Hilfreichste Antworten von Claud18

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  • Wie sah der Geschichtsunterricht in der DDR aus?
    Hilfreichste Antwort · · 118

    Man hat schon alles behandelt, aber wie Fuchssprung schon schreibt, tendenziös. Thomas Müntzer war gut, weil er ein Revolutionär war, Albrecht Dürer, weil er als erster realistisch malte und keine goldenen Hintergründe (alles, was "fortschrittlich" war, galt als gut, "Reaktionäre" dagegen, wie Martin Luther als schlecht). Die religiösen Hintergründe wurden kleingeredet. Über Bismarck regte man sich auf, weil er die Rente erst ab 70 einführte und natürlich die Sozialistengesetze ("Zuckerbrot und Peitsche"). Wenn ich heute daran denke, dass manche Politiker wieder die Rente erst ab 70 einführen wollen, es aber vor Bismarcks Zeit gar keine Rente gab, dann kann er ja so reaktionär nicht gewesen sein. Und was die Nazizeit betraf, so gab es Widerstand nur von den Kommunisten (dass die Geschwister Scholl einen katholischen Hintergrund hatten, ließ man gern unter den Tisch fallen). Und befreit wurden wir von der Sowjetarmee. Über die Massenvergewaltigungen durfte nicht gesprochen werden (unter der Hand wurde es aber eh erzählt). Von dem Attentat vom 20. Juli 1944 erfuhr ich erst aus einem sowjetischen (!) Film, den wir während des Unterrichts ansehen mussten. Zwar stand darüber auch etwas im Geschichtsbuch, aber im Unterricht wurde es nicht behandelt. Es passte eben nicht ins Bild.

    Die Revolution von 1848 wurde auch recht ausführlich behandelt. Schließlich ging es da gegen die "reaktionären" Adligen. Alles, was Revolution war, war gut. Aber im eigenen Land wollte man keine Revolution zulassen, man war ja auf der richtign Seite, da sprach man bei Veränderungswillen von "Konterrevolution". Und was nicht ins Bild passte, wurde passend gemacht.

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    Kommentar von Huckebein3 ,


    tendenziös

    im Gegensatz zu heute. Der Geschichtsunterricht jetzt ist überhaupt nicht tendenziös.:)
    Weiteres dazu wäre hier für die Katz'.


    Und was die Nazizeit betraf, so gab es Widerstand nur von den
    Kommunisten (dass die Geschwister Scholl einen katholischen Hintergrund hatten, ließ man gern unter den Tisch fallen).


    Das Attentat vom 20. Juli wurde sehr wohl behandelt im Unterricht.
    Allerdings wurde der Widerstand der Kommunisten überhaupt nicht thematisiert, dafür der Widerstand des Grafen von Stauffenberg, der zwar Hitler beseitigen wollte, aber nicht daran dachte, den Krieg gegen die Sowjetunion zu beenden, sondern unter einer anderen Führung im Sinne des Finanzkapitals und des Bildungsbürgertums fortzusetzen, um das Präkariat nach alt hergebrachter Manier nach einem gewonnenen Krieg weiter auf Distanz halten und ausbeuten zu können.

    Die Geschwister Scholl wurden auch in der DDR geehrt, allerdings nicht mit Bezug auf deren katholische Konfession, weil die für den Widerstand gegen Hitler eine untergeordnete Rolle spielte. Hätte man das getan, wäre man wohl nicht umhin gekommen, die unrühmliche Rolle der Kirche im 3. Reich ebenfalls hervorzuheben.

    Befreit wurden wir von der Sowjetarmee. Das ist richtig. Als die Amis eingriffen, waren bereits alle Messen gesungen. Auch wenn man sich am liebsten den Sieg über Hitlerdeutschland aufs Sternenbanner geschrieben hätte. Versuche immer mal wieder sind nicht zu übersehen.

    Was die Vergewaltigungen betrifft, ist es schon lange kein Geheimnis mehr, dass derartige Vorfälle gleichermaßen durch die amerikanischen, englischen und französchen Soldaten begangen wurden.

    Übrigens wurde über Vergewaltigungen sowohl durch die eine als auch durch die andere Seite im Geschichtsunterricht der DDR überhaupt nicht gesprochen, da es darum ging, den Schülern die Gründe für Kriege verständlich zu machen und sich nicht an Erscheinungen festzuhalten, die zwar spektakulär, jedoch immer darauf gerichtet sind, den Feind als böse und sich selbst als gut und moralisch hinzustellen.

    http://www.focus.de/politik/deutschland/rote-armee-nach-zweitem-weltkrieg-am-sch...

    Man bleibe nur in der Gegenwart stehen, wo alles daran gesetzt wird, die Russen für die Aufrechterhaltung des kommunistischen Feindbildes weiter zu dämonisieren.

