Frage von Medjai, 494

Wer zahlt den Schaden im Supermarkt?

Ich war Einkaufen und habe meine gekauften Sachen in eine Einkaufstüte gepackt die ich in Laden bezahlt habe.

Die Einkaufstüte war normal beladen. Ich habe sie aus dem Wagen genommen und ein paar Sekunden später ist die Tüte gerissen und es sind ein paar Sachen zu Bruch gegangen.

Muss mir der Supermarkt kostenlos Ersatz geben oder habe ich Pech und muss neu kaufen und auch bezahlen ?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Medjai,

Schau mal bitte hier:
Recht Einkauf

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von TimeosciIlator, 161

Mir ist aufgefallen, dass seit neuestem u.a. auch dünne Tüten im Umlauf sind um die Umwelt zu schonen. In welchem Supermarkt das war, entzieht sich meiner momentanen Kenntnis, da ich sämtliche verschiedene Supermärkte frequentiere. Das Material dieser dünnen Tüten kann also, will man umweltbewusst produzieren, kein Plastik sein. Es muss sich da wohl eher um dünnes Papier (aus Pergament) handeln. Diese Tüten halten dem normalen Einkauf nicht stand. Mir selber ist schon eine davon gerissen, die ich so wie immer befüllte.

Was die rechtliche Lage betrifft so bin ich hierbei überfragt. Hier sind aber auch schon jede Menge sachlich gute Antworten eingegangen.

Meiner Meinung nach sollte der Supermarkt das Kaputtgegangene ersetzen. Schließlich handelt es sich bei der Tüte um einen mangelhaften Verkauf. Eine Tüte, die zu diesem Zweck angeboten wird, sollte übrigens auch mehr aushalten können, als lediglich das, was der Belastung entspricht, wenn sie bis oben hin vollgefüllt ist. So etwas wird überall gemacht. Immer handelt es sich um eine Toleranz aus Sicherheitsgründen. Es liegt auf der Hand, dass dies bei dieser neuen Art der Tüten nicht gewährleistet ist und somit eigentlich ein Problem des Verkäufers bzw. Produzenten der Tüte darstellen müsste.

Kommentar von DiamantAnwalt ,

Wie wäre es denn mal ( alte ) Tüten aufzubewahren und nicht immer neue zu kaufen?

Oder Rucksack mitnehmen. Oder die sehr stabilen, großen Einkaufstaschen zu kaufen und immer wieder zu verwenden

Kommentar von TimeosciIlator ,

Das machen wir ja schon...

Aber in dieser Frage geht es doch um eine ganz andere Problematik! Bleiben wir also beim Thema - auch wenn es eine Todsünde mitsamt einen auf die Palme gebrachten diamantenen Anwalt bedeuten mag, eine käufliche Tüte zu erwerben :))

Kommentar von TimeosciIlator ,

Dankeschön für das Goldene Sternchen :)

Zu korrigieren wäre das Pergament (5.-6. Reihe in meiner Antwort) - das müsste sich wohl eher um Zellophanpapier handeln...

Antwort
von Ahzmandius, 69

Wenn du die Tüte "frisch" gekauft hast und sie gerissen ist(und du sie nicht überladen hast), dann obliegt es in der Verantwortung des Supermarkts für den Schaden aufzukommen.

Denn der Markt stellt ja die Tüten extra bereit und muss gewährleisten, dass die Tüte auch hält.

Antwort
von grossbaer, 221

Meiner Meinung nach verhält es sich so:

Sobald du die Waren an der Kasse bezahlt hast, sind sie auch dein Eigentum. Und somit bist du ab dann auch für dieses Eigentum allein verantwortlich, also auch für den Transport dieser Waren nach Hause.

Der Supermarkt ist nicht verpflichtet dir die Waren zu ersetzen. Er hätte dies aus Kulanz tun können, doch das hättest du gleich an Ort und Stelle klären müssen. Im nachhinein kannst du das nicht mehr tun.

