Frage von Andrea662010, 123

Gilt ein Hund ohne Genehmigung als geduldet?

Ich habe seit 5 Jahen einen Jack Russell Terrier ohne Genehmigung. Niemand hat sich in der Zeit beschwert. Nun hatte ich die Hündin meiner Tochter (Jack Russell) aus persönlichen Gründen aufgenommen. Sie bellte bei unbekannten Geräuschen und wir übten mit einem Hundetrainer jeden Tag. Es wurde auch schon viel besser. Die Mieter im Haus waren zum größten Teil informiert und einige hatten auch meine Telefonnummer. Jetzt hat sich jemand beschwert und ich bekamm einen bitter bösen Brief mit der Auflage meinen Hund weg zu geben. Ich konnte das zwar bei dem Vermieter den Sachverhalt darstellen und habe nun eine Frist bekommen bis Anfang Januar. Ich muss nun sicherstellen, dass Ruhe herscht. Nun ist das aber auch ein Hund und ich weiß, dass er auch mal bellen wird (wenn ich arbeiten bin). Gerade wenn der Hausmeister das Haus sauber macht. Die Hündin habe ich am Tag nun leider nicht mehr. Ich weiß leider auch, dass meine Nachbarin sehr empfindlich ist und bei jedem bisschen auch die Polizei holt. Ich bin jetzt sehr ängstlich und hoffe auf Anworten, die mir helfen. Gelten vielleicht die 5 Jahre als geduldet und es ist wie eine Genehmigung?Ganz lieben Dank Andrea

Expertenantwort
von Naninja, Community-Experte für Hund, 81

Was die Mieterin unterschrieben hat, ist aus bereits genannten Gründen rechtlich irrelevant. Und dass das Bellen des inzwischen abgegebenen Hundes in der Vergangenheit nicht gestört hat, heißt noch lange nicht, dass das Bellen des verbliebenen Hundes es nicht aktuell und zukünftig stört. Du hattest weder die erforderliche Genehmigung für die Haltung eines Hundes, geschweige denn die zur Aufnahme eines zweiten.

Eine Nachbarin fühlt sich inzwischen gestört, der Vermieter hat Dir eine Frist bis Januar gesetzt. Sorry, Andrea, aber in dieses Problem hast Du Dich sehenden Auges hineinmanövriert und die Geduld aller Beteiligten überstrapaziert. Ich habe selbst einen Hund und trotzdem geht es mir auf die Nerven, wenn die Hunde meiner Nachbarn in einer Tour bellen, wenn sie alleine sind. Bei meinem Hund habe ich sehr früh alle Versuche, Geräusche zu „kommentieren“, unterbunden. Dass der Hausmeister nicht arbeiten kann, ohne dass Dein Hund anschlägt, liegt sicherlich nicht in der Natur des Hundes, sondern in Deinen Versäumnissen bei der Erziehung. Einen Hund dazu zu bekommen, dass er ruhig und entspannt alleine bleibt und nicht anschlägt, wenn er Geräusche hört, ist eine Frage des Trainings. Es liegt in Deiner Verantwortung, den Hund so zu halten, dass sich niemand gestört fühlt und entweder selbst daran zu arbeiten, oder mit Hilfe eines Trainers eine Lösung zu finden.

Kommentar von Andrea662010 ,

Wie ich geschrieben hatte, haben wir mit Hilfe eines Trainers gearbeitet. Mein Hund bellt wenig, wie ein Hund nun mal ist. Vielen Dank für diese tolle Anwort.

Kommentar von Naninja ,

Das "wenige" Bellen scheint für die Probleme, die Du hast, ausreichend zu sein. Und wie ich bereits schrieb: es liegt nicht in der Natur Deines JRT, sondern in Deiner Erziehung begründet.

Zudem spielt an dieser Stelle nicht Dein persönliches Empfinden eine Rolle, sondern der Vertrag, den Du unterschrieben hast und die Rahmenbedingungen.

