Antworten von Claud18

  • Benachteiligung von Christen in der DDR?
    Antwort · · 1

    Der Staat hatte die marxistisch-leninistische Weltanschauung propagiert, wonach Religion "Opium fürs Volk" ist. Da passten gläubige Christen natürlich nicht ins Bild.

    Meine Eltern haben das Kesseltreiben gegen die "junge Gemeinde" in den fünfziger Jahren miterlebt, als man junge Christen scharenweise aus der FDJ warf. Im Statut der FDJ  stand die Verpflichtung, an der Verbreitung des Marxismus-Leninismus mitzuwirken, und diese Lehre widersprach einer religiösen Überzeugung. Das machte man ihnen damals zum Vorwurf und verlangte von ihnen, sich von der Kirche loszusagen. Taten sie es nicht, flogen sie aus der FDJ und konnten Studium und Karriere vergessen.

    Später sah man das nicht mehr so eng und benachteiligte vor allem jene, die nicht in die FDJ eintraten bzw. nicht zur Jugendweihe gingen oder beides. Wobei es durchaus "Tauwetterperioden" gab. Meine Schwester hat es auch ohne FDJ und Jugendweihe auf die EOS geschafft (allerdings erst nach Intervention meiner Mutter - zuvor war sie trotz Einserzeugnisses abgelehnt worden). Nur herrschte damals nicht mehr eine solche Pogromstimmung wie einige Jahre zuvor, wo man ein Mädchen kurz vor dem Abitur von der Schule warf, weil sie auf einen Notizzettel bei der Klassenarbeit ein Kreuz gezeichnet hatte.

    Wenn man dann aber später einen Job hatte und diesen nicht gerade bei der Armee oder im Ministerium ausüben wollte, fragte niemand mehr nach Kirchenzugehörigkeit.

  • Wo kann ich altes DDR Spielzeug kaufen?
    Antwort · · 1

    Wenn du ein Smartphone hast, dann gib bei Ebay bei "ich folge diesen Suchen" das Stichwort "Plastikkater Mikesch DDR" ein. Dann wirst du jedes Mal informiert, wenn jemand so etwas einstellt (du kannst natürlich auch nur ein oder zwei Stichwörter angeben, dann gibt es mehr Informationen). Mit etwas Geduld klappt es vielleicht. Auf diese Weise habe ich manches lang gesuchte Stück gefunden.

  • Wie sah der Geschichtsunterricht in der DDR aus?
    Hilfreichste Antwort · · 118

    Man hat schon alles behandelt, aber wie Fuchssprung schon schreibt, tendenziös. Thomas Müntzer war gut, weil er ein Revolutionär war, Albrecht Dürer, weil er als erster realistisch malte und keine goldenen Hintergründe (alles, was "fortschrittlich" war, galt als gut, "Reaktionäre" dagegen, wie Martin Luther als schlecht). Die religiösen Hintergründe wurden kleingeredet. Über Bismarck regte man sich auf, weil er die Rente erst ab 70 einführte und natürlich die Sozialistengesetze ("Zuckerbrot und Peitsche"). Wenn ich heute daran denke, dass manche Politiker wieder die Rente erst ab 70 einführen wollen, es aber vor Bismarcks Zeit gar keine Rente gab, dann kann er ja so reaktionär nicht gewesen sein. Und was die Nazizeit betraf, so gab es Widerstand nur von den Kommunisten (dass die Geschwister Scholl einen katholischen Hintergrund hatten, ließ man gern unter den Tisch fallen). Und befreit wurden wir von der Sowjetarmee. Über die Massenvergewaltigungen durfte nicht gesprochen werden (unter der Hand wurde es aber eh erzählt). Von dem Attentat vom 20. Juli 1944 erfuhr ich erst aus einem sowjetischen (!) Film, den wir während des Unterrichts ansehen mussten. Zwar stand darüber auch etwas im Geschichtsbuch, aber im Unterricht wurde es nicht behandelt. Es passte eben nicht ins Bild.