    Um der Wahrheit die Ehre zu geben: Über die Verbrechen der Stalinära wurde in der DDR nicht gesprochen, nicht, weil man sie guthieß, sondern weil man über diese Vorgänge unzureichend oder gar nicht informiert war, bzw. dem großen Bruder nicht auf die Füße treten wollte.
    Beweis dafür sind die deutschen Antifaschisten, die guten Glaubens Asyl in der Sowjetunion gefunden hatten und dem Stalinterror zum Opfer fielen.
    Ein leider unrühmliches Kapitel, das an Intensität und Ausmaß nicht systemimmanent für die DDR war.
    Unterwürfige Loyalität kennen wir auch aus der Gegenwart, was die Beziehungen zu unserem Herrn und Meister betreffen.

    Dass die DDR geschichtliche Ereignisse entsprechend ihrer Ideologie wertete, steht außer Zweifel, da die DDR nicht die Wiederbelebung des Kapitalismus bzw. des Faschismus, sondern des Sozialismus zum Ziel hatte, was ihr aus unterschiedlichsten Gründen leider nicht gelang...


    Was nicht ins Bild passte, wurde passend gemacht!

    Wie wahr!

    Dasgleiche und schlimmer haben wir es jetzt mit umgekehrten Vorzeichen.
    Es wird gehetzt, verunglimpft, gelogen, diskreditiert, derzeit der Teufel in Gestalt von Putin an die Wand gemahlt  und kein noch so gemeines Bashing ausgelassen, um künftige Generationen für eine gesunde Beziehung zu Russland zu verderben, was weitgehend bereits Früchte getragen hat.

    Was Konterrevolution betrifft: Das ist ein Terminus, den jeder entsprechend seines von ihm verfolgten Zieles anwendet.

    Nun noch etwas Allgemeines zum Geschichtsunterricht:

    Es wurde in der DDR weniger Wert darauf gelegt, Geburts- und andere Daten von Persönlichkeiten oder Schlachten auswendig zu pauken, sondern eher darauf, die in einer bestimmten geschichtlichen Epoche angesiedelten Ereignisse im geschichtlichen Kontext zu betrachten, und das in der DDR immer vom Standpunkt derer aus, die den Reichtum der Oberschicht erschufteten.

    Jedes System gibt die Fakten der Geschichte an künftige Generationen immer in seinem Sinne weiter.
    So einfach ist das!

    Kommentar von 666Phoenix ,

    Huckenbein, 

    Danke für Deinen Beitrag! Sonst hätte ich hier was zu diesem Beitrag abgelassen, was vermutlich wiedermal zu einer Kontensperrung geführt hätte.

    Ich denke, je weiter die DDR in die Geschichte entrückt, desto mehr Unsinn wird über sie produziert!

    Kommentar von 666Phoenix ,

    Sorry, "Huckebein"! Kleiner Dreckfuhler!

    Kommentar von voayager ,


    Aber im eigenen Land wollte man keine Revolution zulassen,

    Meine Güte, das deutsche Volk hatte einige Jahre vorher zu 90% dem Hitler-Faschismus gehuldigt, wie kann man denn da von Revolutionsgelüsten in der Bevölkerung sprechen, diesem Spießervolk der Deutschen! du sorgst fürwahr für ungewollte Komik.

  • Welches DDR Porto galt 1990 für Briefe in die BRD und welche Briefmarken gab es?
    Hilfreichste Antwort · · 11

    Das Porto für einen Brief in die BRD kostete 35 Pfennig, die Karte 25 (zum Vergleich: Innerhalb der DDR war das Briefporto 20 Pfennig, die Karte kostete 10). Es gab (neben den Sondermarken) eine Dauermarkenserie, die die Ulbricht-Marken nach dessen Tod ablösten: 20-Pfennig-Marke rot mit Lenindenkmal und Neubauten, 10-Pfennig-Marke grün mit Palast der Republik (anfangs war der Neptunbrunnen darauf abgebildet). Wie die anderen Marken aussahen, weiß ich leider nicht mehr.

    Ulbricht-Marken sind mir, seit sie nicht mehr verkauft wurden, nicht mehr untergekommen, deshalb kann ich auch nicht sagen, ob man später noch damit frankieren konnte.

    Zum Auslandsporto: Dafür gab es Tabellen. Die 35 Pfennig für die BRD galten schon als Auslandsporto und galten wohl auch für alle kapitalistischen Länder Europas. In die sozialistischen Länder konnte man wie im Inland frankieren. Ggf. kamen dann nur noch Luftpostzuschläge hinzu.

    Alle 2 Antworten
    Kommentar von Claud18 ,

    Danke für den Stern! Soweit ich mich jetzt ebenfalls erinnere, war auf der 5-Pfennig-Marke der Dauerserie ein Pelikan abgebildet für den Tierpark Berlin, aber 100%ig sicher bin ich mir leider nicht. Ich weiß nicht, ob sich unter meinen alten Briefen noch eine Drucksache (diese kostete 5 Pfennig) befindet.

