Frage von OnkelKnoppers, 522

Forderung von RA Rainer Haas & Kollegen muss ich zahlen?

Hi,

ich habe heute ein Brief vom RA Haas & Kollegen bekommen mit einer Zahlungsforderung (Forderung der Fa. Lidl E-Commerce International GmbH &cO.KG) in höhe von 419,50EUR. Ich habe noch nie bei Lidl etwas Bestellt. Weiterhin steht in dem Brief (mit mein eigenen Kommentar): trotz mehrfacher Zahlungsaufforderungen in der Vergangenheit (ich habe noch nie von denen ein Brief bekommen) haben Sie die Forderung unserer Mandantin (welche Mandantin?) nicht ausgeglichen. Nachdem die Bearbeitung des Vorganges zunächst geruht hatte, um Ihnen die erforderliche Zeit zur wirtschaftlichen Erholung einzuräumen (ich habe immer noch keine Briefe von denen bekommen), fordern wir Sie auf, die Forderung nunmehr zu bezahlen. Ich soll den Betrag am 11.03.2016 bezahlt haben oder bis dahin eine angemessene Ratenzahlung in Höhe von mindestens 105EUR vereinbaren. Hintendrauf von dem Zettel stehen noch die angaben der Überweisung und ein Forderungsdarlegung (Entstandene Kosten). Der erste Eintrag ist am 15.11.2013 Mahnauslagen und der letzte Eintrag am 05.03.2014 Verfahrensgebühr ZV Dann war den dem Brief noch ein zweiter Zettel, der nennt sich „Antwortformular“, da soll ich meine Adresse auf Richtigkeit überprüfen, ankreuzen ob ich die Summe in Ratenzahlung zahlen möchte oder per Lastschrift wo ich meine ganzen Kontodaten angeben soll und in dem unteren teil des Blattes soll ich meine wirtschaftliche und finanzielle Situation angeben mit Kopie von Lohnabtretungen oder Arbeitslosenbescheid.

Ich weis leider nicht was ich jetzt tun muss, ich hoffe Ihr könnt mir helfen. Danke schonmal im Voraus

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Dannius, 363

Du solltest die Forderung dem Grund nach bestreiten und angeben, Du habest niemals bei der Fa. Lidl E-Commerce International GmbH & Co. KG etwas bestellt und habest niemals sonstige Rechtsgeschäfte mit dem Unternehmen abgeschlossen, die eine Zahlungspflicht begründen würden. Zudem sei dieses das erste Schreiben in dieser Sache, das Dich erreicht.

Viel mehr brauchst Du nicht auszuführen. Bestrittene Forderungen dürfen nicht bei der Schufa etc. eingemeldet werden. Sicherheitshalber kannst Du auch eine Schufa-Eigenauskunft anfordern, das ist einmal im Jahr kostenlos und geht auch online.

Telefonieren ist tabu. Gebe auf dem Briefkopf keine Telefonnummer an; wenn jemand in der Sache anruft, sage kurz, bitte nur schriftlich, und lege auf.

Wie solltest Du das Schreiben versenden?

Bei einer Anwaltskanzlei als Adressaten ist die Gefahr recht gering, dass sie den Zugang bestreiten oder ähnliche Tricks versuchen. Das hat es allerdings auch schon gegeben.

Wenn Du den Brief per Einschreiben versendest, hast Du einen Nachweis, dass irgendein Umschlag dort eingegangen ist, mehr nicht.

Du kannst entweder ein "klassisches" Faxgerät benutzen, das einen Übermittlungsbericht ausdruckt, der dann auch die erste Seite des Briefes wiedergibt. Das genügt vor Gericht meistens als Zugangsnachweis und ist der Grund, weshalb Juristen als so ziemlich einziger Berufszweig noch ziemlich viel herumfaxen.

Wenn Du einen Brief sicher versenden willst, lässt Du einen Zeugen, der nicht nach einem Monat immer alles vergisst, und der nicht gerade mit Dir verwandt ist, den Brief durchlesen, und gemeinsam mit ihm gibst Du ihn bei der Post auf.

Es gibt auch einige Services, die es anbieten, dass der Brief für Dich gedruckt und per Einschreiben versandt wird und Du eine PDF mit qualifizierter elektronischer Signatur mit dem Briefinhalt erhältst, so dass Du auch nachweisen kannst, *was* in dem Brief stand. Dies ist nicht viel teurer und wegen der besseren Nachweismöglichkeiten bei unsauberen Kandidaten hilfreich.