    Die Revolution von 1848 wurde auch recht ausführlich behandelt. Schließlich ging es da gegen die "reaktionären" Adligen. Alles, was Revolution war, war gut. Aber im eigenen Land wollte man keine Revolution zulassen, man war ja auf der richtign Seite, da sprach man bei Veränderungswillen von "Konterrevolution". Und was nicht ins Bild passte, wurde passend gemacht.

    Alle 6 Antworten
    Kommentar von Huckebein3 ,


    tendenziös

    im Gegensatz zu heute. Der Geschichtsunterricht jetzt ist überhaupt nicht tendenziös.:)
    Weiteres dazu wäre hier für die Katz'.


    Und was die Nazizeit betraf, so gab es Widerstand nur von den
    Kommunisten (dass die Geschwister Scholl einen katholischen Hintergrund hatten, ließ man gern unter den Tisch fallen).


    Das Attentat vom 20. Juli wurde sehr wohl behandelt im Unterricht.
    Allerdings wurde der Widerstand der Kommunisten überhaupt nicht thematisiert, dafür der Widerstand des Grafen von Stauffenberg, der zwar Hitler beseitigen wollte, aber nicht daran dachte, den Krieg gegen die Sowjetunion zu beenden, sondern unter einer anderen Führung im Sinne des Finanzkapitals und des Bildungsbürgertums fortzusetzen, um das Präkariat nach alt hergebrachter Manier nach einem gewonnenen Krieg weiter auf Distanz halten und ausbeuten zu können.

    Die Geschwister Scholl wurden auch in der DDR geehrt, allerdings nicht mit Bezug auf deren katholische Konfession, weil die für den Widerstand gegen Hitler eine untergeordnete Rolle spielte. Hätte man das getan, wäre man wohl nicht umhin gekommen, die unrühmliche Rolle der Kirche im 3. Reich ebenfalls hervorzuheben.

    Befreit wurden wir von der Sowjetarmee. Das ist richtig. Als die Amis eingriffen, waren bereits alle Messen gesungen. Auch wenn man sich am liebsten den Sieg über Hitlerdeutschland aufs Sternenbanner geschrieben hätte. Versuche immer mal wieder sind nicht zu übersehen.

    Was die Vergewaltigungen betrifft, ist es schon lange kein Geheimnis mehr, dass derartige Vorfälle gleichermaßen durch die amerikanischen, englischen und französchen Soldaten begangen wurden.

    Übrigens wurde über Vergewaltigungen sowohl durch die eine als auch durch die andere Seite im Geschichtsunterricht der DDR überhaupt nicht gesprochen, da es darum ging, den Schülern die Gründe für Kriege verständlich zu machen und sich nicht an Erscheinungen festzuhalten, die zwar spektakulär, jedoch immer darauf gerichtet sind, den Feind als böse und sich selbst als gut und moralisch hinzustellen.

    http://www.focus.de/politik/deutschland/rote-armee-nach-zweitem-weltkrieg-am-sch...

    Man bleibe nur in der Gegenwart stehen, wo alles daran gesetzt wird, die Russen für die Aufrechterhaltung des kommunistischen Feindbildes weiter zu dämonisieren.

    Um der Wahrheit die Ehre zu geben: Über die Verbrechen der Stalinära wurde in der DDR nicht gesprochen, nicht, weil man sie guthieß, sondern weil man über diese Vorgänge unzureichend oder gar nicht informiert war, bzw. dem großen Bruder nicht auf die Füße treten wollte.
    Beweis dafür sind die deutschen Antifaschisten, die guten Glaubens Asyl in der Sowjetunion gefunden hatten und dem Stalinterror zum Opfer fielen.
    Ein leider unrühmliches Kapitel, das an Intensität und Ausmaß nicht systemimmanent für die DDR war.
    Unterwürfige Loyalität kennen wir auch aus der Gegenwart, was die Beziehungen zu unserem Herrn und Meister betreffen.

    Dass die DDR geschichtliche Ereignisse entsprechend ihrer Ideologie wertete, steht außer Zweifel, da die DDR nicht die Wiederbelebung des Kapitalismus bzw. des Faschismus, sondern des Sozialismus zum Ziel hatte, was ihr aus unterschiedlichsten Gründen leider nicht gelang...