  • Ist es rechtens, das das "alte Jobcenter" meinen neuen Mietvertrag haben will,und kann ich noch irgendwie mit Hilfe rechnen?
    Hilfreichste Antwort · · 29

    Durch deinen Umzug in eine andere Stadt ist ein neues Jobcenter für dich zuständig. Bei dem alten kannst du dich abmelden, dein neuer Mietvertrag geht sie nichts an (es sei denn, es sind sehr kleine Orte, und das JobCenter verwaltet mehrere).

    Umzugshilfe bekommst du natürlich nicht mehr. Dafür hättest du deinen Umzug vorher beantragen und genehmigen lassen müssen. Alle einmaligen Leistungen müssen vorher beantragt und genehmigt werden.

    Da sich jedoch jeder seinen Wohnort selbst aussuchen kann, hast du auch das Recht, in den Nachbarort zu ziehen und dich danach bei deinem neuen JobCenter anzumelden.

  • Wie wurden in der DDR mit Psychischen Störungen umgegangen, wie Schizophrenie, Autismus, usw?
    Hilfreichste Antwort · · 48

    Lies einmal das Buch "Flucht in die Wolken" von Sybille Muthesius, noch im DDR-Verlag herausgekommen. Sie hatte eine sehr begabte, übersensible Tochter, die öfters mal gegen die Regeln verstieß und durch die ständigen Maßregelungen depressiv wurde. Damals wurde noch alles versucht, um sie wieder "normal", eingliederungs- und arbeitsfähig zu machen, bis hin zu Elektroschocks (diese alte Methode wurde noch sehr lange angewendet und war Teil der Psychiatrie, ich fürchte, auch im Westen). Es hat nicht funktioniert, das Mädchen nahm sich mit 18 das Leben. Damals (vor allem in den 80ern) gab es schon sehr engagierte Psychotherapeuten, z. B. Hans-Joachim Maaz. Nur das Leiden an der Mauer und an dem Eingesperrtsein durfte nicht thematisiert werden; man versuchte, sich damit auch psychisch zu arrangieren.

    Was Autismus betraf: Davon las ich erstmalig in der Zeitschrift "Gesundheit" in den 80er Jahren. Zuvor hatte ich nie davon gehört. Die Erforschung dieser Störung steckte damals noch in den Kinderschuhen. Zudem nahm man an, die Betroffenen seien geistig behindert, die genialen Fähigkeiten einiger von ihnen (die zum Teil nicht einmal sprechen konnten) entdeckte man erst sehr viel später, als es die DDR schon nicht mehr gab.

    Für körperlich und geistig Behinderte gab es Heime, die vor allem im Besitz der Kirche waren. Von einer Freundin weiß ich, dass vor allem die Beschäftigten in Einrichtungen für geistig Behinderte großzügig vom Staat entlohnt wurden (bei sozialen Einrichtungen beteiligte sich der Staat an der Finanzierung, auch wenn diese im Besitz der Kirche waren). Da diese Heime auch Unterstützung durch Partnergemeinden in Westdeutschland erhielten, waren sie oft besser ausgestattet als Einrichtungen, die sich in staatlicher Hand befanden ( wovon mir staatliche Einrichtungen erst aus den 80er Jahren bekannt sind, zuvor überließ man das der Inneren Mission. In den 50er Jahren versuchte man einmal, alle kirchlichen Heime zu enteignen. Die Zustände dort müssen danach eine Katastrophe gewesen sein, so dass man die Heime sehr schnell wieder zurückgegeben hat, weil man mit den Behinderten nicht zurechtkam). An diese Heime waren Werkstätten angeschlossen, so dass jene, die dazu in der Lage waren, sich auch etwas zuverdienen konnten. Bei der Betreuung und der Integration Behinderter hat die Kirche bzw. die Innere Mission Hervorragendes geleistet, und zwar von Anfang an. In das "sozialistische Menschenbild"  passten Behinderte nicht, und so wurde das Thema lange Zeit aus der Öffentlichkeit verdrängt.

    Leider galten in der DDR Kinder mit Down-Syndrom nicht als bildungsfähig und wurden nicht eingeschult. Man brachte ihnen lediglich einfache Tätigkeiten bei, mit denen sie auch außerhalb der Heime ihren Lebensunterhalt verdienen konnten. Was nicht heißt, dass sie nicht auch Lesen und Schreiben gelernt hätten, wenn sie dazu in der Lage waren und jemand ihnen das beigebracht hat.

    Sonderschulen gab es allgemein für lernschwache Kinder, die in der normalen Schule überfordert waren.

