Frage von Mondfisch24,

Muss ich als ehemaliger Eigentümer nach Zwangsversteigerung Miete zahlen?

Hallo, folgende Problematik: Unser Haus wurde zum 01.10.2010 von der Bank zwangsversteigert. Die Käufer gaben uns anschließend acht Wochen Zeit für den Auszug. Nun verlangen die Käufer für den Zeitraum vom Kaufdatum bis zum tatsächlichen Auszug am 01.12.2010 Miete von uns. Ist dies zulässig? Es bestand zu keiner Zeit ein Mietvertrag zwischen uns und den Käufern. Danke für Antworten.

Antwort von BS3BM,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Die Käufer haben Anspruch auf Nutzungsentschädigung (Schadensersatz) in Höhe der ortsüblichen Miete für das ersteigerte Objekt, ansonsten hätte eine kostenlose Nutzung für den genannten Zeitraum vereinbart werden müssen.

Kommentar von XtraDry,

Welche Rechtsgrundlage sollte diese Schadenersatzforderung haben? Wo ist der Schaden?

Kommentar von BS3BM,

Ganz einfach, die neuen Eigentümer könnten das Mietobjekt ab Erwerb selbst beziehen oder vermieten, oder .... Für sämtliche Kosten, die für dieses Objekt anfallen haben sie ab Erwerbsdatum aufzukommen (Abfallbeseitigung, Grundsteuern, Versicherungen etc.).

Kommentar von XtraDry,

Ok, also könnte ein möglicher Schaden ein möglicherwiese länger zu zahlende Miete (was zu beweisen wäre) und die entehenden ZUSÄTZLICHEN Kosten durch die Bewohnung sein (Grundsteuer, Versicherungen etc. sind NICHT ZUSÄTZLICH). Das ist nachvollziehbar...

Kommentar von BS3BM,

Nicht Miete - Nutzungsentschädigung in Höhe der ortsüblichen Miete für das Objekt bis zur Räumung. Der Zuschlagsbeschluss ist gleichzeitig Räumungstitel gegenüber den bisherigen Eigentümer. Diesen muss eine entsprechende Frist eingeräumt werden und für diesen Zeitraum haben die neuen Eigentümer Anspruch auf Nutzungsentschädigung (viele sagen halt Schadensersatz dazu), ist im ZVG geregelt.

Kommentar von XtraDry,

Ah, danke, diese Regelung im ZVG kenne ich nicht...

Dann schreib das mal als Antwort, mit genaueren Angaben, das wäre sicher hilfreich...

Kommentar von Raimund1,
Kommentar von XtraDry,

Quatsch...

Kommentar von BS3BM,

Für exakte §§-Nennung müsste ich nachlesen und dafür ist mir der Zeitaufwand zu groß, dass sollte dann der Fragesteller selber tun oder der, den es genauer interessiert - Hinweise habe ich ja gegeben. Bin kein Anwalt, der die passenden §§ schnell zur Hand hat.

Kommentar von XtraDry,

Schade... Trotzdem guter Hinweis...

Antwort von Sanc2711,

Laut Anwalt greift Mietrecht in diesem Fall

Antwort von Sanc2711,

Nutzungsentschädigung gemäß § 546a BGB. Und jetzt gebt euch, ihr Kinder!

Antwort von XtraDry,

Hab nochmal recherchiert...

Der Anspruch auf Nutzungsentschädigung ergibt sich aus § 56 ZVG i.V.m. §§ 812, 99 BGB (LG Hagen 12. 11. 1993; DWW 1994, 51)...

http://dejure.org/gesetze/ZVG/56.html

Insofern ist die Frage zu bejahen, dies ist zulässig...

Die Höhe dürfte sich nach dem örtlich zu erzielenden Mietzins für das ersteigerte Objekt richten...

Antwort von Colombo62,

Ob ein Mietvertrag bestand oder nicht, spielt keine Rolle. In dem Moment wo das Haus verkauft ist ( beim Notar eingetragen ist)ist es nicht mehr dein Eigentum, sondern du bist ab diesem Moment " Nutzer " und als solcher hast du auch Miete zu zahlen, da du die Räumlichkeiten weiter genutzt hast.

