Antworten von Claud18

  • Welches DDR Porto galt 1990 für Briefe in die BRD und welche Briefmarken gab es?
    Hilfreichste Antwort · · 5

    Das Porto für einen Brief in die BRD kostete 35 Pfennig, die Karte 25 (zum Vergleich: Innerhalb der DDR war das Briefporto 20 Pfennig, die Karte kostete 10). Es gab (neben den Sondermarken) eine Dauermarkenserie, die die Ulbricht-Marken nach dessen Tod ablösten: 20-Pfennig-Marke rot mit Lenindenkmal und Neubauten, 10-Pfennig-Marke grün mit Palast der Republik (anfangs war der Neptunbrunnen darauf abgebildet). Wie die anderen Marken aussahen, weiß ich leider nicht mehr.

    Ulbricht-Marken sind mir, seit sie nicht mehr verkauft wurden, nicht mehr untergekommen, deshalb kann ich auch nicht sagen, ob man später noch damit frankieren konnte.

    Zum Auslandsporto: Dafür gab es Tabellen. Die 35 Pfennig für die BRD galten schon als Auslandsporto und galten wohl auch für alle kapitalistischen Länder Europas. In die sozialistischen Länder konnte man wie im Inland frankieren. Ggf. kamen dann nur noch Luftpostzuschläge hinzu.

  • Wann öffnen die Menschen endlich die Augen?
    Antwort · · 204

    Die ganze Werbung ist doch nur darauf ausgerichtet, dass die Leute ihr Geld für irgendwelchen Mist ausgeben und vorher malochen, um sich diesen Mist auch leisten zu können. Guck dir doch so etwas nicht an. Wie du schon richtig bemerkt hast: Was heute als cool gilt, ist morgen schon von vorgestern, nur damit du dem nächsten Trend hinterherhechtest. Bleib bei deiner Linie und lass dich von so etwas nicht beeinflussen.

    Übrigens: Ich finde eine ehrliche Putzfrau achtenswerter als einen Immobilienhai, der Geringverdiener aus ihren Wohnungen wirft. Auch wenn letzterer mit Geld und schickem Wagen protzen kann. Das sind alles nur Äußerlichkeiten.

    Alle 72 Antworten
    Kommentar von Samira1003 ,

    Das sehe ich genau so, wäre mir auch nicht zu schade selber Putzen zu gehen. Ich habe es als Beispiel genommen weil Putzfrauen minderwertig hingestellt oder betrachtet werden, was nicht stimmt und ich meine jetzt nicht das alle Menschen so denken aber so präsentiert man sie im TV. Es fällt dann auf weil viele nicht putzen würden, weil das wie eine Gehirnwäsche eingetrichtert wurde. Das aber auch in vielen anderen Bereichen. Da sieht man im TV eine wunderschöne Frau, strahlend weiße Zähne, vielleicht Polizisten und raucht genüsslich ihre Zigarette, dann kommt der Verdächtige und flüchtet, sie rennt hinterher obwohl die Raucherlunge sie nach 100m zum stehen bringen würde. Außerdem sehen Raucher älter aus und haben gelbe Zähne, aber bei der Frau sieht es gut aus und man bekommt Bock auf ne Kippe. Das meine ich mit manipulieren.   

    Kommentar von ceevee ,

    Wusstest du eigentlich schon, dass es auch sportliche Raucher gibt? Und Raucher, die sich regelmäßig die Zähne putzen?

    Oder wurdest du von den Medien schon so sehr manipuliert, dass du das nicht mehr erkennst?

    Kommentar von Etter ,

    Weißte was witzig ist? Ich kenne den ein oder anderen Raucher. Und ich weiß was der ein oder andere von denen trainiert. Ausdauer da tägliches fahrradfahren + 3x Krafttraining pro Woche. Ich behaupte die hängen dich teilweise ab.

    Hast du eig. nicht oben erwähnt, dass rauchen jetzt angeblich uncool ist? Ist das nicht also ein Widerspruch in deiner Argumentation?

    Mir hängen übrigends diese Klischees und Vorurteile sowas von zum Hals raus. Und Doppelmoral geht mir auch aufn Keks. Herzlichen Glückwunsch, du hast beides erreicht.

    Vll. solltest du dir mal Gedanken um deine eigene Manipulation machen.

