Eigenes Burger Restaurant eröffnen?

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9 Antworten

Was bitte willst Du denn patentieren lassen?
Oder meinst Du den Musterschutz für Namen und Logo?
Der wäre sinnvoll und kostet etwa 800,- €

Den "IHK-Hackfleisch-Schein" kannst Du schon jetzt machen, der gilt allerdings nur kommunal, höchstens landesweit, nicht bundesweit.

Ein guter Metzger, der Dich beliefert, ist schon mal gefunden, gut!
Jetzt brauchst Du noch einen gescheiten OG-Lieferanten, also nicht den billigsten, sondern einen, der bei Bedarf auch mal schnell nachliefert, kulant auf Reklamationen und Fehlbestellungen reagiert und- ganz wichtig - auch zweimal die Woche liefert, wenn die Hütte läuft, denn ein Burger steht und fällt mit der Gemüse- und Salatfrische.
Außerdem einen soliden und günstigen Getränkelieferanten, der mit dem Auto erreichbar ist, falls Du mal was "außer der Reihe" brauchst.

Und Du brauchst eine Hausbank mit guten Konditionen, das wird für Gastronomie problematisch.
Letztendlich ist diese Entscheidung davon abhängig, welche Bank Deinen Business-Plan bei der KfW für ein Gründerdarlehen einreicht, falls Du nur über gebundenes Eigenkapital verfügst.

Allerdings schießen die Burger-Bars seit zehn Jahren wie Pilze aus dem Boden, da brauchst Du schon ein verdammt gutes Konzept mit Alleinstellungsmerkmal, wenn Du auf dem Markt bestehen willst.
Das musst Du aber selbst beurteilen.

In meiner Stadt hatte ich vor gut zehn Jahren die zweite Burger-Bar eröffnet und schnell vier unvorhergesehene Schwierigkeiten festgestellt:

  • Viele Gäste empfinden ein reines Burger-Angebot als eindimensional. Spätestens, wenn ein Pärchen Essen geht, scheitert ein Besuch oft an einem der beiden Partner, wenn nicht zumindest eine kleine Wochenkarte mit anderen Speisen angeboten wird.
  • Viele Gäste legen gesteigerten Wert auf Vorspeisen und/oder Desserts, gerade wenn Du Dich von den Ketten abhebst und qualitativ hochwertige Burger anbietest. Denn gerade die Gäste, die Du ansprechen willst, legen Wert auf Qualität und Genuss, sie möchten also "richtig" Essen gehen. Da reichen ein kleines gemischtes Eis oder Kuchen von der Stange einfach nicht aus.
  • Es ist ja so unglaublich mühselig, potenzielle Gäste von einem hochwertigen Burger-Konzept zu überzeugen, weil Qualität ihren Preis hat. Die Ketten haben die Preise für gute Burger ruiniert, indem sie auf billigste Zutaten abheben. Es kostet viel Zeit, Geduld und Argumente, Gästen klarzumachen, dass ein guter Burger eben nicht ein TK-Patty auf einem gezuckerten Papp-Brötchen ist, sondern eine echte und hochwertige Mahlzeit.
    Bis dahin stimmen sie alle zu, und dann nennst Du den VK, und plötzlich rennen alle schreiend weg, weil sie nicht bereit sind, mehr als 5,- zu zahlen.

    Das wiederum bedeutet: Du musst klassisch gemischt mit besonderen Sättigungsbeilagen kalkulieren, dann kannst Du auch gutes Geld verlangen und verdienen.
    (Denn gerade bei Burgern kommst Du mit einer Gewürz- und Dekopauschale von 15-50 Ct hinten und vorne nicht hin.)
  • Wartezeit: Ein frisches Patty bereitest Du ja wie ein Steak zu, ab einem gewissen Rohgewicht kommst Du deshalb kaum daran vorbei, es im Ofen abzuschieben oder es wenigstens unter einer Galosche niedertemperiert zu garen. Diese Zeit muss klar kommuniziert werden, und auch hier brauchst Du Geduld, bis Du einen Gästestamm aufgebaut hast, der diese Wartezeit für die gebotene Qualität in Kauf nimmt. Denn auch hier haben die Ketten für eine falsche Einschätzung bei den Gästen gesorgt und falsche Erwartungen geweckt.

Thema Mitarbeiter: Möglichst wenige, am besten außer Dir selber nur einzige Vollzeitkraft, den Rest zur Aushilfe auf Minijob-Basis.
Die Vollzeitkraft stellst Du als Bereichsleitung in dem Posten ab, den Du selber nicht ausfüllst, es muss also eine Vertrauensperson sein, kein Freund oder Kumpel!
Wenn der Laden besser läuft, kannst Du immer noch der ersten Aushilfe eine Aufstockung auf Teilzeit in der so genannten Gleitzone anbieten, also bis 800,- /Monat.
Das allerwichtigste ist eine zuverlässige und gründliche Putzhilfe, kein Spaß!
Du hast als Betreiber soviel um die Ohren, dass Du durchdrehst, wenn Du auch noch selber täglich wischen und Klos putzen musst.

Vergiss die versteckten und Nachfolgekosten nicht wie z.B. GEMA und BG-Beiträge! Die Unfallpflichtversicherung der BG kostet richtig viel Geld...

Und Du braucht unbedingt einen guten Steuerberater, einen, der sich mit Gastro auskennt und Dich nicht ausnimmt, sondern der Dir Geld sparen hilft.

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Kommentar von Pudelcolada
13.05.2016, 17:46

PS:
Noch was zu der Vollzeitkraft: erst recht keinen Verwandten.
Früher oder später stehen unangenehme Gespräche an, dabei sind persönliche Beziehungen nur im Weg. 