    Dass es aber keine Diskriminierung gab, Kinder sich nicht über ihre Altersgenossen in der "Doofenschule" lustig gemacht hätten oder Eltern sich nicht für ihr behindertes Kind geschämt hätten, das kann ich nicht behaupten. Über dieses Thema wurde erst sehr spät offen geredet. Und von Mobbing Behinderter am Arbeitsplatz habe ich auch gehört, ein Antidiskriminierungsgesetz gab es noch nicht. Als sich ein leicht geistig Behinderter aus einem mir bekannten Heim das Leben nahm, weil er an seiner normalen Arbeitsstelle ständiger Ausnutzung seiner Gutmütigkeit und ansonsten Spott und Ausgrenzung ausgesetzt war (Menschen können sehr gemein sein), hat man seinen Bruder lieber in der Werkstatt im Heim behalten (das erzählten die Heimleiter). Dabei hätte dieser durchaus das Zeug dazu gehabt, in einem normalen Betrieb zu arbeiten, aber man wollte ihm derartige Kollegen nicht zumuten.

    Allgemein zu sagen, dass Behinderte schlecht behandelt wurden, ist Quatsch, aber wie überall kam es auf die Menschen an, auf die sie trafen.



  • Braucht man wenn man von Peru nach Bolivien einreist unbedingt eine Gelbfieberimpfung obwohl man sich nicht in Risikogebieten aufhält?
    Hilfreichste Antwort · · 40

    Ich brauchte damals (es ist schon einige Jahre her) keine Gelbfieberimpfung und habe mich dann direkt in Bolivien impfen lassen, als wir einen Ausflug ins Tiefland planten.

    Als Deutscher brauchst du auch kein Touristenvisum. Wenn ich die Einreisevorschriften richtig interpretiere (s. Link in der Antwort von James Blond), ist die Gelbfieberimpfung, wenn man in die tropischen Gebiete Boliviens reisen will, nur Bedingung, wenn man ein Visum braucht.

  • Mietübernahme nach abgelehntem, obwohl absolut notwendigem Umzug beim JobCenter?
    Hilfreichste Antwort · · 31

    Er hätte damals schon in Widerspruch und Klage gehen müssen. Wie es jetzt aussieht, weiß ich nicht. Wie du es schilderst, ist die Wohnung angemessen, und die Ablehnung war wohl nur reine Schikane. Ich würde zunächst einen Überprüfungsantrag stellen, da sowohl Wohnung als auch Miete angemessen sind. Am besten wäre es, ihr zieht einen Anwalt für Sozialrecht zu Rate (kostet lediglich 10.- € mit Beratungskostenhilfe).

    Allerdings: Den Mietanteil des Studenten bezahlt das JobCenter nicht, diesen muss er aus seinem Bafög bezahlen. Aber das trifft wohl in diesem Fall erst für die Zukunft zu.

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    Kommentar von Maloiya ,

    ja das wissen wir. es würde der Familie aber insg helfen, denn 150 € sind viel Geld. Nach Abzug der Miete bleiben der Familie noch knapp 1000 € übrig, und da haben sie noch keinen Strom und gar nichts bezahlt. Ich frage mich wirklich, wie sie die Jahre über so leben konnten.

  • Gab es in der DDR einen Kündigungsschutz auf der Arbeit und wenn ja, wie hat der ausgesehen?
    Hilfreichste Antwort · · 17

    In der DDR durfte man so gut wie nicht entlassen werden, selbst aus dem Gefängnis entlassene Straffällige erhielten zur Wiedereingliederung einen Arbeitsplatz zugewiesen. Um gekündigt zu werden, musste man schon regelmäßig zu spät kommen (und das nicht nur 10 Minuten) oder tagelang überhaupt nicht auf Arbeit erscheinen. Aber selbst das war schwierig, und dann hat sich mitunter gleich die Justiz um einen gekümmert, denn "asoziales Verhalten" galt als Straftatbestend.

    Wer allerdings einen Ausreiseantrag stellte (oder politisch unbotmäßiges Verhalten an den Tag legte), war seinen Arbeitsplatz sehr schnell los. Zwar bekamen die Leute dann meist eine einfache Arbeit zugewiesen, so wurde der Abteilungsleiter z. B. als Heizer im gleichen Betrieb angestellt. Aber es kam auch vor, dass jemand seine Stelle von selbst kündigte, dann eine neue Stelle suchte und überall abgelehnt wurde, sobald die Kaderakte im neuen Betrieb in spé ankam. Da gab es allerdings noch die Kirchen mit ihren Heimen für geistig oder körperlich Behinderte, auf die der Staat keinen Einfluss hatte. Viele der Geschassten fanden dann bis zur Ausreise dort Arbeit (das war allerdings auch eine Arbeit, die keiner gern machen wollte). Friedhofsgärtner war auch ein häufiger Dissidentenberuf.

    Da fast alle Betriebe dem Staat unterstanden, sorgte dieser dafür, dass niemand gekündigt wurde. Das betraf auch noch vorhandene kleine Privatbetriebe. Sollte es doch einmal zur Kündigung gekommen sein (ich kann mich jedoch an keinen einzigen Fall erinnern), dann konnte der Betreffende entweder zur Gewerkschaft oder gleich zum Gericht gehen, bekam Recht, und der Betriebsleiter bekam eines aufs Dach. Das war so wie heutzutage bei den Beamten - diese dürfen auch nicht gekündigt werden.

