Frage von helfer80 21.08.2010

wie lange braucht ein rohbau zu trocknen?

  • Antwort von Architekt2010 22.08.2010
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Also die Feuchtigkeit in Baustoffen besteht zum einen aus "freiem" Wasser und zum anderen aus chemisch gebunden Wasser. Das sog. freie Wasser in Baustoffen wie Mauermoertel, Putz, Beton, Estrich etc, verdunstet ca. innerhalb von 1 Woche je cm Schichtdicke. Das chemisch gebundene Wasser entweicht durch den sog. Abbindeprozess. Ohne jetzt einen Vortrag in Bauchemie zu halten, bedeutet dies kurz gesagt, dass hierbei u.a. ein Austausch vom chemisch gebundenen Wasser mit dem Kohlendioxyd der Luft erfolgt. Dieser Prozess dauert jedoch laenger (Jahre) und kann nur durch einen erhoehten CO2-Anteil in der Luft beschleunigt werden. Daher haben wohlhabene Leute in frueheren Zeiten auch arme Leute in ihren Neubauten wohnen lassen, da diese durch ihre Atemluft zusaetzlich CO2 erzeugt haben. Man nannte dies "Trockenwohnen".

    Um zum Schluss Deine Frage zu beantworten: Feuchtigkeit vom Rohbau ist beim Einzug nicht mehr vorhanden... ausser... siehe oben. Wichtiger sind die Ausbaubereiche wie Putz und Estrich. Hierbei gilt die Faustregel: Einzug fruehestens 6 Wochen nach Estrichlegung. Und dann "Trockenwohnen".

  • Antwort von Bauingenieur 23.11.2010

    Ein massiv gemauertes Haus braucht 2 bis 3 Jahre bis es tatsächlich trocken ist. Für den Bau eines Eigenheimes werden etwa 10.000 l Wasser für Beton, Mörtel, Estrich, Putz und Farbe benötigt. Nur ein Teil dieses Wassers verdunstet während der Bauzeit oder wird chemisch gebunden.

    Das früher übliche Trockenwohnen war gesundsheitsschädlich - ja geradezu gefährlich. Tuberkulose, Rheuma und Gicht usw. waren die Folge des feucht-kühlen Raumklimas. Daß auch Schimmelpilz Gefahren für die Gesundheit birgt, dürfte bekannt sein.

    Daß heutzutage trotzdem noch so viele Leute in einen nassen Neubau ziehen, kann nur mit Unwissenheit erklärt werden. Eine technische Bautrocknung (sogenannte "kalte" Trocknung mit Geräten auf Kondensationsbasis) für ein Eigenheim kostet wenige hundert Euro - und spart dabei Bauzeit und immense Heizkosten. Die Heizkosten für das Trockenheizen in den ersten 2-3 Jahren sind wesentlich höher. Man mag sich nur einmal vorstellen, wie "gut" ein nasser Pullover wärmt. Ein feuchter Neubau verhält sich ganz ähnlich. Tipp: beim Mieten von Bautrocknern auf Paketpreise achten - damit läßt sich ordentlich sparen.

  • Antwort von guterwolf 22.08.2010

    wir haben im Mai 75 angefangen, das Haus den winter über trocknen lassen und sind im Mai 76 eingezogen. Noch nie Schimmel oder Feuchtigkeit im Haus gehabt.

    Wenn ich sehe, dass heute der Innenputz dran kommt, eine Woche später die Fenster rein und 8 Wochen später eingezogen...muss sich keiner wundern...wo soll da bitte die Feuchtigkeit hin?

    Wenn ihr es euch leisten könnt, lasst den Rohbau über Winter stehen...

  • Antwort von hattu53 22.08.2010

    Unser Haus hatte Baubeginn im Winter 1996 und wir zogen im am 1.August 1996 ein.Trocknungsgeräte oder ähnliches wurden nicht genutz.Das Haus ist inzwischen 14 Jahre alt und wir hatten nie ein Feuchtigkeits- oder gar Schimmelproblem.Wir leben am Südwestrand von Berlin.

  • Antwort von Taflie1961 21.08.2010

    Du kannst mit einem Gebläse (Bautrockner) den Bau schnell austrocknen. Das geht aber erst, wenn das Haus schon so gut wie fertig ist, also mindestens Fliesen gelegt und Putz auf den Wänden. Du kannst mit einem Feuchtigkeitsmessgerät den Grad der Austrocknung kontrollieren, und bist so bei Deinem Einzug auf Nummer sicher.

  • Antwort von ErsterSchnee 21.08.2010

    So oder so - es ist ganz wichtig, nach Einzug quasi "trockenzuheizen". Sonst kannst Du den Rohbau soviel trocknen wie Du willst - das nützt Dir dann leider nichts.

  • Antwort von corsa678 21.08.2010

    Das ist wetterabhängig! Aber frag einfach mal sicherheitshalber bei einer namhaften Baufirma nach.

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