Mit Trotz wirst Du absolut nichts erreichen können. Entweder Du reagierst, oder Du wirst Dir eine andere Wohnung suchen müssen.

Kommentar von Andrea662010 ,

Das wenige Bellen war doch gar nicht das Problem. Die Hündin von meiner Tochter bellte viel. Ich möchte auch nicht mit Trotz reagieren. das liegt nicht in meinem Interesse. ich wollte einfach einen Rat, denn es geht jetzt um meinen Hund (Genehmigung) Die Hündin ist schon wieder bei meiner Tochter.

Antwort
von JomitRudel, 123

Es geht nicht nur um die Erlaubnis zur Hundehaltung, sondern auch darum, dass nur eine gewisse Belastung mit Bellen geduldet werden muss.

Nach Gerichtsurteilen habe ich gelesen, Bellen nicht nach 22 Uhr und nicht vor 7 Uhr, nicht länger als 10 min am Stück und nicht mehr als eine halbe Stunde täglich. Das ist so ca. der zumutbare Rahmen nach der Rechtsprechung.

Du selber kannst ahnen, ob dein Hund hier drüber liegt oder nicht.

Als einziges bleibt die Zeit so gut wie möglich zu nutzen oder auch mit der "empfindlichen " Nachbarin in Kontakt zu treten und die Sachlage zu schildern.

Kommentar von Andrea662010 ,

Er bellt nie länger als 10 min, nur wenn der Hausmeister sauber macht. meine nachbarin hat mir sogar unterschrieben, dass das gebell nicht stört und hinten rum sich beschwert.

Kommentar von Andrea662010 ,

was ist, wenn sie irgendetwas behauptet was nicht stimmt? Ich kann das doch nicht beweisen.

Kommentar von TrudiMeier ,

Du scheinst eins völlig auszublenden. Du hast ein Vertragsverletzung begangen.  Das ist jetzt die Konsequenz davon.  Du beziehst dich immer nur auf das Bellen des Hundes. Das ist aber zweitrangig.

Verträge sind dazu da eingehalten zu werden. Sowohl vom Vermieter als auch von dir. Du scheinst davon auszugehen, dass der Vermieter dir die Erlaubnis erteilt, wenn du nachweisen könntest, dass der Hund nicht soviel bellt wie behauptet. Darauf würde ich nicht setzen.

Antwort
von brandon, 51

Ich nehme an Dein Sohn war erwachsen als er ausgezogen ist. Das er Dir denn Hund geschenkt hat ist auch sehr lieb von ihm aber hat er noch nie davon gehört das man für Hundehaltung eine Erlaubnis braucht?

Ich nehme an das Du zu diesem Zeitpunkt auch schon berufstätig warst, auch das ist ein Punkt bei dem man sich erst einmal fragen muß ob ein Hund in dieses Leben passt. 

Wie lange ist der Hund denn allein? Wäre es vielleicht eine Möglichkeit für Dich wenn Du den Hund während Deiner Arbeitszeit woanders unterbringst?

Du schreibst immer von dieser Nachbarin die erst unterschrieben hat und sich dann beschwert hat. Ich würde sie mal fragen warum sie ihre Meinung so plötzlich geändert hat.

Ich habe als Kind etwas ähnliches erleben müssen als meine Mutter spontan einen  kleinen Welpen mit nach Hause brachte ohne sich groß Gedanken zu machen. Es kam dann auch so das der Hund gebellt hat und ein Nachbar sich beschwert hat, am Ende ist der arme Hund im Tierheim gelandet und ich und meine Brüder haben uns die Augen ausgeheult. Das wäre uns und dem Hund alles erspart geblieben wenn meine Mutter etwas mehr nachgedacht hätte.

Ich wünsche Dir viel Glück bei der Lösung Deiner Probleme.

LG

Antwort
von DerHans, 72

In Deutschland gibt es kein Gewohnheitsrecht.

