Frage von Sheryl, 188

Zwei Tage Dauer einer Überweisung in Zeiten von Online Banking noch akzeptierbar?

Bitte nur Leute antworten, die sich mit dem Thema befasst haben. Ich wundere mich seit fast zehn Jahren darüber wie es in heutigen Zeiten sein kann, dass eine Banküberweisung zwischen zwei unterschiedlichen Banken zwei oder sogar drei Tage dauern kann?

Wie kann eine Bank das heutzutage rechtfertigen?

Das wäre genauso wie wenn es zwei Tage dauern würde bis eine E-Mail von einem E-Mail Provider zum anderen gelangt? Gibt es Vorgehen von Verbraucherschützern oder der Bankaufsicht gegen dieses Verhalten der Banken?

Antwort
von Rolf42, 112

Die Laufzeit hängt davon ab, auf welchem Wege der Auftrag erteilt wurde (bei Aufträgen in Papierform verlängert sich die zulässige Laufzeit um einen Tag) und wann er bei der Bank eingegangen ist.

Ein papierlos erteilter Auftrag, der morgens bei der Bank zur Bearbeitung vorliegt, kommt mittlerweile oft noch am gleichen Tag auf dem Empfängerkonto an, sonst spätestens am folgenden Geschäftstag. Laufzeiten von zwei Tagen oder mehr sind nicht mehr üblich.

Der Vergleich mit einer E-Mail hinkt übrigens, da Zahlungsdaten zwischen den Banken nicht ständig ausgetauscht werden sondern üblicherweise im Rahmen von Batch-Prozessen (Stapelverarbeitung) in bestimmten Zeitfenstern. Dieses Verfahren ist kostengünstig und zuverlässig.

Kommentar von Sheryl ,

Es ging von Anfang an nur um Online Banking.

Dieses Verfahren welches du beschreibst mag vielleicht kostengünstig und zuverlässig sein, aber es klingt aufwendig und sehr altmodisch. Viele Bezahldienste zeigen ja mittlerweile, dass es auch anders geht.

Kommentar von Rolf42 ,

Nein, es ist nicht besonders aufwendig und deswegen kostengünstig. Es ist zwar altmodisch, aber gerade weil es es sich schon lange bewährt hat, hält man daran fest.

Alle Zahlungen ständig online unter den Banken auszutauschen und entsprechend zu verrechnen, wäre wesentlich aufwendiger. Es wäre sicherlich technisch möglich, aber dazu müssten erst mit großem Aufwand neue Verfahren und Abläufe etabliert werden, was in einem Geschäft, das kaum etwas einbringt (welcher Bankkunde zahlt für eine Überweisung?) verständlicherweise vermieden wird.

Als Kunde bin ich mit den derzeitigen Laufzeiten zufrieden. Kaum eine Zahlung ist so dringend, dass sie in Sekunden beim Empfänger sein müsste, und günstige Konditionen mit kostenfreien Übeweisungen sind mir lieber, als wenn ich für jeden einzelnen Vorgang zur Kasse gebeten würde.

Antwort
von schleudermaxe, 99

Warum sollte es? Meine bucht werktags zur vollen Stunde zwischen 08.00 und 17.00 Uhr und wenn ich 1 Minute zuvor auslöse, ist das Geld 1 Minute danach auf dem anderen Konto. Meine weitere bucht rund um die Uhr minutengenau. Wird ein anderes Institut zwischengeschaltet und ist der Auftrag bis 17.00 Ihr ausgelöst, ist der Betrag am folgenden Werktag um 08.00 Uhr zu sehen. Deine Sorgen kann ich nicht bestätigen.

Kommentar von Sheryl ,

Das klingt gut, wenn ich eine Überweisung von meiner Bank zur gleichen Bank schicke ist eine Sekunde später beim Empfänger, selbst am Sonntag um 3:00 Uhr Nachts.

Aber sobald eine andere Bank dazwischen kommt kann es sich zwei bis drei Tage ziehen, wenn Feiertage dazwischen liegen noch viel länger.

Die Frage ist jetzt bei welcher Bank bist du denn?

