Frage von lucky29126, 69

Gehen selbst gekaufte Markisen irgendwann in den Besitz der Vermieter über?

Mein Vater lebte bis zu seinem Tod 46 Jahre in einer Mietwohnung. Vor 17 Jahren schaffte er auf seine Kosten eine Markise an, die wir als Erben nun abbauen lassen wollen. Der Vermieter meint jetzt, die Markise sei mittlerweile sein Besitz, er habe in den 46 Jahren keine Miete für die (damals schon vorhandene, an die Wohnung gekoppelte) Terasse eingeführt, er habe wegen Statik damals ein Gutachten machen lassen undsoweiter. Seine Angst, dass unter der Markise nicht gestrichen ist kann ich verstehen. Und dass da Löcher in der Wand sein werden. Aber sonst kann er uns doch nix, wenn wir das von einer Fachfirma abmontieren lassen, oder? Wie gesagt, Mieter seit 46 Jahren, dementsprechend sieht auch der Mietvertrag aus.

Antwort
von Genesis82, 31

Ich kann dir die Frage an sich leider nicht beantworten, aber ich frage mich, warum ihr diese Markise unbedingt abbauen wollt? Wenn ihr sie woanders weiter nutzen wollt, wäre es in meinen Augen günstiger und sinnvoller, eine neue zu kaufen. Nicht nur, dass ihr dann eine neue Markise hättet, die noch nicht kurz vor Ende der Lebenszeit ist und die ein aktuelles Design hat. Die Kosten für Abbau, Transport, Montage am neuen Ort sowie Beseitigung der Schäden am alten Ort (Streichen, Löcher verschließen) scheinen mir den Wert der alten Markise bei weitem zu übersteigen.

Antwort
von schelm1, 52

Was wurde denn hinsichtlich der Montage und der späteren Verpflichtung zur Demontage bei Auszug des Mieters alles so vereinbart?

Man könnte meinen, dass die Markise aufgrund der festen Schraubverbindung mit dem Gebäude tatsächlich wesentlicher Bestandteil des Hauses geworden ist und damit infolge dessen Zustimmung automatisch Eigentum des Hauseigentümers wurde.

Ohne solche Erkenntnisse kann der Vermieter darauf bestehen, dass der urprünglich vorhandene Zustand der Wand nach Entfernung der Markise ohne verbleibende Schäden und mit einheitlichem Wandanstrich wieder hergestellt wird.

Sie wären vielleicht nicht schlecht beraten, die immerhin 17 Jahrte alte Markise dem Vermieter im vorgenannten Sinne für beide Seiten kostenfrei zu überlassen!?!

Anderseits brauchen Sie weder Kosten noch Mühen zu scheuen, den Fall vor Gericht entscheiden zu lassen.

Der Vermieter verfügt in seiner "Streitkasse" über rd. 47 Jahre angesammlete Kaltmieterträge aus der Wohnnutzung  des verstorbenen Mieters, die sich vortrefflich einsetzen lassen. - Von Ihnen hingegen weiß man nur um einen Anspruch, der zudem unsicher ist!


Kommentar von lucky29126 ,

Da wurde gar nix abgesprochen, damals. Alte Menschen, Vermieter genauso wie mein Vater. 

Weiß auch gar nicht ob der Mietvertrag für uns "günstig" ist. 

Danke für die hilfreiche Antwort - auch wenn nicht das, was ich hören wollte ;-)

Antwort
von Nemisis2010, 48

Wenn das Eigentum des Mieters fest mit dem Eigentum des Vermieters verbunden wurde, geht es in das Eigentum des Vermieters über.

Generell hat der Vermieter bei Beendigung des Mietvertrages einen Rechtsanspruch auf die vollständige Beseitigung der durch den Mieter vorgenommenen  Ein-/Umbauten und die Wiederherstellung des Ursprungszustandes, also hier insbesondere Löcher schliessen und Anglich des Farbanstriches an die Fassade des Hauses. Die Kosten hierfür müsste der Mieter tragen.

Mein Tipp wäre die Markise dem Vermieter zu überlassen. Die Investition des Vaters für die Markise dürfte dieser in 17 Jahren bereits abgewohnt haben.

Kommentar von lucky29126 ,

Und selbst angeschafftes Parkett, ist das sozusagen auch fest verbunden mit den Eigentum des Vermieters?

Wahnsinn, ich bin überrascht über diese Antwort, aber umso dankbarer :-o

Kommentar von Nemisis2010 ,

Da ich zur Zeit nur mit dem Smartphone antworte kann ich Dir leider keine Links zur Verfügung stellen.

Aber Google mal: rückbaupflicht des Mieters bei mietvertragsende und/oder “wenn das Eigentum des Mieters in das Eigentum des Vermieters übergeht“ evtl. findest Du auch Hinweise dazu unter Google  “Mietrechtslexikon: Rückbaupflicht Parkett“

Übrigens die Rückbaupflicht hätte der Mieter auch dann, wenn der Vermieter den Einbau des Parketts und der Markise genehmigt hätte.


Antwort
von Padri, 21

Ich schließe mich der Antwort von Genesis82 an, zunächst zu hinterfragen ob Sie wirklich mit der Markise etwas anfangen können. Diese passt doch nicht an allen Häusern. Da es das Geld Ihres Vaters war und nicht Ihres, wäre der Verlust doch zu verschmerzen.

Antwort
von Furino, 34

Die Markise ist natürlich nicht fest verbunden und ist jederzeit abschraubbar. Festverbunden wäre ein Anbau oder ein gepflanzter Baum im Garten.

Sie ist und bleibt weiterhin Eigentum des Besitzers. Bei der Entfernung aufgetretene Schäden sind dann natürlich zu beseitigen.


Kommentar von lucky29126 ,

Da scheinen ja die Meinungen auseinander zu gehen, fest verbunden oder nicht.

Für mich war es selbstverständlich, dass es unser Besitz ist.

Was Schäden, Streichen und Demontagekosten etc. anbelangt erhoffe ich mir mehr Klarheit durch einen Fachmann, der morgen was zur Demontage sagt.

Es geht ein bisschen ums Prinzip, den gierigen Vermietern nichts schenken zu wollen...

Parkett ist nicht fest verbunden, oder? :-)

Antwort
von KaeteK, 22

Ich verstehe nicht ganz, warum jemand eine 17 Jahre alte Markise möchte?

Es könnte sein, dass beim Rückbau der Markise entsprechende Kosten entstehen, darum würde ich da  keinen großen Aufstand machen. lg

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