    Was nicht ins Bild passte, wurde passend gemacht!

    Wie wahr!

    Dasgleiche und schlimmer haben wir es jetzt mit umgekehrten Vorzeichen.
    Es wird gehetzt, verunglimpft, gelogen, diskreditiert, derzeit der Teufel in Gestalt von Putin an die Wand gemahlt  und kein noch so gemeines Bashing ausgelassen, um künftige Generationen für eine gesunde Beziehung zu Russland zu verderben, was weitgehend bereits Früchte getragen hat.

    Was Konterrevolution betrifft: Das ist ein Terminus, den jeder entsprechend seines von ihm verfolgten Zieles anwendet.

    Nun noch etwas Allgemeines zum Geschichtsunterricht:

    Es wurde in der DDR weniger Wert darauf gelegt, Geburts- und andere Daten von Persönlichkeiten oder Schlachten auswendig zu pauken, sondern eher darauf, die in einer bestimmten geschichtlichen Epoche angesiedelten Ereignisse im geschichtlichen Kontext zu betrachten, und das in der DDR immer vom Standpunkt derer aus, die den Reichtum der Oberschicht erschufteten.

    Jedes System gibt die Fakten der Geschichte an künftige Generationen immer in seinem Sinne weiter.
    So einfach ist das!

    Kommentar von 666Phoenix ,

    Huckenbein, 

    Danke für Deinen Beitrag! Sonst hätte ich hier was zu diesem Beitrag abgelassen, was vermutlich wiedermal zu einer Kontensperrung geführt hätte.

    Ich denke, je weiter die DDR in die Geschichte entrückt, desto mehr Unsinn wird über sie produziert!

    Kommentar von 666Phoenix ,

    Sorry, "Huckebein"! Kleiner Dreckfuhler!

    Kommentar von voayager ,


    Aber im eigenen Land wollte man keine Revolution zulassen,

    Meine Güte, das deutsche Volk hatte einige Jahre vorher zu 90% dem Hitler-Faschismus gehuldigt, wie kann man denn da von Revolutionsgelüsten in der Bevölkerung sprechen, diesem Spießervolk der Deutschen! du sorgst fürwahr für ungewollte Komik.

  • Wie nennt man dieses Gesellschaftssystem?
    Antwort · · 5

    Das ist sehr schwierig zu beantworten, denn auch in der DDR gab es - wenn auch nicht in allen Branchen - Leistungslohn. Es lag dann an dem jeweiligen Chef, wie er das handhabte, ob er diesen tatsächlich nach Leistung vergab oder - um Ärger zu vermeiden - nach dem Gießkannenprinzip verteilte.

    Noch etwas anderes habe ich in Ungarn erlebt, denn dort gab es viele kleine Privatläden bzw. -firmen, die man in der DDR so nicht zugelassen hätte. Daher war auch das Warenangebot - vor allem, was Textilien und Schuhe anging - wesentlich vielseitiger. Allerdings war der Wohlstand dort m. E. nicht größer als bei uns, da in gewisser Hinsicht damals auch schon Marktwirtschaft herrschte. So kostete eine 4-Zimmer-Wohnung im Zentrum Budapests damals schon umgerechnet 500.- Mark Miete - in der DDR unvorstellbar. Meine ungarischen Bekannten konnten sie nur bezahlen, indem sie zu dritt darin wohnten - Großmutter, Mutter und Sohn mit jeweils eigenem Einkommen. Zudem kamen viele Ungarn in die DDR zum Arbeiten (mit Hilfe von Staatsverträgen), da die Bezahlung dort offenbar besser war als in Ungarn. Man bekam in Ungarn vieles, was es bei uns nicht gab - aber teuer.