Wenn die Zustimmung lt. Mietvertrag erforderlich ist, kann das zu einer Abmahnung und auch zur Kündigung führen.

Kommentar von Andrea662010 ,

Wann darf denn die Zustimmung verwigert werden?

Kommentar von wotan0000 ,

Er hat die Zustimmung im von Dir unterschriebenen Mietvertrag verweigert und Du hast dem zugestimmt.

Kommentar von Georg63 ,

Das ist schonmal irrelevant, wenn es nicht eine extra vereinbarte Klausel ist.

Antwort
von sheloveshim12, 91

Nein die 5 Jahre gelten nicht als Genehmigung. Also zu erst musst du einmal gucken was in dem Mietvertrag steht, wenn dort steht dass du einen Hund halten darfst dann brauchst du dir keine Sorgen machen. Aber wenn dort steht, dass du den Vermieter vorher um Erlaubnis fragen musst dann kann er dir jetzt sogar schlimmstenfalls das Mietverhältnis kündigen.

Kommentar von Andrea662010 ,

Im Mietvertrag steht, dass ich eine Genehmigung brauch

Kommentar von inicio ,

und warum hast du dir die erlaubnis nie geholt?

Kommentar von Andrea662010 ,

Ich hab einfach nicht daran gedacht und als hier eingezogen bin, hatte ich noch keinen Gedanken, mir einen Hund zu holen. Mein Sohn schenkte ihn mir, als er ausgezogen ist.

Kommentar von wotan0000 ,

Da Du die nicht hast, hast Du Deine Antwort.

Kommentar von sheloveshim12 ,

Ja dann ist es leider so, dass der Vermieter dir das Mietverhältnis kündigen kann. Ich würde mir echt ne andere Wohnung suchen.

Kommentar von TrudiMeier ,

Das liegt aber ganz allein in ihrem Verschulden. Dem Vermieter kann kein Vorwurf gemacht werden.

Kommentar von Georg63 ,

So schnell geht das nicht mit einer wirksamen Kündigung.

Antwort
von Andrea662010, 22

Vielen Dank für die Antworten. Ich möchte nur nochmal kurz erwähnen, dass mein Hund nicht bellt und auch nicht stören ist. Es gab keine Beschwerden oder Ähnliches in den letzten 5 Jahren. Es ging einfach um die Hündin, mit der ich geübt habe. Ich finde die klugen Zeilen echt prima. Ich dachte hier kann man HILFE bekommen und keine Vorwürfe. Das ich einen Fehler gemacht habe, weiß ich wohl auch allein. Die Frist bis Januar hab ich vom Vermieter bekommen damit sie prüfen können, ob mein Hund ruhig ist. Ich habe nur die Befürchtung, dass ein bestimmter Mieter etwas behautet was nicht stimmt.

Antwort
von NoNameMe, 65

Heutzutage braucht man den Vermieter nicht mehr um Erlaubnis fragen, wenn man einen Hund in der Wohnung halten möchte
Weil das zu den Persönlichkeitsrechten gehört (zumindest in Österreich)
Also darf dir der Vermieter die Wohnung nicht wegen des Halten eines Hundes die Wohnung Kündigung
ABER: Der Hund muss die, wie schon genannten, Ruhezeiten einhalten und darf nicht Stunden lang bellen
Jeder Hund bellt mal. Er ist ein Lebewesen und keine Maschine

Kommentar von TrudiMeier ,

Das mag für Österreich gelten, in Deutschland ist ein Hund genehmigungspflichtig.

Kommentar von Georg63 ,

Nur wenn das der Vertrag verlangt.

Kommentar von NoNameMe ,

Darum hab ich das ja in Klammer dazu geschrieben 😜

Kommentar von Andrea662010 ,

Genau das hatte ich auch gelesen. Das Persönlichkeitsrecht gilt auch hier. Er bellt ja nicht stundenlang, das war die Hündin und die ist wieder bei meiner Tochter.