Kommentar von XtraDry,

Einfach mal nachdenken und einsehen, dass das Quatsch ist... Du sagst es selbst, er ist NUTZER. MIETE zahlen muss aber logischerwise nur ein MIETER...

Antwort von Raimund1,

Ja das ist zulässig - sie hätten euch ja auch einfach rauswerfen können, das wäre nach einer Zwabgsversteigerung kein Problem. Da hättest du normalerweise nach 4 Wochen raus müssen.

Das Recht des neuen Eigentpmers ergibt sich aus dem § 546 a Bürgerliches Gesetzbuch:

http://dejure.org/gesetze/BGB/546a.html

Der neue Eigentümer hatte euch 8 Wochen zugestanden, danach kann er ohne weiteres die ortsübliche Miete verlangen.

Kommentar von XtraDry,

Absoluter Quatsch...

Kommentar von heimwerker,

@Raimund: BGB 546a greift hier nicht. Es setzt ein Mietverhältnis voraus und hier gibt es keines. MfG

Antwort von Dackelmann888,

Nenn Es Miete oder Nutzungsentschädigung.Ihr habt janoch gewohnt.

Kommentar von XtraDry,

Das beantwortet nicht die Frage...

Antwort von heimwerker,

Wenn kein Mietvertrag zustande gekommen ist, sehe ich nicht die Pflicht eine Miete zu zahlen. Es sei denn, es wurde beim Verkauf etwas in diese Richtung vereinbart, in Verbindung mit dem Auszugstermin evtl.? Welche Grundlage sollte die Miete auch haben. Die Frage wäre, ob Die neuen Besitzer eine Entschädigung fordern können. MfG

Kommentar von XtraDry,

Quatsch...

Kommentar von heimwerker,

@raimund: nein, BGB 546a kann hier nicht greifen. Denn es setzt ein Mietverhältnis voraus und es gibt hier keines. MfG

Antwort von FloVi,

Nein, eine Miete kann nicht fällig werden, solange kein Mietvertrag existiert. Offenbar wurde hier weder mündlich noch schriftlich ein solcher Vertrag geschlossen. Auch konkludentes Handeln liegt hier anscheinend (noch) nicht vor.

Allerdings ist das alles nur Wortklauberei, denn wenn es auch kein Mietvertrag ist, dann kann der neue Eigentümer wahrscheinlich für die Nutzungszeit einen Schadenersatz für die entgangene Miete einfordern, da die Wohnung ja nicht vermietbar war, weil ihr sie "blockiert" habt. Damit kommt es letztlich alles aufs gleiche raus.

Kommentar von XtraDry,

Schadenersatz aufgrund entgangener Mietzahlung kann kaum sein, da man nicht davon ausgehen kann, dass diese Haus innerhalb dieser zwei Monate vermietet worden wäre...

Kommentar von FloVi,

Das ist pure Spekulation. Fakt dagegen ist, dass sie gar nicht erst vermietet werden konnte. So kann sich das bestenfalls auf die Höhe des Schadenersatzes auswirken, aber das liegt letztlich auch am Richter. Auf jeden Fall sollte man sich schon auf ein Gespräch mit einer ordentlichen Rechtsberatung einstellen.

Kommentar von XtraDry,

Nein, die mögliche Vermietung ist pure Spekulation . Bitte mal mit dem Schadenersatzrecht beschäftigen, ein Schadenersatzanspruch setzt einen KONKRETEN, NACHWEISBAREN Vermögensschaden voraus, eine spekulative entgangene Mieteinnahme reicht dafür nicht aus...

Kommentar von FloVi,

Kommt auf die Gegend an. :) Laut BGH (Az. VIII ZR 326/09) kann in Gebieten mit einem "angespannten" Wohnungsmarkt" davon ausgegangen werden, dass eine Wohnung sofort vermietet werden kann, sobald sie dem Markt zur Verfügung gestellt wird. Völlig kostenfrei wird er vermutlich nicht davonkommen, egal, welchen Namen das Kind nun trägt.

Antwort von XtraDry,

Miete dürfen sie definitiv nicht verlangen, da dies einen schriftlichen oder mündlichen Vertrag voraussetzt, der hier nicht existiert.

Die Frage ist, ob es eine andere Rechtsgrundlage für eine Geldforderung gibt. Denkbar wäre z.B. Schadenersatz gemäß § 823 BGB...

Antwort von guterwolf,

Kommt darauf an was vertraglich vereinbart wurde, ob ihr während der Zeit kostenlos wohnen könnt etc. so etwas wird normalerweise immer festgehalten.

Kommentar von XtraDry,

Wenn dem so wäre, sollte man davon ausgehen, dass der Fragesteller nicht so verwundert fragen würde...

Kommentar von guterwolf,

manchmal liest man nicht richtig oder nicht alles...wäre ja verwunderlich, wenn im Vertrag nichts festgehalten wäre.

Kommentar von XtraDry,

Stimmt, das wäre zu klären...

Antwort von Sokrates2010,

Die neuen Besitzer haben alle Rechte und Pflichten aus dem bestehenden Mietvertrag mitgekauft. Dazu gehören auch die Miethöhe und die Kündigungsfristen sowie alle anderen Vertragsbestandteile.

Kommentar von XtraDry,

Einfach mal lesen: Es gibt keinen besthenden Mietvertrag...

Kommentar von Sokrates2010,

auch eine gelebte Beziehgung begründet eine vertragsartige Verbindung. Wenn Du ein Jahr dort gewohnt hast und jeden Monat Miete gezahlt, dann wird ein stillschweigender Vertrag angenommen, der die gesetzlichen Konditionen hat (Kündigung etc.)

Kommentar von Sokrates2010,

Wenn über den Auszug vom alten Vermieter allerdings etwas Schriftliches besteht, dann hat das Gültigkeit.

Kommentar von XtraDry,

Das mag so sein oder nicht (Das BGB gibt das jedenfalls nicht her). Aber das ist hier nicht der Fall...

Kommentar von heimwerker,

Es gibt kein Mietverhätnis, in keiner Form. Wie sollte das auch von statten gehen? Wer legt die Höhe der Miete fest, die zu zahlen wäre? Es fehlt jegliche Grundlage für einen Vertrag. MfG

Antwort von jockl,

Umsonst gibt es "heute" fast nichts mehr. Kostenloses Wohnen ist im Normalfall ein unangemessenes Wunschdenken. Klar muss man, wie geschildert, bezahlen.

Kommentar von XtraDry,

Aber nicht auf Grundlage des Mietrechts...

Antwort von Mensch1,

Du kannst ja sofort ausziehen, dann brauchst Du nichts zu bezahlen. Wenn nicht, dann nutzt Du deren Eigentum. Hier kommt es auf den Übergabevertrag an - was steht da drin?

Antwort von ErsterSchnee,

Ja, das ist zulässig, denn Ihr habt das Haus ja weiterhin genutzt. Und nur, weil nichts Schriftliches existiert, heißt das nicht, daß auch kein Vertrag existiert.

Wäre es Euch lieber gewesen, wenn Ihr direkt nach dem Versteigerungstermin hättet ausziehen müssen?

Kommentar von XtraDry,

Hier besteht aber eindeutig auch kein mündlicher Vertrag...

Kommentar von ErsterSchnee,

Hmmm - ich kaufe Dein Haus, Du darfst aber noch eine Zeitlang drin wohnen. Oh super, das freut mich aber, dann ziehe ich noch nicht aus.

Ist definitiv ein mündlicher Vertrag - nämlich zwei übereinstimmende Willenserklärungen.

Kommentar von XtraDry,

Ja, das ist ein mündlicher Leihvertrag gemäß §§ 598 ff. BGB...

Kommentar von ErsterSchnee,

Und den muß man nicht bezahlen?

Kommentar von XtraDry,

Nein, das Wesen und der Unterschied der Leihe im Gegensatz zur Miete ist, dass sie IMMER unentgentlich ist, denn sonst wäre es ja nicht Leihe sondern Miete... ;-)

Antwort von Tabaluga1961,

na klar ist da zulässig. Du hast doch drin gewohnt oder?????????????????

Kommentar von XtraDry,

Aber nicht auf Grundlage des Mietrechts...

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