  • sozialversicherungen ddr?
    Antwort · · 10

    Eine Arbeitslosenversicherung gab es in der DDR nicht, da es keine Arbeitslosen gab. Es bleiben also Kranken- und Rentenversicherung. Dafür zahlte man im Monat 10% von seinem Bruttolohn, im Höchstfall 60.- Mark. Dann gab es noch die freiwillige Zusatzrentenversicherung, für die man für den 600.- Mark überschreitenden Bruttolohn noch einmal 10% zahlen musste, im Höchstfall 120.- Mark. Dafür erhielt man dann im Alter eine Rente auf Grund des tatsächlichen Verdienstes. Wer diese Zusatzrentenversicherung nicht abgeschlossen hatte, erhielt nur eine Rente auf der Grundlage von 600.- Mark (bzw. weniger, wer weniger verdient hatte).

    Zuzahlungen usw. gab es nicht, allerdings Engpässe (z. B. beim Zahnersatz). Wollte man mal 1-2 Monate nicht arbeiten, konnte man sich in dieser Zeit für 10.- Mark im Monat freiwillig versichern.

    Da die meisten Betriebe unter staatlicher Aufsicht standen und auch ihren Gewinn an den Staatshaushalt abführen mussten (von dort kamen dann wieder Gelder für Investitionen oder Planstellen), kann ich mir das Arbeitgebermodell, wie es bei Wikipedia erläutert wird, nicht vorstellen. Das traf vielleicht auf die wenigen Privaten und Freiberufler zu. Allerdings gab es bei Schwerpunktbetrieben auch Betriebsrenten, die m. E. aber auch alle über die staatliche Versicherung liefen.

    Ich habe selbst einige Jahre Lohnabrechnungen gemacht, und dabei habe ich nichts von einem Arbeitgeberanteil entdeckt.


  • Vorteile und Nachteile Planwirtschaft während der DDR?
    Antwort · · 33

    Vorteile:

    Sicherheit für Arbeitnehmer

    Nachteile:

    Auf kurzfristige Veränderungen (Nachfrage, Havarien) konnte nicht schnell genug reagiert werden mit den üblichen Folgen: Engpässe, Produktionsausfall usw. Ein Beispiel: Der Winter 1978/79 bzw. 1979 spielte verrückt, und auf Grund von Schneestürmen kam es zu häufigen Stromausfällen. Die Leute kauften deshalb alle vorhandenen Kerzen auf. Es dauerte Jahre, bis man wieder ausreichend Kerzen in den Läden liegen sah und die Produktion auf den kurzfristigen Bedarfsanstieg reagiert hatte.

  • DDR Arbeiten Vorteile und Nachteile? Umfrage?
    Antwort · · 16

    In der DDR galt das Prinzip "Das Recht und die Pflicht zur Arbeit". Es gab dort keine Arbeitslosen, und deshalb war auch das Arbeitsamt sehr klein und gab lediglich Hinweise auf freie Stellen. Im Umkehrschluss hieß das aber: Einfach mal gar nichts machen, eine Auszeit nehmen, womöglich gar im Ausland - das ging überhaupt nicht (der Urlaubsanspruch bertrug 3,5 Wochen im Jahr). Man konnte schon mal 1-2 Monate von seinen Ersparnissen leben, aber danach musste man sich wieder eine Arbeit suchen. Sonst konnte man wegen asozialen Verhaltens im Knast landen. Allerdings fand man problemlos jederzeit eine Arbeit, es sei denn, man hatte einen Ausreiseantrag gestellt. Aber selbst dann konnte man zumindest in einer kirchlichen Einrichtung Arbeit finden.

    Der Unterschied zur Marktwirtschaft: Alles wurde zentral geregelt, und jeder Chef versuchte, so viele Planstellen wie möglich zu bekommen. Es fiel ja immer mal jemand aus (vor allem junge Frauen während des Babyjahres - die Stellen mussten ihnen erhalten bleiben), und auf diese Weise war immer jemand da, der einspringen konnte. Im Umkehrschluss führte das dann auch dazu, dass, wenn alle anwesend waren, gar nicht genug Arbeit für alle vorhanden war. Dann hat man sich die Zeit anderweitig vertrieben (z. B. mit Einkaufen). Hauptsache, man war anwesend. Dadurch war das Arbeiten viel gemütlicher, und man nahm sich auch Zeit für die Probleme der Kollegen. Entlassen werden durfte keiner.