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    Kommentar von Tele5 ,

    Und wenn man oft was falsch machte, was passierte dann? Was war mit Behinderten?

    Kommentar von Claud18 ,

    Es gab geschützte Werkstätten für Behinderte. Aber soweit ich mich erinnere, bekamen erwachsene Behinderte eine Invalidenrente. Damals lebten viele Behinderte auch noch in Heimen, (oft mit angeschlossener Werkstatt), die meist schon seit langer Zeit von den Kirchen betrieben wurden und die Unterstützung vom Staat bekamen.

    Wenn jemand oft etwas falsch machte (unabsichtlich), was passierte dann? Dann wurde der Betreffende auf einen anderen Arbeitsplatz umgesetzt, wo er weniger Schaden anrichten konnte, und auf dem bisherigen Arbeitsplatz wurde jemand Neues eingestellt. Es ging lediglich darum, genügend Planstellen zu bekommen, die Gehälter wurden vom Staat bezahlt. Probleme gab es auch, wenn eine Frau ein Jahr lang wegen Schwangerschaft und Babyjahr ausfiel, dann musste ebenfalls jemand Neues eingestellt werden. Und wenn die junge Mutter zurückkehrte, musste sie wieder ihren Arbeitsplatz bekommen, und die Neue wurde als Springer behalten, denn die frischgebackene Mutter fiel ja erfahrungsgemäß häufig wegen Erkrankung des Kindes aus.

  • Ich bin Rentner und meine Lebensgefährtin bezieht ALG II. Wir haben noch getrennte Wohnungen, wollen aber zusammenziehen. Wirkt sich das auf ALG II aus?
    Hilfreichste Antwort · · 95

    Natürlich. Nach spätestens einem Jahr seid ihr eine Bedarfsgemeinschaft, habt jeder einen Anspruch von 90% des Regelsatzes und die Kosten der Unterkunft (soweit angemessen), und deine Rente wird abzüglich einer Versicherungspauschale von 30.- € voll auf euren Bedarf angerechnet. Erhältst du zu viel Rente, bekommt deine Lebensgefährtin gar nichts mehr und ist nicht einmal mehr krankenversichert (allerdings hat sie dann evtl. Anspruch auf Übernahme der Kosten einer freiwilligen Versicherung). Überlege es dir also gut, was du machst.

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    Kommentar von beheide15 ,

    Ich bin begeistert! Meine Partnerin und ich können weder heiraten noch zusammenziehen, weil wir dann finanziell nicht überleben können. Also bleibt alles, wie es ist. Mist!

    Kommentar von Claud18 ,

    Danke für den Stern! Es tut mir leid, dass ich dir keine bessere Auskunft geben konnte, aber so sind leider die Gesetze.

    Das einzige, was ihr versuchen könntet, wäre, das Ganze als WG laufen zu lassen. Aber nach einem Jahr gilt die Beweislastumkehr, dann müsst ihr beweisen, dass ihr keine Bedarfsgemeinschaft bildet. Evtl. bekommt ihr dann sogar Besuch vom JobCenter, der das nachprüft. Selbst bei reinen WGs unterstellen manche JobCenter gern eine Bedarfsgemeinschaft, um Geld zu sparen, und ehe die Sache bei Gericht durch ist, hat der Vermieter bereits die Wohnung gekündigt, weil das JobCenter die Zahlung eingestellt hat und die Bewohner daher die Miete nicht mehr zahlen können (so bei einem Fall aus Brandenburg, von dem ich in der Zeitung las - der Mann war Rentner und konnte die Miete allein nicht stemmen, seine Mitbewohnerin war nach schwerer Krankheit auf Hartz IV angewiesen). Finanziell fahrt ihr daher am besten, wenn ihr alles so lasst, wie es ist.

    Wenn ihr heiratet, geltet ihr sogar sofort als Bedarfsgemeinschaft, allerdings könntest du dann für deine Partnerin die Familienversicherung der Krankenkasse in Anspruch nehmen.

  • War bei einer Rehamassnahme mit 200 € Zuzahlung dabei :-( Arge lehnt Erstattung ab: Der Betrag sein im Regelsatzposten "Gesundheitspflege" enthalten! Watt nu?
    Hilfreichste Antwort · · 22

    Wie hier schon gesagt: Wenn dein jährlicher Zuzahlungsbetrag für Hartz-IV-Empfänger überschritten ist (die genaue Höhe weiß ich leider nicht, vor einigen Jahren waren es ca. 84.- €, bei anerkannt chronisch Kranken ab dem zweiten Jahr die Hälfte), kannst du dir den Rest von der Krankenkasse zurückholen. Geh am besten hin und stelle den Antrag auf Zuzahlungsbefreiung persönlich. Lege auch die Quittung deiner Zuzahlung vor (Originalrechnung wird verlangt). Dann bekommst du etwas später ein Kärtchen zugesandt, das du bei jedem Arzt- und Apothekenbesuch vorlegen kannst, so dass du für den Rest des Jahres nichts mehr zuzahlen musst. Den zuviel gezahlten Betrag bekommst du auch erstattet.

