Frage von mariaabd, 375

Auge um Auge, Zahn um Zahn. Was heißt das?

Was bedeutet das? Frage steht oben ^

Antwort
von Nadelwald75, 154

Hallo mariaabd,
nachdem ich alle Antworten hier gelesen habe: Etwas muss man da aber genauer sagen: Niemand hat danach das Recht zur Rache, sondern es sind Vorschriften für die Beurteilung in einem regulären Prozess:

Dafür hier drei Quellentexte:

Exodus 21,22 -25 „Wenn Männer miteinander raufen und dabei eine schwangere Frau treffen, sodass sie eine Fehlgeburt hat, ohne dass ein weiterer Schaden entsteht, dann soll der Täter eine Buße zahlen, die ihm der Ehemann der Frau auferlegt; er kann die Zahlung nach dem Urteil von Schiedsrichtern leisten. Ist weiterer Schaden entstanden, dann musst du geben: Leben für Leben, Auge für Auge, Zahn für Zahn, Hand für Hand, Fuß für Fuß, Brandmal für Brandmal, Wunde für Wunde, Strieme für Strieme.“

Das ist bezogen nur auf den speziellen Fall des weiteren Schadens bei Fehlgeburt. Du wirst feststellen, dass hier nicht gesagt wird, was der Geschädigte darf (der darf gar nichts!), sondern was der Schädiger als Wiedergutmachung zu leisten hat. Umgekehrt bekommt der Geschädigte aber auch nicht mehr, als er verloren hat. (Dieses Niveau ist z.B. in den USA, wo jemand wegen einer verschütteten Kaffeetasse zu -zigtausend Dollar Schadenersatz verurteilt werden kann, noch nicht erreicht!)

Leviticus 24, 17-20 „Wer einen Menschen erschlägt, wird mit dem Tod bestraft. Wer ein Stück Vieh erschlägt, muss es ersetzen: Leben für Leben. Wenn jemand einen Stammesgenossen verletzt, soll man ihm antun, was er getan hat: Bruch um Bruch, Auge um Auge, Zahn um Zahn. Der Schaden, den er einem Menschen zugefügt hat, soll ihm zugefügt werden.“

Einmal ist das bezogen auf den Stammesgenossen, noch nicht einmal auf das ganze Volk Israel oder Nichtisraeliten. Auch hier darf der Geschädigte überhaupt nichts, sondern das sind Regeln für einen regulären Gerichtsprozess.

Härter wird es schon, wenn jemand vor Gericht falsch gegen einen anderen aussagt, wird es allerdings sehr hart. Aber bedenke, dass das Gerichtsvorschriften von vor 2000 bis 3000 Jahren sind!
Deuteronomium Auszug aus 19, 16 – 21: „Wenn jemand vor Gericht geht und als Zeuge einen andern zu Unrecht der Anstiftung zum Aufruhr bezichtigt, wenn die beiden Parteien mit ihrem Rechtsstreit vor den Herrn hintreten, vor die Priester und Richter, die dann amtieren, wenn die Richter eine genaue Ermittlung anstellen und sich zeigt: Der Mann ist ein falscher Zeuge, er hat seinen Bruder fälschlich bezichtigt, dann sollt ihr mit ihm so verfahren, wie er mit seinem Bruder verfahren wollte. Du sollst das Böse aus deiner Mitte wegschaffen. Die Übrigen sollen davon hören, damit sie sich fürchten und nicht noch einmal ein solches Verbrechen in deiner Mitte begehen. Und du sollst in dir kein Mitleid aufsteigen lassen: Leben für Leben, Auge für Auge, Zahn für Zahn, Hand für Hand, Fuß für Fuß.“

Kommentar von mariaabd ,

Vielen vielen Dank 😘

Kommentar von maxmueller1 ,

Eine andere Frage, ich würde jedoch deine Meinung dazu hören. Was bedeutet " Wird ein Dieb beim Einbruch ertrappt und so geschlagen, dass er stirbt, so entsteht keine Blutschud. Doch ist darüber bereits die Sonne aufgegangen, dann entsteht Blutschuld" (Exodus 22,1f)? Dürfte demnach ein Dieb nur bei Nacht, nicht aber bei Tage erschlagen werden? Oder was bedeutet "ist darüber bereits die Sonne aufgegangen" sonst?

