Frage von greulinchen, 209

Willkürliche Mieterhöhung: Wie kann ich dagegen vorgehen?

Hallo Community

Letzte Woche bekam ich von meinem Vermieter ein Schreiben, dass die Miete erhöht werden soll.

Weder berücksichtigt diese Erhöhung die Kappungsgrenze (hier 15% ), noch ist es fristgerecht (ich soll die neue Miete bereits ab Dez zahlen). Da in meiner Region die Situation auf dem Wohnungsmarkt desaströs ist, möchte ich es nicht auf Stress mit dem Vermieter ankommen lassen. Aber in meinem Fall verlangt mein Vermieter 40% mehr Miete. Das ist eine Summe, die ich weder zahlen kann noch will. Es wurde nichts modernisiert oder saniert, die Wohnqualität ist also die selbe. Soll ich Widerspruch einlegen? Nur die erlaubten 15% zahlen? Ab Februar oder doch sofort? Kann mir das die Kündigung einbringen? Evtl. sogar in letzter Konsequenz die Räumung?

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von marcussummer, 209

Kündigung ist wohl sicher nicht möglich, weil ein gesetzlicher Kündigungsgrund fehlt. 

Die Erhöhung ist bei reduzierter Kappungsgrenze nur um 15% (der Kaltmiete!) möglich, die Frist sollte auch eingehalten werden. Wenn dem Erhöhungsverlangen allerdings keine Begründung beigefügt war (also Darstellung der ortsüblichen Miete für vergleichbaren Wohnraum) ist das Erhöhungsverlangen sowieso unwirksam, dann braucht darauf gar nicht reagiert zu werden.

Antwort
von anitari, 177

Soll ich Widerspruch einlegen?

Nein, einfach schweigen. Denn diese Mieterhöhung ist schlicht unwirksam.

Kann mir das die Kündigung einbringen?

Da die Mieterhöhung unwirksam ist, nein.

Anders sieht es aber aus falls es um die Anpassung der Betriebskosten anhand der Abrechnung geht und sich dadurch die Höhe der monatlich zu zahlenden Gesamtmiete ändert.

Kommentar von greulinchen ,

Wie genau die Erhöhung zusammengesetzt ist weiss ich nicht, denn das erschliesst sich aus dem Schreiben nicht. Dort heisst es sinngemäß nur: Bitte zahlen Sie ab Dez die neue Miete von xxx Abrechnung für die Betriebskosten kommt erst Ende Dez.

Kommentar von anitari ,

Habe ich doch richtig vermutet. Es geht um die Anpassung der monatlichen Vorauszahlungen für Betriebskosten. Das ist, auch wenn die Gesamtmiete dadurch höher wird, keine Mieterhöhung.

Bitte zahlen Sie ab Dez die neue Miete von xxx Abrechnung für die Betriebskosten kommt erst Ende Dez.

Na der Vermieter ist ja witzig. Braucht wohl noch Weihnachtsgeld;-)?

Ohne korrekte Abrechnung keine höheren Vorauszahlungen. Also, schweigen.

Kommentar von greulinchen ,

Naja aber selbst bei einer anpassung der Bbetriebskosten kommt man ja bei aller Liebe nicht auf 40%.

Kommentar von greulinchen ,

In den Jahren zuvor hatte ich Nachzahlungen bei den HK von 80-120 Euro

Antwort
von albatros, 149

Es erschließt sich mir  nicht 100%ig, ob es sich hier tatsächlich um eine Mieterhöhung oder um die Anpassung der Betriebskostenvorauszahlung handelt. Ich tendiere zu Letzterem. Allerdings ginge das dann nicht so, wie der Vermieter fordert. Erst muss korrekt abgerechnet und fristgerecht zugestellt werden. Wenn sich daraus eine Nachzahlung ergibt, dürfen die Vorauszahlungen monatlich um 1/12tel der Nachzahlungssumme monatlich erhöht werden und das ab übernächstem Monat nach Zustellung der Abrechnung. Wenn also zugestellt im November, dann Erhöhung ab 1. Januar.

Sollte es sich aber um eine Erhöhung der Grund- bzw. Nettomiete handeln, wäre aus formellen Gründen das Mieterhöhungsverlangen unwirksam und deshalb dazu zu schweigen und nicht zu widersprechen sondern die bisherige Miete weiter zu zahlen.

Antwort
von negotio, 149

Also bevor hier "wilde" Tips verteilt werden, sollten wir die Fakten doch noch mal überprüfen.