Antwort
von Gahrfield99, 119

Das ist rel einfach.
Online Überweisung dauert ein tag.
Beleghafte max.3 Tage.
Der Überweisung träger wird erst per Post an die Hauptstelle geschickt. Dann eingescannt. Da ein schriftenleser nicht jede Handschrift lesen kann (manche schreiben auch außerhalb des feldes) wird JEDE Überweisung von Hand überprüft und ggf. Korriegiert. Dann wird das konto mit der entsprechenden Summe belastet. (Bis hier 1 tag)
Dann wird das über mehrere zwischen Konten der betrag zur Empfängerbank gebucht. Dann läuft die Überweisung evtl. Noch auf ein Fehlerkonto auf, da evtl die Kontonummer nicht stimmt, ein falscher Name als Empfänger steht, auf dem Empfänger Konto ist eine sperre vorhanden (Fusion, p-konto......)
Dann muss der Betrag wieder von Hand einem Kunden zugeordnet werden. Dann wird das Geld auf dem Empfänger Konto gebucht. Da soviel noch von Hand gemacht wird sind 2-3 Tage völlig akzeptabel
Mit freundlichen grüßen
Gahrfield 99

Kommentar von Sheryl ,

Das das leider Gottes die Realität ist weiß ich selbst, deshalb ja meine Frage.

Es ging von Anfang an um Online Banking nicht um Papierüberweisungen.

Du versuchst doch nicht gerade ernsthaft mir zu erklären, dass jemand noch per Hand noch was an den Online Überweisungen macht?

Wenn ich eine Überweisung von meiner Bank zur gleichen Bank schicke ist eine Sekunde später beim Empfänger, selbst am Sonntag um 2:00 Uhr Nachts.

2-3 Tage mag für dich ok und akzeptabel sein, ich finde es absolut nicht akzeptabel sondern steinzeitlich.

Antwort
von FrageSchlumpf, 88

Das Problem ist, dass bei einer EMail ein einzelner Datensatz von einem Server auf einem anderen zur Verfügung gestellt wird.

Würde jeder Datensatz einer Überweisung einzeln durch Deutschland geschickt, würde das einen immensen Mehraufwand bedeuten. Daher gibt es gewisse "Schnitte" und auch gewisse Umwege ( z.B. über Clearingssysteme der Zentralbank ).

Natürlich denkt man als Kunde, der nach dem Vesper gemütlich am PC sitzt und um 20 Uhr in seienm Onlinebanking eine Überweisung erfasst, dass ist erledigt. Aber keine Bank der Welt könnte rein technisch um 20 Uhr noch mit der Zentralbank etwas machen. Also gilt so eine Überweisung schon mal wie am Folgetag erteilt.

Und dann ist es noch eine Frage, wer welche Tage wie zählt. Wenn jemand wie gesagt Montag 20 Uhr einen Auftrag erteilt, der Mittwoch 14 Uhr noch nicht beim Empfänger ist, sind das natürlich schon drei Tage , aber wenn man ehrlich ist , nicht wirklich.

Kommentar von Sheryl ,

Da klingt interessant, danke für die Info.

Wenn ich eine Überweisung von meiner Bank zur gleichen Bank schicke ist diese eine Sekunde später beim Empfänger, selbst am Sonntag um 2:00 Uhr Nachts. Daher klingt das mit den Umwegen für mich sehr nach Ausrede bzw. vorgeschobenem Grund.

Kommentar von FrageSchlumpf ,

Oh, also eigene Kontoüberträge ja. Dass es sogar bei fremden Konten in der Bank geht, spricht für die Bank. Hast dir ne gute ausgesucht.

Nur, wie soll es gehen, wenn Geld von der Volksbank Fürstenfeldbruck zur Sparkasse nach Buxtehude soll. Wie soll das funktionieren, wenn bei beiden Banken und allen dazwischen geschalteten Clearingbanken alle schlafen, wenn die Überweisung erteilt wird.

Ich halte für solche Fälle zwei Tage ( also z.B. Montag erteilt, Dienstag gutgeschrieben ) nicht für mörderisch langsam.