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo maxmueller1, über diese Stelle speziell habe ich noch
nichts gelesen, kann also nur meine höchst private Einschätzung dazu geben:

In Ex 20,1 bis Ex 23,33 steht die ausführliche Darstellung
der 10 Gebote und vieler anderer Vorschriften. Hier ist deine Stelle
einzuordnen.

Vorüberlegung: Auch nach unserem heutigen Rechtsverständnis
gibt es Dinge, die nicht richtig sind, aber auch nicht bestraft werden
(Ehebruch). Es gibt Dinge, die weder  verboten noch erlaubt sind (Selbsttötung bzw. der Versuch – wer sollte das schon erlauben?) und dann nicht bestraft werden.

Es gibt Dinge die verboten sind (Verletzen oder Töten), aber nicht bestraft werden (Notwehr) oder Stehlen (Mundraub). Der Schluss, dass etwas nicht bestraft wird, heißt noch nicht, dass es erlaubt sei.

Vielleicht fallen dir auch Situationen ein, wo etwas erlaubt ist, deswegen nicht bestraft wird, was aber trotzdem moralisch zu verurteilen ist (viele Manipulationen in der Wirtschaft, Verhalten von Hausbesitzern gegenüber Mietern …)

Ähnlich schätze ich die Bibelstelle ein. Sie stellt zwei
Situationen da: Notwehr bzw. Verteidigung des Eigentums bei Nacht oder bei Tag.

Die Situation in der Nacht ist eine andere: Es ist dunkel,
man kann den Täter nicht einschätzen, keine Hilfe holen, ihn nicht verfolgen, die Wirkung seiner eigenen Schläge nicht kontrollieren.

Bei Tag hat man andere Möglichkeiten. Man sieht den Täter,
kann seine Muskeln einschätzen, könnte Hilfe holen (da viele schon wach sind), könnte mit der Abwehr aufhören, wenn man sieht, dass der Täter kampfunfähig ist, könnte sogar für den verletzten Täter noch Hilfe holen.

So dürfte eine Tötung bei Tag eine andere Qualität bekommen,
während man bei dem Vorfall bei Nacht auf eine Ahndung verzichten will.

Das heißt aber nicht, dass jetzt eine Tötung bei Nacht erlaubt wäre. Sie bleibt nur straffrei.

Allgemein: Ich habe keine Belege für diese Auffassung – es ist
eben meine Überlegung.

Antwort
von Garfield0001, 136

Diese Aussage wird oft falsch verstanden. Es ist eben nicht gemeint: "Wie du mir, so ich dir". Bzw. doch. Irgendwo schon.

ABER: es war eben oft so, dass du mein "Huhn" getötet hast, ich dafür dein "Esel". Du rächst dich und tötest meinen "Ochsen" etc.

Und hier wollte Gott dem einen Riegel vorschieben.

Zum einen: wenn du etwas von mir getötet (ausgestochen etc.) hast, dann habe ich das "Recht", es auch zu tun, ohne das du dich dafür wiederum rächst.

Zum anderen: wenn du mir ein Auge ausgestochen hast, habe ich nicht das Recht dir beide Augen auszustechen. Hast du mein Huhn getötet, habe ich nicht das Recht, dir dafür den Esel zu töten.

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo Garfield0001:

Nein! - Der Geschädigte darf gar nichts. Es ist eine Vorschrift, die den Schädiger in einem regulären Prozess verpflichtet. Auszug in Kurzfassung aus Ex 21,23:

…. er kann die Zahlung nach dem Urteil von Schiedsrichtern leisten. Ist weiterer Schaden entstanden, dann musst du geben: Leben für Leben, Auge für Auge, Zahn für Zahn, ….

Kommentar von Hooks ,

Und heute gilt es noch anders, siehe Matthäus 5 ab Vers 38.