Antwort
von Rubin92, 232

Letztendlich hast du die Tüte befüllt, wahrscheinlich hast du sie Falsch gepackt, weswegen sie gerissen ist, weiß man ja nicht.

Mir Persöhnlich ist noch nie etwas gerissen und dabei etwas kaputt gegangen, und ist ja auch kein Weltuntergang wenn jetzt ein schaden von ein paar Euro entstanden ist, wäre mir zu Peinlich da dann einen aufriss zu machen, weil besonders die die an der Kasse sitzt nichts dafür kann.

Anders wäre es gewesen wenn andere Typen deine Sachen eingepackt hätten, gibt es ja auch wenn am ende von der kasse ein paar Praktikanten deine sachen packen. Wenn dann die tüte gerissen wäre, hättest du ersatz bekommen.

Antwort
von Goodnight, 175

Nein muss er nicht, tut es aber meistens. Du hast die Tüte beladen und wenn man sie falsch einräumt reisst das Ding nun mal. Hat die Tüte einen offensichtlichen Mangel muss der Supermarkt allerdings dafür aufkommen.

Antwort
von halbsowichtig, 85

Mit der Bezahlung geht das Eigentum auf dich über und damit auch das Risiko. Du hättest einen stabilen Rucksack benutzen können, oder einen Karton und so weiter. Vielleicht hast du die Tüte auch falsch gepackt.

Der Laden muss dir nichts ersetzen. Rein theoretisch könnte er dich sogar auffordern, den Dreck aufzuwischen. Das wird aber nicht passieren, denn dann kämst du als Kunde nie wieder. ;-)

Sieh die Sache als Lektion: Plastiktüten sind die absolute Ausnahme, die man nur verwendet, wenn man alle eigenen Taschen und Kisten vergessen hat. Denk nächstes Mal an deinen Rucksack!

Kommentar von Ahzmandius ,

Nein, einfach nein.

Antwort
von ClaudiKloss, 107

An deiner Stelle würde ich auch Anspruch auf Ersatz anmelden. Das darf beim normalen Befüllen der Tüte nicht passieren ;)

Kommentar von DiamantAnwalt ,

Jetzt kannst du uns allen noch erklären, was ein "normales befüllen" darstellen soll?

Antwort
von kiniro, 112

Pech gehabt, würde ich sagen.

Fürs nächste Mal: Rucksack oder wenigstens ein paar Stoffbeutel zum Einkaufen mitnehmen. Beides ist stabiler als diese Plastiktüten und zudem umweltfreundlicher.

Antwort
von Interesierter, 69

Für diese Tüten wird Geld verlangt. Damit sind sie ganz normale Ware und unterliegen auch der gesetzlichen Sachmängelhaftung (Gewährleistung). 

Betrachten wir es rein rechtstechnisch müsste der Supermarkt für Schäden, die durch eine mangelhafte Tüte entstehen, haften. Hier hätten wir, wenn wir es auf die Spitze treiben wollen, sogar die gesetzliche Beweislastumkehr in den ersten 6 Monaten. 

Über den Kassenzettel ließe sich sicherlich der Inhalt und auch dessen Gewicht belegen. 

Die Frage die sich stellt ist eigentlich nur, wie du es anstellen willst, diesen eigentlich eindeutigen Anspruch durchzusetzen. Machst du den Anspruch an der Kasse geltend, wird man dich mit einem Kopfschütteln wegschicken. Was dann? Einen Anwalt beauftragen und klagen, das wird wegen 3 Eiern und einem Glas Gewürzgurken wohl keiner machen. 

Kommentar von SchakKlusoh ,
  • Medjai hat die Tüte selbst beladen. Sein/Ihr Problem, seine/ihre Schuld, sein/ihr Schaden.
  • Wie hoch ist denn die zugesicherte Belastung einer Supermarkt-Tüte? Hein?
Kommentar von Interesierter ,

Durch die Beweislastumkehr müsste der Verkäufer den Beweis der Über- bzw. Falschbeladung der Tüte führen, was er vermutlich nicht kann. 

