Frage von Pol16, 126

Belastungs Ekg Polizei?

Guten Tag.

Ende Juni diesen Jahres hatte ich eine Polizeitauglichkeitsuntersuchung. Beim letzten Punkt, dem Belastungs-EKG war mein Puls zu hoch.

Nun zu mir. Mit sieben Jahren habe ich angefangen Kampfsport zu betreiben, was bedeutet, dass ich mehrmals in der Woche trainiert habe. Mit 17 bin ich dann aus zeitlichen Gründen auf Training im Fitnessstudio umgestiegen, also 2-3 mal die Woche eine Mischung aus Kardio und Krafttraining. Ein Jahr später bin ich nach dem Abitur für ein Jahr zur Bundeswehr. Dort war stand vor allem der sportliche Aspekt im Vordergrund. In dem Jahr war ich ca 3 mal die Woche ca 7-11 Kilometer laufen, wozu noch der normale Sport in der Truppe, sowie Krafttraining kam.

Da ich meiner Meinung nach nicht unsportlich bin, machte ich mir im Juni nicht zu viele Gedanken über das Ekg. Auch vor allem weil ich den Sporttest gut bestanden hatte. Nach dem Belastungs- Ekg, was bei der Polizei in Form vom PWC 150 durchgeführt wird, musste ich mir anhöhren, dass es an der Zeit sei, in meinem Leben mit Sport zu beginnen. Das hat mich sehr aus dem Konzept gebracht, da ich immer sehr viel gemacht habe.

Folgende Informationen zum PWC 150 der Polzei: Man muss 1,8* kg Körpergewicht als Mindestanforderung erfüllen. Bei mir entspricht dies 100 Watt. Der Test beginnt dann bei 2 Minuten 75 Watt, dann die Mindestanforderung 2 Minuten lang, also 100 Watt und anschließend zur Probe 2 Minuten 125 Watt. Mein Ruhepuls, der normalerweise zwischen 65-70 liegt, ist durch meine Nervosität auf 95 angestiegen. bereits bei der ersten Belastung hatte ich 150 Schläge pro Minute erreicht. Bei der 22. dann 170. Das war zu viel, weshalb ich nun die Möglichkeit bekommen habe, noch einmal den Test zu wiederholen.

Deshalb trainiere ich seit 3 Monaten intensiv alle zwei Tage auf dem Ergometer zu Hause. Dazwischen baue ich immer Einheiten ein, bei denen ich Laufen oder Schwimmen gehe. Anfangs bestand mein Training auf dem Ergometer aus einer kleinen Belastung, 60 Watt, die ich dann 45 Minuten locker getreten habe. Das habe ich innerhalb von zwei Wochen auf 75 erhöht und dann habe ich, als es mir sehr leicht gefallen war, ein Intervalltraining eingebaut. Nach inzwischen 3 Monaten sieht mein Training folgendermaßen aus: 15 Minuten locker treten bei 75 Watt, anschließend mindestens 30-45 Minuten Intervalltraining ( 2 Minuten Belastung bei 125-150 Watt, anschließend 3 Minuten 75 Watt und das wiederholen). Zum Schluss noch einmal zum auslockern 10 MInuten bei 65 Watt.

Jede Woche habe ich einmal den PWC 150 zu hause nachgestellt und meinen Puls jede Minute aufgeschrieben. Nach einigen Wochen hat man schon eine gute Verbesserung gesehen. Nach 1 Minute 75 W: 135 Nach 2 Minuten 75 W: 141 Nach 3 Minuten 100 W: 150 Nach 4 Minuten 100 W: 156 Nach 5 Minuten 125 W: 165 Nach 6 Minuten 125 W: 172

Die erste Antwort ist eine Ergänzung, da ich zu viele Zeichen hatte.

Antwort
von Pol16, 91

Ich halte dabei meinen Finger an meinen Hals, da ich dort den Puls am

besten spüren kann und beginne bei 0:50 bis 1:10 zu zählen und

multipliziere den Wert mit drei. Das Gleiche mache ich bei 1:50 - 2:10,

2:50 - 3:10 usw...

Nun war ich bei einem Cardiologen und habe ein Langzeit Ekg und ein

Belastungs Ekg machen lassen. Beim Langzeit Ekg gab es keine

Auffälligkeiten, genauso wie bei meinen Blutwerten, die alle in Ordnung

waren. Beim Belastungs Ekg letzte Woche wurde ich dann bitter

enttäuscht. Ich fühlte mich zwar nicht nervös und entspannt, aber sobal

ich mich auf das Fahrrad setzen musste, stieg mein Puls sehr an. Nun

hatte ich furchtbare Ergebnisse;

Nach 1 Minute 75 W:

Nach 2 Minuten 75 W: 157

Nach 3 Minuten 100 W:

Nach 4 Minuten 100 W: 171

Nach 5 Minuten 125 W:

Nach 6 Minuten 125 W: 184

Das heißt, es war genauso schlecht, wie vor 4 Monaten bei der Polizei.

