Mein Sohn muss nun in der Schule "die Glocke" auswendig lernen. Ich kann mich selbst noch gut an meine Zeit der Büffelei erinnern. Er tut sich sehr schwer mit lernen vor allem aber auswendig lernen. Hat jemand Tipps - wie es leichter geht?

Fang' hinten an.
Ohne Quatsch -- wann immer ich was auswendig lernen will, z.B. Fugen oder Präludien von Bach, längere Gedichte oder Theatertexte, beginne ich hinten mit dem Lernen und Auswendiglernen.
Dann arbeite ich mich Stück für Stück weiter nach vorn und wiederhole alles bis zum Ende, was ich schon gelernt habe.
Dadurch kann ich effektiv dem Problem entgegenwirken, das die meisten von uns gut kennen:
Der Anfang sitzt hundertprozentig, aber dann verließen sie ihn ...
Bei meiner Methode kommt man in Richtung Ende immer mehr in "bekanntes Terrain", was den Lerneffekt stark erhöht.
Mein Sohn fand es immer klasse, wenn er die Gedichte beim Lernen "rappen" durfte und es blieb alles viel besser hängen. Einige lernen sie auch besser, wenn sie die Gedichte nach einer bekannten Melodie singen.

Ich habe mit meinem Sohn den Ablauf der Herstellung durchgesprochen und das Gedicht öfter mit ihm zusammen gelesen. So blieb immer mehr "hängen"
Ausserdem hat er sich über die "Kurzform" des doch sehr langen Gedichts kaputtgelacht und die vielen Strophen verloren ihren Schrecken für ihn!
Kennst Du die Kurzform?
Hier ist sie:
Loch in Erde - Bronze rin (hinein)
Glocke fertig - Bim bim bim! ;))
Gedichte, Texte, Vokabeln LAUT (!!!!!!!) lernen! Lesen UND Sprechen; Vokabeln dann "abhören" lassen. Bei einem Gedicht jeweils zwei Zeilen oder drei sich vornehmen und wiederholen. Das ist das klassische "Pauken", aber es geht nicht anders. Eine weitere Möglichkeit bestünde darin, das Gedicht auf Tonträger zu sprechen und abzuhören und mitzusprechen. Warum nicht auch als Lernerfolg dann das Gedicht aus dem Gedächtnis aufschreiben? So werden verschiedene "Eingangskanäle" beim Lernen genutzt! Inwieweit es notwendig ist, das "Lied von der Glocke" auswendig zu lernen, ist allerdings leise anzufragen. Generationen vor uns mussten sich damit zu Genüge plagen... Damit will ich nichts gegen den Text gesagt haben!
Eine ziemlich einfache Methode: Gedicht vielleicht vorher kopieren und vergrößern, einmal laut alles vorlesen. Dann ein Wort (so oft wie es vorkommt) mit Tippex rauslöschen. Gedicht wieder laut vorlesen. So oft wiederholen bis das Gedicht nicht mehr da ist. Der Witz, die Kinder schauen auf die leeren Stellen genauso, als ob die Worte noch da stehen würden. Habe mit meinen Schülern (in Englisch) mal auf diese Weise ein Gedicht zu lernen ausprobiert, sie konnten es 4 Wochen später immer nocht. Ist aber keine Garantie.
Ich lerne Gedichte etc am besten wenn ich sie auf- bzw. abschreibe, und zwar mehrmals. Nennt man glaube ich visuelles Lernen.
@Ulf: Hinten anfangen finde ich auch eine gute Idee, sehr einleuchtend die Begründung! :-)