Kommentar von Garfield0001 ,

Jo. Aber das war ja nicht die Frage :-)

Antwort
von Turbomann, 121

@ marisaabd

Wenn man jemand etwas heimzahlen will. Näheres kannst du hier nachlesen, woher der Ausspruch kommt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Auge_f%C3%BCr_Auge

Antwort
von tinimini, 59

Auge um Auge, Zahn um Zahn? 

Das ist Falsch übersetzt, es mus heißen Auge Für Auge.

Das bedeutet Schadensersatzleistung . Je nach schaden Ersatzleistung an Geld oder Vieh ! Das oft zitierte Auge um Auge, Zahn um Zahn heißt im Orginaltext nicht Nimm Auge um Auge, sondern Gib Auge um Auge. Es war also ein Richtmaß für den Schädiger, nicht für den Geschädigten.

Es ist eine Schmerzensgeldersatzklage. Was will den der geschädigte mit meinem Auge, er bekommt einen Ersatz an Geld oder Vieh für seinen Schaden.

 Der Urtext lautet: Wenn aber Lebensgefahr droht, so gib Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn (Ex.21,23f)

 Also nicht vom Geschädigten ist hier die Rede, der Rache oder Vergeltung nehmen soll, sondern vielmehr vom Schädiger, der vor dem Richter Wiedergutmachung leisten muss.:

 Der Schädiger muss dem Beschädigten etwas geben, das an Stelle des Gliedes oder des Organs tritt, das nicht mehr die voll Funktion erfüllen kann, der Richter setzt die Höhe der Wiedergutmachung fest, die der Täter seinem Opfer zu leisten hat, wobei geringste Beschädigung, bzw. Verletzung des Auges oder auch nur eines Zahnes gewährleistet den „alttestamentarischen Frontarbeiter“ die sofortige Freilassung (Ex 21, 26f).

 Und dieser Sinn sollte sich bei einem freien Israeliten dem Täter die private Vergeltung entzogen wird (Ex 21,1), folglich muss jemand, der seinen Mitmenschen eine Verletzung schlug, nicht selbst eine erhalten, sondern einen Gegenwert, oder eine richterliche Ersatzzahlung leisten.

Antwort
von Hamburger02, 69

Im AT steht im Prinzip der Gedanke der Blutrache hinter dieser Regel.

Antwort
von Aleqasina, 84

Es ist eine Passage aus der Bibel (Exodus 21, 23ff). Ein Gesetzestext, der zur Rache aufzurufen scheint, aber eigentlich nur abschrecken und letzlich sogar zur Deeskalation beitragen sollte.

Beispiel: Jemand wurde mutwillig geschlagen und ihm ist dabei ein Zahn ausgebrochen worden. Er dürfte sich diesem Gesetz nach also rächen und dem Verursacher auch einen Zahn ausschlagen. Aber nicht einfach in blinder Wut zwei oder drei oder ihm noch Schlimmeres antun.

Es wäre also zu untersuchen, ob dem zuerst Verletzen tatsächlich ein Zahn ausgeschlagen wurde oder ob es "nur" eine Platzwunde gab oder was auch immer genau vorgefallen war. Es müssen also Dritte eingeschaltet werden, es muss eine Untersuchung geben usw. Damit ist blindwütigen Racheakten schon mal Einheit geboten. Und die Parteien haben Zeit, zu verhandeln, ein Schmerzensgeld anzubieten usw.

Der archaischen Blutrache, die in damaligen Gesellschaften üblich war, wird durch dieses Gesetz also Einhalt geboten.


Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo Alequasina:

Ungenau! - Der Geschädigte darf gar nichts. Es ist eine Vorschrift, die den Schädiger in einem regulären Prozess verpflichtet. Auszug in Kurzfassung aus Ex 21,23:

…. er kann die Zahlung nach dem Urteil von Schiedsrichtern leisten. Ist weiterer Schaden entstanden, dann musst du geben: Leben für Leben, Auge für Auge, Zahn für Zahn, ….

