Frage von butterfly191 28.05.2010

Wie verbindlich ist ein Expose nach Hauskauf?

  • Antwort von truxumuxi 28.05.2010
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Ich hab gerade meine Bekannte gefragt, sie sich juristisch auskennt und auch mit Kaufverträgen zu tun hat. Also, ein Exposé ist ledlich eine Beschreibung und soll das Interesse der Käufers wecken. An allem anderen was man Interesse hat, dass es dort verbleiben soll, muss man mit dem VErkäufer bzw. dem Makler sprechen, damit das geregelt werden kann. Es ist völlig normal schöne Beschreibungen zu formulieren um den Käufer zu locken. Es stellt auf keinen Fall eine direkte Verkaufsgrundlage dar.

  • Antwort von DerHans 29.05.2010
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Wenn jetzt ein Loch im Boden an Stelle eines Kaminofens ist, handelt es sich um eine nachträgliche Änderung des KAUFGEGENSTANDES, die man nicht so hinnehmen muss. Ihr könnt zwar nicht darauf bestehen, dass die Herausnahme rückgängig gemacht wird, ich würde aber Schadensersatz fordern. Der Kaufpreis ist ja wohl noch nicht gezahlt. Mindestens 5.000 € für die Widerherstellung des ursprünglichen Zusstandes fordern. Da soll der Immobilienmakler seine Haftpflichtversicherung bemühen. Ein Expose´ist eben kein reines Phantasieprodukt. Der Kaminofen war eine zugesicherte Komponente, auf die man sich verlassen kann.

  • Antwort von pitt77 09.08.2011

    habe grade einen ähnlichen fall der markler hat in seinem expose eine garage, der verkäufer hat gar keine ich möchte das haus trotzdem was nun???

  • Antwort von AchIchBins 31.05.2010

    Hallo, ich sehe es so: Durch die Angabe im Expose...Wohnraum mit Kaminofen...handelt es sich um eine sogenannte ... zugesicherte Eigenschaft. Der Spruch mit den Möbeln ist Unsinn, die hat er ja auch nicht im Expose erwähnt! Durch die Entfernung des Ofens fehlt nun diese Eigenschaft und man kann dadurch über den Preis/Schadensersatz verhandeln oder sogar bis zum Rücktritt vom Vertrag. Notarverträge werden wohl in ganz Deutschland gleich geschrieben. Somit gehe ich davon aus, dass folgender Satz bei Euch auch enthalten ist...unter §2 Vertragsgegenstand: Mitübertragen ist das Zubehör im gesetzlichen Umfang und im heutigen Zustand, soweit es heute im Eigentum des Verkäufers steht. Auf eine Einzelverzeichnung in dieser Urkunde wird verzichtet..... §6 Lasten- und Mangelfreiheit: Der Vertragsgenstand wird besenrein in dem Zustand übertragen, in dem er sich heute befindet. Der Vertragsgegenstand ist weder verpachtet oder vermietet. Dem Käufer ist dieser Zustand durch Besichtigung bekannt. Der Verkäufer wird den tatsächlichen Zustand der letzten Besichtigung bis zur Übergabe erhalten. .... So ist es im Normalfall per Vertrag geregelt. Des weiteren hat der Verkäufer als auch der Makler wohl nicht explizit darauf hingewiesen, dass der Kamin nicht im Kauf enthalten ist und entfernt wird. Auch sehe ich hier die sogenannte Prospekthaftung greifen. Man kann nicht Alles schönschreiben und später dann sagen..ääättsch, nix dabei. So geht es nicht. Lese Deinen Notarvertrag durch und frage doch mal den Notar. Der Boden hat ja nun auch ein "Loch" und so habt Ihr es ja auch nicht besichtigt. Ich bin gespannt was daraus wird.

  • Antwort von Marokiel 29.05.2010

    Es gibt die Prospekthaftung. Der Makler haftet für falsche Angaben, es sei denn, der Verkäufer hat seinerzeit die Richtigkeit des Exposés bestätigt.

  • Antwort von Martina50 29.05.2010

    Werbung darf nicht unlauter sein. Das Expose des Maklers darf also keine falschen Angaben enthalten - also keine, welche der Makler nicht ausdrücklich vom Verkäufer erhalten hat. Enthält das Expose die Formulierung "...mit Kaminofen" und der Makler hat diese Angaben nicht nachweisbar vom Verkäufer, sollte der Makler wegen Schadenersatz (wohl nur über einen Rechtsanwalt möglich) in die Verantwortung genommen werden. Enthält das Expose hingegen eine Haftungsausschlussklausel und der Verkäufer hat das Expose unterschrieben (das ist bei seriösen, fachkundigen Maklern das Mindeste, um sich abzusichern!), muss man sich an den Verkäufer halten. Dennoch ist es stets üblich, alles in den Kaufvertrag aufzunehmen, was mitgekauft wird. Da Sie als Käufer darauf nicht geachtet haben, hat der Verkäufer das wohl ausgenutzt und den Ofen zusätzlich "vertickert". Bisschen auch eigene Dummheit.

  • Antwort von Seegeist 29.05.2010

    Das Expose ist nicht immer bindend. Im Regelfall sind dort nur alle Fakten enthalten, die der Makler vom Eigentümer in Erfahrung bringen konnte. Bei gebrauchten Immobilien ist es üblich, dass diese besenrein übergeben werden - d.h. ohne Möbel und ohne Öfen. Nur eine Zentralheizung z.B. darf nicht ausgebaut werden. Wichtig ist auch, was im notariellen Kaufvertrag beinhaltet ist. Ist dort der Ofen als Zubehör aufgeführt, muss er im Haus bleiben. Ebenso verhäft es sich z.B. mit einer Einbauküche. Bei den Kaufverhandlungen mit dem Makler bzw. mit dem Verkäufer, hätten Sie den Ofen mit zu den verkauften Gegenständen nehmen müssen und ihn entsprechend auch bezeichnen. Entweder im natariellen Kaufvertrag oder in einer privatrechtlichen Kaufvereinbarung.

  • Antwort von fritzi63 29.05.2010

    Hallo Butterfly,

    Ihr habt demnächst Übergabe, dann ist der Vertrag doch schon gelaufen. Den Notar hast Du doch ausgesucht, oder - dann ruf den mal an und frag ihn, das muss der wissen. Ich bin der Meinung Exposee- und Maklerangaben gelten als zugesicherte Eigenschaften des Objektes. Das ist hier anders als in einem normalen Kaufhauskatalog.

    Viel Erfolg

  • Antwort von hoewa14 28.05.2010

    Nun mal sachte zusammen und nicht immer gleich mit Kanonen nach Spatzen schießen gell! Also, ein Expose gilt als "Grundlage zum Ankauf". Sollte der Ofen im Expose aufgeführt sein, würde ich das mit dem Makler klären. Andererseits stellt sich die Frage, ob der derzeitige Mieter nicht "Wiederrechtlich" den Ofen demontiert hat. Sollte, wie angegeben, ein Loch im Fließenboden sich zeigen. stellt sich doch die Frage, wer und wann wurden die Fließen verlegt. Allgemein wird doch ein Ofen auf die "vorhandenen" Fließen gestellt, so es denn der Vermieter erlaubt hat. Anders sieht es aus, wenn der Vermieter die Wohnung neu verfließen läßt und dabei gleichzeitig einen Ofgen einbauen laßt. Nur so läßt es den Schluß zu, das konkret an der Stelle nun auch die Fließen fehlen. Es sei denn, die Mieter haben auch die Fließen seinerzeit verlegen lassen bzw. selbst verlegt. Allerdings stellt sich die Frage, ob der Mieter dann noch den Ofen ausbauen "darf". Nicht alles was man als Mieter in die Wohnung oder das Gebäude einbringt, darf man beim Auszug auch einfach wieder entfernen. Also, zunächt mit dem Verkäufer klären, wie der Sachverhalt sich tatsächlich zeigt. Es stellt sich dann noch die Frage, ob es denn Ersartzfließen in gleicher Ausführung, Farbgebung und Qualität zu bekommen sind. Das wäre dann ein weitaus größeres Problem. Hier wäre mein Ansatz, sowohl gegenüber dem Makler wie auch gegen den Verkäufer. Man könnte dann auch schnell zum Argument der Kauftäuschung kommen.

  • Antwort von butterfly191 28.05.2010

    Danke für eure schnellen Antworten. Im Prinzip wollen wir auch garnicht rechtlich gegen die Vorbesitzer angehen, das ist uns dieser alte Ofen garnicht wert. Aber trotzdem finde ich es nicht richtig, schliesslich ist der Kaufpreis ja auch von der Ausstattung abhängig, oder nicht? Theoretisch hätten wir doch bei den Verhandlungen sagen können: okay wenn der Kaminofen jetzt doch nicht zum Haus gehört, gehen wir dementsprechend mit dem Kaufpreis runter. Die Schuld liegt auch meiner Meinung nicht bei den Vorbesitztern sondern eher beim Makler, und wie oben auch schon erwähnt: Vorspielung falscher Tatsachen..