    Auch in der DDR gab es Betriebe, die Gewinne abwarfen und fähige Betriebsleiter, aber die Gewinne flossen alle in den Staatshaushalt. Davon wurden dann z. B. die sozialpolitischen Maßnahmen (wie Babyjahr und Ehekredit) finanziert. Es ist also schwer zu entscheiden, was man nun als Wohlstand deklarieren will und wie man Leistung definiert. In der DDR wurde Kindererziehung zweifellos als eine Leistung anerkannt, die in gewissem Maße honoriert wurde. Heutzutage gelten Kinder eher als Privatvergnügen und Eltern, die sich eine Auszeit wegen der Kindererziehung nehmen, schon fast als Faulenzer, denen man anschließend den Aufstieg verwehrt.

    Vielleicht kommt das skandinavische Modell deiner Fragestellung am nächsten, aber auch diese Gesellschaftssysteme bezeichnet man als kapitalistisch.

  • Darf ich einen gebuchten Urlaub vor Antragstellung für Hartz4 antreten?
    Antwort · · 6

    Wenn du unbedingt verreisen willst, stell´ deinen Hartz-IV-Antrag erst nach deinem Urlaub (allerdings musst du wissen, wovon du in der Zwischenzeit lebst und wie du dich krankenversicherst). Falls du eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen hast, die auch bei Arbeitslosigkeit in Kraft tritt, kannst du deine Reise noch stornieren. Du schreibst nicht, wann dein Urlaub beginnen soll, aber in den ersten 3 Monaten der Arbeitslosigkeit müssen sie ihn dir nicht genehmigen, da in dieser Zeit (nach deren Lesart) die Vermittlungschancen am größten sind. Ein wohlwollender Sachbearbeiter wird dir evtl. auf Grund deiner Krankheit den Urlaub trotzdem genehmigen, aber sicher sein kannst du dir da nicht.

    Solange du noch keine Leistung beziehst, kannst du selbstverständlich ohne Genehmigung verreisen (das habe ich vor Jahren auch so gemacht).


  • Wie kann ich möglichst lange überleben ohne zu arbeiten oder zu betteln?
    Antwort · · 10

    Indem du dir die entsprechenden Grundlagen zusammensparst bzw. in einer Firma arbeitest, die dir nach 6 Arbeitsjahren ein Sabbatjahr gewährt. Es gibt etliche Leute, die ein Jahr lang auf Weltreise gegangen sind, aber das Geld mussten siesich  vorher zusammensparen (eine reiche Erbtante tut´s ggf. auch, aber die hat nicht jeder). Danach wird dir aber nichts anderes übrigbleiben als wieder zu arbeiten.

  • Pflegegeld - Hartz 4 - Wohnkosten?
    Antwort · · 4

    Das Pflegegeld wird nicht auf die Hartz-IV-Leistungen angerechnet! Du kannst dich bei der Pflege Angehöriger sogar von der Bewerbungspflicht befreien lassen. Frag mal beim JobCenter nach.

    Schließe mit deinem Vater einen Untermietvertrag ab. Deine Miete muss das JobCenter dann übernehmen.

  • Welches DDR Porto galt 1990 für Briefe in die BRD und welche Briefmarken gab es?
    Hilfreichste Antwort · · 11

    Das Porto für einen Brief in die BRD kostete 35 Pfennig, die Karte 25 (zum Vergleich: Innerhalb der DDR war das Briefporto 20 Pfennig, die Karte kostete 10). Es gab (neben den Sondermarken) eine Dauermarkenserie, die die Ulbricht-Marken nach dessen Tod ablösten: 20-Pfennig-Marke rot mit Lenindenkmal und Neubauten, 10-Pfennig-Marke grün mit Palast der Republik (anfangs war der Neptunbrunnen darauf abgebildet). Wie die anderen Marken aussahen, weiß ich leider nicht mehr.

    Ulbricht-Marken sind mir, seit sie nicht mehr verkauft wurden, nicht mehr untergekommen, deshalb kann ich auch nicht sagen, ob man später noch damit frankieren konnte.

    Zum Auslandsporto: Dafür gab es Tabellen. Die 35 Pfennig für die BRD galten schon als Auslandsporto und galten wohl auch für alle kapitalistischen Länder Europas. In die sozialistischen Länder konnte man wie im Inland frankieren. Ggf. kamen dann nur noch Luftpostzuschläge hinzu.

