Antworten von Claud18

  • Bestraft Gott Menschen die manchmal/oft lügen und selten in die Kirche gehen?
    Antwort von Claud18 ·

    So einfach ist das nicht. Ich erlebe derzeit im Gegenteil, dass jene, die lügen und betrügen, meistens damit durchkommen und jene, die ehrlich und anständig leben, regelmäßig über den Tisch gezogen werden. Und klauen tun hier in der Großstadt auch viele wie die Raben und drohen einem noch Prügel an, wenn man ihnen das Geklaute wieder abnehmen will. Und viele der Großen erlassen schon die Gesetze so, dass immer sie einen Vorteil davon haben. Kein Wunder, wenn viele die Bibel als "Märchenbuch" beschimpfen, schließlich heißt es ja da im 7. Gebot "Du sollst nicht stehlen", und daran wollen sie sich nicht halten.

    Du musst also nicht glauben, dass einer bösen Tat die Strafe auf dem Fuß folgt oder dass Gott eine Strichliste führt, wie oft du in der Kirche warst. Und vor allem darfst du nicht denken, dass dein Wohlverhalten materiell belohnt wird oder z. B. mit guter Gesundheit.

    Ich möchte dir aber doch ein Bibelwort zum Nachdenken mitgeben: "Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?" (nach Luther - in einer neuen Übersetzung heißt es: "Wenn er dabei sich selbst verliert und Schaden nimmt"). Du solltest dir klar werden, was du möchtest. Willst du nur arbeiten und Geld verdienen (wobei das eine nicht unbedingt etwas mit dem anderen zu tun hat) oder gibt es noch Wichtigeres für dich? Freundschaft, Liebe, die Befriedigung, etwas geschafft, eine Aufgabe gelöst zu haben, Freude an der Natur (religiös könnte man sagen "an Gottes Schöpfung" - aber da sind ja auch schon die Großkonzerne dabei, alles zu zerstören, um Geld daraus zu machen), Musik, Kunst, die Entdeckung anderer, auch alter Kulturen, ein gutes Glas Wein usw. Also auch das, was Albert Schweizer "Ehrfurcht vor dem Leben" nennt.

    Und schlechte Menschen werden schon dadurch bestraft, dass sie die Freude an vielem, was außerhalb von Geld und Macht liegt, nicht kennen. Leider verderben sie diese Freude dann auch anderen oder versuchen es zumindest. Wenn du dich dem, soweit es geht, entziehst, dir die Freuden des Alltags nicht entgehen lässt und deine Mitmenschen anständig behandelst, dann handelst du nicht nur christlich, sondern wirst dich auch selbst wohlfühlen. Übrigens halte ich es für eine größere Zeitverschwendung, sich in der Kneipe volllaufen zu lassen als sich in die Kirche zu setzen und den Alltag eine Weile draußen zu lassen.

  • Was muss in Deutschland passieren, damit man auf der Straße landet?
    Antwort von Claud18 ·

    Ich denke, diese Leute haben sich aufgegeben, waren vielleicht zuvor schon lebensuntüchtig, hatten aber jemanden, der sich um sie kümmerte. Wenn dieser Jemand wegfällt (z. B. die Mutter stirbt oder die Frau sich scheiden lässt), sind sie hilflos oder schämen sich, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dann kommt Alkohol ins Spiel (evtl. war auch der Alkohol der Scheidungsgrund), dann Jobverlust, dann wird die Miete nicht mehr gezahlt, und zum Schluss landet der Betreffende auf der Straße. Und welcher Vermieter möchte einen schweren Alkoholiker, der die Badewanne nicht von der Toilette unterscheiden kann und nachts herumkrakeelt, als neuen Mieter haben? Die Betreffenden nehmen die Ablehnung wahr, schämen sich mitunter, ihr Selbstbewusstsein leidet, und sie trösten sich mit mehr Alkohol......Das ist ein Teufelskreis. Und dann gehen sie natürlich auch nicht mehr aufs Amt. Hinzu kommt (zumindest in Berlin), dass viele Mittellose aus Osteuropa zuwandern, auf die niemand wartet und für die auch keine Wohnungen bereitstehen. Und die sich mit der ganzen Bürokratie nicht auskennen, vielleicht noch nicht einmal Deutsch verstehen.

    Wenn man sieht, wie man manchmal schon um sein bisschen Hartz IV kämpfen muss, wie das Amt versucht, die Leute zu schikanieren oder falsche Bescheide ausstellt (zuungunsten des Hartz-IV-Empfängers), um Geld zu sparen, dann kann man sich vorstellen, dass jemand, der psychisch labil ist, dort lieber gar nicht mehr hingeht.