Der Vollständigkeit halber: Die allersicherste Methode ist es natürlich, einen Gerichtsvollzieher mit der Zustellung des Schreibens zu beauftragen (kostet zwischen 10 und 12 Euro und läuft über die Verteilerstelle für Gerichtsvollzieheraufträge des für den Empfänger zuständigen Amtsgerichts). Dann erhältst Du eine öffentliche Urkunde, die den Inhalt des zugestellten Schreibens wiedergibt. Außerdem kann man die Annahme nicht wirksam verweigern, das Schreiben gilt dann dennoch als zugestellt und der Inhalt als dem Empfänger bekannt. Das ist bei Rechtsanwälten nicht nötig, allerdings bei "Gangstern" und ihren Firmen durchaus manchmal.

Kommentar von kevin1905 ,

Dein hervorragender Beitrag bringt mich um den Spaß ebengleiches zu verfassen! =)

Kommentar von OnkelKnoppers ,

Das einzigste was ich mir in Lidl besorg sind Lebensmittel und die bezahle ich fast immer Bar in ganz seltenen fall mal mit Karte aber da wird der betrag auch nach einem Tag abgebucht. Aber davon kann es nicht kommen? 

Kommentar von mepeisen ,

Theoretisch kann es auch eine fehlgeschlagene EC-Lastschrift gewesen sein.

Aber das müssten dann ja mindestens rund 300€ gewesen sein.

Ich würde ähnlich vorgehen-. Textvorschlag: "Werte Inkasso-Anwälte. Ich weise die Forderung vollumfänglich zurück. Ich fordere Sie auf, sofort sämtliche Informationen gemäß §43d BRAO zu übermitteln. Insbesondere Details zum angeblichen Vertragsschluss, als was wann wo eingekauft worden sein soll. Mir ist kein solcher Einkauf bekannt. Da ich auch bisher nie irgendeinen Brief erhalten habe, weder von Ihnen noch von einem Inkasso, gehe ich von einer absichtlichen Personenverwechslung aus. Daher werden Sie aufgefordert, eine umfassende Datenauskunft gemäß BDSG zu übermitteln. Sollte herauskommen, dass Sie mir fälschlicherweise die Schuld eines Dritten anlasten wollen, werde ich ohne zu zögern Strafanzeige wegen versuchten Betrugs und Nötigung erstatten. Die Ausrede 'es war nur ein versehen' lasse ich nicht gelten. Guten Tag."

Kommentar von Dannius ,

Die Drohung in den letzten beiden Sätzen halte ich bei einem ersten Anschreiben nicht für notwendig.

Kommentar von mepeisen ,

Dummerweise ist sie notwendig. Denn auch diese Kollegen dort fallen immer wieder mit solchen "versehentlichen" Personenverwechslungen auf. Das hat System, denn man sucht sich einfach bei Schuldnern, die man nicht mehr findet, irgendwelche anderen ähnlichen Namens raus. Man versucht es dann so lange mit Einschüchterungen, bis irgendein Dummer zahlt. Wenn man da keine klaren Worte findet, probieren sie es immer weiter und geben auch nicht so schnell auf. Dann denken sie nämlich, dass sie den richtigen oder nur einen gutgläubigen Trottel gefunden haben.

Leider ist das so im Masseninkasso. Dort gibt es quasi Datentöpfe und man sollte bei unberechtigten Forderungen möglichst zügig in den Datentopf "Gefährlich, weiß sich zu wehren, Finger weg lassen" landen. Dann ist auch schnell Ruhe und sie konzentrieren sich lieber auf die verunsicherten, die sich nicht zu helfen wissen.

Antwort
von user8787, 292

Wenn du dir absolut sicher bist das NICHTS in der Richting gegen dich vorliegt würde ich den Brief igno.

Es sind viel kriminelle Baden unterwegs und die kopieren auch Adressen und Briefköpfe. Egal ob Rechnungen oder Anwaltschreiben. 

Die Polizei hat Personal was sich um sowas kümmert. Sich da Rat zu holen ist kostenlos und handelt es sich hierbei um eine Straftat dann hilfst du auch anderen Opfern.  

Kommentar von user8787 ,

Baden= Banden, sry das doofe ipad schluckt Buchstaben. *knurr

Kommentar von OnkelKnoppers ,

Ist mir beim durchlesen garnicht aufgefallen ^^

Kommentar von user8787 ,

Mist...*g , ein klass. Eigentor. ;o)

Kommentar von Dannius ,

Wenn tatsächlich der Anwaltsbriefkopf "geklaut" wird und Angstzahlungen über irgendeinen "Finanzagenten" (naiver Trottel, der sein Bankkonto dafür zur Verfügung stellt und das Geld per Zahlungsdienst dann nach Takatukaland versendet) an die Mafia gehen, wird die Anwaltskanzlei eine Fülle bestreitender Briefe erhalten. Sie werden dann gegenüber den Angeschriebenen sicherlich klarstellen, dass keine Forderung besteht, und um die Übersendung einer Kopie des Briefes bitten, um Strafanzeige zu erstatten. Die Zeche zahlt dann übrigens der "Finanzagent".

Antwort
von TimmyEF, 264

Ach ja Haas & Kollegen...die sind als Mahnanwälte bekannt.
Wenn Du Dir sicher bist nicht bei Lidl online bestellt zu haben fordere doch die Anwälte auf Dir die Forderungen aufzulisten. Wenn Die das nicht tun und Du nicht zahlst wird ein Mahnbescheid erlassen. gegen den kannst Du dann Widerspruch beim Mahngericht einlegen. Aber Vorsicht! Wenn die Forderungen berechtigt sind kann das alles noch etwas teurer werden.

Kommentar von OnkelKnoppers ,

Ich bin mir 101% sicher das ich bei Lidl noch nie was bestellt habe 

Kommentar von TimmyEF ,

Die Anwälte sind in der Nachweispflicht. Fordere die per Einschreiben auf dir mitzuteilen um was für Dienstleistungen es sich handelt. Keine Lohn- oder Gehaltsabtretungen mitschicken. Auch nichts vom Arbeitsamt.

Kommentar von OnkelKnoppers ,

Okey danke 

Antwort
von Geheim0815, 260

Antworten, Forderung zurückweisen, auf mögliche Personenverwechslung hinweisen... fall für erledigt betrachten. Sofern was vom Gericht kommt widersprechen.

Antwort
von Blacklight030, 250

Du schreibst denen genau das, was Du hier uns geschrieben hast und wartest ab, wie Sie reagieren. Dann meldest Du Dich wieder. Möglicher Weise hast Du einen Doppelgänger bezüglich des Namens, es ist ein Fehler unterlaufen, das kann passieren. Kläre die Herrschaften darüber auf

Kommentar von OnkelKnoppers ,

Also soll ich den Direkt eine E-Mail schicken?

Kommentar von Blacklight030 ,

Ja, das wäre ein gute Anfang

Kommentar von DrStrosmajer ,

Nein. Sämtlichen Schriftverkehr per Einschreiben führen.

Kommentar von Blacklight030 ,

Warum steht da wohl das Wort "Anfang"? Ein Einschreiben ist erst erforderlich, wenn die ihren Fehler nicht einsehen, doch eigentlich sollten sie das tun

Kommentar von Geheim0815 ,

Eben. Zunächst sollte man (sofern etwas anderes nicht offensichtlich ist) davon ausgehen das einfach ein Fehler passiert ist. Dennoch sollte man eine bestätigung anfordern das der Fehler erkannt & beseitgt worden ist.

Kommentar von PatrickLassan ,

Es wäre besser, er würde sich direkt an Lidl wenden, um dort zu klären, woher diese Forderung stammt.

Kommentar von Blacklight030 ,

Nein, nicht mehr zu dem Zeitpunkt, denn da fehlt die Kommunikation, höchstens gleichzeitig dazu 

Antwort
von beangato, 263

Leg den Müll beiseite - da kommt mit Sicherheit nichts nach, wenn Du nicht reagierst.

Kommentar von Blacklight030 ,

Das halte ich nicht für gut, denn es sind keine Betrüger in diesem Fall, man sollte besser zur Aufklärung beitragen

Kommentar von beangato ,

Nein, sollte man nicht - wenn man GANZ GENAU weiß, dass man nichts gemacht hat.

Ich hab vor ca. 6 Jahren mal was Ähnliches bekommen - auch mit Drohung usw.-, hab nicht darauf reagiert. Bis heute kam nichts.

Schau mal da:

https://inkassobetrueger.wordpress.com/2013/08/15/gewerbsmasiger-inkasso-betrug-...

Kommentar von OnkelKnoppers ,

beangato: du hast von denen auch mal was bekommen und um was ging es da wenn ich fragen darf?

Auf der Seite war ich vorhin auch mal aber ob das alles der Wahrheit entspricht 

Kommentar von beangato ,

Das war wer anders: RA Olaf Tank. Mein Kind hätte angeblich was bei opendownload. de gemacht (was nicht stimmt). Das war genau am 10.03.2009; zu zahlen wären gewesen 138 Euro bis zum 20.03.2009.

Gerichtliche Schritte wurden auch angedroht.

Zitat:

"Sollten Sie die Ihnen gesetzte Frist fruchtlos verstreichen lassen, werde ich meiner Mandantschaft die Einleitung gerichtlicher Schritte empfehlen."

Ich habs einfach ausgesessen - bis heute kam nichts.

Man muss nur reagieren, wenn ein gerichtlicher Mahnbescheid kommt.

Kommentar von OnkelKnoppers ,

Und soll ich in meiner Situation jetzt schon ein Brief an die verfassen mit einem Widerspruch der Forderung? 

Kommentar von beangato ,

ICH würde erst überhaupt nichts machen.

Kommentar von franneck1989 ,

einmalig widersprechen halte ich schon für sinnvoll, gerade im Hinblick auf Meldungen an die SCHUFA - eine widersprochene Forderung darf nicht eingetragen werden

Antwort
von franneck1989, 200

Schicke einen eingeschriebenen Brief: "Werte Damen und Herren, ich widerspreche der Forderung vollumfänglich, sie ist mir gänzlich unbekannt. Sollten sie anderer Meinung sein, so weisen sie mir doch nach wie und wann es zum Vertragsschluss gekommen sein soll. Bitte legen sie mir dazu alle relevanten Informationen gemäß §11a RDG vor. Ich untersage die Speicherung und Weitergabe meiner personenbezogenen Daten und die Einmeldung an Auskunfteien."


Kommentar von OnkelKnoppers ,

Danke für die schnelle Hilfe.

Muss ich den per Einschreiben abschicken und sonst noch was beachten wenn ich da ein Brief hin schick?

Kommentar von franneck1989 ,

Ich würds per Einschreiben schicken, damit du den Nachweis hast dass der Brief zugestellt wurde.

Mehr ist nicht nötig. Wenn die was von dir wollen sind die am Zug

Kommentar von qugart ,

Nö. Ein Einschreiben ist nur der Nachweis, dass irgendein Brief zugestellt wurde. Einen Nachweis über den inhalt gibt es nicht.

Kommentar von franneck1989 ,

Einen Nachweis über den inhalt gibt es nicht.

Den braucht man auch nicht. Kein Gericht wird dem Empfänger glauben wenn er behauptet, einen leeren Brief erhalten zu haben. Mit solchen Tricks kommt man heutzutage nicht weit. Da müsste er dann schon glaubhaft machen, was sich ansonsten in dem Brief befunden haben soll.

Kommentar von kevin1905 ,

Nö. Ein Einschreiben ist nur der Nachweis, dass irgendein Brief zugestellt wurde. Einen Nachweis über den inhalt gibt es nicht.

Wenn man es ganz kleinlich sehen will, ist das sicherlich richtig. Allerdings sollte man schauen wie es in der Praxis aussieht.

Wenn sich aus den Sachverhaltsschilderungen glaubhaft ergibt, dass der Inhalt des Briefs nur ein Widerspruch sein kann, wird der Richter dies auch als Anscheinsbeweis stehen lassen.

Und wenn der Empfänger die absurde Positivbehauptung auftellt er habe ein leeres Blatt erhalten, dann wäre er dafür ja auch beweislastig und dann einfach ein leeres Blatt zu präsentieren wird das Gericht auch nicht überzeugen. In meinem Büro liegen in Kartons gefühlte 5.000 leere Blätter.

Vorab per Fax das gleiche Schreiben und dann sollte wirklich Rechtssicherheit bestehen.

Kommentar von qugart ,

Spar dir den Brief. Und vor allem ein Einschreiben. Einschreiben kosten in der Regel nur mehr und sind genauso aussagekräftig wie ein normaler Brief.

Kommentar von franneck1989 ,

sind genauso aussagekräftig wie ein normaler Brief.

Das ist Unsinn. Mit einem Einschreiben kann ich den Zugang beim Adressaten nachweisen.

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