Frage von Anna0812, 66

Zeitarbeitsfirma - darf gekündigt werden weil kein Einsatzort gefunden wird?

Ihr Lieben,
kurze Frage. Mein Mann hatte nun einige Wochen einen Krankenschein (...) und hat heute erfahren, dass er in den kommenden Tagen eine Kündigung zum 30.6 erhalten wird. Seine AU gilt bist einschl. heute. Allerdings hat er einen unbefristeten Arbeitsvertrag bei der Zeitarbeitsfirma und hatte gehofft, dass er ab kommenden Montag bzw sobald ein neuer Kunde gefunden wird er wieder arbeiten gehen kann. Die Zeitarbeitsfirma sagte auch, dass wenn ein Kunde gefunden wird die Kündigung zurückgenommen wird. Solange soll er sein Arbeitszeitkonto aufbrauchen.

Ist das alles denn so rechtens das sie ihm kündigen dürfen trotz unbefr. Vertrag?

Danke Euch!

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Antwort
von DerHans, 29

Ein unbefristeter Arbeitsvertrag bei einer Zeitarbeitsfirma kann selbstverständlich fristgemäß gekündigt werden.

Wenn die ZAF keinen Folgeauftrag für ihn hat, ist das ein sachlicher Kündigungsgrund.

Natürlich steht ihm während der Kündigungsfrist noch sein durchschnittlicher Lohn zu.

Antwort
von RoCMu, 21

Zuerst hängt alles von dem Arbeitsvertrag ab. Grundsätzlich ist eine Zeitarbeitsfirma jedoch zur Beschäftigung verpflichtet, auch wenn mal ein Kunde wegfällt. Dies ist per se kein Kündigungsgrund. Eine Rolle dürfte spielen wie groß die Firma ist und ob es mehr als 1 Kunden gibt. Falls eine Kündigung kommt im Zweifel Kündigungsschutzklage einreichen. Die Absichtserklärung durch den Arbeitgeber hilft ansonsten erst einmal nicht.

Antwort
von Maximilian112, 20

Es wird sicherlich kein weiterer Grund in der Kündigung stehen, aber wenn kein Kunde vorhanden dann ist das letzten Endes eine betriebsbedingte Kündigung. 

Der unbefristete Vertrag wird die ZAF nicht an einer Kündigung hindern. Allerdings kommt es darauf an, ob die soziale Reihenfolge eingehalten wurde.

Übertrieben gesagt: Wenn ihr eine Kinderreiche Familie seit, Dein Mann schon 20 Jahre bei der ZAF ist und die anderen vergleichbaren Angestellten sind alles 20 jährige Junggesellen dann ist eben die soziale Reihenfolge nicht eingehalten worden. 

Dann wäre gegen die Kündigung Klage zu erheben.  

Antwort
von Bartstoppel1902, 38

Also meiner Ansicht nach liegen hier zu wenig Fakten vor um dir das beantworten zu können.

Wie lautet denn der Kündigungsgrund? - Vorsorglich empfehle ich euch einen Rechtsbeistand auf zu suchen.

Antwort
von dandy100, 38

Ja, das ist so - war auch noch nie anders.

Unbefristet heißt nur, dass die Zeitarbeitsfrima nicht einfach selbstständig nach einem festgelegten Zeitraum kündigt, sollte es aber einen längeren Leerlauf geben, weil kein Kunde gefunden wird, muss zuerst der Urlaub verbraucht werden und alle restliche Überstunden, und danach kommt die Kündigung, die aber sofort wieder aufgehoben wird, wenn es wieder Kunden gibt - steht auch so im Arbeitsvertrag.

Kommentar von Bartstoppel1902 ,

Ist das tariflich so geregelt?

Kommentar von dandy100 ,

Das weiß ich nicht, aber da ich selbst jahrelang mit Zeitarbeitsfirmen zusammengearbeitet habe, weiß ich, dass das noch nie anders war - und ich gehe mal davon aus, dass sich Zeitarbeitsfirmen nicht im rechtsfreien Raum bewegen und das insofern gesetzlich geregelt ist.

Es ist ja das Konzept von Zeitarbeitfirmen, davon zu leben, Arbeitskräfte zu vermitteln, die dann vom Kunden bezahlt werden - wenn eine Vermittlung über einen längeren Zeitraum aber nicht möglich ist, wird man logischerweise wieder gekündigt, denn die Zeitarbeitsfirma verdient ja dann kein Geld, um den Arbeitnehmer zu bezahlen - würden alle Arbeitnehmer unbegrenzt behalten werden, ginge jede Zeitarbeitsfirma ziemlich schnell pleite

Kommentar von Nightstick ,

Und genau deshalb sollte man von den "Leihbuden" Abstand nehmen, und sich einen vernünftigen Arbeitgeber suchen.  

Das ist meine Ansicht in Sachen Zeitarbeit...

Kommentar von dandy100 ,

Naja, manchmal ist es besser als eben gar nichts, und ab und zu ergeben sich dadurch auch Chancen, übernommen zu werden (selten).

Und was den Kündigungsschutz angeht, ist der mittlerweile so aufgeweicht, dass es schon fast keinen Unterschied mehr macht, für wen man arbeitet - man hat ja auch alles dafür getan, damit Arbeitgeber immer weniger Verpflichtungen gegenüber ihren Arbeitnehmern haben.

Kommentar von Nightstick ,

Es ist zwar hinsichtlich der Folgeaufträge schon ein Unterschied, ob man bei einem "normalen" Unternehmen (z.B. der freien Wirtschaft) arbeitet, oder bei einer Zeitarbeitsfirma - von den öffentlichen Arbeitgebern will ich gar nicht sprechen, aber letztendlich haben die momentan noch Regierenden diese Rahmenbedingungen geschaffen, unter denen die Zeitarbeit ihre Machenschaften ausüben können - einschließlich der unsäglichen "Zeitkonten".

Deshalb bleibe ich dabei: Zeitarbeit nur, wenn unbedingt nötig - dann sofort weg davon!

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