Frage von kaubakka, 150

Berufsunfähigkeitsversicherung nach Recherche mit oder ohne Makler?

Ich (m 29)möchte eine BU Versicherung (1000€ bis 65/67) abschließen und habe hierzu auch schon fleißig recherchiert, so dass nur 4 Anbieter in Fage kommen. Was mich aber noch interessiert ist, ob es sich lohnt auf den (freien) Makler zu verzichten und alles selbst zu beantragen? Sind die Beiträge bei Maklerangeboten höher durch die eingerechnete Provisionen oder wird das auf alle Versicherungsnhemer umgelegt, so dass ich die Beratung nicht extra zahlen muss?

Wer kann dazu etwas sagen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Lexmeister2015, 101

Hallo,

da ich selbst Makler bin, empfehle ich folgendes:

  1. Ich versichere keinen Kunden mehr gegen Berufsunfähigkeit, wenn ich nicht sämtliche Arztunterlagen der letzten 5 Jahre in Kopie habe. Die Chance wegen einer sogenannten vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung den Versicherungsschutz im Leistungsfall versagt zu bekommen, ist sonst zu hoch.

  2. Wir erhalten ca. 4% der Beitragssumme (die über die ganze Laufzeit gezahlt wird) als Courtage. Dafür stehen wir im Leistungsfall an der Seite des Kunden und vermittlen kompetente Anwälte oder Berater, die sich auf die Vertretung des Kunden spezialisiert haben, da sie ansonsten weitgehend der Willkür der Versicherer ausgesetzt sind.

  3. Ich empfehle vorher eine Rechtsschutzversicherung bei einer anderen Gesellschaft abzuschließen, die den sogenannten Versicherungsvertragsrechtschutz beinhaltet. Somit sind Prozesse für den Kunden im Leistungsfall auch finanzierbar. Es geht da ja nicht um kleine Summen, insofern sind die Anwalts- und Gerichtskosten auch nicht zu verachten.

  4. Der Antragsprozess, die Ausschreibung der Angebote, die Beratung und die Bearbeitung bei Diagnosen in den Arztunterlagen dauern im Normalfall zwischen 2 und 8 Wochen. Ich wende für solch einen Schutz viele Stunden Zeit auf. Wenn wir bei einem 29 jährigen über 50 EUR Beitrag reden, so verdiene ich dafür ca. 912 EUR Courtage brutto. Das kostet den Kunden aber keinen Euro extra, da die Nettotarife auch von den geeigneten Versicherern kaum oder garnicht angeboten werden. Und ich zahle über 1300 EUR im Jahr für eine Vermögensschadensversicherung, so dass wenn ich den Kunden falsch oder nicht korrekt berate, auch noch ein Haftungsanspruch gegen mich entsteht. Wer also sich den Makler sparen möchte, bitte sehr. Billiger wirds dadurch aber nicht.

Antwort
von Apolon, 150

Es ist völlig egal ob du eine BU über einen Vermittler oder selbst im Internet abschließt, der Beitrag ist der gleiche.

Bei Direktabschluss trägst Du aber die Verantwortung selbst.

Und ohne die erforderliche Fachkenntnis, sollte man auf solch einen Unfug verzichten.

Gruß Apolon

Kommentar von SiViHa72 ,

Wow, interessant. Ich habe schon so viel über BU gehört, auch von Leuten die es (angeblich) echt wissen mussten. Das hat keiner gesagt und das ist ja nun wirklich nicht unwesentlich!

Wieder was gelernt.

Antwort
von kevin1905, 90

Was mich aber noch interessiert ist, ob es sich lohnt auf den (freien) Makler zu verzichten und alles selbst zu beantragen?

Inwieweit sollte sich dass denn lohnen?

Sind die Beiträge bei Maklerangeboten höher durch die eingerechnete Provisionen oder wird das auf alle Versicherungsnhemer umgelegt, so dass ich die Beratung nicht extra zahlen muss?

Wenn du keine Nettopolicen hast kommt es kostentechnisch für dich auf das gleiche raus. Die an den Makler gezahlte Courtage verbleibt dann einfach beim gewählten Versicherer.

Antwort
von basiswissen, 97

Ganz ehrlich: Deckst Du dein Dach selbst, hast das Haus ohne Maurer errichtet und und und?