Kommentar von Aleqasina ,

Ich sehe den Bezug zu dem vorausgehenden Abschnitt zwar nicht so deutlich (da geht es um durch eine Schlägerei verursachte Fehlgeburt), aber das können wir, glaube ich, dahingestellt sein lassen. ^^

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo Alequasina,

in meiner ausführlicheren Antwort (steht oben) habe ich zwei weitere Textstellen für andere Fälle angegeben, in denen ebenfalls "Auge um Auge, Zahn um Zahn" aufgeführt wird. Aber auch hier handelt es sich um reguläre Prozesse und nicht um das Recht, dass der Geschädigte sich rächen darf.

Kommentar von 666Phoenix ,

hallo nadelwald75

Wenn jemand überheblicherweise behauptet, seine Antwort sei "ausführlich", dann gehen bei mir die Warnleuchten an!

Wenn Du und Co. als Gottesfreunde erklären dürfen, dass (Zitat) es sich bei den Zitaten um "reguläre Prozesse" handele, dann - und genau dann! -  schalten sich bei mir neben den Warnleuchten auch die Alarmmelder ein!

 

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo 666Phoenix,

deinen Kommentar darf man sich auf der Zunge zergehen lassen:

Meine Antwort war nicht ausführlich, sie war ausführlicher (Kopmparativ) als der Satz davor.

Ausführlich ist relativ gesehen im Verhältnis zu anderen Antworten, aber nicht zum Thema. Da ließe sich natürlich sehr viel mehr schreiben.

"Überheblicherweise" ist eine Wertung. Das kann man sich hier sparen. Es geht um Sachinformation.

Wenn du übrigens meine ausführlichere Antwort oben gelesen hättest, dann könntest du feststellen, dass deine eigene Antwort unten an der Sache vorbeigeht.

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo 666Phoenix,

und was sagen dir dann Warnleuchten und Alarmmelder, wenn du die entsprechenden Originalquellen liest?

Antwort
von Philipp59, 31

Hallo mariaabd,

der Grundsatz, um den es hier geht, stammt aus dem Gesetz Mose an die Israeliten und lautet: " Und falls ein Mann seinem Genossen ein Gebrechen zufügen sollte, dann sollte ihm ebenso getan werden, wie er getan hat. Bruch um Bruch, Auge um Auge, Zahn um Zahn; ein Gebrechen von derselben Art, das er dem Menschen zufügen mag, das sollte ihm zugefügt werden" (3. Mose 24:19,20). Auf den ersten Blick könnte es so aussehen, als ob dieses Gesetz dem Geschädigten eine Art Selbstjustiz gestatten würde. Viele deuten diesen Text so und denken, die Bibel befürworte den Gedanken der Rache und Vergeltung. Das ist jedoch nicht der Fall! Warum kann man das sagen?

Wenn dieses Gesetz in diesem Sinne zu verstehen gewesen wäre, dann hätte es einem anderen Gesetz, das den Israeliten gegeben wurde, widersprochen, welches lautet: "Du sollst nicht Rache nehmen an den Söhnen deines Volkes noch Groll gegen [sie] hegen; und du sollst deinen Mitmenschen lieben wie dich selbst" (3. Mose 19:18).

Außerdem durften die Israeliten , wenn ihnen jemand einen Schaden zufügte, nicht selbst Vergeltung üben. Rechtsfälle wurden vor die ernannten Richter gebracht und von ihnen behandelt. Sie prüften die Begleitumstände und den Grad der Vorsätzlichkeit. Im Fall von schweren Vergehen wurden entsprechend der Tat auch schwere Strafen verhängt. Das diente zweifellos zur Abschreckung vor Verbrechen und prägte jedem ein, niemanden zu verletzen oder sonst wie Schaden zuzufügen. Das zeigt, dass das göttliche Gesetz, das den Volk Israel gegeben wurde, in jedem Fall gut und gerecht war.