    Das JobCenter erstattet keine Zuzahlungen für Behandlungs- bzw. Krankenhauskosten oder Medikamente.

  • Wieso wurde mein BaföG Antrag abgelent und was kann ich dagegen tun?
    Hilfreichste Antwort · · 38

    An deiner Stelle würde ich erst einmal Widerspruch einlegen mit der Begründung, dass du nicht mehr bei deiner Mutter wohnst und es nicht zumutbar ist, dass du wieder bei ihr einziehst bzw., dass sie dich nicht mehr aufnimmt. Hier würde ich es sogar auf einen Prozess ankommen lassen, denn wenn du den Paragraphen richtig zitiert hast, heißt das, dass Kinder in  jedem Fall wieder bei ihren Eltern einziehen müssen, wenn diese nahe genug bei der Schule wohnen. Das ist jedoch nicht in jedem Fall zumutbar.

    Eine andere Möglichkeit wäre, die Ausbildung beim Arbeitsamt als Weiterbildung laufen zu lassen und dafür Unterhaltsgeld (in Höhe des ALG 1) zu beziehen. Frag dort einmal nach, wie es mit einer Weiterbildung bzw. mit einem Bildungsgutschein und Fördermöglichkeiten aussieht. Ich weiß zwar nicht, ob du dort Erfolg hast, da du wahrscheinlich noch nicht lange genug arbeitslos bist, und ich weiß auch nicht, ob die Förderung immer noch über 2 Jahre läuft wie früher.  Aber Versuch macht klug - wenn du überzeugend genug darlegen kannst, danach bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben, klappt es vielleicht.

  • Darf man einen Verstorbenen nur weil er Hartz Iv Empfänger war, anonym beerdigen?
    Hilfreichste Antwort · · 83

    Hier steht alles zum Sozialbegräbnis: http://www.postmortal.de/Recht/JuristischerDiskurs/Kostentragungspflicht-P15BSHG... Soweit ich informiert bin, muss eine Erdbestattung nur übernommen werden, wenn dies der Verstorbene testamentarisch verfügt hat. Ansonsten wird, weil billiger, eine Urnenbestattung vorgenommen. Aber, wie du hier lesen kannst, müssen zumindest auch die Kosten für ein Holzkreuz übernommen werden, auf einer anonymen Bestattung kann das Sozialamt nicht bestehen. Diese kommt vor allem bei Verstorbenen in Frage, die keine Angehörigen mehr haben, die das Grab pflegen.

    Alle 6 Antworten
    Kommentar von geckobruno ,

    Das Sozialamt muss auch ohne Verfügung des Verstorbenen eine Erdbestattung übernehmen :-)

    Persönlich so erlebt und seit Jahren beruflich...

    (hier ist es aber wie in vielen Sachen von Stadt zu Stadt verschieden)

  • Der Spagat zwischen oppositioneller Arbeit und Systemtreue bleibt ein fortdauerndes Problem der Kirchen in der DDR. Was bedeutet der Satz?
    Hilfreichste Antwort · · 1

    In vielen Dingen vertraten die Kirchen eine andere Meinung als der Staat (und galten daher mitunter als "reaktionär"). Daher schwebte auch immer das Damoklesschwert des Verbots (vor allem der Jugendarbeit) über ihnen. Insofern musste man sich auch in gewisser Hinsicht dem Staat andienen, um nicht verboten zu werden. Die Rede war damals von "Kirche im Sozialismus". Die DDR war ein atheistischer Staat und hätte die Religion am liebsten gleich abgeschafft bzw. wollte sie den Leuten lediglich ihren sonntäglichen Kirchgang zugestehen. Ansonsten sollten sie sich anpassen und ihre Grundsätze auf keinen Fall mit in den Alltag nehmen. Daher war es für die Kirchen eine ständige Gratwanderung, zum einen ihre Grundsätze nicht zu verleugnen, zum anderen nicht zu sehr in Opposition zum Staat zu geraten.

    Alle 2 Antworten
    Kommentar von Claud18 ,

    Danke für den Stern! Hinzufügen möchte ich noch, dass Religionsfreiheit zwar in der Verfassung der DDR festgeschrieben war (sicherlich auch, da die DDR international anerkannt werden wollte), aber praktisch sollte man davon im Alltag nicht viel merken - Religionsausübung sollte sich möglichst nur auf die Kirchenräume beschränken. Und das Geschrei war außerdem groß, wenn Kinder von Funktionären plötzlich, beeinflusst durch Freunde, zur Kirche gingen und sich der Lebensplanung, die ihre Eltern für sie vorgesehen hatten (z. B. für die Offizierslaufbahn) verweigerten.