    Alle 2 Antworten
    Kommentar von Claud18 ,

    Danke für den Stern! Soweit ich mich jetzt ebenfalls erinnere, war auf der 5-Pfennig-Marke der Dauerserie ein Pelikan abgebildet für den Tierpark Berlin, aber 100%ig sicher bin ich mir leider nicht. Ich weiß nicht, ob sich unter meinen alten Briefen noch eine Drucksache (diese kostete 5 Pfennig) befindet.

  • Wann öffnen die Menschen endlich die Augen?
    Antwort · · 222

    Die ganze Werbung ist doch nur darauf ausgerichtet, dass die Leute ihr Geld für irgendwelchen Mist ausgeben und vorher malochen, um sich diesen Mist auch leisten zu können. Guck dir doch so etwas nicht an. Wie du schon richtig bemerkt hast: Was heute als cool gilt, ist morgen schon von vorgestern, nur damit du dem nächsten Trend hinterherhechtest. Bleib bei deiner Linie und lass dich von so etwas nicht beeinflussen.

    Übrigens: Ich finde eine ehrliche Putzfrau achtenswerter als einen Immobilienhai, der Geringverdiener aus ihren Wohnungen wirft. Auch wenn letzterer mit Geld und schickem Wagen protzen kann. Das sind alles nur Äußerlichkeiten.

    Alle 74 Antworten
    Kommentar von Samira1003 ,

    Das sehe ich genau so, wäre mir auch nicht zu schade selber Putzen zu gehen. Ich habe es als Beispiel genommen weil Putzfrauen minderwertig hingestellt oder betrachtet werden, was nicht stimmt und ich meine jetzt nicht das alle Menschen so denken aber so präsentiert man sie im TV. Es fällt dann auf weil viele nicht putzen würden, weil das wie eine Gehirnwäsche eingetrichtert wurde. Das aber auch in vielen anderen Bereichen. Da sieht man im TV eine wunderschöne Frau, strahlend weiße Zähne, vielleicht Polizisten und raucht genüsslich ihre Zigarette, dann kommt der Verdächtige und flüchtet, sie rennt hinterher obwohl die Raucherlunge sie nach 100m zum stehen bringen würde. Außerdem sehen Raucher älter aus und haben gelbe Zähne, aber bei der Frau sieht es gut aus und man bekommt Bock auf ne Kippe. Das meine ich mit manipulieren.   

    Kommentar von ceevee ,

    Wusstest du eigentlich schon, dass es auch sportliche Raucher gibt? Und Raucher, die sich regelmäßig die Zähne putzen?

    Oder wurdest du von den Medien schon so sehr manipuliert, dass du das nicht mehr erkennst?

    Kommentar von Etter ,

    Weißte was witzig ist? Ich kenne den ein oder anderen Raucher. Und ich weiß was der ein oder andere von denen trainiert. Ausdauer da tägliches fahrradfahren + 3x Krafttraining pro Woche. Ich behaupte die hängen dich teilweise ab.

    Hast du eig. nicht oben erwähnt, dass rauchen jetzt angeblich uncool ist? Ist das nicht also ein Widerspruch in deiner Argumentation?

    Mir hängen übrigends diese Klischees und Vorurteile sowas von zum Hals raus. Und Doppelmoral geht mir auch aufn Keks. Herzlichen Glückwunsch, du hast beides erreicht.

    Vll. solltest du dir mal Gedanken um deine eigene Manipulation machen.

  • sozialversicherungen ddr?
    Antwort · · 13

    Eine Arbeitslosenversicherung gab es in der DDR nicht, da es keine Arbeitslosen gab. Es bleiben also Kranken- und Rentenversicherung. Dafür zahlte man im Monat 10% von seinem Bruttolohn, im Höchstfall 60.- Mark. Dann gab es noch die freiwillige Zusatzrentenversicherung, für die man für den 600.- Mark überschreitenden Bruttolohn noch einmal 10% zahlen musste, im Höchstfall 120.- Mark. Dafür erhielt man dann im Alter eine Rente auf Grund des tatsächlichen Verdienstes. Wer diese Zusatzrentenversicherung nicht abgeschlossen hatte, erhielt nur eine Rente auf der Grundlage von 600.- Mark (bzw. weniger, wer weniger verdient hatte).