Und zu den Kosten: Sobald Du eröffnet hast, stehen sie alle bei Dir Schlange und wollen Geld von Dir, und am schlimmsten wird es im Januar. Deshalb solltest Du über den Jahreswechsel eine Reserve von mindestens zwei Wochenrohumsätzen frei halten.

Energie: Bei der Verbrauchsberechnung legst Du am besten alle Verbraucher mit ihrer Vollast zugrunde und berechnest den Verbrauch in Betriebsstunden (Die Kühlung z.B. berechnest Du mit ihrer Vollast bei 24/7). Besser Du ärgerst Dich jeden Monat ein wenig über die hohen Abschläge, als das Dich bei der Jahresendabrechnung der Schlag trifft.

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Du musst als erstes eine Konzession beantragen (Gewerbeanmeldung für die Gastronomie).

Deine Unternehmung muss dem zuständigen Finanzamt gemeldet werden.

Dein Business-Plan sollte alle Kosten beinhalten (Logistik, Personal, Kosten für Miete, Strom etc.)

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Kommentar von Pudelcolada
13.05.2016, 19:42

Die Meldung beim finanzamt erfolgt automatisch bei der Erteilung der Steuernummer nach der Gewerbeanmeldung.

Gewerbeanmeldung und Konzessionsantrag sind nicht dasselbe.
Die Konzession wird beim Ordnungsamt beantragt und kostet richtig viel Geld, die Gewerbeanmeldung erfolgt beim Gewerbeaufsichtsamt und kostet 30,-€

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Dein Ablaufplan sieht doch ziemlich gut aus (incl. Insolvenz - und das ist in den meisten dieser Fälle kein Spaß, sondern die unabwendbare Konsequenz). Wenn du allerdings kein Kapital vorzuweisen hast, kannst du die Sache gleich vergessen. Du wirst keine Vollfinanzierung für ein solches Projekt bekommen. Und ganz gleich, was du dir unter der IHK so vorstellst, gerade was Bürokratie angeht, können gerade die dir sehr hilfreich sein.

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Ich rate Dir, auch wenn Du der Meinung bist eine geeignete "City" (bin Berliner, sry :D) gefunden zu haben direkt vor Ort eine Marktforschung durchzuziehen damit Du weisst, ob Du überhaupt Kunden haben wirst.

Mögen die Menschen dort Burger? Wo sind geeignete Standorte? Gibt es überhaupt verfügbare Locations, die günstig liegen? Gibt es bereits ähnliche Gaststätten, oder hast Du dort ein Alleinstellungsmerkmal? Geh durch die Innenstadt und starte eine Umfrage. Frag die Leute ob sie ein Burger-Restaurant besuchen würden.

Wenn Du meinst einen geeigneten Ort gefunden zu haben schau Dir trotzdem die anderen Gaststätten in der Umgebung an. Gibt es überhaupt generell genügend Gäste in den Restaurants? Laufen die anderen Läden gut? Vor allem Restaurants die sich von anderen abheben können ein Indiz dafür sein.

Ohne vor Ort Feldversuche zu starten, ob es überhaupt konstant genügend potentielle Gäste gibt, würdest Du Dir nur ins eigene Fleisch schneiden.

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Kommentar von Abuterfas
13.05.2016, 16:30

Das eigen abgeschnittene Fleisch ließe sich aber sich ertragreich als "Kannibaloburger" verkaufen ^^

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Kommentar von Abuterfas
13.05.2016, 16:35

Bombenidee! Lust auf Eröffnung? Okay, ist nur was für Hartgesottene, aber der positive Nebeneffekt: Wir können im Slogan unterbringen "Trotz Burger 100% Abnehmgarantie"!

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Kommentar von Pudelcolada
13.05.2016, 19:48

Schöne und richtige Hinweise!
Nur bei der Umfrage bin ich skeptisch: Viele Leute reden viel, aber wenn der Laden eröffnet ist, siehst Du die meisten begeisterten Umfrageteilnehmer nie wieder.

Sehr gut finde ich aber den Hinweis auf gut laufende Lokale im angepeilten Viertel, die aber andere Konzepte fahren. In Vierteln mit lebendiger Gastronomie sollte noch Platz für ein neues Konzept sein, dort, wo alle Lokale sterben oder bereits tot sind, kriegst Du mit dem besten Konzept keine Gäste gelockt.

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Die wichtigste Voraussetzung hast Du schon erfüllt, das ist der Mut, das umzusetzen !

Du solltest Kurse der IHK zum Thema "Selbstständigkeit" und "Lebensmittelrecht" möglichst bald besuchen.

Suche von Anfang an einen Steuerberater, der den Papierkram (Steuern / Löhne usw.) erledigt.

Viel Erfolg

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Wenn Du RICHTIGE und ausführliche Infos möchtest, wende Dich an die IHK, eine andere zuständige Kammer, einen Berater Deiner Bank und/oder einen Unternehmensberater.

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Kommentar von Pudelcolada
13.05.2016, 19:56

Vergiss die Bankberater, die argumentieren nur für den eigenen Arbeitgeber, nicht für den Gründer.
Meine Meinung.

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Ausser genügend (Überlebens-) Kapital brauchst Du eine gute Ausstattung von Küche und Restaurant

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Ich hab keine ahnung von sowas, aber mein Respekt das du schon alles planst ich lobe immer solche Menschen ;)

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Wieviel Kapital hast Du? Wieviel Erfahrung hast Du ein "Lokal-Restaurant" zu eröffnen.....????

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Kommentar von Abuterfas
13.05.2016, 16:25

Erfahrung sicher jede Menge, zumindest macht seine/ihre andere Frage den Anschein. Definitiv erfolgversprechend ;-)

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