    Allerdings: In der Produktion, wo enge Normen vorgegeben waren, herrschte mehr Stress - auch im Handel, vor allem vor Feiertagen (Lebensmittel) oder wenn es mal etwas zu kaufen gab, das Engpass war. Die ausländischen Vertragsarbeiter, die in den 80er Jahren in die DDR kamen, wurden vorrangig in der Produktion eingesetzt, einige auch im Handel.

    Alle 2 Antworten
    Kommentar von stolenmoon ,

    Dankeschön :)

  • Was war genau die Rolle der Treuhand in der Wiedervereinigung von DDR und BRD?
    Antwort ·

    Theoretisch sollte sie die VEB privatisieren und für den Wettbewerb fit machen und unrentable Betriebe schließen.

    Praktisch sah das dann oft so aus, dass rentable Betriebe an die Konkurrenz verramscht wurden, die sie schließen ließ. Andere verkaufte man weit unter Wert an windige Geschäftemacher, die erst das Vermögen abzogen und den Betrieb dann pleite gehen ließen (s. VEB Wärmeanlagenbau in Berlin). Und fähige Leute aus dem Osten, die manchen Betrieb hätten retten können, hatten keine Chance gegen die mit mit Mercedes und Anzug erscheinenden Glücksritter aus dem Westen.

    Im Prinzip kann sich die Treuhand die Deindustrialisierung des Ostens auf ihre Fahnen schreiben.

    Positiv ist lediglich, dass man durch die Schließung der größten Dreckschleudern in vielen Gegenden im Osten wieder Luft bekommt, z. B. in Bitterfeld.

  • DDR - Wie begrüßte man sich vor Beginn des Schulunterrichts (Pioniere/FDJ)?
    Antwort · · 10

    Die Meldung: "Frau/Herr ......., ich melde, die Klasse ........ist zum Unterricht bereit. Es fehlt......." wurde jeden Morgen bzw. bei jedem neuen Lehrer als Meldung durch den Tafeldienst (immer abwechselnd 2 Schüler, die sich dafür neben dem Lehrerpult aufstellten) durchgeführt. Allerdings erst, als alle ruhig neben ihrer Bank standen. Danach sagte der Lehrer: "Glück auf!" Wir antworteten mit "Glück auf!" und durften uns dann setzen.

    In anderen Gegenden, die nicht wie meine Heimatstadt vom Bergbau geprägt waren, sagte man dann "Guten Morgen!", wie ich erfahren habe.

    "Für Frieden und Sozialismus, seid bereit!" "Immer bereit!" war der Pioniergruß. Den sagte man vor Fahnenappellen bzw. Feierlichkeiten, z. B. zum Tag der Republik, aber nicht vor Beginn des Unterrichts. Bei uns zumindest nicht.


  • Gilt DDR-Mietvertrag uneingeschrenkt weiter für den der in der AWG-Wohnung Wohnug verbleibt.?
    Antwort · · 11

    Normalerweise gelten die alten DDR-Mietverträge weiter. Ich weiß nur nicht, wie es bei Genossenschaften aussieht, da man hier ja quasi nicht Mieter, sondern Mitglied ist. Der alte Vertrag müsste jedoch auch für die Frau gelten, da sie durch Übertragung der Genossenschaftsanteile in den Vertrag eintritt.

    Sie sollte keinesfalls vorschnell unterschreiben, sondern sich zunächst beraten lassen (z. B. beim Mieterverein).

  • Waren die Popper auch im Osten vertreten?
    Antwort · · 1

    Ich kann mich nur an einen Artikel im "Neuen Leben" erinnern, in dem die Popper verrissen wurden wie zuvor schon die Hippies und andere westliche Jugendkulturen. Wir haben vieles nachgemacht, an Popper kann ich mich jedoch nicht erinnern. Allerdings hatte die Möglichkeit, sich über schicke Klamotten zu definieren und von anderen abzuheben, nur, wer selbst nähen konnte oder die entsprechende Westverwandtschaft hatte. Dass es so etwas in Berlin gab, kann ich mir durchaus vorstellen, aber in der Provinz eher nicht.

  • ALG2 Maßnahme ablehnen?
    Antwort · · 36

    Das ist wohl wieder eine Gelddruckmaschine für den Maßnahme-Anbieter. Leider musst du diese Maßnahme erst einmal annehmen. Wenn sie nichts taugt, dann beschwere dich möglichst weit oben, damit sie das Ganze man auf ihren Sinn überprüfen.

