Frage von rbeier, 117

Defekten Artikel bekommen und reklamiert, muss ich die Rücksendekosten an den Verkäufer erst einmal selbst zahlen?

Ich habe CD's bestellt und die kamen hier defekt an. Zum einen waren die Hüllen gebrochen zum anderen hatte eine CD, vermutlich durch den Bruch der Hülle, einen Kratzer auf der Unterseite und ist nicht zu gebrauchen.

Die Reklamation erfolgte sofort und der Händler teilte mit, ich müsse die Artikel auf meine Kosten an ihn senden.

In den AGB ist darüber nix zu lesen und es gibt auch keine 40 Euro Klausel, nachdem Artikel bei Widerruf unter dem v. g. Betrag auf Kosten des Käufers zurück zu senden wären.

Einen Widerruf habe ich im übrigen nicht ausgeübt, ich will einfach funktionierende CD's.

Die CD's kosteten liegen unter 20 Euro und ich befürchte, das ich dem Rücksendeporto hinterherlaufen muss.

Bin ich den tatsächlich verpflichtet, die Artikel erstmal auf meine Kosten zurück zu senden?

Schon einmal vielen Dank.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Heribert10, 82

Also erstens muss ich dich enttäuschen mit dieser "40 Euro-Regel". Die gibt es seit über einem Jahr nicht mehr. Die neuen EU-Richtlinen/Verordnungen haben dies aufgehoben. Nun muss man bei jedem BEtrag die Versandkosten für Retoure selbst bezahlen!

Zu dem anderen Anliegen:

1. Ist der Verkäufer ein privater oder gewerblicher Verkäufer?

Grundsätzlich hat der Verkäufer dem Käufer die Ware frei von Sachmängel zu übergeben. (§433I BGB)

FRaglich ist hier, ob die Sache frei von Sachmängeln ist. 

Also lt. deiner Aussage sind die CDs Defekt. Sachmangel liegt vor, keine Frage.

Jetzt ist die Frage WANN das passiert ist. War es bereits vorher, wusstest du dass sie defekt sind bzw hättest du es wissen müssen? Bilder/Beschreibung geben nichts derart an? Auf den Bildern ist alles in Ordnung? (Ich gehe davon mal aus)

Die Frage ist: Bis wieweit ist der Verkäufer für die Ware verantwortlich, ab wann ist der Käufer für die Ware verantwortlich. Stichwort Gefahrenübergang.

"Versendet der Verkäufer auf Verlangen des Käufers die verkaufte SAche nach einem anderen Ort als dem Erfüllungsort, so geht die Gefahr auf den Käufer über, sobald der VK die Sache dem Spediteur ausgeliefert hat" §447 BGB.

Hierbei ist zu beachten: Hat der VK die Ware richtig verpackt? Also ordentlich dass nichts passieren kann. Wenn ja: Ist es ein Schaden/Schuld vom Transporteuer. Wenn nein: Dann Schaden/Schuld VK.

Hier musst du eben beweisen wie es ist. (Im Privatmannfall)

Wenn VK ein Gewerbe hat und auch gewerblich handel treibt: Gefahrenübergang geht bei Übergabe vom Transporteur an Käufer über! Somit trägt der VK bis zur Übergabe die volle Verantwortung dass an der SAche nichts passiert. Sollte was passieren ist er definitiv schuld.

Angenommen die Sache war nicht gut verpackt(VK ist Schuld): Dann hast du Recht auf Nacherfüllung, Rücktritt, Minderung oder Schadenersatz.

Hierbei käme wohl nur Rücktritt in Frage weil du die CDs nicht mehr nutzen kannst. Rücktritt bedeutet die Parteien werden so gestellt als wäre der Vertrag niemals zu Stande gekommen. Zug-um-Zug wird alles Rück abgewickelt.

Liegt die Schuld beim Verkäufer, so hat er die Versandkosten vollständig zu tragen. Möglich wäre dass du in Vorleistung trittst und diesen Betrag wieder erhälst.

Aber unter uns: Für unter 10 Euro war selbst dieser Beitrag zu Schade.

Antwort
von Thraalu, 76

Hallo,
hierbei solltest du dich nicht auf dein Widerrufsrecht berufen sondern auf Mangel an der Ware.

Der Verkäufer trägt hierfür die Kosten der Rücksendung, sollte er das nicht wollen, kannst du dein komplettes Geld zurückfordern und die Ware so lange bei dir behalten, bis der Verkäufer eine Abholung oder ein Porto organisiert.  

Wird er das innerhalb 2 Monaten nicht tun, kannst du die Ware wegschmeissen

Kommentar von AalFred2 ,

Warum genau muss der Verkäufer beim Porto in Vorkasse gehen?

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