Ist das Umfrageinstitut "Forsa" neutral?

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8 Antworten

Ist das Umfrageinstitut "Forsa" neutral?

Meinungsforschung ist NIEMALS "neutral". Das liegt in der Natur der Sache.

1. Es finden ausschließlich Stichprobenerhebungen statt (sonst würdest du jeden Tag 15 Anrufe von Instituten bekommen). Und man arbeitet zwar daran, die Probleme solcher Stichproben zu nivellieren; doch ganz geht es nie.

2. Die Institute sind Markt-Teilnehmer und werden von Auftraggebern bezahlt. Und diese Auftraggeber haben gewisse Erwartungen. Das heißt nicht, dass die Statistiken "gefälscht" werden; das heißt aber sehr wohl, dass die Absicht einen gewissen Einfluss hat. (s. etwa "Armutsbericht der Bundesregierung")

3. Die Unschärfe nimmt zu. Bei der letzten BT-Wahl gaben mehr als 30% der Wähler nur eine Woche vor der Wahl an, dass sie noch nicht wüssten, welche Partei sie wählen würden. Wie willst du da vernünftige und belastbare Zahlen generieren?

4. Umfrageergebnisse sind "Schätzungen", nicht Ergebnisse einer Wahl. Die Umfragen geben lediglich Hinweise über die Entwicklung einer Partei. Sie sind überhaupt keine Vorwegnahme von Ergebnissen. (Schaue dir mal die letzten BT- & LT-Wahlen und die Prognosen zur SPD an. Die Institute verschätzten sich durch die Bank und wurden erst in den letzten 1, 2 Wochen vor den Wahlen einigermaßen präzise. Trotzdem waren manche noch 5%+ von den tatsächlichen Ergebnissen entfernt. Und das, obwohl man über die SPD langjährige Erfahrungswerte besitzt und der Wähler üblicherweise ziemlich berechenbar ist. 

5. Gerade bei neuen oder kleinen Parteien gibt es große Probleme bei der sauberen Einordnung. Die genutzten Methoden basieren auch auf langjährigen Studienergebnissen. Sowas fehlt bei "Neuen". Deshalb versucht man, die Lücken mit "Hellseherei" zu füllen, was gelegentlich zu enormen Schwankungen führen kann.

6. Die AfD ist ein Sonderfall. Große Teile der (potenziellen) AfD-Wähler sind ausgesprochen ambivalent und suchen zwar den "Protest", aber fühlen sich mit der Partei (zunehmend) unglücklich bzw. wollen sie gar nicht so erfolgreich werden lassen, wie die letzten LT-Wahlen sie haben werden lassen. Das sorgt für enorme Schwankungen, weil die gleiche Person, wenn man sie zwei Mal fragt, zwei unterschiedliche Meinungen haben kann.

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Halbwegs erfolgreiche Lösung: IMMER mehrere Umfragewerte - sowohl zeitlich, als auch von verschiedenen Instituten - vergleichen! Und vor allem: Eigene Entscheidungen nicht von Umfrageergebnissen abhängig machen! 

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Kann hier wirklich von einer objektiven Umfrage die Rede sein, wenn der Chef von Forsa diese Aussagen von sich gibt: "„Im Prinzip ist es richtig, die AfD anzugreifen und auszugrenzen. Diese Partei und ihre Anhänger sind unbelehrbar, mit denen können sie nicht diskutieren“ Quelle (Handelsblatt)

Forsa ist seit Jahrzehnten dafür bekannt, sagen wir, "strategische Meinungsbilder" zu veröffentlichen. Das macht die Umfrage-Ergebnisse nicht unbedingt "falsch", es bedeutet nur, dass man sich des "Forsa-Filters" bewusst sein muss, um die Zahlen lesen zu können. 

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Nenne doch bitte mal die genauen Daten auf die Du Dich beziehst.

Ich kann nämlich kein Fallen der Ergebnisse erkennen.
Seit der ersten Umfrage am 30.08.2013 sind die Zahlen [bis auf kleine Schwankungen] von damals 4% auf 8% stetig gestiegen.

Das die Zahlen von Infratest Dimap höher liegen wird an unterschiedlichen Erhebungsmethoden liegen.