    Zuzahlungen usw. gab es nicht, allerdings Engpässe (z. B. beim Zahnersatz). Wollte man mal 1-2 Monate nicht arbeiten, konnte man sich in dieser Zeit für 10.- Mark im Monat freiwillig versichern.

    Da die meisten Betriebe unter staatlicher Aufsicht standen und auch ihren Gewinn an den Staatshaushalt abführen mussten (von dort kamen dann wieder Gelder für Investitionen oder Planstellen), kann ich mir das Arbeitgebermodell, wie es bei Wikipedia erläutert wird, nicht vorstellen. Das traf vielleicht auf die wenigen Privaten und Freiberufler zu. Allerdings gab es bei Schwerpunktbetrieben auch Betriebsrenten, die m. E. aber auch alle über die staatliche Versicherung liefen.

    Ich habe selbst einige Jahre Lohnabrechnungen gemacht, und dabei habe ich nichts von einem Arbeitgeberanteil entdeckt.


  • Vorteile und Nachteile Planwirtschaft während der DDR?
    Antwort · · 43

    Vorteile:

    Sicherheit für Arbeitnehmer

    Nachteile:

    Auf kurzfristige Veränderungen (Nachfrage, Havarien) konnte nicht schnell genug reagiert werden mit den üblichen Folgen: Engpässe, Produktionsausfall usw. Ein Beispiel: Der Winter 1978/79 bzw. 1979 spielte verrückt, und auf Grund von Schneestürmen kam es zu häufigen Stromausfällen. Die Leute kauften deshalb alle vorhandenen Kerzen auf. Es dauerte Jahre, bis man wieder ausreichend Kerzen in den Läden liegen sah und die Produktion auf den kurzfristigen Bedarfsanstieg reagiert hatte.

  • DDR Arbeiten Vorteile und Nachteile? Umfrage?
    Antwort · · 23

    In der DDR galt das Prinzip "Das Recht und die Pflicht zur Arbeit". Es gab dort keine Arbeitslosen, und deshalb war auch das Arbeitsamt sehr klein und gab lediglich Hinweise auf freie Stellen. Im Umkehrschluss hieß das aber: Einfach mal gar nichts machen, eine Auszeit nehmen, womöglich gar im Ausland - das ging überhaupt nicht (der Urlaubsanspruch bertrug 3,5 Wochen im Jahr). Man konnte schon mal 1-2 Monate von seinen Ersparnissen leben, aber danach musste man sich wieder eine Arbeit suchen. Sonst konnte man wegen asozialen Verhaltens im Knast landen. Allerdings fand man problemlos jederzeit eine Arbeit, es sei denn, man hatte einen Ausreiseantrag gestellt. Aber selbst dann konnte man zumindest in einer kirchlichen Einrichtung Arbeit finden.

    Der Unterschied zur Marktwirtschaft: Alles wurde zentral geregelt, und jeder Chef versuchte, so viele Planstellen wie möglich zu bekommen. Es fiel ja immer mal jemand aus (vor allem junge Frauen während des Babyjahres - die Stellen mussten ihnen erhalten bleiben), und auf diese Weise war immer jemand da, der einspringen konnte. Im Umkehrschluss führte das dann auch dazu, dass, wenn alle anwesend waren, gar nicht genug Arbeit für alle vorhanden war. Dann hat man sich die Zeit anderweitig vertrieben (z. B. mit Einkaufen). Hauptsache, man war anwesend. Dadurch war das Arbeiten viel gemütlicher, und man nahm sich auch Zeit für die Probleme der Kollegen. Entlassen werden durfte keiner.