Ja, vieles kann man sich anlesen, einiges recherchieren.... Aber alle erforderlichen Facetten bedenken, Solidität des Anbieters, Erfahrungen im Leistungsfall, jedwede Klausel?
Da der zu zahlende Beitrag immer gleich hoch ist - egal wo und wie Du den Vertrag mit dem von Dir gewählten Anbieter schliesst - was spricht gegen einen Makler?
Er sagt Dir ggf. das er Dir den Vertrag nur dann vermittelt (weil er Dir etwas besseres vorgeschlagen hat und Du dennoch auf deinem bestehst) wenn Du im Beratungspriotokoll unterschreibst das er Dir abgeraten hat.... An der Stelle solltest Du umdenken.

Er wird Dir zuvor viele Fragen stellen, wird Dir verschiedene Vorschläge machen, Dir zeigen warum Du welchen Anbieter nimmst und welchen nicht.

Ob Du seiner Empfehlung folgst bleibt Dir überlassen, aber ohne? Das wäre echt gewagt.
Und zudem haftet der Makler mit seinem Privatbesitz für die richtige Beratung....
Zu verlieren hast Du so nichts, zu gewinnen ne Menge. Allein wirst Du im Leistungsfall zu 90% auf der Verliererseite sein, auch wenn es ggf. nur n Formfehler ist...

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Versicherung, 120

Du solltest auf keinen Fall eine BU in Eigenleistung abschließen.

Ein Makler HAFTET dir sogar dafür, dass er dich ausreichend (und korrekt) beraten hat.

Kommentar von Samy795 ,

Naja, das Haftungsargument ist da aber eher theoretisch. Sieht man sich mal entsprechende Statistiken an wird schnell deutlich, dass die Makler diverse Schlupflöcher haben und es nur in den seltensten Fällen zu einer praktisch durchgesetzten Maklerhaftung kommt.  

Kommentar von basiswissen ,

Sowas ist Unfug. Wichtig ist das im Beratungsprotokoll die relevanten Fragen und Antworten entsprechend aufgeführt sind. Da gibt es dann keine Schlupflöcher oder Auswege. Der Makler haftet für eine nachweislich getroffene Aussage. Und wenn er nicht bereit ist seine Aussage schriftlich zu definieren dann würde ich mit einem solchen Makler keinen Vertrag schließen.

Kommentar von DerHans ,

Der Makler ist zusätzlich verpflichtet, eine Vermögensschadenshaftpflichtversicherung abzuschließen. Diese muss er der Aufsichtsbehörde laufend belegen.

Antwort
von FreierBerater, 113

Nehmen wir an du habest eine mittel-komplexe Steuererklärung durchzuführen!  Dann könntest du dich in die ganze Thematik so hineinfuchsen, dass eine Erstellung ohne fremde, fachlich versierte Hilfe möglich wäre. Ob du die besten, aktuellsten Optionen ausschöpfst, weißt du allerdings nicht und musst ggf. auch dem Finanzamt Rede und Antwort stehen. Du haftest mit deiner Unterschrift für die Korrektheit.

Alternativ bietet dir ein Steuer-Hilfebüro, -berater o.ä. seine Hilfe/Kompetenz dahingehend, dass unter dem Strich keine Kosten für dich entstehen. All deine Fragen werden beantwortet, Tricks aufgezeigt, alles elektronisch ausgewertet und dokumentiert...

Frage dich: "WARUM wähle ich beim BU-Thema den ersten Weg!??" "Versuche ich mich bei Wehwehchen selbst zu diagnostizieren?", "Wohin gehe ich, wenn mein Motor stottert?"

Ich bin sicher, du findest die richtige Antwort.

Antwort
von Samy795, 90

Wenn Du ein Produkt ohne Makler abschließt, sieh zu dass es sich um ein sog. Nettoprodukt handelt, also ein BU Vertrag, bei dem die Maklerprovision bereits rausgerechnet ist. Dann rentiert sich das Ganze durchaus!

Und mal allgemein: Es ist zwar richtig, dass es insbesondere bei der BU auf das Kleingedruckte ankommt und ein Makler da durchaus wichtige Infos liefern kann, dazu muss man aber auch erstmal an einen kompetenten Makler geraten, dessen Informationen tatsächlich einen Mehrwert darstellen und nicht nur ein typisches Verkaufsgespräch mit dem Ziel, ein Maximum an Provision ruszuholen. Das ist leider schwerer als viele glauben...  