LG Philipp

Antwort
von Hooks, 32

Das bedeutet, daß nur das zurück bezahlt werden soll, was der andere dir getan hat, sozusagen ein Aufruf zur Mäßigung und Gerechtigkeit. Wir aber leben in der Zeit des NT, und in Matthäus 5, ab Vers 38 lesen wir, daß wir im negativen Sinn gar nicht zurückbezahlen sollen...

Antwort
von Chichiri, 84

Das kommt aus dem Alten Testament und man kann es recht wörtlich verstehen... was jemand dir antut, das tue ihm gleich.

Wenn dich einer schlägt, schlage zurück etc....

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo Chchiri:

Nein! - Der Geschädigte darf gar nichts. Es ist eine Vorschrift, die den Schädiger in einem regulären Prozess verpflichtet. Auszug in Kurzfassung aus Ex 21,23:

…. er kann die Zahlung nach dem Urteil von Schiedsrichtern leisten. Ist weiterer Schaden entstanden, dann musst du geben: Leben für Leben, Auge für Auge, Zahn für Zahn, ….

Antwort
von Netie, 40

Das war zur Zeit des Gesetzes (Altes Testament):

... wenn 2 sich gestritten haben und es entstand daraus ein Schaden, dann sollte Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand ... Fuß ... Brandmal ... Wunde ... Strieme zurückgegeben werden. (2.Mose 21,23 u.f.)

Antwort
von imehl47, 61

Sieh mal hier nach, denn da gab es schon mal auf GF eine lange Diskussion

https://www.gutefrage.net/frage/was-bedeutet-dieser-zitat-von-jesus-auge-um-auge...

Antwort
von SiViHa72, 60

Gleiches mit Gleichem vergelten. Stech mir ein Auge aus- ich steche dir eins aus. Schlag mir nen Zahn aus- gleiches tue ich dir.

eskaliert gerne, denn erst haust du mich- ich dich. darauf haust Du mit Axt nach mir. Ich nehm ne Knarre. Usw.


Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo SiViHa72:

Nein! - Der Geschädigte darf gar nichts. Es ist eine Vorschrift, die den Schädiger in einem regulären Prozess verpflichtet. Auszug in Kurzfassung aus Ex 21,23:

…. er kann die Zahlung nach dem Urteil von Schiedsrichtern leisten. Ist weiterer Schaden entstanden, dann musst du geben: Leben für Leben, Auge für Auge, Zahn für Zahn, ….

Kommentar von Hooks ,

Es sollte gerade eine Eskalation verhindern.

Antwort
von voayager, 30

Gleiches mit Gleichem vergelten

Antwort
von Wootbuerger, 87

"wie du mir, so ich dir"

gleiches wird mit gleichem vergolten

also wenn ich dir eine aufs Maul haue, dann haust du mir eine aufs Maul und wir sind quitt.

Kommentar von Matermace ,

Falsch. Vorherrschende Fachmeinung ist, das angemessene Kompensation geleistet wird.

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo Matermace,

und genau das ist es:

Der Geschädigte darf gar nichts. Es ist eine Vorschrift, die den Schädiger in einem regulären Prozess verpflichtet. Auszug in Kurzfassung aus Ex 21,23:

…. er kann die Zahlung nach dem Urteil von Schiedsrichtern leisten. Ist weiterer Schaden entstanden, dann musst du geben: Leben für Leben, Auge für Auge, Zahn für Zahn, ….

Antwort
von Bestie10, 55

das man gleiches mit gleichem bestrafte

das war die 1. Strafrechtsreform in der Menschheitsgeschichte

davor rottete man bei nem Mord die ganze Sippe aus, danach nur eben den Uebeltaeter

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo Bestie10,

das habe ich dann in meiner Antwort noch belegt.

Antwort
von Geistchrist16, 18

Man soll Gleiches mit Gleichem vergelten.

Das steht im AT und es handelt sich hierbei um ein mosaisches Gesetz, das aber heute nicht mehr gilt. Betreibe bloß keine Rache!

Antwort
von teacup3000, 68

Das kann man vergleichen mit dem Sprichwort "Wie du mir, so ich dir".
Man bestraft gleiches mit gleichem. Schlage ich dir einen Zahn aus, so kannst du mir auch einen Zahn ausschlagen.