    Obdachlose Frauen bemerkt man seltener, weil diese sich offensichtlich besser unter Kontrolle haben (oder mehr Selbstbewusstsein) und ihre Obdachlosigkeit verstecken. Und wahrscheinlich auch eher auf dem Amt um Hilfe nachsuchen. Diese landen dann wohl eher in den schon genannten Wohnprojekten und finden evtl. mit Hilfe der Sozialarbeiter wieder eine eigene Wohnung.

    In seinem Buch "Männer lassen lieben", hat der Psychologe Wilfried Wieck festgestellt, dass die meisten Stadtstreicher am Bahnhof Zoo Männer sind, die von ihren Frauen  verlassen wurden. Aber sie sind nicht etwa dort gelandet, weil ihre geldgierigen Frauen ihnen den letzten Pfennig aus der Tasche gezogen hätten, sondern weil sie ohne die emotionale und häusliche Unterstützung ihrer Frauen nicht allein zurechtgekommen sind. Und die Frauen hatten es satt, immer den Ansprüchen der Männer nachkommen zu müssen, ohne je etwas zurückzubekommen (mal abgesehen vom monatlichen Gehaltsscheck - wenn überhaupt). Das Buch wurde in der 70er oder 80er Jahren geschrieben und scheint immer noch aktuell zu sein.

  • Wird die arabische Sprache als bedrohlich empfunden?
    Antwort von Claud18 ·

    Ich denke, es liegt weniger am Klang der Sprache als vielmehr an der Angst vor Terroristen. Hinzu kommt, dass wir in Berlin mehrere arabische Großfamilien haben, die große Nummern in der organisierten Kriminalität sind, von denen aber die wenigsten erwischt werden, weil alle zusammenhalten. Da guckt man schon mal skeptisch, wenn man arabische Laute hört. Mir ist auch aufgefallen, dass sich Araber oft anschreien, was auf Deutsche aggressiv wirkt - das ist es aber bei ihnen meist gar nicht, sondern der normale Umgangston.


    In einem arabischen Land dagegen, wo alle arabisch sprechen und man viele nette Leute kennenlernt, kommt man gar nicht auf solche Gedanken.

    Nimm doch den ängstlich dreinblickenden Leuten einfach die Angst, indem du freundlich auf sie zugehst und sie im besten Deutsch ansprichst (am besten wegen etwas Belanglosem, wie z. B. dem Wetter). Falls sie sich dann wundern und Interesse zeigen, erzähle ein paar Episoden aus deinem Leben. Damit dürftest du schon viele auf deiner Seite haben. Und jene, die dich trotzdem ablehnen, die meinen, jemand wie du hat in Deutschland nichts zu suchen, die kannst du getrost links liegenlassen.

  • Wieviel Sozialhilfe hätte ich bekommen, wenn ich NICHT Hartz IV gewählt hätte?
    Antwort von Claud18 ·

    Die Zahlungsbeträge sind bei Sozialhilfe und Hartz IV gleich. Bei Sozialhilfe hat man aber wesentlich geringere Vermögensfreibeträge und Freibeträge bei Zuverdienst. Zudem muss man bei Sozialhilfe nachweisen, dass einen nicht die Eltern oder Kinder unterstützen können bzw., wenn diese gut verdienen, greift das Sozialamt auf sie zurück. Das gibt es bei Hartz IV nicht. Deshalb kommt man damit immer besser als mit Sozialhilfe.

  • Statistiken zur Verbrechungsaufslösung BRD vs. DDR?
    Antwort von Claud18 ·

    Ich glaube nicht, dass dazu eine Statistik der DDR existiert, da es dort ja angeblich keine bzw. kaum Verbrechen gab, das war eine Spezialität der kapitalistischen Gesellschaft....

    Allerdings konnten die Täter leichter geschnappt werden, da der Fluchtweg begrenzt war. Man konnte sich nicht einfach nach Südamerika absetzen. Und da die Leute aufeinander aufpassten und normalerweise mit der Polizei zusammengearbeitet haben, wurde wahrscheinlich auch mehr aufgeklärt. Ich kann mich erinnern, dass ein Kellereinbruch bei meiner Kollegin aufgeklärt wurde. Heute kümmert sich die Polizei wohl um solche Peanuts gar nicht mehr, da bekommst du nur einen Schrieb für die Versicherung.

    Und Banküberfälle gab es überhaupt nicht. Wo hätten die Täter auch ihre Aluchips ausgeben können, ohne dass es aufgefallen wäre?

