Frage von formwandler, 111

Buchweizen / Kichererbsen unverzräglichkeit - Histaminintoleranz?

Hallo liebe Community

Ich habe gemerkt, das ich Lebensmittel wie Kichererbsen oder Buchweizen nicht so gut verdauen kann. Jedesmall wenn ich sie esse, bekomme ich so ca. 1 Stunde nach dem Verzehr Bauchgrummeln. Es drückt und zieht, bekomme Blähungen und ich merke wie das Essen den Darm passiert. Könnte es sein das ich eine Histaminintoleranz habe? Hat wer auch solche Probleme? Wenn ja, was macht Ihr dagegen? Ich möchte ungern auf diese Lebensmittel verzichten, weil Pasta vertrag ich auch nicht so gut...

Vielen Dank für Eure Antworten.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo formwandler,

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ArchEnema, Community-Experte für Ernährung, 71

Kichererbsen (Hülsenfrucht), Buchweizen (Knöterichgewächs) und Pasta (Weizen) haben nicht sonderlich viel blähendes gemeinsam, außer dass sie reichlich Stärke enthalten.

Histamin bläht nicht - wenn dann läuft es andersrum: Dass Gärungsprozesse Blähungen UND Entzündungsreaktionen (->Histamin) verursachen.

Blähungen die schon eine Stunde nach dem Essen auftreten sind solche, die schon im Dünndarm angesiedelt sein müssen. Denn weiter ist der Nahrungsbrei nach einer Stunde sicherlich noch nicht durchgerutscht. Und das deutet dann auf eine Dünndarmfehlbesiedelung hin, denn Blähungen entstehen nur durch mikrobielle Gärung - und die hat im Dünndarm nichts zu suchen, sondern gehört in den Dickdarm.

Dass es gerade Stärke ist, die Probleme verusacht, das deutet z.B. am ehesten auf E. coli als Verursacher hin. Denn die meisten anderen "Mitbewohner" (z.B. die ohnehin eher unkritischen Milchsäurebakterien oder die Hefepilze) stehen eher auf Zucker.

Allerdings sollten ganze Körner hier deutlich besser verträglich sein als Mehlspeisen oder Backwaren. Weißbrot, Cracker und Maltodextrin (häufiger Zusatzstoff, teilweise abgebaute Stärke) sollten dir also noch viel mehr zusetzen.

Heißer Tipp wären Oregano und Thymian. Das Kraut über das Essen gestreut, als Tee, oder gar als reines Oreganoöl in einem Löffel Olivenöl. Oregano und Thymian sind mit die wirksamsten Mittelchen gegen E. coli, und auch gegen viele andere Keime.

Mittelfristig muss das Ziel aber sein, die Darmflora wieder hinzubekommen. D.h. das Milieu der verschiedenen Abschnitte (Magen und Dickdarm sauer, Mund und Dünndarm alkalisch) muss wieder gewährleistet sein. D.h. die Verdauungsmuskulatur ordentlich arbeiten (damit die Abschnitte getrennt bleiben), Magensäure muss ausreichend vorhanden sein (ggf. Helicobacter pylori ausmerzen), Gallefluss muss passen (ggf. Gallensteine/Fettleber beseitigen), Dickdarmflora muss stimmen (fermentierbare Ballaststoffe!). Alkohol- und Kaffeekonsum überdenken.

Kommentar von michi57319 ,

Super! Danke auch von mir. Wieder was gelernt :-)

Kommentar von ArchEnema ,

Grade festegestellt dass E. coli wohl doch kein Stärkeliebhaber ist. Muss also ein anderers Viech sein.

Wie auch immer: Oregano und Thymian helfen! Die merzen auch die meisten anderen Keime aus.

Kommentar von ArchEnema ,

Verhaftet! E. coli frisst mit Vorliebe Maltose und Maltodextrin.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC98911/

Beides Abbauprodukte von Stärke!

Es sieht so aus: Stärke wird durch Amylase (aus Speichel- bzw. Bauspeicheldrüse) zerlegt, bis hin zu (nicht einschließlich!) Zweifachzuckern. Im Falle von Stärke kommt am Ende also der Zweifachzucker Maltose ("Malzzucker") raus. Maltodextrin kann man als Zwischenprodukt (halb zerlegte Stärke) ansehen. Also ein Festessen für E. coli!

Maltose (und alle anderen Zweifachzucker) kann unser Darm nicht direkt aufnehmen, sie müssen erst zu Einfachzuckern zerlegt werden. Das besorgt die Maltase (bzw. andere Disaccharidasen) - diese werden von den Microvilli (Darmzotten) des Dünndarms produziert.

Wenn nun die Dünndarmzotten geschädigt sind (pathogene Stämme von E. coli können auch das bewirken, ebenso können aber auch andere Ursachen, etwa Glutenunverträglichkeit, vorliegen), dann ist E. coli "schneller" als unser Dünndarm, und frisst uns die Maltose bzw. schon vorher das Maltodextrin einfach weg! Ergebnis ist, durch diese Gärung, ein saures Milieu und Gase im Dünndarm. Beides gehört da nicht hin!

Einfachzucker können wir auch ohne die Enzyme der Dünndarmwand aufnehmen, da sind wir i.d.R. schnell genug. Sucrose ("Haushaltszucker") können die Hälfte aller E. coli Stämme interessanterweise nicht verarbeiten!