  • Wie sah die Frauenmode in den 70er Jahren in der DDR aus?
    Antwort · · 17

    Damals kam ich gerade in die Lehre und konnte mir meine ersten eigenen Klamotten kaufen. Das waren: Schlaghosen (sie konnten unten nicht weit genug sein), Pullover in Schockfarben (vor allem in knallgrün) oder die selbstgestrickten, mit farbigen Blumen verzierten Pullover aus Ungarn, Rippenpullis, Schnürchenpullis, Knautschlackstiefel und -röcke. Die Pumps hatten bequeme Blockabsätze. Auch Plateauschuhe waren in den 70ern angesagt, diese konnte ich mir jedoch nicht leisten. Die Röcke und Kleider (letztere auch in Rundstrick) waren größtenteils noch in mini oder knieumspielt, aber die Midi- und Maximode begann auch schon. Bei meinem Tanzstundenball (1973) trugen wir fast alle bodenlange Kleider oder Röcke. Beliebt war auch, unter dem bodenlangen Mantel ein Minikleid zu tragen. In den 70ern bekam ich dann einen bedruckten Midi-Glockenrock geschenkt, den ich viele Jahre trug. Hosen, die wie Glockenröcke aussahen und sonstige Hosenröcke fallen auch in diese Zeit. Und dann noch Tramper mit Fransen und Jesuslatschen.

    Da ich in der DDR aufgewachsen bin, kann es sein, dass im Westen diese Mode schon etwas früher angesagt war, denn bei uns kam alles etwas später. Dafür freuten wir uns, wenn wir dann die kaum getragenen Kleidungsstücke unserer Westverwandtschaft und -bekanntschaft bekamen, wenn diese dort aus der Mode kamen, denn dann waren diese Sachen bei uns der neueste Schrei.

    Schau dir auch mal Filme aus dieser Zeit an, da siehst du genau, was man damals trug.


    Alle 2 Antworten
    Kommentar von kimsinder ,

    Danke du hast mir sehr weiter geholfen 👍

  • Darf keine Freunde treffen wegen dem Islam?
    Antwort · · 560

    Deine Eltern sind offenbar religiöse Fanatiker, und mit diesen ist schlecht zu reden (sie reden ja offenbar auch mit dir nicht außer als Vorgesetzte). In strengen muslimischen Gesellschaften gibt es zwar eine strikte Geschlechtertrennung (Purdah), aber das bedeutet noch lange nicht, dass man sich nicht mit Freundinnen treffen oder diese nicht zu sich nach Hause einladen kann. Mit dem Islam kann man das jedenfalls nicht begründen. Hast du noch Brüder? Ich denke, die Verbote gelten nur für Mädchen, die man "rein" und unschuldig einem Ehemann übergeben will. In traditionellen Gesellschaften muss dieser dann auch einen hohen Brautpreis bezahlen. Und nach der Hochzeit muss er dann auf die Frau aufpassen, damit sie nur ja nicht auf die Idee kommt, frei sein zu wollen.

    Im Prinzip würde ich dir auch raten zu warten, bis du 18 Jahre alt bist und dann schnell von zu Hause ausziehen. Ich hatte seinerzeit auch strenge Eltern, die allerdings der Meinung waren, ich wäre für vieles noch zu jung und würde vielleicht auf die schiefe Bahn geraten (allerdings - gegen Schwimmbad und Kino hatten sie nichts, nur gegen Discos und Jungen). Mit 19 bin ich dann von zu Hause ausgezogen. Bei dir befürchte ich jedoch, dass deine Eltern dich evtl. schon eher zu einer Reise in ihre Heimat überreden und dich dann dort verheiraten wollen. Du wärst nicht die erste, die man mit 15 von der Schule abmeldet und dann verheiratet. Deshalb sollte es dich in Alarmstimmung versetzen, wenn sie dir für den Sommer eine Reise in ihre Heimat vorschlagen. Lehne das unbedingt ab und wende dich, falls sie dich zwingen wollen, an einen Verein wie "papatya" (www.papatya.org).

    Zwar wird es mächtig Ärger geben, wenn du dich an Jugendamt oder Polizei wendest, aber als letzte Lösung (wirklich nur als letzte) würde ich dir auch dazu raten. Deine Eltern müssen irgendwann begreifen, dass sie hier in Deutschland nicht nach Regeln leben können, die vielleicht im hintersten und rückständigsten Bergdorf Afghanistans gelten.

    Zur Lektüre empfehle ich dir noch von Ayaan Hirsi Ali: "Ich klage an".Sie stammt aus Somalia und beschäftigt sich sehr kritisch mit den traditionellen islamischen Gesellschaften. In diesem Buch gibt sie auch Tipps für Muslimas, die von ihrer Familie weglaufen wollen.

    Alle 62 Antworten
    Kommentar von samira0406 ,

    Wir werden in den Sommerferien in unser Heimatsland fliegen, das steht seid 2 Wochen fest!

    Oh Gott ich habe gerade so Panik! 

    Kommentar von tommygilbert ,

    Unsere Lehrerin war mal an einer Schule mit einigen muslimischen Mädchen. Jede Sommerferien sind deren Eltern in ihr Heimatland gereist (Türkei), die Mädchen kamen nicht wieder in die Klasse zurück...Womöglich zwangsverheiratet. Hast ja bist Sommerferien genügend Zeit. Du kannst deine Eltern fragen, ob du bei einem Verwandten unterkommen kannst, sodass deine Eltern ohne dich fahren. Wenn sie einverstanden wären, kannst du oben geschriebenes vergessen.

    Kommentar von furkansel ,

    Ich würde dir vor dem Gang zu den Behörden raten, es über die Moscheegemeinde zu versuchen. Vielleicht könnte da mal ein Hoca oder so auf deine Eltern einreden. Bei solchen Fragen kommt andauernd die Antwort mit Polizei und Jugendamt usw. aber wenn du das machst, kannst du deine Familie glaube ich für immer vergessen. Deshalb zuerst Moschee. Ist ja nicht verboten für Mädchen sich mit Freundinnen zu treffen und raus zu gehen.

    Kommentar von Claud18 ,

    Samira, fliege auf keinen Fall mit in eure Heimat! Wenn du erst einmal dort bist und womöglich auch keine deutsche Staats-bürgerschaft hast, kann dir dann nicht einmal mehr die deutsche Botschaft helfen. Und bei Minderjährigen hätten selbst bei deutscher Staatsbürgerschaft die Eltern noch das Aufenthalts-bestimmungsrecht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dich deine Eltern dort verheiraten wollen und dir deshalb alles verbieten, da sie deinem künftigen Ehemann eine reine und ahnungslose Muslimin übergeben wollen, die die Vergnügungen des "verdorbenen" Westens noch nicht einmal aus dem Kino kennt. (Wobei es natürlich auch sein kann, dass dein Zukünftiger eine Entrittskarte nach Deutschland braucht, und das geht am besten über eine Ehefrau mit Aufenthaltserlaubnis).

    Natürlich liebst du deine Eltern, jedes Kind tut das und ist loyal. Und es ist sehr schwer, sich mit 15 schon abzunabeln. Aber halte dir vor Augen: Deine Eltern lieben dich offensichtlich nicht, sonst würden sie nicht so mit dir umgehen. Zumindest würden sie mit dir reden. Selbst wenn sie der Überzeugung wären, eine frühe Heirat und das Fernhalten aller schädlicher Einflüsse wäre das Beste für dein Wohl, würden sie dir das zu erklären versuchen. Und sie würden es respektieren, wenn du "Nein" sagen würdest. Aber das tun sie ja offensichtlich nicht, sondern werden gleich handgreiflich. Das kommt mir so vor (entschuldige bitte diesen drastischen Vergleich) als wenn sie ein wertvolles Rennpferd verkaufen wollen und ärgerlich sind, weil das Pferd nicht mitspielt oder sich den Knöchel bricht.

    Bedenke auch, dass du erst recht allein bist, falls du in eurem Heimatland mit einem fremden Ehemann und einer fremden Familie zurückgelassen wirst.

    Lass dir alles durch den Kopf gehen und verweigere als allererstes die Reise. Du wirst sehen, wie deine Eltern reagieren. Akzeptieren sie deine Entscheidung, kannst du alles oben Geschriebene vergessen. Wenn ihr einen menschenfreundlichen und toleranten Imam in der Moscheengemeinde habt, könnte dieser durchaus versuchen, mit deinen Eltern zu reden und sie umzustimmen. Lassen sie nicht mit sich reden, dann wende dich an einen der hier genannten Vereine. Dort findest du Unterstützung und musst nicht alles allein ausfechten. Du musst natürlich davon ausgehen, dass das Fortlaufen von zu Hause zu einem Bruch mit deiner Familie führen wird. Und dass es mitunter lebensgefährlich sein kann, wenn du danach den Versprechungen deiner Familie Glauben schenkst und zurückkehrst. Aber du wirst Leute finden, die dich unterstützen, auch als Familienersatz. Dein Leben geht auch ohne deine Familie weiter. Letztendlich ist es deine Entscheidung, denn es geht um dein Leben.