Wenn ich mich jetzt zu Hause auf das Fahrrad setze und meinen Puls mit

der Hand messe und mit meiner Pulsuhr vergleiche, komme ich auf sehr

viel niedrigere Werte, wie bereits oben angegeben.

Ich weiß momentan nicht mehr, was ich noch tun kann. Durch meinen Besuch

beim Arzt bin ich nicht viel schlauer geworden und nur noch

demotivierter. Mein Training setze ich natürlich weiterhin fort.

Ich brauche Tipps, inwieweit ich mein Training verändern muss, ob es

Lebensmittel gibt, die ich zu mir nehmen oder weglassen sollte, dann ob

es pfanzliche Mittel gibt, die ich zur Beruhigung und/oder Pulssenkung

nehmen kann, wie Baldrian, Weißdorn oder Ähnlichem. Dazu sprach der

Kardiologe kurz das Thema Beta Blocker an. Ich weiß leider nicht,

inwieweit das erlaubt oder hilfreich ist.

Da mein Puls nach 6 Minuten wieder unter 100 sein muss, was meistens

auch klappt, hätte ich gerne trotzdem noch Tipps zur Atmung. In der

Ruhephase achte ich da leider zu sehr drauf, weshalb mir das entspannen

schwer fällt. Wie soll ich dort am besten atmen, um den Puls schnell zu

senken.

Noch eine zusätzliche Info, mein Blutdruck ist während dem Belastungs

Ekg vollkommen in Ordnung. Ich habe mit 110/70 begonnen, war am Ende bei

150/75 und zum Schluss fiel der wieder normal ab.

Gibt es vielleicht andere " erlaubte" Medikamente oder MIttel, mit denen ich effizient meinen Puls senken kann?

Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen, da ich nun nur noch 2

Wochen bis zu dem Ekg bei der Polizei habe und ich, falls ich es nicht

schaffen sollte, keine Chance mehr habe bei der Polizei in Hessen zu

studieren. Die zweite Chance ist nämlich die Letzte. Da das mein

absolutes Traumstudium ist, wäre ich sehr enttäuscht und hätte vorerst

keine Alternative, die mich so glücklich machen würde.

Antwort
von catweazle01, 85

Hallo, Dein Engagement ist wirklich bemerkenswert. Da Du diesen Test so unbedingt bestehen willst, bist Du natürlich aufgeregt und es wird Dir wieder so ergehen, dass Dein Puls viel zu hoch ist.

Insofern ist das Angebot Deines Kardiologen, kurzzeitig Betablocker zu nehmen, überlegenswert. Denn es geht ja nur darum, die Aufregung vor diesem Belastungs-EKG zu mindern.

Was  willst Du aber machen, wenn Du im Polizeistudium eine wichtige Prüfung hast, von der unter Umständen Deine Zukunft abhängt?

Was willst Du in der Praxis machen, wenn Du in einen Einsatz gerät, wo Dein Gegenüber bei Dir genau die richtigen Knöpfe drückt, um in Dir irgendeine Reaktion zu provozieren? Was dann?

Kommentar von Pol16 ,

Vielen Dank für die Antwort.

Mein Kardiologe hatte es mir nicht direkt angeboten, sondern nur gesagt, dass es die Möglichkeit gäbe, er es aber nicht emmpfiehlt. Dann hat er dementsprechend Gründe aufgezählt, weshalb man es nicht tun sollte. Zum Anderen weiß ich nicht, ob am Tag des Ekgs noch einmal Blut und Urin abgegeben werden muss, wo die Einnahme eines solchen Medikamentes nachgewiesen werden könnte. Außerdem habe ich keine Erfahrung mit der Einnahme von Betablockern und wüsste nicht, wie ich vorgehen sollte.

Natürlich hast du Recht, wenn du sagst, dass es in diesem Beruf wichtig ist, ruhig zu bleiben. Aber genau das kann ich ja. Da mein Puls immer vor Prüfungen oder Präsentationen nach oben gegangen ist, war ich es irgendwann gewohnt und wurde vor allem wegen meines ruhigen und präzisen Handelns gelobt. Auch auf dem Ergometer beim Arzt war ich vom Kopf her sehr ruhig und entspannt, aber mein Puls ist wohl durch irgendetwas in meinem Unterbewusstsein nach oben geschossen.
Deshalb sollten Prüfungen, bei denen es nicht nur darum geht, dass ich meinen Puls unten halte, kein Problem sein. Mein Abi habe ich ja trotzdem sehr gut geschafft und bin nicht deshalb gescheitert..

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