Frage von combi3856, 168

Heilerziehungspfleger oder doch lieber Altenpfleger?

Bei diesen zwei berufen habe ich große Probleme mich zu entscheiden, als hep denke ich muss ich nicht soviel pflegen wie in der Altenpflege, ich denke mir was dort eher die Betreuung eine Rolle spielt. Als Altenpfleger besteht der Arbeitstag so ziemlich nur aus Pflege oder zur Hälfte. Doch Kollegen von mir meinte das hep als Beruf bald "ausstirbt" und dann Altenpfleger besser wäre.... Was meint ihr ? Stirbt der Beruf wirklich aus? Ist hep wirklich mehr Betreuung als Pflege? Oder kann man bei den zwei berufen die Pflege gleich stellen?
Danke schon mal :)

Antwort
von luliabulia90, 97

Heilerziehungspfleger sterben mit ziemlicher Sicherheit nicht aus. Mittlerweile werden sie in viel mehr Berufsfeldern eingesetzt, als noch vor ein paar Jahren. Wer erzählt dir denn sowas? Außerdem werden Heilerziehungspfleger immer beliebter. Damit meine ich, dass viele Einrichtungen mittlerweile erkannt haben, dass die Ausbildung des Heilerziehungspflegers seht vielschichtig ist. Man lernt zum einen sehr viel im Bereich der Pflege und gleichzeitig aber auch in der Pädagogik. Diese Zweigleisigkeit hat kaum ein anderer Beruf. Ich schließe dieses Jahr die Ausbildung ab und kann dir nur dazu raten. Kann dir aber auch sagen, dass es pflegerisch genauso stressig werden kann, wie in der Altenpflege. Meiner persönlichen Erfahrung nach ist der größte Unterschied, dass du wirklich viel mehr Zeit mit den einzelnen Menschen verbringen kannst. Ich muss natürlich auch oft hetzen und mich beeilen, hab aber doch immer wieder Freiräume, in denen ich für einzelne Bewohner Zeit habe. Ich denke, dass in einem Pflegeheim diese Zeit meistens nicht vorhanden ist. Der Grund dafür ist die bessere personelle Besetzung. Sie könnte auch bei uns besser sein, beschweren dürfen wir uns aber glaub ich nicht. Ich schließe dieses Jahr meine Ausbildung ab und kann mir meinen Arbeitsplatz auf jeden Fall aussuchen (Fachkräftemangel ;))

Ich würde es auf jeden Fall nicht davon abhängig machen, ob und wieviel ich pflegen muss.
Es gibt in Wohnheimen für Menschen mit geistiger Behinderung genauso Gruppen, in denen der Großteil der täglichen Arbeit aus solchen Aufgaben besteht. Ich habe zwei Jahre auf einer solchen Gruppe gearbeitet. Momentan hingegen arbeite ich mit sehr jungen und kaum beeinträchtigten Menschen, hier geht es um pädagogische Problemstellungen und darum, diese Menschen dabei zu unterstützen selbstständiger zu werden. Ich habe in beiden Bereiche sehr gerne gearbeitet und kann sagen, dass dies mein "Traumberuf" ist ;) Ich könnte mir nicht vorstellen in einem Altenheim zu arbeiten. Würde mit dieser Art der Abfertigung nicht klar kommen. Damit möchte ich nicht die Altenpfleger angreifen. Sie können für diesen Zustand nichts und wären sicher die ersten, die sich hier eine Veränderung wünschen würden.

Letztendlich musst du selber wissen, was dir besser gefällt ;) Ich hoffe, ich konnte dir etwas weiterhelfen ;)
Bei Fragen kannst du mir gerne schreiben :)
VG

Antwort
von jenfucknunicorn, 61

Deine Frage ist zwar schon einen Monat online aber ich würde dir dennoch gerne darauf antworten.

Ich mache zur Zeit die Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin und kann dir 100%-ig versichern, dass der Beruf nicht ausstirbt. Das wird keiner der Pflegeberufe jemals tun. Es wird immer alte Menschen geben. Es wird immer kranke Menschen geben. Und so wird es auch immer Menschen mit Behinderung und Beeinträchtigung geben. 