  • (ex)Freund meint, ich soll mich in die Psychiatrie einweisen lassen?
    Hilfreichste Antwort · · 16

    Wenn deine Mutter dich nicht ernst nimmt und dir vorwirft, du wolltest nur Aufmerksamkeit haben, dann ist das schlimm. Womöglich liegt hier die Ursache für deine Depressionen, denn so behandelt sie dich sicher nicht erst seit gestern. Jedes Kind braucht Aufmerksamkeit und liebevolle Zuwendung, und wenn es sie nicht bekommt, kann es sich selbst auch nicht lieben und akzeptieren. Mach dir erst einmal bewusst, dass es nicht deine Schuld ist, wenn es dir psychisch schlecht geht. Jede Verhaltensstörung hat ihre Ursache.

    Und wechsle am besten den Psychologen. Ein Psychologe sollte sehr viel Einfühlungsvermögen haben, so dass du ihm vertrauen kannst. Dann müsstest du dich ihm aber auch öffnen, denn sonst kann er dir nicht helfen. Wenn er aber nur auf die Uhr guckt, weil der nächste Patient wartet, dann wirst du sicher nicht viel von dir preisgeben.

    Was du zuerst brauchst, ist eine Vertrauensperson, die dich ernst nimmt und die dich stützt. Das kann ein Psychologe sein, eine Lehrerin, jemand aus der Nachbarschaft. Überlege auch einmal, warum die Suizidgedanken einige Jahre verschwunden waren. Hattest du da Erfolgserlebnisse, Freunde, Vertrauenspersonen? Versuche, dort anzuknüpfen.

    Die Idee mit der Telefonseelsorge ist auch nicht schlecht. Denn dort sitzt geschultes Personal, das dich ausreden lassen muss. Und anonym ist es obendrein.

    Wenn es dir total dreckig geht, dann kannst du durchaus einen Arzt bitten, dass er dich in die Psychiatrie einweist, vor allem bei ständigen Suizidgedanken. Dort bekommst du Medikamente, die dich erst einmal stabilisieren. Und Therapien werden dort m. E. auch angeboten. Aber "einfach nur so" würde ich das nicht machen.

    Sofern es dich nicht überfordert (vor allem psychisch nicht), empfehle ich dir, mal die Bücher von Alice Miller zu lesen. Sie hat die Auswirkungen der Kindheit auf das spätere Leben analysiert. Vielleicht erkennst du dich in manchen Situationen wieder, kannst die Ursachen für deine Verhaltensstörungen herausfinden und diese - am besten mit Hilfe einer verständnisvollen Person - überwinden. Ich wünsche dir viel Mut und Kraft dazu.

    Alle 10 Antworten
    Kommentar von harrypotterin ,

    Eigentlich war's da nicht besser, ich will nich sagen schlimmer, aber es war anders schlimm. Freunde hatte ich in der Zeit kaum welche, anvertraut hab ich mich eigentlich niemandem. Vielen dank für deine Antwort!

  • Hallo ich mache gerade eine Prüfungsarbeit zum Thema Jugend in der DDR und bräuchte wenn möglich die umrechnung von der Ostmark zum Euro kann mir jemand helfen?
    Hilfreichste Antwort · · 26

    Das lässt sich nur schwer in Zahlen ausdrücken. Der Umtauschkurs von DDR-Mark in D-Mark betrug lange Zeit in den Wechselstuben 1:5, in der DDR dagegen (vor allem für Besucher aus dem Westen) 1:1. Kurz nach der Maueröffnung stieg der Wechselkurs kurzfristig bis auf 1:10 an. Da die Mieten, Lebensmittel-, Gaststätten- und Dienstleistungspreise selbst bei einem Umrechnungskurs von 1:1 in der DDR sehr viel niedriger waren als im Westen, kann man nicht einfach von einem Wechselkurs von 1:5 ausgehen (dann hätte ein Brötchen in D-Mark nur einen Pfennig gekostet, ein Friseurbesuch eine D-Mark und die Miete einer Zweizimmerwohnung mit Ofenheizung nur 7 D-Mark - das sind völlig unrealistische Zahlen) und gleich gar nicht von einem Wechselkurs von 1:10. Und ein Euro sind 1,95583 DM, aber als er eingeführt wurde, war die DDR-Mark bereits Geschichte.

    Alle 5 Antworten
    Kommentar von Claud18 ,

    Danke für den Stern! Aber mir ist oben ein Fehler unterlaufen, natürlich muss es D-Mark in DDR-Mark heißen bei 1:5 oder sonst eben 5:1. Ich hoffe aber, das geht aus dem folgenden Text hervor.

  • was habe ich zu befürchten, Ebay-Käufer ist bösartig und droht?
    Hilfreichste Antwort · · 23

    Was soll dir bei 4 € passieren, die du ohnehin erstattet hast? Für Anzeigen dieser Art hat die Polizei nur ein müdes Lächeln übrig.

