Frage von Takaki, 141

Brustwirbelsäule beweglicher machen?

Hallo,

ich habe vor kurzem Yoga für mich entdeckt. Macht Riesenspaß und für die meisten Positionen bin ich auch beweglich genug. Mein Hauptproblem jedoch ist meine Wirbelsäule. Die Lendenwirbelsäule ist ziemlich beweglich bei mir (zumindest in die Hohlkreuzrichtung), ich habe eigentlich auch Hohlkreuz, habe mir aber mittlerweile eine recht gerade Haltung angewöhnt (was jetzt die Lordose betrifft).

Aber: Wie sie oft mit Hohlkreuz einhergeht, habe ich auch eine leichte Hyperkyphose, also einen Buckel. Bei Positionen wie dem heraufschauenden Hund und der Brücke macht sich das stark einschränkend bemerkbar, und ich habe Angst, dass die damit verbundene falsche/krumme Ausführung der Figuren ungesund ist. Hinzu kommt, dass ich meine Arme nicht soweit nach hinten bekomme, was die Brücke erschwert.

Mir ist natürlich bewusst, dass es bei Yoga nicht darum geht, mit Zwang und Kraft sich irgendwie zu verbiegen, ich gehe auch bei allem sehr vorsichtig vor (gerade auch was Knie angeht) und habe nirgends Schmerzen.

Dennoch wüsste ich gerne, wie ich meine Brustwirbelsäule gerader bekommen könnte. Gibt es spezielle Übungen, mit denen ich gezielt die Brustwirbelsäule aufrichte (also der Kyphose entgegen)? Unten sind Bilder von mir, wie ich den heraufschauenden Hund und die Brücke so versuche, wie es mir möglich ist. Hier ein Vergleichsbild für einen heraufschauenden Hund, wie ich ihn gern könnte:

https://www.yogauonline.com/sites/default/files/styles/wellness_blog_level3_main...

Auch wie ich den Winkel zwischen nach oben gestreckten Armen und Brustkorb noch öffnen kann, wüsste ich gerne.

Danke für alle Tipps!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Lindea, 72

ACHTUNG: bei Hyperbeweglichkeit kann Yoga schädlich sein!

Anhand der Fotos kann ich nicht genau erkennen, wie Deine Haltung und Muskelzustand ist.

Bezüglich LWS gibt es nur eines: Bauchmuskulatur - und zwar alle (gerade, seitlich, schräge). Keinesfalls würde ich Dich als mein Schüler in die Haltung Chakravakasana (Rad oder volle Brücke) gehen lassen - zumindest nicht unter meiner Verantwortung.

Bezüglich BWS: ich würde unbedingt einen Rückentrainer/Physiotherapeuten Deines Vertrauens (vielleicht jemand, der auch Yogalehrer ist) diesbezüclich hinzuziehen. Ich kann jetzt nicht sagen, ob Deine Brustmuskeln über oder untertrainert sind (kann beides der Fall sein). Auf jeden Fall Dehnen der Brust und Training der Rückenmuskeln unter Anleitung erlernen und dann brav üben ;-)

Ein persönlicher Tipp ist auch: Drehung der BWS (Drehsitz z.B.) wirkt sehr gut bei solchen Themen.

Zu den Bildern und Vergleich "Heraufschauender Hund":

Achte auf Länge in Deinem Nacken, aktiver Bauch, Ausrichtung der Arme kontrollieren (in den Schultern etwas nach aussen rollen für Weite im Brustbereich), Stelle Dir die Richtung der Aufrichtung nach oben vor und nicht nach hinten-oben.

Generell beim Yoga gilt für bewegliche Menschen: Muskeln bewusst trainieren und nicht noch beweglicher machen - nicht in die extremen Endhaltungen gehen - auch wenn es cool aussieht.

Kommentar von Takaki ,

Danke, sehr gute Antwort.

Dass ich meine Bauchmuskeln trainieren muss, wusste ich eigentlich schon, weil ich mich schonmal wegen meines Hohlkreuzes recht umfassen informiert hatte und Bauchmuskeltraining ja hier ein wichtiges Gegenmittel ist.

Generell beim Yoga gilt für bewegliche Menschen: Muskeln bewusst trainieren und nicht noch beweglicher machen - nicht in die extremen Endhaltungen gehen - auch wenn es cool aussieht.

Das war ein sehr wertvoller Hinweis. Mir ist zwar klar, dass man Beweglichkeit nicht bis zum Schmerz ausnutzen sollte und ich bin auch Yoga bisher immer sehr vorsichtig angegangen, dennoch ist es ja verlockend, so weit wie möglich in die Endhaltungen zu gehen, wenn man es kann.

Ich werde mir wohl in kürze mal eine andere Yogalehrerin suchen, die noch genauer auf so etwas achtet. Meine jetzige wirkt zwar sehr kompetent, korrigiert die Schüler aber nur ab und zu.

Kommentar von Lindea ,

Gerne ;-)

Vielleicht findest Du einen Yogalehrer/ Yogatherapeuten, der auch Physiotherapeut, Rückentrainer, Arzt o.ä. ist. Leider gibt es sehr viele unterschiedliche Yogalehrer-Ausbildungen, die eines gemeinsam haben: eine sehr schwache Ausbildung im Bereich Anatomie und die Lehrer glauben dann aber in diesem Bereich qualifiziert zu sein bzw. da mitreden zu können.

Vielleicht kannst Du auch eine Einzelstunde bei einem therapeuten nehmen, um in dieser Einheit genau an Deinen Themen arbeiten zu können.

Auch Meditationen und spezielle sanfte Praxis für den Herzbereich können sehr hilfreich sein! So in dieser Richtung: https://www.yogamehome.org/videos/yin-yoga-fuer-dein-herz-449

Viel Freude mit Deiner Yogapraxis weiterhin!

Antwort
von FlyingCarpet, 46

Super, dass Du Yoga für Dich entdeckt hast.

Das ist ein klassischer Rundrücken. Den habe ich leider auch, an diese Stelle ist sehr schwer ranzukommen. Ich gehe dafür in ein Fitness-Studio.

Wichtig für Dich ist die Brust zu dehnen und den oberen Rücken zu kräftigen, denn der muss die Dehnung halten können.

Beim Yoga wäre das der "Fisch" zum Dehnen der Brust, du kannst Dir auch eine Rolle unterlegen und Dich bequem dazu hinlegen. Hier zwei Videos mit sehr schönen Übungen dazu.

Ich würde Dir aber trotzdem raten, mit Deinem Hausarzt über das Problem zu sprechen, evtl. schreibt er Dir REHA-Sport in einem Fitness-Studio auf, da zahlt die Krankenkasse etwas dazu.

Oder Du besuchst einen Kurs über einen Sportverein "Wirbelsäule", dort werden auch viele Tips gegeben, wie Du selbst Dysbalancen ausgleichen kannst.

Wünsche Dir viel Erfolg!

Antwort
von Kristall08, 43

Meine Yogalehrerin beschreibt es immer mit "Schultern in die Hosentaschen".

Deine Schultern "hängen" nach vorne. Wenn du Yoga übst - aber auch tagsüber, einfach so - achte darauf, deine Schulterblätter hinten im Rücken zusammenzuziehen. Dadurch richtest du dich automatisch auf.

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