Frage von Adois, 60

Feuerwehrmann nach Aktion Arbeitsunfähig und bekommt kein Geld?

Ein Kollege von mir hatte nun vor genau einem Jahr einen Unfall bei einer Feuerwehrinternen Aktion.

Bei dieser hatte er einen Bandscheibenvorfall worüber es ein Protokoll gibt das es ein Arbeitsunfall war. Als er danach beim Arzt war kreuzte er statt Arbeitsunfall, Privatunfall an, worauf die Versicherung kein Geld für Behandlung,... Zahlte. Danach war er in eine tiefe Depression gefallen weshalb er sich nicht traute die Versicherung zu verklagen weil es angeblich "Selbstverschuldung" laut Artztprotokoll sei.

Meine Frage ist nun diese, kann man das Urteil anfechten und ihm wenigstens so etwas helfen (er ist 26 Jahre alt) oder ist es Hoffnungslos?

Zeitnahe ANTWORTEN wären ziemlich gut, danke.

Ich möchte keine Dummen Kommentare von irgendwelchen Idioten haben, das ist voller Ernst. Wir reden hier über einen Ehrenamt in der Freiwilligen Feuerwehr. Und diese bedürfen auch Hilfe.

Antwort
von RudiRatlos67, 32

ein Bandscheiben Vorfall ist grundsätzlich schwierig als Betriebsunfall durchzusetzen,  wenn es aber schon ein Unfallprotokoll gibt in dem es als Betriebsunfall anerkannt war, dann lohnt es sich auch darum zu kämpfen.  Es geht dabei um ein Vermögen und die Sicherung einer Existenz. Der Kamerad hat nicht nur ein Anrecht auf Erstattung der Behandlungskosten, sondern auch auf vollständigen lohnersatz bis er nach einer Umschulung einen gleichwertigen Beruf wie seinen bisherigen wieder ausüben kann und evtl lebenslange Unfallrente . Schnellstens zu einem fachanwalt und den mit der Wahrnehmung der Rechte des Kameraden beauftragen

Expertenantwort
von Nomex64, Community-Experte für Feuerwehr, 28

Wenn ein Kamerad  bei einer offiziellen Veranstaltung der Feuerwehr einen Unfall hat dann macht man eine Unfallmeldung und schickt die an die Feuerwehrunfallkasse. Der Kamerad muss anschließend zum D-Arzt.

Die Verantwortlichen des Trägers des Brandschutz sollten sich mit der FUK in Verbindung setzen und die Sache klären.

Ist eine Klärung nicht möglich dann hilft es nur noch einen guten Fachanwalt zu beauftragen.

Sorry, aber hier ist eine ganze Menge schief gelaufen. Nicht nur das der Kamerad die grundlegendsten Sachen nicht beachtet hat auch die Führungskräfte der Feuerwehr haben hier absolut versagt. Wie wollt ihr anderen Menschen helfen wenn ihr nicht in der Lage seit euch selbst zu helfen. Was sagt den eure Sicherheitsfachkraft dazu? Die sollte doch wenigstens eine Schulung der FUK haben und sich damit auskennen.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

nachdem ich den Hinweis des Fragestellers: "Ich möchte keine Dummen Kommentare von irgendwelchen Idioten haben, das ist voller Ernst." gelesen habe, wollte ich nix mehr schreiben.

da ich auch eine (gewisse) Teilschuld beim Feuerwehrmann selbst bzw. den Führungskräften sehe ....

Antwort
von JohnAdcokk, 15

Ein Feuerwehrunfall ist nach Definition:
- ein von Außen auf den Feuerwehrmann einwirkendes, körperlich schädigendes, zeitlich eng begrenztes Ereignis, das mit seiner Feuerwehrtätigkeit in Verbindung steht.

Ich weiß nicht ob man sagen kann, dass ein Bandscheibenvorfall durch Einwirkung von Außen passiert. Es gab auch schon Fälle wo sich Feuerwehrleute im Einsatz das Knie verdreht haben und es nicht als Feuerwehrunfall angesehen wurde.

Versicherte Tätigkeiten sind z.B.:
- Feuerwehrveranstaltungen mit offiziellem Charakter (Tag der offenen Tür, Fahnentreffen, Jahreshauptversammlungen, etc)

- Werkstattdienst

- Ausbildung/ Übung

- Feuerwehreinsätze und Absicherungen

- Feuerwehrdienstsport

Nach diesen Kriterien ist zu entscheiden ob der Unfall versichert ist oder nicht.

Antwort
von Anna1230, 12

Nun auch wenn es erst mal als Arbeitsunfall aufgenommen wurde muss es nicht auch ein Arbeitsunfall sein. Ein Bandscheibenvorfall kann viele Ursachen haben und nur weil es während der Arbeit oder in diesem Fall bei einer Feuerwehrinternen Aktion passiert ist, macht es das nicht automatisch zu einem Arbeitsunfall. Es wäre also erst mal zu klären ob es Vorschäden gab an der Bandscheibe. Es ist sicher in dem Fall schwierig das fest stellen zu lassen. Bei einer Klage wird die Versicherung sicher alle Arztunterlagen haben wollen um zu sehen ob es Vorschäden gab. Man sollte sich da wirklich ganz sicher sein und notfalls auch beweisen können das der Bandscheibenvorfall durch genau diese Aktion ausgelöst wurde. Ich hatte selber schon einen schweren Bandscheibenvorfall, ist auch auf Arbeit passiert, war trotzdem kein Arbeitsunfall. Ich habe mich "nur" gebückt und es war passiert. Vielleicht sollte sich dein Freund da beraten lassen wie die Erfolgschancen stehen.  Alles Gute

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten