Frage von schnute71, 92

Unfallversicherung private?

Guten Tag, vielleicht kann mir jemand auf dem Gebiet der privaten Unfallversicherung weiterhelfen. Am heutigen Tag erhielt ich von der Unfallversicherung über die Höhe der Zahlung bescheid, ich bin Versicherungsnehmer. Der Unfall meines Mannes war am 13.05.13. Nach 1,5 Jahren wurde mein Mann schon einmal begutachtet. Der Gutachter damals gab uns den Tipp die Begutachtung nach hinten (3 Jahre nach dem Unfall) zu verlegen, da es hätte sein können, dass er in der Zwischenzeit ein künstliches Hüftgelenk erhalten hätte. Dann hätte er mehr Geld von der Unfallversicherung erhalten. Bis zum heutigen Tag wurde diese OP noch nicht notwendig, zum Glück. Im Mai waren nun die 3 Jahre um. Die Unfallversicherung hatte 3 Monate zuvor den Gutachter wieder beauftragt. Die 3 Jahresfrist ist im Mai abgelaufen. Die Gutachten sind allerdings erst jetzt fertig geworden. Bei den 4 Gutachten handelt es sich um die von der BG in Auftrag gegeben. Diese wurde für die private Unfallversicherung mit herangezogen. So und nun zu meiner Frage. Bei der erste urologische Gutachten bekam mein Mann 15% MDE. Zwischenzeitlich hat er einen Blasenschrittmacher implantiert bekommen. Laut der MDE Tabelle steht ihm da 20-40% zu. Das neue urologische Gutachten ergibt aber nur eine MDE von 10%. Und diese 10% wurden von der Unfallversicherung herangezogen. In meinem Augen ist das aber zu wenig. Kann man Widerspruch einlegen bei der Unfallversicherung, wegen den 10% des urologischen Gutachten ?

Danke im Voraus!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von siola55, 64

Hi liebe schnute71,

du mußt erst mal unterscheiden zwischen der MDE (Minderung der Erwerbsfähigkeit) über die BG (Berufsgenossenschaft) und der privaten Unfallversicherung mit einer evtl. Invalidität bzw. einem Dauerschaden anhand der Gliedertaxe!


Bei der erste urologische Gutachten bekam mein Mann 15% MDE...

Ab einem MDE von 20% hätte er Anspruch auf eine Verletztenrente über die BG...


2. Voraussetzungen


Die Unfallversicherungsträger zahlen nach Arbeitsunfall, Wegeunfall oder Berufskrankheit Verletztenrente, wenn



hierdurch die Erwerbsfähigkeit um mindestens 20 % gemindert ist (in landwirtschaftlichen Unternehmen 30 %)
und
wenn die Erwerbsfähigkeit länger als 26 Wochen gemindert ist.


 


2.1. Minderung der Erwerbsfähigkeit weniger als 20 %


Beträgt die Minderung der Erwerbsfähigkeit weniger als 20 % (bzw. 30
%), zahlt die Unfallversicherung nur dann Verletztenrente, wenn die
Erwerbsfähigkeit durch weitere Versicherungsfälle zusätzlich gemindert
ist:



Dabei muss die Minderung der Erwerbsfähigkeit durch die Folgen eines Versicherungsfalls mindestens 10 % betragen
und
sich eine Minderung der Erwerbsfähigkeit aus allen Versicherungsfällen zusammen von insgesamt 20 % (bzw. 30 %) ergeben.



Kann man Widerspruch einlegen bei der Unfallversicherung, wegen den 10% des urologischen Gutachten?

Bei der BG muß ich leider passen - bei der privaten Unfallversicherung gibt es den für dich kostenlosen Versich.ombudsmann:

http://www.versicherungsombudsmann.de/home.html

Gruß siola55

Kommentar von schnute71 ,

Hallo und lieben Dank für die schnelle Beantwortung. Das mit der BG ist mir bekannt. Die Gesamt-MDE aus den Begutachtungen beträgt 80 %. Mein Mann erhält diese Rente schon eine Weile, vorläufige BG Rente. Nun waren die 3 Jahre nach dem Unfall um, wo die BG Rente auf Dauer festgesetzt wird. Die neuen Begutachtungen sind abgeschlossen, Bescheid steht noch aus.
Gleichzeitig stand nun die Begutachtung der privaten Unfallversicherung an. Zufällig wurde von der Unfallversicherung der gleiche Gutachter ausgewählt, wie von der BG.
Der Gutachter hat die Gutachten der BG für die private Unfallversicherung herangezogen. Er schrieb, dass die urologische Begutachtung der BG eine MDE von 10% ergab und er diese 10% auch für die private Unfallversicherung übernehmen wird. Die private Unfallversicherung hat somit 10% für die urologischen Schäden übernommen.
Nur müsste laut Tabelle MDE mein Mann 20-40% für den urologischen Schaden erhalten, statt 10%, da seine Blasenentleerung mittels Blasenschrittmacher erfolgt.
Wenn er mindestens die 20% erhalten hätte, hätte die private Unfallversicherung diese sicher auch übernommen und somit wäre er über 50% gekommen. Mit der 500 Progression wäre die Summe doppelt so hoch ausgefallen.
Nun war meine Frage, kann man bei der privaten Unfallversicherung wegen dem  urologische Gutachten Widerspruch einreichen?

Lieben Dank im Voraus

Kommentar von siola55 ,

Nur müsste laut Tabelle MDE mein Mann 20-40% für den urologischen Schaden erhalten, statt 10%, da seine Blasenentleerung mittels Blasenschrittmacher erfolgt.

Meines Wissens kann die MDE nicht 1:1 für die private Unfallversicherung herangezogen werden, da es bei der privaten Unfallversicherung um die Gliedertaxen geht, welche in den AUB (Allg. Unfallbedingungen) ganz klar festgelegt sind.

Der Gutachter muß nur die Teil-Invalidität feststellen, bzw. bei  Teilverlust oder teilweiser Funktionsbeeinträchtigung der

entsprechende Teil des jeweiligen Prozentsatzes.

Ob beim urologischen Gutachten Widerspruch eingelegt werden kann und mit welchen Fristen dies möglich ist, muß ich leider passen.

Dies wäre ein Fall für den Anwalt, falls Rechtsschutz vorhanden ist bzw. einfach mal kostenlos den Versich.ombudsmann zu Hilfe nehmen.

Evtl. findest du ja unter "Obliegenheiten im Leistungsfall" noch Infos zu den Fristen bei Widerspruch zu den Leistungen in deinen AUB?

Gruß und schönes Wochenende wünscht siola55

Kommentar von schnute71 ,

Lieben Dank für deinen Tipp mit dem Obusmann. Lieber diesen oder Anwalt einschalten? Rechtsschutz ist vorhanden.

Kommentar von Dickie59 ,

ja, ich empfehle dir einen Anwalt für Versicherunsrecht einzuschalten, in einem ähnlichen fall konnte er meinem kunden sehr helfen und bekam 15% mehr Invalidität zugesprochen.

beste Grüße

Dickie59

Antwort
von Apolon, 41

@Schnute71,

dein Anhang zu deiner Frage bezieht sich nur auf die MDE, aber nicht auf die Invaliditäts-Tabelle der privaten Unfallversicherung.

Kontaktiere deine Unfallversicherung und frage nach, wie man auf 10 % Invaliditätsschaden kommt.

Kommentar von schnute71 ,

Im Gutachten steht, dass die 10% MDE der BG Begutachtung eins zu eins für die Unfallversicherung übernommen werden kann, da außerhalb der Gliedertaxe. Ich gehe davon aus das die Blasenfunktionsstörung nicht in der Gliedertaxe aufgeführt ist und deshalb die 10% von der MDE der BG Begutachtung übernommen wurde.

Kommentar von Apolon ,

Dies ist zwar möglich. Bedeutet dann aber nicht, dass für ein Invaliditätsgrad von 10 % auch 10 % der Versicherungssumme gezahlt wird.

Kommentar von schnute71 ,

Wurde so aber getan. 37,5% waren chirurgisch und 10% urologisch. Insgesamt 47,5% die angerechnet wurden und für die Zahlung errechnet wurde.

Kommentar von Apolon ,

Scheinbar hast du meinen Hinweis nicht verstanden.

Welche Invaliditätstabelle liegt deiner Unfallversicherung denn überhaupt vor.

Und welcher Invaliditätsgrad wurde überhaupt festgestellt.

Was stimmt denn jetzt?

Dieser Hinweis?

Wurde so aber getan. 37,5% waren chirurgisch und 10% urologisch. Insgesamt 47,5%

oder dieser?

Im Gutachten steht, dass die 10% MDE der BG Begutachtung eins zu eins für die Unfallversicherung übernommen werden kann,

Bei deinen Texten stehe ich vor einem Rätsel.

Kommentar von schnute71 ,

Die 37,5 % wurden auf der Grundlage der Invaliditätstabelle (Gliedertaxe) der privaten Unfallversicherung festgelegt vom Gutachter.

Die 10% urologischen ergeben sich aus der Begutachtung im
Auftrag der BG, MDE Tabelle.

Diese 10% wurden von der privaten Unfallversicherung übernommen mit dem Hinweis "10% außerhalb der Gliedertaxe (urologisch)".

Somit ergab es eine Invalidität der privaten Unfallversicherung von 47,5%.

Kommentar von Apolon ,

Du gehst ja gar nicht auf meine Frage ein.

Ich wollte lediglich wissen, welche Invaliditätstabelle deinem Vertrag zu Grunde liegt.

Dazu müsste man ja mal die Versicherungsbedingungen lesen.

Kommentar von schnute71 ,

http://www.unfallversicherungen-24.de/docs/baden-badener-unfallversicherung-avb....

Die TOP-Gliedertaxe

Da ist zB die Blasenentleerungsstörung nicht mit aufgeführt und wurde deshalb von der BG Begutachtung 1:1 mit den 10% (außerhalb der Gliedertaxe) übernommen.

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