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Die Erhebung ist sicherlich neutral. Bei aufgezeigten Differenzen bedient man sich bei Umfragen immer wieder gerne eines kleinen Tricks. Man wählt einen Referenzpunkt der die Differenz möglichst spektakulär erscheinen lässt.

Beispiel Referenzpunkt:

1980: 100
1985: 100
1990: 50
1995: 100
2016: 200

Beim Referenzpunkt 1980,1985 und 1995 hat sich der Wert bis nach 2016 verdoppelt. Mit Referenzpunkt 1990 hätte der Wert sich in 2016 vervierfacht.

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Das sind nur die 7 %, die sich vorstellen können, Boateng als Nachbarn zu haben. Die sind jetzt nun mal weg. Aber keine Sorge, irgendwann hauen die auch mal einen Spruch raus, der wieder 10 % ins Boot holt.

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Kommentar von MonkeyKing
05.07.2016, 14:37

Wahrscheinlich die 7%, die tatsächlich Nachbarn von Boateng sind.

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Insbesondere Forsa-Gründer Güllner versucht des öfteren, mittels seiner geschickt aufgehübschten Umfrageergebnisse massiv Stimmung in eine ganz bestimmte Richtung zu machen, wie auch schon aus Reihen der CDU beispielsweise kritisiert wurde..

Und die AFD ist dabei aktuell das erklärte Feindbild.

Man braucht sich bloß die Vita von diesem Herrn Güllner und das was er zur Zeit an persönlicher Meinung von sich gibt anzuschauen, dann weiß man woher der Wind weht.

.....SPD-Genosse seit vollen fünfzig Jahren,
Soziologie-Studium, dank Parteibuch Direktor des Statistischen Amts in
Köln, Schröder-Intimus und Kanzlerflüsterer zu rot-grünen Zeiten,
schließlich Honorarprofessor an der FU Berlin – Manfred Güllners
Karriere ist ohne die SPD nicht zu denken…

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Kommentar von earnest
05.07.2016, 16:27

Bist du bitte so nett und gibst deine Quelle an?

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Es handelt sich um Umfragen, zudem mit einer kleinen Stichprobe (1000 Leute sind nicht viel, statistisch gesehen). Gerade bei kleinen Parteien genügt eine kleine Verschiebung der absoluten Zahlen, um eine große Verschiebung bei den Prozenten zu bewirken. Daher sollte man diese Umfragen nicht überbewerten.

15 % wären 150 Leute, 7 % wären 70 Leute (also 80 Leute Differenz), da genügt schon eine zufällige Änderung in der Stichprobe...

(Der Brexit hat ja jüngst gezeigt, dass Umfragen daneben liegen können.)

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Nein, die Umfrage ist nicht im entferntesten neutral. Das haben die letzten Landtagswahlen gezeigt. "Drei Tage vor den Landtagswahlen hatte das Meinungsforschungsinstitut Forsa Umfragen veröffentlicht, die ziemlich weit vom tatsächlichen Ergebnis entfernt lagen. In Sachsen-Anhalt ergibt sich eine Abweichung von 16,9 Prozentpunkten, in Baden-Württemberg von 10,4 und in Rheinland-Pfalz von 8,9 Prozentpunkten. Besonders auffallend: die extrem fehlerhaften Prognosen des Institutes von Manfred Güllner für AfD und SPD."   http://uebermedien.de/2141/der-meinungsforscher-als-meinungsmacher/

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Kommentar von lumi2000
05.07.2016, 13:37

Nachdem ich den Artikel kurz überfogen habe:

Dort wird nicht auf die Methodik der Forsa eingegangen. In der
Statistik gibt es verschiedene Methoden, wie man von einer Stichprobe
auf das Ganze schließen kann. Verschiendene Institute können
verschiedene Methoden verweden. Und das ist völlig ok, solage aufgezeigt
wird, wie gearbeitet wurde.

Dieser Artikel ist Mist und verbreitet Verschwörungstheorien. Wer
meint, die Ergebnisse kritisieren zu müssen, soll belegen, was an der
Methode zur Auswertung falsch gemacht wurde.

Grüße

Lumi

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Umfrage sind immer mit ein paar Prozent Fehlerabweichungen behaftet. Schließlich wird nur ein minimaler Teil der Grundgesamtheit befragt.

Je kleiner die Partei, desto größer mögliche Abweichungen von einem tatsächlichen Ergebnis der Grundgesamtheit.

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