Hallo,
meine Tochter (11 Jahre, 5. Klasse, Gemeinschaftsschule) hat vor einer Woche unerlaubt mit ein paar Freunden in der Pause das Schulgelände verlassen!
Klar ist das nicht in Ordnung- und da muß man auch gegen angehen.
ABER: was wäre eine angemessene Strafe für einen einmaligen (erstmals aufgetretenen) Verstoß?
Die Kinder haben natürlich seitens der Schule eine "Strafe" aufgebrummt bekommen (dazu ggf später mehr), nun möchte ich aber wissen, was auch in der Verhältnismässigkeit angemessen ist- denn die Reaktion des Klassenlehrers ist meiner Meinung nach überzogen und pädagogisch zweifelhaft...
Bin auf Eure Anworten gespannt...
Also- Verlassen des Schulgeländes ist natürlich verboten! Steht auch für mich völlig außer Frage. Es war das erste Mal- so hat es der Lehrer uns zumindest auch telefonisch bestätigt...
Seine Reaktion:
Die Kinder durften jetzt 1 Woche NICHT mit auf den Schulhof, mußten stattdessen im Büro des Schulsozialarbeiters sitzen und Strafarbeiten ausführen! Als erstes Schreiben eines Berichtes (das halte ich auch für SINNVOLL!!!), danach wurden nur noch Blätter mit Rätseln zur allgemeinen Beschäftigung verteilt. Heute durften sie dann mal ein bisschen Müll auf dem Schulhof aufsammeln.
Schreiben des Berichtes: bin ich total mit einverstanden. Sie hat sich hier zuhause auch noch mal belehren lassen müssen, warum das eben NICHT ok ist und das auch verstanden!
ABER: mal überspitzt gesagt "Rumgammeln" im Büro des Schulsozialarbeiters, der zwar anwesend ist- sich aber den Kindern dabei nicht widmet halte ich für schwachsinnig- SORRY! Vor allem: wäre es ein (max. 2) Tag(e), dann wäre das ok gewesen (das ganze vielleicht auch vor dem Hintergrund, dass der Sozialarbeiter den Kindern ihr Fehlverhalten noch mal verdeutlicht). Aber die Kinder gleich 1 Woche von den Pausen auszuschließen und ihnen dann noch so unproduktive Zusatzaufgaben aufzubrummen, statt sie wenigstens Unterrichtsbezogen zu beschäftigen- tut mir leid, dass ist für mich weder verhältnismäßig noch pädagogisch sinnvoll....
Die Kinder verbringen wirklich viel Zeit in dieser Schule (morgens 7.15 Uhr- nachmittags 16.15 Uhr)- ihnen dann noch für eine Woche oder länger die Pausen zu nehmen, und damit die Möglichkeit, den Kopf frei zu kriegen, um sich auch nachmittags noch konzentrieren zu können, finde ich einfach nicht richtig!
Nun - da ist tatsächlich angebracht, sich bei der Schulleitung um kreativere Strafen zu bemühen.
Wichtig ist bei der Beschwerde: Grundsätzlich zustimmen, daß Strafe notwendig ist und erst dann über die Form der Strafe richten.
Übrigens: Gefangenschaft in der Schule von 7:15 bis 16:15 ist grundsätzlich unangemessen für Kinder - das grenzt an Freiheitsberaubung - egal wieviel "Freizeit" sie in dieser Zeit dort haben.
Wenn es für Dich möglich ist: kannst du Deine Tochter so oft wie möglich eher daraus befreien?
Tja- wäre schön. Aber die Schule ist 15 km von hier- sie ist also Buskind und damit wirklich verdammt lang unterwegs. Im Winter gehen die, wenn's dunkel ist und kommen erst wieder, wenn's schon wieder dunkel ist. Aber so ist das leider hier auf dem Land... Hab noch 2 Kinder und einen Job- da ist es mir leider nicht möglich, sie zwischendurch abzuholen...
Freizeit in der Schule: es gibt bis Mittag 2 große Pausen à 15 Minuten, KEINE 5-Minten-Pausen, sowie eine Mittagspause von 60 Minuten, in der die Kinder in der Mensa essen gehen. Während dieser "Strafwoche" waren die Kinder wirklich angehalten, das Essen schnellstmöglich hinter sich zu bringen, um sich dann auch wieder beim Sozialarbeiter einzufinden.
Essen unter Zeitdruck geht wirklich gar nicht - unsere Tochter tut sich mit dem Essen eh schon sehr schwer. Und ohne Pause über so einen langen Zeitraum ist absolut überzogen und unverantwortlich.
Werden jetzt eine Beschwerde an die Schulleitung formulieren. Denn wir sind nicht gewillt das so hinzunehmen...