Ich kenne keine zugesicherte Belastung. Daher gilt hier BGB § 434 Abs. 1, Nr. 1 und 2.  https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__434.html

Soweit die Rechtstheorie. Ich hatte schon angeführt, dass wohl niemand einen Rechtsstreit wegen 3 Eiern und einem Glas Gurken anfangen wird. 

Das Recht liegt hier ganz eindeutig auf Seiten des Käufers. 

Kommentar von Eichbaum1963 ,

In der Tat eine sehr interessante These. ;) DH!

Kommentar von Interesierter ,

Ich gebe zu, die Argumentation ist nicht ganz üblich, aber wenn man nachdenkt, kann man eigentlich nur zu diesem Schluss kommen. 

Wozu sind die Tüten da? Natürlich um die Einkäufe zu transportieren. Wenn sie das nicht aushalten, sind sie für die übliche Verwendung, sprich den Transport der Einkäufe, nicht geeignet und folglich mangelhaft. 

Da für die Tüte hier Geld verlangt wurde, ist es keine Dreingabe sondern eine Kaufsache, auf die auch § 434 BGB anzuwenden ist. Bei einer kostenlosen Tüte würde das Argument nicht unbedingt greifen. Hier liegt der Fall aber anders.

Wir haben hier eindeutig einen Verbrauchsgüterkauf. Daher greift auch die Beweislastumkehr und der Verkäufer hat auf einmal ein Problem. 

Kommentar von Eichbaum1963 ,

Drum sagte ich ja: "eine sehr interessante These". D. h. gar nicht mal so abwegig.

Wobei die natürlich mit der Überlast kontern könnten - aber: auf welcher Tüte steht denn, mit wieviel KG die max. belastet werden darf? Ergo hast du kleinesfalls unrecht.

Kommentar von Interesierter ,

In diesem Fall würde wie gesagt, die gesetzliche Regelung gelten, dass die übliche Beschaffenheit, bzw. dass die Eignung zum vertragsgemäßen Gebrauch gegeben sein muss. 

Wenn der Laden die Dinger verkauft, sollten sie ausreichend stabil sein, um die Waren, die in diesem Laden gekauft werden können, zu transportieren. Wenn nicht, müsste der Händler das entsprechend kenntlich machen.

Dass man in eine einfache Plastiktüte keine 25 kg packen kann, das weiss ja jeder, aber so rund 5 kg würde ich schon als erwartbar ansehen. 

Der eigentliche Knaller an der Argumentation ist aber die Beweislastumkehr. 

Kommentar von Eichbaum1963 ,

Der eigentliche Knaller an der Argumentation ist aber die Beweislastumkehr.

Genau DAS ist es. ;)

Kommentar von DiamantAnwalt ,

Wenn sie das nicht aushalten.....

Was für ein rechtlicher Unsinn.

Einkaufstüten sind Einkaufstüten. Das Verpacken und dessen Risiko liegt allein beim Käufer.

Ich denke nicht, dass ein Supermarkt verpflichtet ist, nach Anlieferung neuer Einkaufstüten jede einzelne auf Mängelfreiheit zu untersuchen.

Denn gerade in großen Supermärkten wie Netto oder gar Kaufland werden gerne mal 1000 oder mehr neue Einkaufstüten geliefert.

Man sieht ja, was für ein großer Haufen an Tüten in den Auslagen liegt. Das sind sicher hundert Stück oder mehr in einem Kassenbereich. Und bei Kaufland gibt es oft 20 Kassen....

Wenn ein Kunde so dämlich ist und 4 oder mehr dicke Gurkengläser in seine Einkaufstüte legt und sich dann wundert, dass diese reißt, dann ist das einfach der nicht vorhandenen geistigen Energie zu verschulden.

Was kann denn der Supermarkt dafür? Wenn ein Einkaufstüte kaputt geht, obwohl nur 2 Packungen Toast drin lagen, man vor den Augen des Kassierers eine neue Tüte mit wieder 2 Packungen Toast befüllt und diese wieder reißt, dann sähe die Sache anders aus.