    Panik ist jetzt ein schlechter Ratgeber. Du musst kühl und wohlkalkuliert handeln und alle Für und Wider gegeneinander abwägen.

  • Wo besteht der Unterschied zwischen einem Hartz 4 Empfänger zu einem Sozialhilfe Empfänger?
    Antwort · · 149

    Wer mindestens 3 Stunden täglich arbeiten kann, erhält Hartz IV. Wer das krankheitsbedingt oder wegen einer Behinderung nicht kann, erhält Sozialhilfe. Nicht jeder Sozialhilfeempfänger hat genug Arbeitsjahre zusammen, um EU-Rente zu bekommen. Bei dauerhafter voller EU-Rente, die zum Leben nicht reicht, gibt es ergänzende Grundsicherung, wie auch bei Altersrente. Diese ist in der Höhe gleich, muss aber nicht so oft beantragt werden.

    Es gibt auch Arbeitsgelegenheiten gerade für jüngere Sozialhilfeempfänger, diese überschreiten aber 2 Stunden am Tag nicht.

    Einen großen Unterschied gibt es zu Hartz IV: Wer Sozialhilfe oder Grundsicherung beziehen will, darf höchsten 2600.- € auf dem Konto haben. Bei Hartz-IV-Empfängern ist dieser Vermögensfreitrag wesentlich höher und richtet sich nach dem Lebensalter.

    Alle 7 Antworten
    Kommentar von Claud18 ,

    Ich habe hier etwas verwechselt: Die Grundsicherung hängt nicht vom Bezug einer Rente, sondern von der dauerhaften vollen Erwerbsminderung ab. Sozialhilfe gibt es bei befristeter voller Erwerbsminderung.

  • Hallo ihr lieben, mich interessiert warum die Ostbewohner der DDR nicht Reisen durften?
    Antwort · · 10

    Es durften nicht nur die Ostbewohner der DDR nicht in alle Länder reisen, sondern sämtliche DDR-Bewohner (in die sozialistischen Länder, mit Ausnahme Jugoslawiens, durften wir jedoch reisen). Es sei denn, sie bekamen eine Ausnahmegenehmigung. Rentner durften z. B. in den Westen Deutschlands reisen, nicht aber unbedingt in andere westliche Länder.

    Der Grund war die Angst der Regierung, dass die Leute nicht zurückkamen. Bei Rentnern war es ihr egal, die kosteten Geld und spielten keins ein. Wenn sie also nicht zurückkehrten, sparte sich der Staat ihre Rente.

    Und viele Repressalien funktionierten nur, wenn die Leute keine Fluchtmöglichkeit hatten. Sonst wären sie ja - wie es vor dem Mauerbau der Fall war - in Scharen davongelaufen. Hinzu kam, dass DDR-Bürger kein langwieriges Asylverfahren durchlaufen mussten, sondern sofort den bundesdeutschen Pass bekamen.

  • Unterlagen fürs Jobcenter?
    Antwort · · 13

    Setzt dich mit deinem Mitbewohner zusammen, und dann handelt ihr einen Vertrag aus, wieviel jeder von euch von der Gesamtgrundmiete und den Nebenkosten übernimmt (wenn z. B. die Zimmer unterschiedlich groß sind). Den unterschreibt ihr beide, und damit gehst du dann aufs JobCenter. Damit müssten sie schon zufrieden sein. Offenbar haben sie deinen Mietanteil schon vorliegen, und diesen müsst ihr dann nur noch nach Nettokaltmiete, Betriebs- und Heizkosten aufschlüsseln. Das wollen sie immer ganz genau wissen, damit sie nicht zu viel Wasser- oder Heizkosten bezahlen.

  • Zahlt die Krankenkasse fürs putzen bei alten Eltern
    Antwort · · 537

    Nur fürs Putzen allein nicht. Dafür müsstest schon eine Pflegestufe beantragen. Wird festgestellt, dass einer deiner Eltern oder beide in ihrer Alltagskompetenz eingeschränkt sind und Hilfe benötigen, wird eine Pflegestufe festgelegt, und daraufhin gibt es auch Pflegegeld. Dann sollten deine Eltern aber nicht, wenn der MDK zur Überprüfung kommt, aus Eitelkeit berichten, was sie alles noch können, vor allem nicht, wenn es gar nicht der Fall ist.