Frage von 1panda, 60

Alternative zu Medikament bzw. Salbe gesucht?

Hallo, ich suche eine Alternative zur Aknemycin Salbe Wirkstoff: Erythroycin. Gibt es rezeptpflichtige oder freiverkäufliche Alternativen?

Viele Dank im voraus :)

Antwort
von garfield262, 41

Moin,

bei dem Wirkstoff "Erythromycin" handelt es sich um ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum aus der Gruppe der Makrolide. Antibiotika sind grundsätzlich verschreibungspflichtig, da ihr Wirkmechanismus hochkomplex und für den Laien nicht hinreichend nachvollziehbar ist und daher die Gefahren einer fehlerhaften Anwendung sowie weitere Risiken im Raum stehen.

Grundsätzlich gilt, insbesondere bei der Anwendung systemischer Antibiotika (Einnahme z.B. in Tablettenform oder intravenös): Die Therapie sollte nur in schwerwiegenden Fällen vorzeitig beendet werden. Darunter fallen z.B. allergische Reaktionen, akute medikamentenbedingte Organinsuffizienzen oder -Ausfälle, andersgeartete massive Körperreaktionen und so weiter. Die Gefahr einer vorzeitigen Absetzung besteht darin, dass Erregerstämme nicht vollständig inaktiviert oder eliminiert wurden und, im ungünstigsten Fall, eine Resistenz gegen den eingenommenen Wirkstoff entwickeln. Diese Gefahr, wenn auch in geringerem Umfang, besteht auch im vorzeitigen Anwendungsabbruch eines topischen Antibiotikums (z.B. in Salbenform).

Da verschiedene Antibiotika unterschiedliche Wirkspektren haben, die sich z.T. stark überschneiden kann zwischen verschiedenen Antibiotika einer Klasse und sogar zwischen verschiedenen Klassen (z.B. Penicilline und Cephalosporine) gewählt werden - die Therapie sollte allerdings dann nach Möglichkeit nur mit dem ausgewählten Antibiotikum durchgeführt werden.

Fazit: Gleichwertige Alternativen (Antibiotika) sind grundsätzlich nur nach Verschreibung erhältlich, in dem Fall muss der Arzt involviert sein. Da allerdings auch das unbedarfte vorzeitige Absetzen eines Antibiotikums gewisse Risiken birgt, sollte auch in dieser Hinsicht ärztlicher Rat eingeholt werden. Ich würde dir daher empfehlen, Rücksprache mit deinem Arzt zu halten und das weitere Vorgehen mit diesem zu besprechen.

Ich hoffe dir damit etwas weitergeholfen haben zu können. Hast du sonst noch Fragen dazu?

Lieben Gruß ;)

Kommentar von andre123 ,

ganz so ist es ja nun auch nicht ,  Tyrothricin gibt es Rezeptfrei als Pulver ( kann man z.B gut mit einer Cortisonsalbe mischen)   Die vermeindliche "Gefahr"  von Antibiotika wird auch nur in Deutschland derart propagandiert. Ein Großteil der Antibiotika, welche hier der Rezeptpflicht unterliegen  , gibt es in anderen Kulturstaaten problemlos im freien Handel. Die Nebenwirkungen sind äußerst gering. Zwar besteht allgemein die Gefahr der Resistenzbildung, die eine Einschränkung der Antibiotikaeinnahme wünschenswert macht, doch die anderen Nebenwirkungen welche hier dramatisch beschrieben werden, halten sich doch auch im Vergleich zu anderen (freien) Medikamenten  nun wirklich in Grenzen, zumindest aber doch bei einer äußerlichen Anwendung. Hier verhindern  wohl eher gewisse Lobbyisten eine Rezeptfreiheit.

Kommentar von garfield262 ,

Die erwähnten akuten Risiken beziehen sich u.a. auf Unverträglichkeitsreaktionen, die im schlimmsten Fall bis zur Anaphylaxie führen könnten. Dass dieses Risiko besteht steht absolut nicht zur Debatte, ich selbst habe schon derartige Fälle behandelt und in der Mehrzahl dieser (glücklicherweise nicht allzu häufigen) Situationen war es mehr als knapp.

Es stimmt, es gibt eine Auswahl topisch anzuwendender, antimikrobakteriell wirksamer Arzneistoffe, welche nicht der Verschreibungspflicht unterliegen, allerdings sind diese im Großen und Ganzen (generell Antibiotika betrachtend) hierzulande mehr die Ausnahme.

Dass Antibiotika unter die Verschreibungspflicht fallen hat nichts mit Lobby oder ähnlichem zu tun. Antibiotika einer Substanzklasse und auch verschiedene Substanzklassen haben verschiedene Angriffsorte (z.B. β-Lactamantibiotika vs. Gyrasehemmer), verschiedene Wirkspektren (z.B. grampositiv vs. gramnegativ), verschiedene Wirksamkeiten auf bestimmte Erregerstämme (z.B. Staphylokokken vs. Clostridien) und so weiter. Selbst für einen Arzt ist es z.T. schwierig, in dieser Fülle pharmazeutischer Optionen das passendste Präparat auszuwählen; es wäre daher nicht vertretbar, diese Wahl einem Laien komplett offen zu lassen.

Selbstredend ist eines der größten Probleme, welches viele Stämme resistenter Erreger verursachen, die übermäßige Verabreichung von Antibiotika in der (Massen-)Tierhaltung (ein Prozedere, welches durch die Politik definitiv unterbunden werden muss). Dennoch dürfen die Risiken, die von einem vorzeitigen Abbruch einer Antibiotikatherapie ohne ärztliche Rücksprache ausgehen, nicht kleingeredet werden.

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