    Das Abhören war eine Spezialität der Stasi, inwieweit und ob überhaupt diese ihre Informationen der Polizei zur Verfügung stellte, ist mir nicht bekannt.

  • Der Spagat zwischen oppositioneller Arbeit und Systemtreue bleibt ein fortdauerndes Problem der Kirchen in der DDR. Was bedeutet der Satz?
    Hilfreichste Antwort von Claud18 ·

    In vielen Dingen vertraten die Kirchen eine andere Meinung als der Staat (und galten daher mitunter als "reaktionär"). Daher schwebte auch immer das Damoklesschwert des Verbots (vor allem der Jugendarbeit) über ihnen. Insofern musste man sich auch in gewisser Hinsicht dem Staat andienen, um nicht verboten zu werden. Die Rede war damals von "Kirche im Sozialismus". Die DDR war ein atheistischer Staat und hätte die Religion am liebsten gleich abgeschafft bzw. wollte sie den Leuten lediglich ihren sonntäglichen Kirchgang zugestehen. Ansonsten sollten sie sich anpassen und ihre Grundsätze auf keinen Fall mit in den Alltag nehmen. Daher war es für die Kirchen eine ständige Gratwanderung, zum einen ihre Grundsätze nicht zu verleugnen, zum anderen nicht zu sehr in Opposition zum Staat zu geraten.

  • Wieso gab es in der DDR oft nur Grundnahrungsmittel?
    Antwort von Claud18 ·

    Fleisch gab es schon, nur Raffinessen wie Schinken oder Zunge waren knapp. Allerdings stand man dafür jeden Freitag beim Fleischer an, abgepackte Ware gab es noch nicht. Wer dort nicht anstehen wollte, konnte z. B. in "Wild und Geflügel" tiefgefrorene Hähnchen oder sogar mal Wildschwein kaufen oder er kaufte sein Fleisch schon am Mittwoch.

    Die DDR litt unter ständiger Devisenknappheit, daher war alles, was importiert werden musste, knapp und teuer (traf eigentlich auch auf den Kaffee zu, aber da hätten die Leute revoltiert, wenn der Kaffee knapp geworden wäre - also war er teuer, dann trank man nicht so viel davon). Was dagegen an Lebensmitteln im Land produziert wurde, gab es meist auch - es sei denn, es ging in den Export, wie z. B. die schon erwähnte Rinderzunge. Die DDR-Mark war nicht konvertierbar, einen billigen Zukauf aus dem Ausland wie heute gab es damals nicht (lediglich aus dem RGW-Ausland wurde öfter etwas eingeführt, was aber auch oft nicht für alle reichte). Wir haben uns dann auch nach der Währungsunion gewundert, dass die Bananen plötzlich billiger waren als die einheimischen Äpfel, obwohl bei ersteren noch hohe Transportkosten hinzukamen.

  • DDR Krimi .Junge Frau verführt verheirateten Mann, BADESZENEN am See, Sie jedoch stiftet ihn an ,seine Frau zu töten. Wer kennt den Titel ?
    Antwort von Claud18 ·

    Hierzu fällt mir lediglich ein Film aus der Reihe "Der Staatsanwalt hat das Wort" ein, mit dem Titel "Hubertusjagd". Da ich ihn nicht gesehen, sondern nur die Rezensionen dazu gelesen habe, weiß ich nicht,ob du diesen meinst.

    Kommentar von Mapa1943 ,

    Hallo Claudi, dieser Film ist es nicht, leider. Eine hübsche junge Frau verliebt sich in einen verheirateten Mann, der ihr immer was ausliefert , glaube ich. Dann Verführungsszenen am See. Schliesslich ist er ihr total verfallen und tötet seine Frau. Ein echter Thriller zu DDR Zeiten , auch dort gedreht. Wer hilft mir diesen Thriller zu finden ? LG MaPa

    Kommentar von XC600 ,

    hmm ... dazu fällt mir nur ein der Polizeiruf  "Falscher Jasmin" ..........allerdings tötet der verheiratete Mann nicht seine Frau sondern seine Geliebte ..... der Rest von deiner Beschreibung würde aber passen ....

    Kommentar von Mapa1943 ,

    Vielen herzlichen Dank, ja dies ist der gesuchte Krimi. Tolllllll

  • Ist sie eine Psychopatin?
    Antwort von Claud18 ·

    Irgendetwas stimmt nicht mit ihr, vor allem, wenn sie dir ständig die Schuld an ihrem Fehlverhalten gibt. Frag sie mal, ob sie es auch toll finden würde, wenn jemand ihr Blut vergießen oder sie ermorden würde. Ich würde an deiner Stelle schnell das Weite suchen.