Kommentar von AalFred2 ,

Sag mal, DiplomGoldSuperAhnungsloser, was soll dieses sinfreie Gelaber, was von der tatsächlichen rechtlichen Situation kilometerweit entfernt ist?

Kommentar von DiamantAnwalt ,

LachsFred:  Alles andere als das.

Kommentar von Ahzmandius ,

Was für ein Unsinn....

Kommentar von SchakKlusoh ,

Du mußt auch lesen, was Du verlinkst.

Soweit die Beschaffenheit nicht vereinbart ist, ist die Sache frei von Sachmängeln, wenn sie sich für die gewöhnliche Verwendung eignet und eine Beschaffenheit aufweist, die bei Sachen der gleichen Art üblich ist und die der Käufer nach der Art der Sache erwarten kann.

Das heißt, das Beladen ist das Risiko des Beladers. Der Supermarkt sichert ja kein Maximal-Gewicht zu. Ansonsten könntest Du einen Kasten Bier in die Plastiktüte plumpsen lassen und anschliessend den Supermarkt verklagen, weil die Flaschen zu Bruch gegangen sind.

Kommentar von Interesierter ,

Nein, hier kommt der gesunde Menschenverstand ins Spiel!

Zum Einen wirst du wohl keine Bierkiste in eine Plastiktüte plumpsen lassen können, weil der Kasten zu groß bzw. die Tüte zu klein ist. Aber ich weiss schon, worauf du hinaus willst. 

Der springende Punkt an der Sache ist die Beweislastumkehr. Ein Kasten Bier, den man in eine Plastiktüte plumpsen lässt (so es denn ginge), ist mit der Vermutung aus § 476 BGB nicht vereinbar. 

Das trifft aber nicht auf normale Einkäufe zu. Ein paar Konserven, etwas Gemüse, ein Brot, ein paar Brötchen, das sollte eine Tüte aushalten. Deswegen steht hier, wenn keine offensichtliche Falschbeladung vorliegt, der Verkäufer mit kurzen Hosen da. Diese Offensichtlichkeit müsste so deutlich sein, dass sie die Vermutung der Beweislastumkehr aushebelt. 

Der einfache Verweis auf den Belader der Tüte reicht dafür bei weitem nicht aus. Die weiterführende Logik deiner Argumentation wäre, dass die Gewährleistung erlischt, sobald der Käufer den Artikel benutzt. Das ist natürlich Quatsch und das weisst du!

http://dejure.org/gesetze/BGB/476.html

Kommentar von Rockuser ,

Da sind wir wider da, wo ich angefangen habe. Der Laden verlässt sich auf die Angaben des Herstellers. Wenn mein Iphon explodiert( Was ich nicht habe) und meine Wohnung brennt ab, muss nicht der Laden Saturn haften, sondern Apple oder der Hersteller des Akkus.Wenn überhaupt. Ist das so schwer zu begreifen?

Kommentar von Ifm001 ,

Nein, Du begreifst nicht. Der Verkäufer muss gegenüber dem Käufer für die Ware geradestehen ... auch bei einem explodierenden Handy. Der Verkäufer wiederum kann sich damit an seinen Verkäufer wenden usw.

Genau das ist der EU-weite Grundgedanke der gesetzlichen Sachmängelhaftung. Das ist auch logisch, denn der Käufer hat keine vertragliche Beziehung zum Hersteller! Der Hersteller wiederum kann nicht wissen, welche Umbauten ggf. ein Zwischenhändler vorgenommen hat. Auch aus der Richtung macht eine direkte Haftung des Herstellers wenig sinn.