Kommentar von Dickie59 ,

Welche Anbieter mit welcher Qualität bietet Nettotarife in den BU Versicherungen?

Wer so etwas empfiehlt, sollte das auch wissen, ansonsosten treibt er jemand in ganz empfindliche Fallgruben und, smile, er muss dafür nicht haften, aber der Makler.

Beste Grüße

Dickie59

Ich bin Makler

Kommentar von Samy795 ,

Es gibt mittlerweile unzählige Nettotarif - Anbieter. Was davon für den Fragensteller interessant ist, kann ich so aus dem Stegreif nicht beantworten. Ein seriöser Makler kann das aber in der Bruttowelt mit den gemachten Angaben aber genauso wenig, insofern geht die Frage danach absolut ins Leere.

Und weil mal wieder das Thema Haftung herhalten muss: Ist der Makler nicht komplett auf den Kopf gefallen, hat er diverse Schlupflöcher, so dass dieses Argument der Haftung rein theoretischer Natur ist. Man braucht sich dabei nur mal die Statistiken der dahinter stehenden Haftpflichtversicherer ansehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man von einem Makler übers Ohr gehauen wird ist um ein Vielfaches höher als dass man tatsächlich Haftungsansprüche gegen ihn (nicht gegen die Versicherung selbst) geltend machen könnte.

Letztlich hat das alles hier aber überhaupt nichts mehr mit der Frage zu tun. Es ging dabei darum, wie man am besten eine BU OHNE Makler abschließt, und nicht darum, ob ein Makler notwendig ist oder nicht.  

Antwort
von martin197575, 99

Die Prämien sind die selben, egal auf welchem Vertriebsweg Du abschließt... Der Makler erhält die Provision vom Versicherer, bei Direktabschluss werden die gleichen Kosten beim Vertrag intern gebucht, nur bleiben sie dort beim Versicherer selbst.

Expertenantwort
von CommunityLife, Business, 58

Hallo kaubakka,

bei der Frage, ob mit oder ohne Makler, kommt es sehr darauf an, was dir lieber ist. Wenn du einen Makler kennst, dem du vertraust, dann fühlst du dich vielleicht wohler mit ihm gemeinsam den Abschluss einer BU zu machen.

Gehörst du aber zu denen, die das Thema Versicherung lieber selbst in die Hand nehmen, Preise im Internet vergleichen, eventuell sogar lieber alles online verwalten möchten, dann solltest du dir mal unsere Seite anschauen: www.communitylife.de

Wir haben Versicherungsbedingungen so geschrieben, dass du sie verstehen kannst ohne, dass sie dir jemand im Detail erklären muss. Du kannst bei uns deine Versicherung online abschließen und verwalten. Wenn du dann doch mal Hilfe brauchst, sind unsere Versicherungsspezialisten für dich per Chat, Telefon oder E-Mail gerne da.  

Um auf die vorherigen Antworten noch kurz einzugehen: Der Preis ist sicherlich nicht alles, aber ein wichtiger Faktor. Neben dem Nettopreis, mit dem oft geworben wird, sollte man auch den Bruttopreis berücksichtigen. Bis zu diesem können nämlich die Beiträge im Laufe der Zeit erhöht werden. Wer sich ganz vor Preiserhöhungen schützen möchte, entscheidet sich am besten dann doch für ein Produkt mit Festpreis.

Liebe Grüße,
Community Life

Antwort
von tapperinkarin, 106

Ich hab auch alles gründlich selbst recherchiert und selbst abgeschlossen. Oftmals versucht der Makler dir noch was anderes aufzudrücken.

Kommentar von Apolon ,

Ich hab auch alles gründlich selbst recherchiert und selbst abgeschlossen.

Dann wünsche ich heute schon viel Spass, wenn der Leistungsfall eintritt !

Oftmals versucht der Makler dir noch was anderes aufzudrücken.

Wobei sich mir hier die Frage stellt, ob diese Ergänzung nicht sinnvoll ist.

Allerdings sollte jeder in der Lage sein, dem Vermittler zu antworten "Nein, dies schließe ich nicht ab".

Wir haben es hier doch mit Erwachsenen zu tun !