Haut also durchaus hin, E. coli kann's sein. Aber nicht nur E. coli: Auch die meisten anderen Darmbewohner fressen Maltodextrin.

Das dürfte dann wohl auch die Erklärung für die specific carbohydrate diet (SCD) bzw. GAPS-Diät sein: Zucker (Einfach-/Zweifach-) aller Art sind erlaubt. (Verwertbare) Stärke und Maltodextrin nicht, weil das eher die Fehlbesiedlung nährt als uns! Resistente Stärke ist prinzipiell OK, kann aber je nach Sorte im Dickdarm (wo die ganzen Mitbewohner hingehören) schlagartig blähen.

So oder so, alle möglichen ätherischen Öle (Oregano, Thymian und Gewürznelke gehören zu den wirksamsten) töten alle dieser Fehlbesiedler ab. Und der Dünndarm sollte alkalisch sein!

Antwort
von Gestiefelte, 48

Nudeln nicht gut? Brot? Pizza, Kuchen? Sprich: alles an Getreide? Das spricht eher für eine Glutenintoleranz.

Gluten ist das Klebereiweiß im Getreide. Es ist so, dass der Darm das Gluten nicht verarbeiten kann. Die Darmzotten. Dann werden die Nährstoffe weiter transportiert in den Dickdarm, wo sie nicht hingehören. Der Körper reagiert mit Übelkeit, Blähungen, Bauchschmerzen....

Ob du an der dazu gehörigen Krankheit Zöliakie leidest, kann man per Magenspiegelung feststellen.

Daher würde ich mich an deiner Stelle gut beobachten, ob es wirklich immer bei Getreide ist.

Reis und Mais könntest du vertragen, FALLS es Zöliakie ist.

Kommentar von formwandler ,

Hallo, an Zöliakie habe ich auch schon gedacht. Naja ich habs bei Pasta und Brot nicht immer! Bei Vollkorn und Dinkelprodukten deutlich weniger...

Kommentar von ArchEnema ,

Gerade Kichererbsen und Buchweizen sind ja glutenfrei. Gluten erklärt es daher gerade nicht.

Kommentar von Gestiefelte ,

lach... stimmt. Ich war so fixiert auf Bauchschmerzen und dann die nebenher erwähnte Pasta.

Antwort
von kirsche777, 54

auf diese Lebensmittel reagiert wohl fast jeder mit Bauchgrummeln, wenn du das aber gern ist, es gibt ja auch noch andere Hülsenfrüchte wie Bohnen oder Linsen, wenn du wissen willst, ob du eine Unverträglichkeit hast, solltest du zum Arzt gehen, der testet dich

Antwort
von 1CarpeDiem1, 44

Wie erkennt man die Histaminintoleranz?
Für die richtige Diagnose ist eine ausführliche Anamnese sehr wichtig.
Allergietest auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten auf der Haut oder im
Blut bringen sind häufig negativ. Die Histaminintoleranz kann nur über
die Aktivitätsbestimmung des histaminabbauenden Enzyms Diaminoxidase im
Blut festgestellt werden. Außerdem kann man selbst in einer Art 4
wöchiger Auslassdiät prüfen, ob die Beschwerden unter Meidung von
histaminreichen Nahrungsmitteln besser werden und kann so einen
Rückschluss auf eine Histaminintoleranz ziehen.

Therapie- Histaminhaltige Produkte meiden!
Bei einer Histaminintoleranz reichen wenige Mikrogramm aus, um
Beschwerden zu verursachen. Deswegen ist eine histaminfreie/bzw. -arme
Ernährung und Meidung anderer unverträglicher Nahrungsmittel die Basis
der Therapie.
Man sollte ferner auch auf immunstimuliernde Therapie wie
Desensibilisierung bei Heuschnupfen und anderen Allergien verzichten, da
sich hierbei die Beschwerden verstärken könnten.

Nahrungsmittel mit einem hohen Histamingehalt
Konserven, eingelegtes Gemüse, geräuchertes Fleisch, Salami, Schinken,
Fischkonserven, Meeresfrüchte, Sauerkraut, Tomaten, Bananen, Pflaumen,
Birnen, Orangen, Kiwi, Erdbeeren,Alkohol, insbesondere Bier, Rotwein,
Schwarzer Tee, Bohnen und Hülsenfrüchte, Sojamilch, Sojasahne, Tofu,
Fertigprodukte mit Weizen und Soja, Schokolade, Kakao, Knabbergebäck,
Süßigkeiten mit Konservierungs- und/oder Farbstoffen, Rotweinessig,
Nüsse, Hefe, stark gereifter Käse.

Nahrungsmittel, die Histamin freisetzen können
Avocado, Ananas, *Erdbeeren, Kiwi, Papaya, Zitrusfrüchte, Tomaten, Hülsenfrüchte, Walnüsse, Kakao und Schokolade.

Alkohol, Kakao, Tee und Energy Drinks mit Theobromin können die
Aktivität des histaminabbauenden Enzyms hemmen. Ferner können einige
Zusatzstoffe und Konservierungsmittel auch Histamin enthalten.

Autor: Dr. med. Jessica Männel, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren [Qualimedic.com AG]

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