Daneben(!) gibt es noch die Produkthaftung, bei der sich der Geschädigte direkt an den Erstinverkehrsbringer wenden kann. Weil der Käufer keine vertragliche Beziehung zu Diesem hat und somit ggf. auch gar nicht weiss, wer das ist, muss der auch immer auf den Produktverpackungen genannt sein. Die Produkthaftung kommt aber erst bei Gefahr für Leib und Leben in Betracht und ist dann auch nur ein alternativer Weg zur Sachmängelhaftung. Ist IMHO auch eher für den Fall, dass die Sachmängelhaftung versagt, weil es einen der Händler in der Kette nicht mehr gibt (Insolvenz u. ä.)

Kommentar von Ahzmandius ,

Das man hier ständig so ein Unsinn lesen muss ts ts ts.

Kommentar von Ifm001 ,

Das ist tatsächlich ein interessanter Ansatz.

Lustigerweise sollen ja Läden gezwungen werden aus Umweltschutzgründen Geld für Plastiktüten zu verlangen. Aber wenn deine Interpretation sich tatsächlich durchsetzt, kann man diese Kosten auch als "Versicherungsentgelt" begreifen. Dann würde das mit dem Umweltschutz allerdings nach hinten losgehen, denn dann wäre es ja sinnvoller die Plastikbeutel immer neu zu kaufen, statt eine Einkaufstasche oder die Plastikbeutel vom letzten Mal mitzubringen.

Kommentar von Eichbaum1963 ,

Die "Einkaufstüten-Diskussion" - genial. xD

"Kall, mei drobbe!" ;)

Kommentar von kiniro ,

Leider habe ich bis heute noch keinen Vermerk auf all den Plastiktüten gefunden, auf dem "hält bis zu X kg aus" steht.

Denn die Tüten könnten (meiner Meinung nach) nur als "mangelhaft" bezeichnet werden, wenn

a) das Höchstbeladungsgewicht bekannt ist und

b) diese trotz Einhaltung dieses Gewichtes oder gar bei geringerer Beladung reißen bzw. gerissen sind.

Kommentar von Ifm001 ,

Manchmal steht das unten in der Falz.

Kommentar von Interesierter ,

Wenn keine vertragliche Regelung getroffen ist, gilt § 434 BGB. Dort ist eine Sache mangelfrei, wenn sie sich unter anderem für die übliche Verwendung eignet. 

Die übliche Verwendung ist der Transport der Lebensmittel, die in diesem Laden gekauft werden können. 

Durch die Beweislastumkehr müsste der Verkäufer die Überladung nachweisen, nicht umgekehrt. 

Antwort
von megaruelps, 191

Ich denke die Tüte wird ein Riss oder Loch gehabt haben, passiert schonmal wenn die aus dem Karton genommen werden und der Karton mit Cutter geöffnet wurde. Somit liegt die schuld beim Händler, er muss dir die sachen ersetzen. Nehmen wir an du hast eine kleine Tüte für einen Großeinkauf genutzt und die schweren glasflaschen, und scharfkantige Verpackungen da reingetan hast du die Tüte leicht überstrapaziert und der scharfe karton bohrte sich durch die Tüte weil er schlecht gelegen hat. In dem Fall bist du selbst schuld. Egal wer schuld ist, ein Kundenorientierter Händler wird dir die Sachen trotzdem (kulanterweise) ersetzen!

Kommentar von DiamantAnwalt ,

Der Kunde müsste hier nachweisen, dass vor dem befüllen der Tüte schon ein Loch oder Riss in selbiger gewesen ist.

Dürfte schwierig werden....

Kommentar von AalFred2 ,

Warum genau gilt hier die Beweislastumkehr nicht?

Kommentar von DiamantAnwalt ,

Wenn die Einkaufstüte gerissen ist, ist es jeweils von Verkäufer- und Käufer Seite unmöglich zu beweisen, dass die Tüte beim Kauf mängelfrei oder mit Fehlern behaftet war.

Kommentar von AalFred2 ,

Ja, und deshalb gilt doch irgendwie das Gesetz, oder nicht?

https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__476.html

Kommentar von DiamantAnwalt ,

Der § trifft hierbei einfach nicht zu.

Du bist wie der Typ, der sich als "Interessierter" bezeichnet:  Legst § einfach zu krank und weit aus.