Kommentar von wotan0000 ,

Dann bleib man lieber in Österreich. ;-)

Bei uns sieht es anders aus.

Kommentar von NoNameMe ,

Hatte nicht vor auszuwandern ;)

Antwort
von wotan0000, 77

Ich habe meinen Hund seit 12,5 Jahren. Unsere Katze war genehmigt - unser Hund nicht.

Er wird geduldet und alle mögen ihn, auch die, die uns gerne den Hals umdrehen würden.

Wenn er auffällig wird, kann man uns kündigen. Uns ist das egal, dann ziehen wir halt aus.

Ich kann aber jederzeit den Beweis bringen, dass unser Hund in der Wohnung keinen Pieps von sich gibt und auch der Vermieter weiss das.

Kommentar von Andrea662010 ,

Wie kannst du das denn beweisen? Genau das ist mein Problem, mein Hund bellt, wie jeder andere Hund auch mal. Das Problem war ja die Hündin. Die habe ich ja nun zu meiner Tochter zurück gegeben. Doch meine Angst besteht einfach, weil ich nicht weiß, wie meine Nachbarin sich jetzt verhält. Sie hat mir wie auch andere Mieter unterschrieben, dass das bellen nicht stört. (die Zeit als die Hündin noch da war) aber sich beim Vermieter beschwert.

Kommentar von TrudiMeier ,

Sie hat mir wie auch andere Mieter unterschrieben, dass das bellen nicht stört.

Das ist doch völlig egal. Du hast es versäumt eine Genehmigung einzuholen. Im Nachhinein wirst du die vermutlich nicht mehr bekommen. Hättest du diese Unterschriftensammlung vor der Anschaffung des Hundes und der Bitte um Zustimmung an deinen Vermieter gegeben, hättest du das Problem jetzt nicht.

Kommentar von wotan0000 ,

Ich kann 50 Leute inkl Handwerker auf einmal durch unsere Wohnung schicken - auch zum Krach machen - und meinen wird es nicht interessieren (inkl. Klingeln). Wenn draussen Lärm ist und der andauert, macht mein Hund nur einen Stosseufzer, wenn endlich wieder seine Schlaflautstärke ist.

Auch unser Vermieter war schon mit Handwerkern bei uns und weiss es.

Im letzten Jahr hatten wir einen Balkonbrand mit Rauchmelderalarm und viel Tatütata und mein Hund lag, bis wir raus mussten in der Küche und hat geschlafen. :-))))

Kommentar von TrudiMeier ,

Der hat ja ein Gemüt wie eine Schlaftablette :-))

(Der Hund, nicht der Vermieter!)

Kommentar von wotan0000 ,

Ja, GsD haben wir auch vieles richtig gemacht. :-)))


PS: doch, der Vermieter hat auch ein solches Gemüt. 

Kommentar von TrudiMeier ,

Na, da passen dann ja zwei zusammen :-))

Antwort
von TrudiMeier, 56

Es gilt immer noch, dass Hunde der Zustimmung des Vermieters bedürfen. Nun hast du dir einen ohne Zustimmung angeschafft. Es gehen Beschwerden von anderen Mietern ein und du bist abgemahnt worden mit der Auflage den Hund abzuschaffen.  Tust du das nicht, gibts die fristlose Kündigung. Punkt! Ein Gewohnheitsrecht gibt es im Mietrecht nicht. Auch wenn du nun solange Glück gehabt hast - es ist nicht mit einer Genehmigung gleichzusetzen. Dein Vermieter ist im Recht!

Wenn in deinem Mietvertrag steht, dass du eine Genehmigung zur Hundehaltung brauchst, warum zum Geier hast du die dir nicht geholt, sondern einfach so einen Hund angeschafft? Und jammerst nun, dass der Vermieter dich auffordert den Hund wieder abzuschaffen? Das darfst du dir ganz allein auf die Fahne schreiben.


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