Antwort
von dandy100, 100

zwei bis drei Tage sind definitiv erlaubt, meistens geht es schneller, aber wenn nicht, muss man sich damit abfinden und das vorher entsprechend einplanen; lt. Gesetzgeber ist das absolut zumutbar. Im Übrigen ist das auch von Bank zu Bank verschieden

Kommentar von Sheryl ,

Das es so ist weiß ich ja selbst, ich kann auch damit leben, es ist nur nicht mehr zeitgemäß einen Grund von wegen Buchungszeiten oder Zahlläufe zu erfinden und so diese Dauer zu rechtfertigen.

Wenn ich eine Überweisung von meiner Bank zur gleichen Bank schicke ist eine Sekunde später beim Empfänger, selbst am Sonntag um 2:00 Uhr Nachts, warum sollte es bei einer fremden Bank in Zeiten vom Internet langsamer gehen?

Die Frage war mehr nachdem warum, was jetzt interessant wäre, ob es in anderen EU Ländern ähnlich steinzeitlich zu geht.

Antwort
von BurgN, 66

Hallo,

der Überweisungsverkehr ist Standardisiert. Die Überweisungen werden in Stapeln verarbeitet und über Nacht "Gecleared". D. h. Die Banken sammeln einen Tag, geben dies an ein Clearinghaus (EZB bzw. Bundesbank über Target) und die Datensätze werden ausgetauscht, so dass am Folgenden Arbeitstag diese Gutgeschrieben werden.

Da es Aufsichtsrechtlich auch notwendig ist die Zahlungen zu prüfen etc. muss es auch ein Bankarbeitstag sein und kein Sonntag etc.

Schöne Grüße

Kommentar von Sheryl ,

Hallo BurgN,

das klingt sehr interessant und gleichzeitig nach einem völlig unpraktischen und vor allem nach einem veralteten System.

Was du schreibst mit "Aufsichtsrechtlich notwendig" scheint eine Art Ausrede der Banken oder ein vorgeschobener Grund zu sein, denn wenn ich eine Überweisung von meiner Bank zur gleichen Bank schicke ist eine Sekunde später beim Empfänger, selbst am Sonntag um 3:00 Uhr Nachts.

Kommentar von BurgN ,

Der Zahlungsverkehr muss überwacht werden. Auslegungsbestimmungen zum Geldwäschegesetz.

Du hast ja gefragt warum es solange dauert. Da hast Du die Erklärung. Ob das nun sinnvoll ist oder nicht steht auf nem anderen Blatt.

Antwort
von MandP86, 82

Sprichst du von Online-Überweisungen oder am Schalter?

Bei Online-Überweisungen gibt es eine Frist von einem Tag, in Papierform sind es zwei Tage.

Entscheidend ist natürlich auch um welche Uhrzeit man die Überweisung in Auftrag gibt. Erstellt man 22 Uhr einen Online-Auftrag ist das Geld nicht am nächsten Tag auf dem Konto des anderen, da Banken zwar mehrere Zahlläufe am Tag haben - aber meist nur während der Geschäftszeiten.

Kommentar von Sheryl ,

In der Überschrift der Frage stand "Online Banking", also ich meinte wirklich nur von Online Überweisungen, bei schriftlichen Überweisungen ist es denke ich für Jedermann nachvollziehbar, dass das nicht sofort geht und dauern kann.

Das mit den Zahlläufen scheint eine Art vorgeschobener Grund zu sein, denn wenn ich eine Überweisung von meiner Bank zur gleichen Bank schicke ist eine Sekunde später beim Empfänger, selbst am Sonntag um 2:00 Uhr Nachts.

Antwort
von elsalvatore, 31

Auch, wenn es nicht mehr aktuell sein sollte:

Gibst du im Online Banking am Montag um 22Uhr einen Auftrag ein, muss diese Überweisung erst am Mittwoch bei der Empfängerbank gutgeschrieben werden, da hast du deine 3 Tage, wobei es natürlich nur 2 sind, wenn man es genau nimmt.
Warum?
Es gibt Cut-Off-Zeiten (meist ca. 17Uhr, legt die Bank in den AGB fest) nach denen keine Aufträge mehr ausgeführt werden. Das ist der Punkt an dem alle aufgelaufenen externen Überweisungen gesammelt weitergeleitet werden.