Kommentar von AalFred2 ,

Warum genau trifft das hier nicht zu? Wenn du solchen Käse behauptest, solltest du ihn zumindest belegen.

Kommentar von TheAssiBasti ,

Die Beweislastumkehr wird hier in der Praxis einfach nicht greifen, weil
es nun unmöglich ist, festzustellen, OB ein Sachmangel vorhanden war. Da die Tüte gerissen ist, lässt es sich keinesfalls mehr beweisen, ob ein Sachmangel vorlag oder falsche Handhabung die Ursache für das Unglück war. Und die Feststellung eines Sachmangels ist die Voraussetzung für die
Geltendmachung von Ersatzansprüchen.

Kommentar von AalFred2 ,

Eine reissende Tüte bei Füllen mit Einkäufen ist warum genau kein Sachmangel?

Kommentar von Interesierter ,

Na wenn du meinst!!

Die Beweislastumkehr wurde doch genau deswegen eingeführt. In Fällen, in denen es keine Beweise gibt, soll die Vermutung gelten, dass der Sachmangel bereits bei Übergabe vorlag. 

Nichts anderes sagt die gesetzliche Regelung aus und genau dieser Fall liegt hier vor.

Wenn du anderer Meinung bist, dann solltest du das auch stichhaltig begründen und nicht nur mit "krank und weit", denn das sind juristisch keine greifbaren Argumente. 

Kommentar von megaruelps ,

das stimmt. meine Theorie könnte aber gut hinhauen.

Kommentar von Ahzmandius ,

Das ist Quatsch, wenn die Tüte normal beladen war, darf sie nicht reißen, wenn sie reißt ist es davon auszugehen, dass die Tüte bereits beschädigt war.

Kommentar von Ahzmandius ,

Was für dummes Geschwätz von dir DiamantenAnwalt, das zieht sich hier durch die ganze Frage.

Wie soll man denn bitte nachweisen, dass vorher ein Loch da war? UNSINN!

Die Tüten sind so konzipiert, dass sie die Last sicher tragen können. Reißt die Tüte, dann hat man die Tüte entweder überladen(das kann man nachvollziehen, indem man den Schaden begutachtet und somit die Füllmenge feststellt) oder die Tüte war schon beschädigt/mangelhaft.

Antwort
von PinguinPingi007, 70

Keiner zahlt deinen Schaden, da selbst verursacht. Wenn du an der Kasse gezahlt hast, dann sind die Waren dein Eigentum = Sogleich bist du auch selber verantwortlich :(.

Dein Supermarkt kann allerdings Kulanz machen und die Waren austauschen.

Kommentar von Ahzmandius ,

Das ist Unsinn. Der Supermarkt stellt die Tüten bereit und hat dafür zu sorgen, dass die Tüten im einwandfreien Zustand sind (Der Markt kann dann an den Hersteller wegen Schadensersatz treten).

Vorausgesetzt natürlich:

1)Die Tüte wurde im Supermarkt gekauft.

2)Man hat die Tüte nicht überladen.

Kommentar von PinguinPingi007 ,

Genau. Die Tüte wurde sicherlich im Supermarkt gekauft, also habe ich Recht.

Kommentar von Ahzmandius ,

Nein hast du nicht. Das hat mit Kulanz nix zu tun. Die Tüte wird im Supermarkt verkauft, um die Einkäufe nach hause (sicher).zu transportieren. Wenn die Tüte reist,  ohne dass der Kunde etwas falsch gemacht hat, muss der Markt für den Schaden aufkommen.

Der Markt kann dann entsprechend der Sachlage wegen Schadensersatz an den Hersteller treten (das betrifft den Kunden aber nicht im Geringsten.)

Antwort
von Rockuser, 86

Da hast Du Pech. Du könntest den Hersteller der Tüte verklagen, aber in Deutschland wird das nichts. In den USA sähe das vermutlich anders aus.

Kommentar von Interesierter ,

Das würde ich, zumindest aus rechtstechnischer Sicht, dann doch etwas anders sehen.