    Kommentiere die negative Bewertung (in der Art wie: Unseriöser Käufer, zahlt erst nicht und droht dann noch) und steck sie weg. Wenn du viel verkaufst, fällt sie nicht weiter ins Gewicht. Ich lese mir, bevor ich biete, negative Bewertungen immer erst durch und denke mir dann mein Teil. Für mich sind die meisten kein Grund, nicht zu bieten.

  • Ist Urlaub in Ungarn sicher?
    Hilfreichste Antwort · · 160

    Dschihadisten dürften in Ungarn noch weniger Rückhalt haben als bei uns, da es dort keinen bedeutenden moslemischen Bevölkerungsanteil gibt  und der Kampf gegen die osmanischen Besetzer (1526-1687) immer noch im kollektiven Gedächtnis der Ungarn bewahrt wird. "Die Sterne von Eger" von Géza Gárdonyi war (evtl. ist es das auch heute noch) lange Zeit Pflichtlektüre an ungarischen Schulen.

    Natürlich bist du nirgends völlig vor Anschlägen sicher (in Budapest gab es auch schon einmal Anschläge, allerdings von verfeindeten Mafiaorganisationen ausgeführt), aber in Ungarn bist du nicht stärker gefährdet als bei uns. Genieße also deinen Urlaub in Ungarn.

    Wenn man sich nicht mehr auf die Straße traut, haben die Dschihadisten gewonnen, denn sie wollen ja ein Klima der Angst und Einschüchterung schaffen. Gönnen wir ihnen diesen Sieg nicht, nicht bei uns und auch nicht anderswo.


    Alle 4 Antworten
    Kommentar von gernjakarthur ,

    ok danke <3

  • Welche Gründe gab es damals für Dienstreisen aus der DDR, also was musste man damals im Ausland als DDR-Bürger tun, wenn man auf Dienstreise war?
    Hilfreichste Antwort · · 6

    Es kam darauf an, ob du ins sozialistische Ausland, in ein Entwicklungsland oder ins NSW (nichtsozialistisches Wirtschaftsgebiet) auf Dienstreise gefahren bist.

    Die Gründe waren die gleichen wie heute: Wirtschaftsbeziehungen pflegen, Kongresse (z. B. für Ärzte) oder Entwicklungshilfe. Du durftest unterwegs auf keinen Fall privaten Kontakt zu Leuten aus dem NSW aufnehmen, dann war der Auslandsaufenthalt für dich zu Ende. Die Stasi war auch vor Ort bzw. wurde überall mit hingeschickt. Bei Dienstreisen ins NSW wurde zunächst darauf geachtet, dass du keine Westverwandtschaft hattest und wenn ja, musstest du den Kontakt abbrechen. Dann ließ man auch nur Leute hinaus, die zu Hause Familie hatten, von denen man also annehmen konnte, dass sie zurückkamen. "Linientreu" musstest du nicht unbedingt sein (es war natürlich erwünscht) . Mein Onkel, der alles andere als linientreu war, aber eine fachliche Kapazität auf seinem Gebiet, durfte einmal dienstlich nach Holland reisen, natürlich nur allein.

    Alle 4 Antworten
    Kommentar von MrsAnonym1291 ,

    Danke!:-)

    Kommentar von Claud18 ,

    Danke fürs Sternchen!

  • Heirat - Ich arbeite, er arbeitssuchend
    Hilfreichste Antwort · · 48

    Solange dein Freund noch ALG 1 bekommt, empfiehlt sich für euch beide nach der Heirat die Steuerklasse 4 (ist es sehr hoch, dann für ihn sogar die 3), bekommt er bereits ALG 2, dann ist die Steuerklasse 3 für dich am günstigsten. Der andere Partner bekommt Steuerklasse 5, wenn einer von euch Steuerklasse 3 hat. Zu viel gezahlte Steuern könnt ihr euch am Jahresende über die Steuererklärung zurückholen, aber die auf das ALG 1 berechneten Steuerabzüge bekommt ihr nirgendwo zurück. Deshalb ist es am günstigsten, bei Bezug von ALG 1 die Steuerklasse mit den geringsten Abzügen zu wählen. Allerdings prüft das Arbeitsamt bei Wechsel im laufenden Jahr, ob diese angemessen ist.

    Sofern dein Freund ALG 2 bezieht und ihr als Bedarfsgemeinschaft geltet, kommt es darauf an, wie viel du verdienst. Verdienst du so viel, dass er keinen Anspruch auf ALG 2 mehr hat, ist es besser zu heiraten, damit er über die Familienversicherung krankenversichert ist. Wohnt ihr getrennt und geltet nicht als Bedarfsgemeinschaft, wartet lieber mit dem Heiraten, bis er wieder Arbeit hat. Denn mit der Heirat geltet ihr automatisch als Bedarfsgemeinschaft, dann wird dein Einkommen - bis auf die Freibeträge - voll angerechnet.