Frage von tortek, 154

Wohngebäudeversicherung Police falsch?

Heute hab ich mal eine Versicherungsfrage. Meine alte Versicherung war im allgemeinden zu teuer und ich suchte einen neuen Anbieter. Gesagt, getan, schnell fündig geworden. Termin ausgemacht und dann gings los: Gefragt nach dem Baujahr des Hauses sagte ich 1755. In der Versicherungspolice des ursprünglichen Versicherers steht 1924 mit dem Argument, das wäre das älteste Baujahr was man angeben könne. Neue Versicherung sagt, das ist Blödsinn. in einem Versicherungsfall würde das Haus dann eventuell als gar nicht versichert gelten, da das Baujahr falsch ist. Dann gings weiter: In der alten Police ist kein Keller und kein Dachgeschoss angegeben. Überschwemmung im Keller wäre dann ja nicht versichert z.B. Des weiteren wurde angegeben "Massivbauweise", es ist aber ein Fachwerkhaus. Nun ist es so, dass der alte Versicherungsvertreter schon immer ein guter Freund der Familie (kennt das Haus wie seine Westentasche) war. Wir haben ihm vertraut und er sagte auch immer, das würde keine Probleme geben und ganz ehrlich, bin stock sauer. Jetzt höre ich aber von dem neuen Versicherer, dass wie gesagt im Falle des Eintritts eines Versicherungsfalles es hätte sein können, dass nicht gezahlt wird, weil es ja so ausehen würde, als wäre nicht unser Gebäude versichert, sondern irgend ein anderes (falsches Baujahr, kein Keller, kein Dachgeschoss, Massiv statt Fachwerk).

Diese Versicherung in der "falschen Form" lief nun schon 4 Jahre. Hab ich jetzt in dieser Zeit umsonst bezahlt, weil es ja falsch versichert war? Wie ist es dann? Beträge zurückfordern mit Hinweis, dass Versicherungsvertreter falsch beraten hat, indem er sagte, Keller und Dachgeschoss brauchen wir nicht versichern, Baujahr auch nicht so wichtig? Bin gerade ratlos

Antwort
von schleudermaxe, 121

... möglich, nur für eine Kontrolle der dokumentierten Angaben im Versicherungsschein ist ja allein der VN zuständig, alles doch ganz einfach, oder? ... und wenn dieser alles so hinnimmt, kann er schlecht andere für seine Fehlerchen rügen, so sehen es auch meine Karten. Viel Glück und der neue Berater scheint auch noch wenig Ahnung zu haben, so auch meine Glaskugel.

Antwort
von Apolon, 95

@torek,

ich kann mir nicht vorstellen, dass Du in einem Haus wohnst, das 1755 gebaut wurde und bisher noch nie baulich verändert wurde.

Wenn es bauliche Veränderungen gibt, wie z.B. einen Anbau, zusätzliches Dachgeschoß, Kernsanierung usw. das Baujahr geändert.

Dies wird teilweise auch schon so durch die jeweiligen Baubehörden vermerkt.

Weiterhin gab es bis 1994 in einigen Bundesländern eine Monopolversicherung - z.B. im Süden von Deutschland die Landesbrandversicherung (Bayerische Versicherungskammer) und nur bei diesen durfte man bis 1994 eine Brandversicherung abschließen.

Bedeutet - alle Versicherungsunternehmen die eine ergänzende Leitungswasser, oder Sturmversicherung abgeschlossen habe, haben diese Werte der Landesbrandversicherung übernommen.

Die Aussage deines neuen Versicherungsvermittlers, dass überhaupt kein Versicherungsschutz besteht - ist so pauschal - der größte Blödsinn.

Versicherungsschutz besteht immer - nur bei fehlerhaften Angaben wird geprüft wer dies zu vertreten hat. Möglich ist der Vermittler oder auch der Versicherungsnehmer. Im Maximal-Fall würde die versicherte Bausumme heruntergesetzt und man würde im Schadensfall auch nur die entsprechende Absicherung erhalten.

Allerdings muss natürlich auch der Versicherungsnehmer seinen Antrag, den er ja auch unterschreibt durchlesen und prüfen ob alles korrekt  ist, was hier scheinbar nicht statt gefunden hat. 

