Ignorieren der Krankenversicherungspflicht als "Privatier" und die Konsequenzen?

... komplette Frage anzeigen

8 Antworten

Wird auch verlangt, dass ich als Arbeitsloser der kein ALG bezieht "irgendwie" einzahle?

Eine Krankenversicherung musst du trotzdem haben. Entweder gesetzlich freiwillig für mind. 171,- € im Monat oder eben privat. Freiwillige Mitgliedschaft in der GKV ist eine automatisch eintretende Rechtsfolge, wenn keine PKV nachgewiesen wird oder vorrangiger Versicherungsschutz in der GKV besteht (Pflichtversicherung oder Familienversicherung). Folgt aus § 188 Abs. 4 SGB V und 193 VVG.

Was passiert genau wenn ich das einfach nicht mache?

In der GKV werden die Beiträge und Säumniszuschläge (1% p.M.) sowie Zinsen und Verfahrensgebühren per Beitragsbescheid festgesetzt. Einen Monat nach Zugang ist der Bescheid - wenn keine Rechtmittel eingelegt werden - bestandskräfig.

Bestandskräftige Bescheide sind 30 Jahre lang vollstreckbar. Also wird zwangsvollstreckt. Sach- und Besitzpfändung, Einkommens- oder Vermögenspfändung.

Jeden Monat, den du nicht bezahlst, wächst der Schuldenberg.

Und wichtiger, habe ich trotzdem Leistungsanspruch wenn ich mir das Bein breche?

Du kriegst einen Brief, dass du außer für akute Notfälle und Schmerzbehandlung keinen Leistungsanspruch mehr hast.

Ein Privatier ist ein Mensch der seinen Lebensunterhalt komplett aus seinem Vermögen und/oder den daraus erzielten (steuerpflichtigen) Erträgen decken kann. Dazu gehören auch die Beiträge zum KV-Schutz.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Du kannst die KV-Pflicht nicht ignorieren. Nachdem Dein Studium beendet ist, wird Deine Uni Deine Exmatrikulation  an Deine Krankenkasse (KK) melden, welche daraufhin bei Dir nachfragt, wie es mit Deiner Weiterversicherung aussieht. Wenn Du keine Folgeversicherung nachweisen kannst und diese Anfragen ignorierst, wirst Du von der KK von amtswegen (zwangs-)versichert. Der Beitrag wird einkommensabhängig festgesetzt. Weist Du Dein Einkommen nicht nach, muss die KK davon ausgehen, dass Du über BBG liegst und setzt den Höchstbeitrag von ca 700 Euro fest. Zahlst Du den nicht, kommt eine Mahnung. Zahlst Du wieder nicht, wird das Hauptzollamt zur Vollstreckung eingeschaltet und Du erhältst gleichzeitig von der KK einen Bescheid, dass Deine Leistungen der KK ruhen. Dieses Leistungsruhen überträgt sich auch auf jede weitere Folgekasse und endet erst, wenn die angestandene Beitragsschuld komplett bezahlt ist. Die Beitragsschuld bleibt übrigens 30 Jahre bestehen und wird Dich überall hin verfolgen: Lohnpfändung bei zukünftigen Arbeitgebern (kein schöner Eindruck), Verrechnung mit eventuell zukünftigen Arbeitslosengeld, Verrechnungsvormerkung für spätere Renten. Es ist also keine gute Idee, die KV-Pflicht ignorieren zu wollen. 

Deine Frage, ob Du trotzdem Leistungsanspruch hast ist in etwa genau so naiv wie die Frage, ob Du im Supermarkt Lebensmittel einkaufen kannst ohne dafür zu bezahlen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Sie sollten mit der Krankenkasse sprechen,ob es eine Übergangsregelung gibt bis Sie eine feste Stelle haben. Nicht versichert zu sein wäre eine Katastrophe. Stellen Sie sich vor, Sie hätten einen Autounfall und die Kosten gingen in den Bereich von Tausenden von Euros ,in den zweistelligen Bereich von 20000 bis 30000 Euro. Ich hatte eine OP,die kostete 25000 E.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von nwfg123
11.01.2016, 02:34

Danke für den Tipp. Außerdem danke für Ihre Anteilnahme!

0

Zahlst halt alles aus eigener Tasche - ist um einiges teurer als versichert zu sein.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von nwfg123
11.01.2016, 02:26

Danke für die Antwort! Soweit ich informiert bin geht genau das aber seit 2007 nicht mehr. Oder habe ich da etwas falsch interpretiert?

0

Hallo,

du studierst? Ist dir bekannt, wer deine Kosten für dein Studium trägt?

Genauso erwarte ich als GKV Versicherter, das du dich so lange an der Pflichtversicherung beteiligst, bis du die Ausstiegsmöglichkeiten erfüllst.

Ich möchte nicht noch die Notsituationen für Dich  mitfinanzieren, sondern erwarte nach deinem Studium eine Wertschöpfung für die Allgemeinheit, da wir über unsere Steuer dein Studium finanziert haben. Ansonsten pflichte ich den Ausführungen von Kunterbunt bei.

Bestet Grüße und Erfolge

Dickie59

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von nwfg123
27.01.2016, 16:33

Es ging mir ausschließlich um die juristischen Konsequenzen. Ich hätte meine Frage dahingehend besser formulieren sollen. Mich interessierte mit der ausgedachten "Notsituation" weniger mein persönlicher Profit als zu wissen wieviel Humanität man von KKs erwarten darf im Falle des Falles. Und siehe da: Akute Notfälle und Schmerzbehandlung. Dafür Besitzpfändung. Also Schulnote 4 minus in etwa. Das lief früher besser!

Klar, über moralische Verpflichtung lässt sich streiten. Machs auch wieder gut mit dem Studium, versprochen. Geht aber besser als in die KV einzuzahlen und das ist leicht zu beweisen.

0

Wenn man Privatier sein möchte, dann muss man trotzdem seine Beiträge zur KV bezahlen. Ansonsten wird dir die Krankenkasse die Schulden einfach mit einer Pfändung präsentieren.

Und wie dreist ist denn die Frage, ob man Leistungen bekommt, während man aber keinen Beitrag bezahlen möchte. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

wenn du dich nich meldest und dann irgendwann wieder meldest muss du alles nachzahlen, aber direkt wird dir nichts passieren.

So wenn du dich arbeitslos meldest zahlt das Amt alles

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von nwfg123
11.01.2016, 02:32

Was ist mit dem Leistungsanspruch solange ich noch nicht nachgezahlt habe? 

0

Wenn du dich gar nicht versicherst musst du alle Arztkosten selbst tragen. Sofern du dich irgendwann wieder versichern lässt sind alle Beiträge ab Ende der letzten Versicherungszeit nachzuzahlen. Also am Besten sofort freiwillig versichern lassen. Im Regelfall schreibt die KK dich aber bei Ende deiner Versicherung als Student an, da in Deutschland immer Versicherungspflicht besteht, und erkundigt sich nach der Weiterversicherung.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung