Darf man privat als Ersthelfer einen Patienten intubieren?

20 Antworten

Wann intubiert man denn als Ersthelfer? Wann starte ich eine HLW? Wenn ich auf einen Bewusstlosen treffe, der nicht mehr atmet. Derjenige ist also tot! Er kann nicht ersticken und ihn interessiert auch keine Luft im Magen. Ich kann ihn also auch nicht mehr schaden! Man kann sich wohl eine LarynxTubus ins Auto packen und diesen im Fall der Fälle anwenden. ( kostet keine 20 Euro) Dies hat mehrere Vorteile. Mann verschließt die Speiseröhre ( richtig gehört, der Tubus soll die Speiseröhre sogar verschließen) und verhindert das Mageninhalt die Luftwege verschließt. Außerdem kommt man nicht direkt mit demjenigen und seinen Körperflüssigkeiten ( Blut, Erbrochenem) in Berührung. Man sollte die Handhabung vorher mal im Erste Hilfe Kurs geübt haben, aber der Tubus ist so gestaltet, das er von selbst da hin rutscht, wo er liegen soll. Er besteht aus Kunststoff und ist nicht scharfkantig, wann kann also auch nichts verletzen.Dann mit der beigelegten Spritze den Ballon zum Abdichten der Speiseröhre aufpumpen( und diese Spritze auch dran lassen, falls derjenige zu sich kommt und man die Luft wieder aus dem Ballon ziehen muss um den Tubus zu entfernen) und dann los... 2 mal beatmen 30 x Herzdruckmassage. Und auch hier werden wahrscheinlich Rippenbrechen, weil man es noch nie vorher an einem Menschen geübt hat, aber auch hier gilt, der Mensch ist ohne meine Hilfe sowieso tot, also versuche ich seinen Kreislauf aufrecht zu erhalten. Ich bin kein Mediziner sondern nehme "nur" in der Firma an regelmäßigen Ersthelferkursen teil. Wir sind sogar mit Defi und Tuben ausgestattet und würden diese im Fall der Fälle auch benutzen.

Yoshzeo  16.05.2017, 23:37

In welchen erste Hilfe Kurs lernt man bitte das legen einen larynxtubus?   Und ein larynstubus rutscht nicht von alleine dahin wo er hin soll und  doch man kann damit viel verletzen  und bei der  Herzrhythmus Massage  müssen die Rippen brechen sonst ist man nicht tief genug ... 

Das Intubieren ist eine ärztliche Maßnahme. Rein praktisch gesehen darf jeder intubieren, der es kann. Aber nur unter Aufsicht, auf Anweisung und auf Verantwortung eines Arztes. Alle anderen Personen (außer Ärzte) dürfen nicht eigenverantwortlich intubieren.

GrafLukas  04.08.2010, 17:29

Das ist so nicht richtig, da es keine Gesetze gibt, die definieren, was eine "ärztliche Maßnahme" ist und was nicht. Zwar darf der ärztliche Heilberuf nur von approbierten Ärzten ausgeübt werden, aber das trifft auf den Ersthelfer ja nicht zu.

Trotzdem sollte man es in aller Regel lassen und sich auf eine vernünftige HLW konzentrieren und auf den Notarzt warten.

Schließlich ist die Frage rein hypothetisch, weil man schließlich nie ein Intubationsset dabei hat...

Aronphoenix  04.08.2010, 17:54
@GrafLukas

Wie, du nicht? Also ich hab sowas immer dabei!

In Deutschland gibt es kein Gesetz, welches dir die Intubation verbieten könnte. In Österreich könntest du als Nichtarzt, der auch im Notfall ärztliche Maßnahmen durchführt, große juristische Probleme bekommen.

Die Frage nach der Fachkompetenz wird damit allerdings nicht berührt.

kann ich mir nicht vorstellen wenn es schief geht is es am ende körperverletzung es hat ja nicht mit deiner ausstattung zu tun sondern mit deiner qualifikation lass die finger davon

Das ist hoch umstritten - Ärzte werden dir sagen, dass das natürlich auf keine Fall geht. Dann geistern Begriffe wie die sog. legendäre "Notkompetenz" durch die Diskussion...

Letztlich gibt es keine Gesetze gibt, die definieren, was eine "ärztliche Maßnahme" ist und was nicht. Zwar darf der ärztliche Heilberuf nur von approbierten Ärzten ausgeübt werden, aber das trifft auf den Ersthelfer ja nicht zu. Daher kann rein rechtlich jeder Ersthelfer jede Rettungsmaßnahme durchführen, die er sicher beherrscht. Sicher beherrschen wird aber kaum eine Privatperson die Intubation, außerdem hat keiner so ein Intubationsset dabei. Wenn natürlich der erfahrene Rettungsassistent oder die Intensiv- oder Anästhesieschwester über einen Schwerverletzten stolpert, würde die das sicherlich besser hinbekommen als die meisten Hausärzte.

Trotzdem sollte man es in aller Regel lassen und sich auf eine vernünftige HLW konzentrieren und auf den Notarzt oder zumindest den RTW mit dem zuvor erwähnten erfahrenen Rettungsassistenten warten.

Schließlich ist die Frage ziemlich hypothetisch, weil man schließlich nie ein Intubationsset dabei hat... ;-)