Und leider muss ich dir in deiner Vermutung, dass HEP hauptsächlich die Betreuung von Menschen mit Behinderung ist etwas wiedersprechen. 

Wie in jedem Pflegeberuf kommt es immer auf das Klientel an. Im Altenpflegebereich wird es Menschen geben die eine Umfassende Hilfe bei der Pflege in jeglichem Bereich benötigen. Aber es wird auch Menschen geben, die wenig bis kaum/gar keine Unterstützung in der Pflege benötigen und bei denen es nur um den Erhalt der Fähigkeiten geht. 

Genau so ist es im Berufsfeld des HEP auch. Neben den verschiedenen Einrichtungen wie Werkstätten für Menschen mit Behinderung, Wohnheimen, psychiatrischen Einrichtungen und Tageskliniken/-stätten, Heilpädagogischen Kindergarten, Hospizen, Krankenhäusern und natürlich auch Seniorenheimen (gibt noch wesentlich viel mehr Einrichtungen von ein HEP arbeiten kann) gibt es dort natürlich auch unterschiedliches Klientel. 

Bei Kindern mit Beeinträchtigung geht häufig um das Erlernen von Fähig- und Fertigkeiten. Bei Erwachsenen Menschen mit Beeinträchtigung geht es häufig um Förderung und Erhalt von Fähig-  und Fertigkeiten. Und in jedem Klientel-Feld ist zwischen fitten Kindern und Menschen und nicht so fitten Kindern und Menschen zu unterscheiden. Es gibt Menschen die Arbeiten z.B. in einer Werkstatt. Diese sind dann meist in der Pflege sehr selbstständig und es geht um Förderung und auch die Leistung bei der Arbeit. Des weitern gibt es Menschen die in einer Fördergruppe sind. Dort geht es um den Erhalt. Sie haben einen höheren Pflegebedarf. 

Ich hoffe es hat sich etwas herauskristallisiert, was ich meine. 

Nach meiner persönlichen Meinung, gibt es die Menschen die nur Betreut werden. Jeder dieser Menschen hat ein Anrecht aus Förderung. 

Was du im letzten Schritt als angenehmer für dich im Berufsalltag wählst, solltest du ganz nach deinen Vorlieben und Fähigkeiten wählen. Ich kann zwar nur für den Bereich des HEP sprechen aber ich denke, dass man in beiden Berufen sehr viel Spaß mit seinem Klientel haben kann. 

Antwort
von Stefalie, 73

Hast Du schon mal in die Berufe "reingeschnuppert"?
Wenn nicht würde ich Dir empfehlen das zu tun. Einfach mal wo anfragen ob Du einen Tag zum "Schnuppern" kommen kannst.

Bei mir in der Arbeit gibt es beide Bereiche. Einen Betreuungsbereich in dem die körperlich fitteren Leute leben, die hauptsächlich von Heilerziehungspflegern betreut werden und einen Pflegebereich in dem hauptsächlich Altenpfleger arbeiten.
Es kommt schon dann und wann vor dass z.B. jemand der HEP lernt in der Pflege hospitiert und merkt dass ihm die Pflege mehr liegt - und andersrum genauso.
Die Bereiche sind auch sehr unterschiedlich. In der Heilerziehungspflege muss man viel reden, schauen dass Regeln eingehalten werden, gut und deeskalierend kommunizieren können. In der Altenpflege natürlich auch, aber die Grund- und Behandlungspflege nehmen dort einen höheren Stellenwert ein. Es ist schwierig zu erklären und vermutlich auch von Arbeitsstelle zu Arbeitsstelle anders. Bei mir auf der Arbeit sind vor allem psychisch kranke Menschen, das ist sicherlich ganz anders als bei mehrfach körperlich Behinderten.

Ich würde Dir (wie oben gesagt) empfehlen überall mal reinzuschauen, es ist schließlich eine Entscheidung die Dein weiteres Leben schwer beeinflusst und da sollte man schon die richtige Wahl treffen.
Nur noch so am Rande erwähnt, HEPs verdienen mehr als Altenpfleger.

Ich selbst bin übrigens Altenpflegerin, arbeite auch in der Pflege und möchte nicht mit den HEPs tauschen. Allerdings habe ich relativ humane Arbeitsbedingungen (bei 12 Bewohnern zu zweit oder dritt, das ist in den meisten Pflegeheimen utopisch, soweit ich weiß ist dort eine Pflegekraft für 10 normal).

Expertenantwort
von FORTBILDUNG24, Business Partner, 97

Hallo combi3856,

wir denken, dass auch in der Pflege die Spezialisierung immer weiter voran schreitet. Somit wäre die Ausbildung zum Altenpfleger / zur Altenpflegerin sicher ein guter Grundstein.

Danach geht es weiter mit Spezialisierung auf Demenz, Praxisanleiter, Pflegedienstleiter etc.

Alles rund um die Weiterbildung in der Pflege findest Du hier:

https://www.fortbildung24.com/pflegeseminare-weiterbildung-krankenpflege-altenpf...

Übrigens: Wir denken nicht, dass Pflegeberufe aussterben. Ganz im Gegenteil - wir werden immer älter (Dank der medizinischen Entwicklung) und benötigen künftig immer mehr Menschen die sich für diese Aufgaben / Berufe entscheiden.

Viel Erfolg und Gruß

Serviceteam FORTBILDUNG24

Antwort
von Zischelmann, 37

Als Heilerziehungspfleger kann man sich mehr um die Menschen kümmern und hat nicht diese Hektik wie sie leider in den Altenheimen herrscht

Heilerziehungspfleger haben auch mit jüngerem Klientel zu tun-ich habe die Erfahrung gemacht das man da-im Gegensatz zum Altenheim auch mehr Lebensfreude statt Verbitterung erlebt.

Auch kann man als Heilerziehungspfleger in vielen Bereichen die Wahl haben zu arbeiten: Tagesförderstätten oder Unterstütztes Wohnen oder auch Werkstatt für Menschen mit Behinderung oder die Entlastungsgruppen

Antwort
von Zischelmann, 50

Mir gefällt die Arbeit des Heilerziehungspflegers besser

Ich habe diese Ausbildung gemacht

Denn man kann sich in diesem Beruf besser um die Menschen kümmern als im Altenpflegebereich wo zu viel Zeitdruck herrscht

Das Klientel(Menschen mit geistiger Behinderung) sitzt auch nicht nur herum wie dies leider oft im Altenheim der Fall ist, sondern es wird mit den Leute viel unternommen, Ausflüge und ich empfinde den Berufsalltag als HEP viel lebendiger

Antwort
von bloxman, 40

Hallo. Dein Tätigkeitsfeld ist bei der Altenpflege größer. Mehr Aufgaben musst du bewältigen, jedoch ist die "Pflege" im allgemeinen zu sehr rationalisiert, so dass die Pflegezeit darunter leidet.

Deshalb macht das wahrscheinlich keinen Unterschied für welchen Beruf du dich entscheidest.

Kürzungen und Standardisierungen wurden so sehr automatisiert,  dass der Mensch nicht mehr im Vordergrund steht.

Ich will dir nichts abschwatzen, aber das ist die Realität. So würde ich dir folgende Berufe vorschlagen:

https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index?path=null

Viel Glück.

Kommentar von bloxman ,
Kommentar von bloxman ,

Es gibt noch weitere Möglichkeiten dir mir da noch einfallen. Um sich nicht an den Krankenkassen zu binden, könntest du dich selbstständig machen. D.h. mit Privatkassen arbeiten. Jedoch ist das wie mit jeder Selbstständigkeit - Nachfrage und Angebot müssen stimmen.

Antwort
von robi187, 52

das hep aussterben soll glaube ich nie denn behinderte wird es immer geben?

ein hp kann auch im altenarbeit machem wenn auch die berufsverbände sich abgenzen wollen? das ist wie konditor und bäcker .

ich würde hp immer vorziehen!

http://www.tennental.de/dorfgemeinschaft/ausbildung-mitarbeit/das-seminar.html

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