    Allerdings: In der Produktion, wo enge Normen vorgegeben waren, herrschte mehr Stress - auch im Handel, vor allem vor Feiertagen (Lebensmittel) oder wenn es mal etwas zu kaufen gab, das Engpass war. Die ausländischen Vertragsarbeiter, die in den 80er Jahren in die DDR kamen, wurden vorrangig in der Produktion eingesetzt, einige auch im Handel.

    Alle 2 Antworten
    Kommentar von stolenmoon ,

    Dankeschön :)

  • Was war genau die Rolle der Treuhand in der Wiedervereinigung von DDR und BRD?
    Antwort ·

    Theoretisch sollte sie die VEB privatisieren und für den Wettbewerb fit machen und unrentable Betriebe schließen.

    Praktisch sah das dann oft so aus, dass rentable Betriebe an die Konkurrenz verramscht wurden, die sie schließen ließ. Andere verkaufte man weit unter Wert an windige Geschäftemacher, die erst das Vermögen abzogen und den Betrieb dann pleite gehen ließen (s. VEB Wärmeanlagenbau in Berlin). Und fähige Leute aus dem Osten, die manchen Betrieb hätten retten können, hatten keine Chance gegen die mit mit Mercedes und Anzug erscheinenden Glücksritter aus dem Westen.

    Im Prinzip kann sich die Treuhand die Deindustrialisierung des Ostens auf ihre Fahnen schreiben.

    Positiv ist lediglich, dass man durch die Schließung der größten Dreckschleudern in vielen Gegenden im Osten wieder Luft bekommt, z. B. in Bitterfeld.

  • DDR - Wie begrüßte man sich vor Beginn des Schulunterrichts (Pioniere/FDJ)?
    Antwort · · 21

    Die Meldung: "Frau/Herr ......., ich melde, die Klasse ........ist zum Unterricht bereit. Es fehlt......." wurde jeden Morgen bzw. bei jedem neuen Lehrer als Meldung durch den Tafeldienst (immer abwechselnd 2 Schüler, die sich dafür neben dem Lehrerpult aufstellten) durchgeführt. Allerdings erst, als alle ruhig neben ihrer Bank standen. Danach sagte der Lehrer: "Glück auf!" Wir antworteten mit "Glück auf!" und durften uns dann setzen.

    In anderen Gegenden, die nicht wie meine Heimatstadt vom Bergbau geprägt waren, sagte man dann "Guten Morgen!", wie ich erfahren habe.

    "Für Frieden und Sozialismus, seid bereit!" "Immer bereit!" war der Pioniergruß. Den sagte man vor Fahnenappellen bzw. Feierlichkeiten, z. B. zum Tag der Republik, aber nicht vor Beginn des Unterrichts. Bei uns zumindest nicht.


  • Gilt DDR-Mietvertrag uneingeschrenkt weiter für den der in der AWG-Wohnung Wohnug verbleibt.?
    Antwort · · 15

    Normalerweise gelten die alten DDR-Mietverträge weiter. Ich weiß nur nicht, wie es bei Genossenschaften aussieht, da man hier ja quasi nicht Mieter, sondern Mitglied ist. Der alte Vertrag müsste jedoch auch für die Frau gelten, da sie durch Übertragung der Genossenschaftsanteile in den Vertrag eintritt.

    Sie sollte keinesfalls vorschnell unterschreiben, sondern sich zunächst beraten lassen (z. B. beim Mieterverein).

  • Waren die Popper auch im Osten vertreten?
    Antwort · · 4

    Ich kann mich nur an einen Artikel im "Neuen Leben" erinnern, in dem die Popper verrissen wurden wie zuvor schon die Hippies und andere westliche Jugendkulturen. Wir haben vieles nachgemacht, an Popper kann ich mich jedoch nicht erinnern. Allerdings hatte die Möglichkeit, sich über schicke Klamotten zu definieren und von anderen abzuheben, nur, wer selbst nähen konnte oder die entsprechende Westverwandtschaft hatte. Dass es so etwas in Berlin gab, kann ich mir durchaus vorstellen, aber in der Provinz eher nicht.