  • Antwort von justiziasgolem 28.05.2010

    Eine Formulierung, die ich einfach mal aus der Wikipedia entnommen habe, da es dort auf den Punkt gebracht wird: "Zumeist ist das Exposé nur der Appetithappen, um Interesse zu wecken. Das zumeist vermarktungstechnisch/werblich aufbereitete Exposé ist i.d.R. auch nie Basis oder Bestandteil eines möglichen späteren notariellen Kaufvertrags der nach deutschem Recht stets auf den neutralen Daten des Grundbuchs, amtlichen Lageplans, des Baurechts, des Baulastenverzeichnisses usw. beruht.". Ich würde euch raten, nochmal genau in den Kaufvertrag zu schauen. Ansonsten würde ich mit so einer Fragestellung zum Fachanwalt gehen und mich nicht auf den Rat von rechtsunkundigen Laien bei GF.net verlassen.

  • Antwort von Drachenbaum 28.05.2010

    Nun, Ihr bezahlt die Maklergebühr nicht, wenn der Makler meint, daß sein Expose nciht bindend ist, dann könnt Ihr umgekehrt ja davon ausgehen, daß seine Angaben allgemein nicht bindend sind und er damit keine Ansprüche an Euch haben darf.

    Schlage das dem Makler einmal vor. Grundsätzlich muß er Euch Urteile und Rechtsgrundlagen vorlegen, mit denen er seine Aussagen untermauern kann. Tut er dies nicht, leistet er keine seriöse Maklerarbeit!

    Allerdings kommt es darauf an, was ihr für einen Vertrag mit dem Makler abgeschlossen habt.

    Zur Sicherheit aber trotzdem Anwalt kontaktieren, Prüfen, ob Zahlungen von der Bank zu sperren sind und Notar befragen.

    Übrigens: Wenn ein Loch in Boden und Wand zurückbleibt, dann ist (war) der Kaminofen eine fest eingebaute Einrichtung und gehört zum Haus. Nicht fest eingebaute Gegenstände lassen sich ohne größere Schäden an Wand und Fußboden aus dem Haus entfernen!

    Sucht eine Seite mit Maklerbewertungen und sorgt dafür, daß der Makler nciht mehr zu häufig Aufträge bekommt.....

  • Antwort von ZwiebelimKarton 28.05.2010

    Naja, dem ehemaligen Hausbesitzer könnt ihr keinen Vorwurf machen. Nur der Makler hat mit seinem Exposé Mist gebaut. Unter Vorspiegelung falscher Tatsachen kam der Kaufvertrag zustande. Parkettboden ist auch im Prinzip lose und kann wieder abgebaut werden. Steht aber im Exposé Haus mit Parkettboden kann der nicht einfach so rausgenommen werden. Daher: ab zum Anwalt und beraten lassen. Wahrscheinlich könnt ihr die Maklerfirma auf Schadensersatz verklagen und bekommt einen neuen Kamin.

  • Antwort von truxumuxi 28.05.2010

    Das hätte beim Verkauf definitiv geklärt werden müssen. Zwar steht im Expose "großzügiger Wohnraum mit Kaminofen", das bedeutet jedoch nich zwangsläufig, dass der Ofen auch inbegriffen ist. Es ist lediglich eine Beschreibung des Wohnraums.Das hätte ich als erstes nachgefragt, ob der Ofen drin bleibt. Man kann nicht einfach davon ausgehen, dass dieser Ofen dazugehört. Sicher haben Sie auch das Haus nicht wegen des Ofens gekauft. Wenn IHnen jedoch so ein Ofen gefällt, dann stellen Sie doch selbst einen Kaminofen an diese Stelle, der Preis für einen solchen Ofen ist nicht besonders hoch. Es gibt diese Öfen ab 300 Euro aufwärts, je nachdem wieviele m2 sie beheizen möchten. Der Makler hat recht, wenn er sagt, dass im Haus verbleibende Dinge im Kaufvertrag festgehalten werden müssen. Der Ofen ist Eigentum der Vorbesitzer und die Wut auf diese ist nicht begründet.

  • Antwort von BonniesRanch 28.05.2010

    Auf zum Anwalt. Das müsst Ihr so nicht hinnehmen, das Exposé ist inhaltlich doch sicher bindend. Was steht im notariellen Kaufvertrag?

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