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Wieso ist ein gestrafter Mensch "gebeutelt"?

gefragt von Schlumpi79 am 30.10.2009 um 9:23 Uhr

Liebe GF-Ler,

wenn jemand leiden muss (aus welchem Grund auch immer), dann sagt man oft, derjenige sei "gebeutelt". Aber woher hat dieses Wort seinen Ursprung? Und was hat ein Leid mit einem Beutel gemeinsam?

Ich bedanke mich im Voraus für Eure Antworten und verbleibe

mfG

der (Gott sei Dank noch nicht gebeutelte) Schlumpi!


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anonym
beantwortet von asphaltrider am 30. Oktober 2009 09:28
2x
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Ich bin nicht sicher, denke aber es kommt von dem altdeutschen Wort "Büttel". Der Büttel war der Dorfpolizist. Wenn also jemand verhaftet und bestraft wurde, bekam er es mit dem Büttel zu tun. Ich glaube, daraus wurde "gebeutelt".

Kommentar von 4adc26ce3101dfda3a969007c769b0f1smallkuntzkids am 30. Oktober 2009 09:30

Korrekt!

Kommentar von Schlumpi79 am 30. Oktober 2009 09:32

Könnte schon sein! Aber wieso heißt es dann "gebeutelt" und nicht "gebüttelt"? Der Dorfpolizist war ja kein BEUTEL, sondern ein BÜTTEL!

Kommentar von asphaltrider am 30. Oktober 2009 09:33

durch Dialekt und Sprachveränderung. Beispiel: im Norddeutschen heißt auch heute der Beutel = Büddel.


anonym
beantwortet von Saarland60 am 30. Oktober 2009 09:42
0x
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"Gebeutelt werden" stammt aus der Fachsprache der spätmittelalterlichen Arbeitswelt, hier aus der Welt der Müller.

Wenn Müller Mehl mahlten, wurde dieses Mehl gesiebt, da es nie ganz von Verunreinigungen frei war. Diese großen Mehlsiebe hießen Beutel, und diese Beutel wurden zum Sieben eben ordentlich durchgeschüttelt.

Jemand, der gebeutelt ist, wird also im übertragenen Sinn von einem Lebensdesaster ordentlich durchgeschüttelt.

Kommentar von 725e47821570b98dae72485804f7e778smallmerrypotter am 13. November 2009 19:32

So ist es.


elenore
beantwortet von elenore am 30. Oktober 2009 09:52
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Gebeutelt bedeutet umgangssprachlich mitgenommen, gezeichnet!!!!!

Der 'Beutel' lässt sich zurückführen auf ein 'butil', das 'Aufgeschwollenes' bedeutet und mit der 'Beule' zusammenhängt. Bleiben wir aber zunächst noch bei unserem 'Beutel'. Dieser steckt zum Beispiel noch im 'Geldbeutel', der früher auch wirklich noch ein bauschiger 'Beutel' war und dem 'Beutelschneider' Gelegenheit gab, ihn vom Gürtel anderer Leute zu schneiden.

Wenn mann diese Worgeschichte, unter http://www.etymologie.info/~e/etnl/2003/etnl2003-09.html angegeben, liest kann man doch alles nachvollziehen oder??

Ein Mensch ist doch gestraft, wenn er eine Beule hat, oder der Geldbeutel abgeschnitten ist! In der heutigen Zeit haben sich die wörtlichen Begriffe Beule/abgeschnittener Geldbeutel zeitgemäss nur geändert (Armut, Arbeitslosigkeit, Krankheit u.a.m.) aber der Begriff "gebeutelt" ist im poetischen Sinne geblieben.


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