  • Zahlst du eine übliche Kaltmiete zzgl. einer Nebnkostenvorauszahlung?
  • Was hat der Vermieter genau in dem Schreiben geschrieben?
  • Bezieht sich die "Erhöhung" unter Umständen vielleicht wie anitari geschrieben hat nur auf die gestiegenen Betriebskosten?
  • Ist das unter Umständen deine erste Nebenkostenabrechnung?
Kommentar von greulinchen ,

Nein das ist wäre nicht meine erste NK Abrechnung (hatte in den Vorjahren nur Heizkosten nachzuzahlen 80-120€bzw es gab auch mal Guthaben) Und das rechtfertigt keine Erhöhung von 40%, was monatlich mehr als doppelt soviel ist wie meine letzte Heizkostennachzahlung fürs ganze Jahr. Allgemeine BK sind auch nicht gestiegen. Und wenn bestimmt auch nicht in dem Maße. Eine Mieterhöhung im Rahmen ist ja nicht das Problem aber das ist mMn unverschämt. Und wenn ich diese 40% mehr an Miete zahle, kann ich entweder mein Ticket nicht mehr zahlen oder auf Nahrung verzichten. Wenn die Lage hier nicht so angespannt wäre würde ich ja was neues suchen - aber selbst auf eine Wohnung im miesesten Eck kommen hier über 100 Bewerber.

Kommentar von greulinchen ,

In dem Schreiben stand nur sjnngemäß ab dem 1.12 .15 beträgt die monatliche Miete insgesamt xxx € da war nichts aufgeschlüsselt oder berechnet.

Kommentar von negotio ,

Ich verstehe deine Wut durchaus und unterstütze auch gerne gegen unberechtigte Forderung. Allerdings bin ich bei manchen unter Umständen vorschnellen Kommentaren hier eben auch vorsichtig.

Festzuhalten ist, daß eine Mieterhöhung an strenge Voraussetzungen gebunden ist und natürlich begründet werden muß. Da dir ja an einem guten Verhältnis zum Vermiete gelegen ist, solltest du versuchen umgehend das persönliche Gespräch zu suchen. Der Vermieter soll dir dann eben mal darlegen, wie die Erhöhung zustande kommt. Wenn der sich weigert oder keine plausible Erklärung liefert, dann solltest du Widerspruch einlegen. So hast du aber alles getan, um die Situation friedlich zu lösen. Vielleicht holst du dir wirklich Unterstützung beim Mieterbund. Das kostet zwischen €60 und €80 pro Jahr. Dafür sind die Auskünfte und Schreiben aber auch rechtssicher.

Antwort
von Otilie1, 144

lass dich beim  mieterbund mal beraten - kostet nicht viel, aber dann bist du auf der sicheren seite und weisst was du machen kannst, must, darfst

Antwort
von DrBrainwash, 133

widersprich der einfach und fertig, der bekommt da keine kündigung und räumung drauf

vermieter bekommen "normale" menschen nicht geräumt

du musst schon "speziell" sein, damit dein vermieter dich geräumt bekommt


du hast endlose möglichkeiten als "normaler"

richter sind immer eher auf der seite des mieters


und wenn du nur normale dinge tust, zb einer ungerechtfertigten mieterhöhung zu widersprechen, bekommt der dich nicht raus

Antwort
von themachina, 122

Geh zum Mieterschutzbund. Du hast SEHR gute Chancen, dass sein Begehren einfach abgelehnt werden kann. Wenn du eine Rechtsschutzversicherung hast, nimm dir einen Anwalt, oder geh in Vorkasse bei einem, das Geld solltest du ja wiederbekommen.

Er darf keine 40% fordern, und schon gar nicht bis Dezember. 

Du musst nicht ausziehen, aber wehr dich dagegen. Das ist einfach nur dreist. 

Kommentar von anitari ,

Geh zum Mieterschutzbund.

Warum? Das kostet Geld, was raus geschmissen  wäre da eine derartige Mieterhöhung unwirksam ist.

Kommentar von marcussummer ,

Könnte trotzdem sinnvoll sein, da ein solcher Vermieter möglicherweise auch mal andere Probleme macht oder einen neuen Versuch zu einer Mieterhöhung unternimmt, der nicht so einfach als unwirksam zu erkennen ist.

Kommentar von anitari ,

Siehe Fragestellers Kommentar unter meiner Antwort. Es ist keine Mieterhöhung, sondern die Anpassung der BK-Vorauszahlungen.

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