Kommentar von MoechteAWissen ,

Und welcher Anbieter ist raus gekommen?

Kommentar von FreierBerater ,

Der bei "Stiftung Vasentest" auf Platz 1 positionierte, natürlich! ;-)

Kommentar von MoechteAWissen ,

:-) 

Kommentar von jsch1964 ,

Ohne Dir zu nahe treten zu wollen:

Als Laie kannst Du gar nicht alles so gründlich recherchieren, wie ein Makler - Du kannst weder so intensive Bedingungsvergleiche machen, noch weißt Du, wo die Fallen im Kleingedruckten lauern können.

Und wenn ein Makler bei der Aufnahme Deiner Situation herausfindet, dass Du andere Bereiche vernachlässigt hast, dann ist er gesetzlich dazu verpflichtet, Dich darauf anzusprechen, denn er haftet schließlich, wenn Dir etwas passiert und er nicht nachweisen kann, dass Du Dich entschieden hast, das abzulehnen.

Wenn Deine Autowerkstatt Dir beim Reifenwechsel sagt, dass der Forstschutz im Kühler zu schlecht ist, dann würdest Du Dich dafür bedanken, weil ein Auffüllen möglicherweise einen Motorschaden verhindert. Lücken in Deinen Versicherungen können viel größeres Übel abwenden, aber die Hinweise darauf sind böse böse...

Kommentar von basiswissen ,

Es soll ja tatsächlich Makler geben die für solche Recherchen zuvor ein Studium als Fachwirt absolviert haben oder zumindest ein Diplom als Versicherungskaufmann haben

Antwort
von WosIsLos, 84

1.000€ ist als BU eher zu wenig.

Das Thema ist auch kompliziert.

Deshalb investiere etwas Geld in einen freien Berater:

www.bvvb.de/BeraterSuche.aspx?map=1

Kommentar von kaubakka ,

Ich habe schon Kontakt zu einem freien Makler und mehr als 1000€ sind als Student/Berufseinsteiger erstmal nicht drin. Die Frage war ja eben, ob der Makler in irgendeiner Form Geld für mich kostet oder nicht.

Kommentar von WosIsLos ,

Der Makler erhält von der Versicherung Provision und arbeitet nicht für dich.

Deshalb brauchst du einen Berater, siehe oben.

Kommentar von DerHans ,

Ein Makler, der etwas auf sich hält, steht auf der Seite SEINES KUNDEN

Kommentar von Apolon ,

Der Makler erhält von der Versicherung Provision und arbeitet nicht für dich.

Völliger Blödsinn, für wen soll er den sonst arbeiten ?

Jeder Versicherungsvermittler haftet für eine Falschberatung gegenüber seinem Kunden und daher wird er alles tun um seinen Kunden entsprechend zu informieren.

Deshalb brauchst du einen Berater, siehe oben.

Du meinst wohl einen Versicherungsberater ?

Aber auch diese kennen sich nicht mit allen Versicherungsprodukten aus.

Kommentar von DerHans ,

Der Versicherungsberater "berät" gegen Honorar. Er haftet aber keineswegs für seine Beratung.

Kommentar von jsch1964 ,

Makler stehen LAUT GESETZ immer auf der Seite des Kunden - im Gegensatz zu gebundenen Versicherungsvertretern (Allianz, AXA, Zurich etc.) oder Versicherungsberatern. Sie haften für ihre Beratung und sind keine Produktverkäufer.

Die wenigsten Normalos kennen diesen Unterschied und werfen Vetreter und Makler in einen Topf.

Er kostet Dich nichts zusätzlich, wogegen Du den Honorarberater bezahlen musst. Der kann außerdem gar nicht alle Produktlösungen vermitteln.

Kommentar von basiswissen ,

@ WosIsLos':

Bevor man solche unsinnigen Aussagen trifft sollte man doch zumindest einmal Wikipedia bemühen. Ein Makler arbeitet immer für den Kunden und nicht für eine Versicherung, auch wenn diese ihm eine Courtage (und nicht Provision) für seine Vermittlung bezahlen.Mit solchen Aussagen sollte man also sehr vorsichtig sein wenn man schon keine Ahnung von dem Thema hat.

Kommentar von DolphinPB ,

Quatsch, ein Versicherungsmakler muss, per Gesetz, für den Kunden arbeiten.

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