Gruß Apolon

Antwort
von BlackRose10897, 154

Du hast den Vertrag unterschrieben und bist somit auch dafür verantwortlich, dass die Angaben stimmen. Falsche Angaben bei der Versicherungen können dir große Probleme bereiten, man könnte Dir u.a. Versicherungsbetrug vorwerfen und falls der Beitrag durch die korrekte Angabe höher gewesen wäre, könnte die Versicherung den Mehrbeitrag nachfordern. Auch eine Vertragsstrafe ist möglich.

Kommentar von DerHans ,

Vertragsstrafe wegen Unterversicherung gibt es nicht. Es wird nur im Schadensfall die korrekte Versicherungssumme ermittelt und die Regulierung entsprechend gekürzt.

Das kann dann natürlich dazu führen, dass man einen Großteil des Schadens selbst tragen muss.

Kommentar von FreierBerater ,

Oh @Blacky... versuch' es besser gar nicht, bevor derartiger Müll dabei rauskommt!

Antwort
von Buerger41, 104

Es sind Tarife auf dem Markt, da müssen weder die Geschosszahl noch die Unterkellerung angegeben werden. Wichtig ist dort, dass der Wert 1914 stimmt und das Gebäude von dem Baujahr her historisch ist. Das Gebäude muss nach diesen Tarifen mindestens vor 1930 gebaut worden sein.

Wenn es sich um einen solchen Tarif handelt, ist kein Fehler gemacht worden. Desweiteren war mir bis vor kurzem auch nicht bekannt, dass bei einigen Versicherern die Bauweise nicht massiv sein muss, sondern eher die Bauweise des Fundaments. Das muss bei allen mir bekannten Tarifen aber massiv sein. Entscheidend ist bei dem Sondertarif, wie die Leitungsrohre verlegt worden sind.

Aus diesem Grunde kann es gut sein, dass der alte Vermittler alles richtig gemacht hatte. Wenn der neue Vertreter Ihnen etwas anderes erzählt hat. spricht das nur dafür, dass ihm der Marktüberblick fehlt.

Kommentar von Buerger41 ,

Und aus einem weiteren Grunde hätte Versicherungsschutz bestanden: Der Versicherungsvertreter ist das Auge und Ohr des Versicherers. Wenn er also das Gebäude wie seine Westentasche kennt und den Vertrag so abgeschlossen hat, muss der Versicherer regulieren, weil er sich die Kenntnis des Vertreter zurechnen lassen muss.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Versicherung, 90

Wenn im Antrag falsche Angaben sind, ist der Versicherungsschutz iin der Tat gefährdet.

Wohngebäude werde nach dem Wert 1914 bewertet. Dafür gibt es ein allgemein gültiges Verfahren. Für das tatsächliche Baujahr gibt es dann eine Index-Anpassung.

Bei einem historischen Gebäude geht man nach den Ausstattungsmerkmalen und dem Bauzustand.

Du wirst das Datum der letzten Dacherneuerung und die laufende Überprüfung der Wasser- und Elektroinstallation belegen müssen.

Kommentar von tortek ,

In der neuen Versicherung ist alles so wie es sein soll. Nachweise usw. habe ich erbracht. Fachwerkfüllung usw. alles ordentlich erfasst. 

Klar habe ich bei der alten versicherung unterschrieben, aber nur, weil der Vertreter sagte, das mit dem Baujahr wäre so ok und auch Keller und Dach müssten nicht erfasst werden. Hatten ihn mehrfach drauf angesprochen und jedes Mal hieß es, es wäre so ok. ABER was wäre, wenn es wirklich einen Versicherungsfall gegeben hätte? 

Kommentar von DerHans ,

Da nicht tatsächlich etwas  passiert ist, ist die Frage ja wohl rein akademisch.

Natürlich bekommst du Probleme wenn du einen Leitungswasserschaden im Keller hast, und in der Police steht nichts von einem Keller.

Antwort
von FreierBerater, 87

Vor allem wirst du dich erschrecken, was die neue Police kostet - sofern du überhaupt ein Angebot bekommst!!

Deine Sorgen möcht' ich haben.

Fakt ist, dass du tatsächlich in der Vergangenheit und auch heute Nacht Probleme mit dem Versicherungsschutz hast - aber solange kein Schaden eingetreten ist, halten sich deine Probleme in engen Grenzen.

Du brauchst einen versierten Makler und keinen Haio, der nichts Besseres zu tun hat, als den Wettbewerb schlecht zu reden um davon abzulenken, dass er dir kein günstiges Angebot machen kann...

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