Zwischen zwei Verschiedenen Banken ist ein Clearingsystem zwischengeschaltet, das für die Kommunikation und den Datenaustausch zuständig ist. Die Buchungen laufen dann über die jeweilige Zentralbank. Eine Überweisung vor cut-off muss und wird dann innerhalb von 24h beim Empfänger gutgeschrieben.
Man muss dabei wissen, dass die Banken Konten bei der jeweiligen Zentralbank unterhalten und somit faktisch keine eigenen haben, es MUSS also über diesen Punkt laufen.
(Deine Bankleitzahl ist übrigens die Kontonummer deiner Bank bei der Zentralbank)

Wenn du innerhalb einer Bank überweist, spielen Cut-Off-Zeiten keine Rolle, da es kein Clearingsystem geben muss.

Antwort
von ErsterSchnee, 65

Das passiert doch eigentlich nur noch bei Auslandsüberweisungen. 

Ansonsten ist bei vielen Banken gegen Mittag Buchungsschluss. Geht eine Überweisung erst am Nachmittag ein, wird sie erst am nächsten Tag verbucht. Und ist dann eigentlich am übernächsten Tag auf dem anderen Konto.

Kommentar von Sheryl ,

Das kann nicht sein, denn wenn ich eine Überweisung von meiner Bank zur gleichen Bank schicke ist eine Sekunde später beim Empfänger, selbst am Sonntag um 2:00 Uhr Nachts.

Kommentar von ErsterSchnee ,

Das ist doch etwas vollkommen anderes!

Antwort
von Jewi14, 70

Ja, bei Überweisungen leben wir in der Steinzeit und ändern wird sich daran rein gar nichts. Jedenfalls nichts, wenn Merkel eine Geburtsparty für Herrn Ackermann wirft.

Die gesetzl. Fristen sind zwar 1 Bankarbeitstag, aber mit dem Trick der Annahmefrist und bei einigen endet die um 12 Uhr. Heißt also im Extremfall: Eine Überweisung am Donnerstag 12:01 Uhr wird erst am Freitag bearbeitet und da Computer auch ein Recht auf Wochenende haben, ist die erst Montag im Laufe des Tage da. Zu Fuß ist da man schneller...

Paypal, Paydirekt, Sofortüberweisung usw. wäre nicht nötig, wenn eine Überweisung innerhalb von 6-8 Stunden ausgeführt wird, auch an Wochenende. Da ist kein Mensch mehr, der Online-Überweisungen noch per Hand bearbeitet, läuft alles per Computer. Die Überweisungen, die evtl. Probleme machen, kann man auch noch manuell am nächsten Tag bearbeiten.

Kommentar von Rolf42 ,

Die gesetzl. Fristen sind zwar 1 Bankarbeitstag, aber mit dem Trick der Annahmefrist und bei einigen endet die um 12 Uhr.

Dass das legal ist, möchte ich bezweifeln. § 675n BGB spricht von Zahlungsaufträgen, die "nach einem bestimmten Zeitpunkt nahe am Ende eines Geschäftstags zugehen". Nach meinem Empfinden dürfte dieser Zeitpunkt damit kaum vor 14 Uhr liegen, eher später.

Kommentar von Jewi14 ,

Wo kein Kläger, da kein Richter. Ich bin bei einer Online Bank und die war bei 15.30 Uhr und nun 16:00 Uhr. Halte ich auch viel zu früh. 14 Uhr ist natürlich unmöglich. 18 Uhr halte ich grundsätzlich für möglich

Kommentar von Rolf42 ,

Gerade mal kurz gecheckt:

Die Postbank gibt als Einlieferungsschlusszeit 14 Uhr an, die DKB 15 Uhr, die Consorsbank 16.30 Uhr und die Netbank 19 Uhr.

Kommentar von Jewi14 ,

Die Privatbanken sind ja noch human, aber mache bloß keine große Umfrage bei den vielen Sparkassen und Volksbanken

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