem Verband und damit auch in einem Verein sein (der dem Verband angehört), der eine Disziplin für diese Waffe anbietet. Bei einem K98 ist das im Prinzip jeder Sportschützenverband in Deutschland.

In Frankreich z.B. sind alle Militärkaliber für die Jagd verboten. Dort schießen die Jäger dann mit 7,5 mm usw. In Deutschland ist das aber nicht der Fall, hier sind die Militärkaliber mit die beliebtesten für die Jagd (.308, .30-06 Springfield, 8x57 ("Wehrmachtskaliber")) usw.

Es ist immer schade wenn eine alte Waffe vernichtet wird, was leider das Schicksal der meisten Fund- oder Erbwaffen ist. Der Gebrauchtmarkt ist relativ gut gesättigt. Und ein K98, der vielleicht Jahrzehnte auf einem Dachboden verbracht hat, dürfte kaum noch zu gebrauchen sein. Du begibst dich in ein Risiko wenn du so eine Waffe gefunden hast und dann "falsch" reagierst. Denn per Gesetzt "erwirbst" du eine Waffe auch über einen Fund. Daher solltest du sofort die Polizei rufen und den Fund melden. Trägst du die Waffe selbst zur Polizei, dann bekommst du mit 90 %iger Sicherheit eine Anzeige wegen unerlaubten Besitz und / oder unerlaubten Führen einer Schusswaffe.

Kommentar von FloTheBrain ,

Ein Umbau ist nicht notwendig. Gerade bei den Ordonanzschützen wird größter Wert auf die Originalität und Nummerngleichheit gelegt. Wenn alle Bauteile Nummerngleich sind, ist die Waffe noch im Originalzustand wie sie aus der Fabrik kam.

Und für die Jagd ist wie gesagt kein Umbau für ein Zielfernrohr nötig. Jedoch wird man da in der Praxis häufig Probleme mit seinem Umfeld bekommen. Außer bei der Nachsuche eines krankgeschossenen Stücks Wild, da sind Gewehre ohne Zielfernrohr verbreiteter.

Antwort
von PSVitafan, 116

Der (orginal) Karabiner 98 ist für das sportliche Schiessen als Ordonnanzwaffe zugelassen. Damit wird meist auf Distanzen zwischen 100 und 300m geschossen.

Der Vorteil ist hierbei dass man entweder die Standardvisierung (Kimme/Korn) nehmen kann, einen Diopter anbauen kann (sehr teuer) oder je nach Verband/Disziplin sogar ein ZF anbringen kann.

Als Jagdwaffe ist ein Orginal K98 nur bedingt tauglich, da man den Abzug evtl. den Schaft umbauen müsste. 
(Ein neuer Schaft und eine neue ZF-Montage sprengen ganz schnell das Budget wenn man auf Handarbeit setzt.)

Es gibt aber sehr viele Firmen die das Verschlusssystem des K98 in ihre Jagdwaffen integriert haben und dadurch ist ein Umbau fast unnötig, bei neuen Büchsen muss nur noch ZF drauf und gut ist.

Bsp. für neue K98 Systeme sind das Mauser M03

Kommentar von DerGFNutzer2015 ,

Danke für die Antwort, ist es möglich einen alten 98er der wehrmacht zur jagd oder sportschießen registrieren zu lassen? Mir geht es dabei nur ums Prinzip, weil eig. sollte man sowas eher nur angucken und staunen als viel schießen ;-)

Kommentar von PSVitafan ,

Ja!
Wenn die Waffe ein gültiges Beschusszeichen hat, sollte man keine Probleme haben, so eine Waffe zu kaufen und auf eine WBK eintragen zu lassen.

Und wie schon oben geschrieben: Beim Sportschiessen gibt es Ordonnanzwaffendisziplinen, bei denen sind nur Orginalwaffen in dem Zustand erlaubt, wie sie auch von einer Armee geführt wurden. Also genau das was du wissen wolltest.

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