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo teacup3000:

Nein! - Der Geschädigte darf gar nichts. Es ist eine Vorschrift, die den Schädiger in einem regulären Prozess verpflichtet. Auszug in Kurzfassung aus Ex 21,23:

…. er kann die Zahlung nach dem Urteil von Schiedsrichtern leisten. Ist weiterer Schaden entstanden, dann musst du geben: Leben für Leben, Auge für Auge, Zahn für Zahn, ….

Antwort
von bob1863, 57

Das man jedem alles heimzahlen muss

Kommentar von Bestie10 ,

kann !!!! nicht zwingend muss

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo bob1863,

Nein! - Der Geschädigte darf gar nichts. Es ist eine Vorschrift, die den Schädiger in einem regulären Prozess verpflichtet. Auszug in Kurzfassung aus Ex 21,23:

…. er kann die Zahlung nach dem Urteil von Schiedsrichtern leisten. Ist weiterer Schaden entstanden, dann musst du geben: Leben für Leben, Auge für Auge, Zahn für Zahn, ….

Antwort
von 666Phoenix, 27

Das sind Elaborate aus der Bibel (z. B. Exodus 21, 23ff).

Es sind allerdings auch sehr umstrittene Elaborate. Denn heutzutage erzählt Dir ja jeder der christlichen Glaubensfans, dass ihr wichtigstes Credo die Nächsten- und Feindesliebe sei! 

Nun bring das aber mal zusammen: 

Ich liebe meinen Feind (sic!).  Wenn er aber mir das Auge ausreißt, dann rupfe ich ihm auch seines raus! Eben voll aus "Liebe" - oder?

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo 666 Phoenix,

fachlich falsch, geht an der Sache vorbei. Lies mal meine ausführlichere Antwort oben.

Kommentar von 666Phoenix ,

nadelwald, wer beurteilt hier, ob in der Bibel etwas und was "fachlich falsch" ist? Du? Als gläubige/r Fanatiker/in? Lass mich grinsen!

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo 666Phoenix,
die Sache mit Auge um Auge wird im AT an drei Stellen aufgeführt.
Exodus 21,22 -25
Leviticus 24, 17-20
Deuteronomium 19, 16 – 21
Jedes Mal ist das in einen Gerichtsprozess eingeordnet. Wenn du das allerdings so auslegst: Wenn er aber mir das Auge ausreißt, dann rupfe ich ihm auch seines raus! , dann braucht es keinen Gläubigen oder Fanatiker, sondern schlicht einen textkritischen Menschen. Du darfst dann selbst nach den Textstellen beurteilen, wenn du sie im Zusammenhang liest.
Ein Argument zählt allerdings nicht: „Lass mich grinsen!“

Ich wiederhole: Lies mal meine ausführlichere Antwort oben.

Kommentar von 666Phoenix ,

Ein Argument zählt allerdings nicht: „Lass mich grinsen!“

Das war kein "Argument", sondern eine Mitteilung!

Alle Textstellen der Bibel wurden schon derart mannigfaltig begutachtet, bewertet, ausgelegt (je nach dem, wie es gerade in den theologischen und aktuellen, pragmatisch-opportunistischen Zusammenhang hineingepresst werden musste), dass Deine "ausführlichere Antwort oben" auch nur eine von vielen ist. 

An die man glauben kann, aber nicht muss!

Wenn alle Bibelkundigen und die, die sich als solche selbst benennen, diese Aussagen nur auf Gerichtsprozesse beziehen würden, dann würde ich ganz schnell beruhigt sein. Es ist aber so, dass "Auge um Auge..." zu einem grundlegenden Prinzip der christlichen Umgangsformen wurde. 

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo 666Phoenix,

natürlich ist meine Antwort eine von vielen - kann auch gar nicht anders sein. Hier dreht es sich allerdings nicht um eine Glaubenssache, sondern einfach nur darum, was der Text aussagt. Und dass die Sache mit Auge um Auge hier jeweils im Zusammenhang mit einem Gerichtsprozess steht, dass kann ein Gläubiger, ein Atheist, ein Jude, ein Moslem oder auch einfach ein Realschüler der 8. Klasse  hier recht objektiv feststellen.