Auch die Tüte unterliegt der gesetzlichen Sachmängelhaftung (Gewährleistung). Sogar die Beweislastumkehr ist hier gegeben. 

Die Gewährleistung richtet sich gegen den Verkäufer und nicht gegen den Hersteller. 

Damit wäre in der Tat der Supermarkt, in dem die Ware und die Tüte gekauft wurden, der Ansprechpartner. 

Kommentar von SchakKlusoh ,

Falsch, siehe oben.

Kommentar von Interesierter ,

Wie wäre es mit "FAKTEN" anstelle von Vermutungen und Behauptungen ohne Beleg??

Kommentar von Rockuser ,

@ interressierter. Fakt ist doch, das der Verkäufer eventuell die Tüte ersetzen muss, aber nicht für den Schaden an der Ware. Das ist in ziemlich allen AGBs ausgeschlossen. Die 25Cent für die Tüte sind doch scheinbar nicht der Streitpunkt.

Kommentar von Interesierter ,

Jetzt wird es aber albern. Ein genereller Ausschluss von Schadensersatzforderungen in AGB ist von vornherein unwirksam, da er die Inhaltskontrolle nach den §§ 305 ff BGB nicht übersteht. 

Das wäre eine einseitige Benachteiligung des Vertragspartners. Diese Klausel, selbst wenn sie in den AGB steht, greift nicht. 

Schadensersatzforderungen aus dem Schuldverhältnis würden sich in diesem Fall auf § 280 BGB Abs. 1 gründen.  http://dejure.org/gesetze/BGB/280.html

Kommentar von Rockuser ,

als Rechtsanwalt taugst Du scheinbar nicht. Du stellst Links ein, und verstehst den Text Nicht.

(1) Verletzt der Schuldner eine Pflicht aus dem Schuldverhältnis, so
kann der Gläubiger Ersatz des hierdurch entstehenden Schadens verlangen.
Dies gilt nicht, wenn der Schuldner die Pflichtverletzung nicht zu
vertreten hat.

Kommentar von Interesierter ,

Der Schuldner ist der Verkäufer, denn dieser schuldet eine Tüte frei von Sachmängeln.

Du willst auf den letzten Satz hinaus?

Der Verkäufer bestimmt sein Sortiment und der Verkäufer bestimmt, welche Tüten er verkauft. Folglich liegt es bei ihm, für sein Sortiment geeignete Tüten auszuwählen oder zumindest auf die begrenzte Tragfähigkeit hinzuweisen. Tut er das nicht, liegt Verschulden vor, welches Schadensersatzforderungen grundsätzlich ermöglicht. 

Kommentar von Rockuser ,

Da sind wir wider da, wo ich angefangen habe. Der Laden verlässt sich
auf die Angaben des Herstellers. Wenn mein Iphon explodiert( Was ich
nicht habe) und meine Wohnung brennt ab, muss nicht der Laden Saturn
haften, sondern Apple oder der Hersteller des Akkus.Wenn überhaupt. Ist
das so schwer zu begreifen?

Kommentar von Ahzmandius ,

Ja und der Laden kann dann einen Schadensersatz beim Hersteller fordern und Basta.

Kommentar von Ifm001 ,

Bei seinem Lieferanten und der dann wiederum bei seinem. Irgendwann ist man dann beim Hersteller. Der ist dann aber meistens außerhalb der EU. Da muss dann der s. g. Erstinverkehrbringer (als der, der es in die EU importiert hat) vertraglich vorbeugen. Meistens wird das aber eh mit dem Kaufpreis abgegolten. Alles andere wäre zu aufwendig und teuer.

Antwort
von PicarderKoenig, 72

Rechtlich hast du keinen Anpruch auf Ersatz, da kann man nur auf Kulanz seitens des Supermarktes hoffen.

Antwort
von SchakKlusoh, 49

Egal ob vor der Kasse oder hinter der Kasse: Du hast die Tüte befüllt. Du bist schuld. Es ist Dein Schaden.

