Kann man einen Untermieter ohne Kündigung auf die Straße setzen?

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6 Antworten

Bei einer Mietvertragsauflösung wird entweder ohne oder mit Frist der Vertrag im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst, also auch von einem Tag auf den anderen wäre denkbar.

Wenn aber dieses gegenseitige Einvernehmen nicht hergestellt werden kann, wird der MV eben nicht aufgelöst. Dann käme nur eine Kündigung als Vertragsbeendigung infrage.

Unklar bleibt selbst bei deinen Kommentaren, was denn deine Freundin real gemietet hat, ein Zimmer in einer Wohnung oder eine Wohnung in einem Haus.

Der § 549 BGB spricht über vermieteten Wohnraum in der Wohnung des Vermieters nur dann, wenn dieser Wohnraum, als Mietsache bezeichnet, überwiegend mit Einrichtungsgegenständen des Vermieters ausgestattet ist.

Da die Einrichtung der Mietsache zweifellos nicht Eigentum des Vermieters ist, bleibt dem Vermieter nur die Kündigung als Mittel zur Beendigung des MV übrig, die dem § 573 c BGB folgt. Und diese Kündigung ist bei ordentlicher Kündigung wenigstens auf 3 Monate befristet, vorausgesetzt, der Vermieter nennt in der Kündigung einen rechtswirksamen Grund.

Ansonsten wäre die Kündigung wirkungslos und unbeachtlich.

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das Zimmer wurde zwar mit Möbeln übernommen, diese mussten aber vom Vormieter abgekauft werden.

Ergo war das Zimmer nicht überwiegend mit Möbeln des Vermieters ausgestattet. Die Möbel gehören dem Mieter, der kann sie bei Auszug mitnehmen - bedeutet 3 Monate Kündigungsfrist.

Eine Kündigung bedarf immer der Schriftform! Und eine Kündigung seitens des Vermieters braucht immer eine zulässige Begründung.

Wie kommt der Vermieter eigentlich auf so eine Schote? Dahinter muss doch noch mehr stecken.

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Kann man einen Untermieter ohne Kündigung auf die Straße setzen?

Nein. Auch für sog. Untermieter und deren Vermieter gilt das Mietrecht.

Kündigungsfrist i. d. R. für Mieter 3 Monate, für Vermieter mindestens 3 Monate.

Vermieter können dem Mieter nur aus wichtigem, rechtlich zulässigem Grund kündigen.

Das gilt auch wenn Vermieter und Mieter im selben Haus oder der selben Wohnung wohnen und das Zimmer des Mieters nicht überwiegend vom Vermieter mit Möbeln ausgestattet ist.

Ist es in diesem Fall nicht, denn die Möbel gehören dem Mieter.

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Kommentar von dragonfire52062
15.07.2016, 16:57

Dass es sich im Mietvertrag um eine Untermietung der Wohnung handelt spielt dabei keine Rolle? 

Natürlich bewohnt jeder ein Zimmer, jedoch gibt es ein gemeinsames Bade- & Wohnzimmer und ein Badezimmer, welches vom Hauptmieter gestellt und ausgestattet wurde. 

(Das geht nicht aus dem Vertrag hervor, aber ich gehe davon aus)

Gilt die Wohnung trotzdem nicht als "Überwiegend möbliert?"

Schonmal herzlichen Dank für die rasche Antwort.

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Kann man einen Untermieter ohne Kündigung auf die Straße setzen?

Ohne schriftliche Kündigung und ohne wichtigen Grund kann der Mieter nicht fristlos gekündigt werden und erst recht nicht auf die Straße setzen.

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Wer hat nun eigentlich wem die Möbel abgekauft? Der Hauptmieter seinem Vormieter? Oder der Vermieter des Hauptmieters dessen Vormieter?

Hat der Hauptmieter seine komplette Wohnung untervermietet?

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Auch mündliche Verträge sind rechtsgültig! Somit wäre zumindest die gesetzliche Kündigungsfrist einzuhalten, wie lang die bei einem Untermietverhältnis auch immer sein mag und solange keine Gründe für eine fristlose Kündigung vorliegen. Die Kündigung muß , anders als der Vertrag, schriftlich erfolgen, der Empfang vom "Gekündigtem" bestätigt werden (im Interesse des "Kündigendem").

Die Möbel sind, da ja "abgekauft", Eigentum des Käufers....mit Kaufvertrag oder Zeugen ließe sich das belegen...somit liegt m.M. auch keine "Möblierung" vor, da es sich ja dann um das Eigentum des Untermieters handelt. 

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Kommentar von anitari
15.07.2016, 17:04

wie lang die bei einem Untermietverhältnis auch immer sein mag

Im Normalfall genau so lang/kurz wir bei jedem anderen Mietverhältnis auch.

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Kommentar von Gerhart
15.07.2016, 17:18

Der Empfang  der schriftlichen Kündigung muss nicht vom Gekündigten gegenüber dem Kündigenden bestätigt werden, denn die Kündigung ist eine einseitige Willenserklärung. Der Kündigende muss aber im Zweifelsfalle nachweisen, dass dem Gekündigten die Kündigung fristgemäß zugegangen ist. Der Nachweis durch Einwurfeinschreiben oder bezeugter Briefeinwurf ist ausreichend.

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