Eine völlig andere Ebene ist allerdings, was die Wirkung der Formulierung "Auge um Auge" angeht: Man hat tatsächlich daraus die legitimation gelesen, dass man sich rächen dürfe. Vor allem hat man das dem Judentum unberechtigterweise zum Vorwurf gemacht.

Ein grundlegendes Prinzip christlicher Umgangsformen ist es schon gar nicht. Wo hast du das bloß her?

Grundlegendes Prinzip christlicher Umgangsformen kannst du dagegen eher aus MT 5,38 ableiten:

Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin.

Kommentar von 666Phoenix ,
Ein grundlegendes Prinzip christlicher Umgangsformen ist es schon gar nicht.

nadelwald, und was ist das AT? Etwa nichts Christliches?? Nur etwas Jüdisches?

Wie Ihr Euch immer Euer Wunderwerk Bibel zurechtlegt!

Hat denn Euer Jesus nicht auch verkündet:

"Ihr könnt nicht hoffen, dass ich die Vorschriften und Drohungen der Propheten (= Altes Testament) abschaffen werde. Ich bin dagegen gekommen, um sie zu bestätigen. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz (=AT), bis   es alles geschieht.“  (Mt 5, 17-18, und weiter in diesem Sinne in 5, 19) ??

Und die Sequenz aus Mt 5, 38ff. kannst Du Dir ebenfalls schenken. Wenn mein Sohn/Enkel/anderer Verwandter mir erzählen würde, dass er jemandem die andere Backe hingehalten hat, nachdem dieser ihn auf die eine geschlagen hatte, und er nicht zurück geschlagen hat, dann bekommt er von mir nochmals, und zwar auf beide Wangen und beide Backen!

Erzähl mir nicht, dass das "ein grundlegendes Prinzip christlicher Umgangsformen" sei! 

Das sind bestenfalls erträumte Umgangsformen, an die sich bisher kaum ein Christ gehalten hat und derzeit auch nicht hält (Evtl. Gegenbeweise sehr willkommen!)! 

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo 666Phoenix,

nochmal zur Wiederholung: Die Art, wie ich das dargestellt habe, ist eine Arbeit am Text mit dem Ziel: Was sagt der Text aus? Unabhängig von dem, was man glaubt, kann man auf diese Weise auch an andere Bücher gehen, meinetwegen an den Koran, die Veden, das Buch Mormon oder Goethes Faust. Und unabhängig kann so jeder, ob Gläubiger oder Atheist, auch an die Bibel gehen, aber dann bitte an den Text und nicht an die Person.

Es beruhigt mich aber, dass du jetzt vom Thema abgekommen bist und meine Motivation betrachten willst. Aber da möchte ich dann nicht mehr mitmachen, da es mir nur um die Sache geht. - Auf Wiedersehen.

Kommentar von 666Phoenix ,

Habe die Ehre! Bleib v. a. schön gesund - geistig wie körperlich!

Antwort
von viktorus, 24

Das bedeutet: "wenn du mir ein Auge blau schlägst, mache ich dasselbe auch bei dir. Schlägst du mir einen Zahn aus, tue ich das selbe bei dir".

Unser ewige Vater will das aber nicht bei uns, sondern wir sollten den "Nächsten lieben wie uns selbst" (3.Mose 19,18;  Mt.5,38).

Wegen unserer Dickköpfigkeit wegen ließ Er es aber zu (3.Mose 21,24).


Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo viktorus,

Gut gemeint, aber: Der Geschädigte darf gar nichts. Es ist eine Vorschrift, die den Schädiger in einem regulären Prozess verpflichtet. Auszug in Kurzfassung aus Ex 21,23:

…. er kann die Zahlung nach dem Urteil von Schiedsrichtern leisten. Ist weiterer Schaden entstanden, dann musst du geben: Leben für Leben, Auge für Auge, Zahn für Zahn, ….

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community