Kommentar von Interesierter ,

Das sehe ich etwas anders. Die Tüte ist dazu da, um die vom Laden vertriebenen Waren zu transportieren. 

Die Tüte unterliegt der gesetzlichen Sachmängelhaftung. Daher muss der Verkäufer für etwaige Mängel gerade stehen. 

Ob die Tüte tatsächlich überladen wurde, liesse sich anhand des Kassenzettels leicht nachprüfen. 

Kommentar von SchakKlusoh ,

Die Frage ist, war die Tüte überladen, sondern, wer hat sie beladen.

Kommentar von Interesierter ,

Das mag schon sein, aber hier greift die Beweislastumkehr. Der Verkäufer müsste die Falsch- bzw. Überladung der Tüte beweisen, was wohl recht schwierig werden dürfte. 

Im Übrigen: Wann ist eine Tüte falsch beladen bzw. überladen, wenn der Verkäufer weder eine Tragfähigkeit, noch Gebrauchshinweise vorgibt?

Dann gilt die gesetzliche Regelung nach § 434 BGB Abs. 1 Nr. 1 und 2.

https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__434.html

Kommentar von SchakKlusoh ,

Danke für das Argument gege Dich:

Soweit die Beschaffenheit nicht vereinbart ist, ist die Sache frei von Sachmängeln wenn sie sich für die gewöhnliche Verwendung eignet und eine Beschaffenheit aufweist, die bei Sachen der gleichen Art üblich ist und die der Käufer nach der Art der Sache erwarten kann.

Womit wor wieder bei "wer hat sie beladen" wären.

Kommentar von Interesierter ,

Das erkläre mir bitte. 

Eine Beschaffenheit ist hier nicht vereinbart. Die gewöhnliche Verwendung einer Tragetasche, die an der Kasse des Supermarktes verkauft wird, ist doch der Transport der Waren, die in diesem Markt verkauft werden. 

Üblich ist, dass die Tasche nicht reisst. Der Käufer kann erwarten, dass die Tüte auch auf volle Beladung ausreichend bemessen ist. 

Die Verantwortung hierfür liegt beim Verkäufer, ebenso wie die Beweislast. 

Im Streitfall müsste der Verkäufer eine Falsch- bzw. Überladung und damit eine Falschbenutzung der Tüte beweisen. Auf den Beweis bin ich gespannt. 

Antwort
von jimpo, 56

Dann muß eine Zentlerlast in der Tüte gewesen sein, denn so schnell reißt eine Tüte nicht. Im übrigen ist das nicht im Ladenbereich passiert, sondern außerhalb des Kassenbereichs.


Kommentar von DiamantAnwalt ,

Außerhalb des Kassenbereich kann noch innerhalb des Ladens sein.

Antwort
von Tomy31, 69

Manche Tüten sind etwas zu dünn. Deswegen Anspruch anmelden.

Kommentar von TimeosciIlator ,

"Manche Tüten sind etwas zu dünn."

Ganz genau! Mir ist neuerdings aufgefallen, dass es auch hauchdünne Tüten aus Zellophan gibt, die sich unter dem Kassentisch neben den vernünftigen aus Plastik tummeln. Pergament schrieb ich versehenlich oben in meiner Antwort, was ich an dieser Stelle auch korrigieren möchte :)

Diese Tüten aus Zellophan kann man höchstens mit ein paar Brötchen und 'ner Zeitschrift befüllen. Dann sind sie bereits "am Ende ihrer Kräfte". Ich weiß nicht warum der Supermarkt eine solche Strungsqualität zum Kauf anbieten muss ?!? Denn in der Hektik an der Kasse kann jeder schon mal ein solches "Tütlein" erwischen :-(

Kommentar von Ahzmandius ,

Weil im Supermarkt wahrscheinlich die gleichen Lappen arbeiten, die auch hier behaupten, man müsse als Kunde nachweisen, dass die Tüte vorher schon beschädigt war.

Kommentar von TimeosciIlator ,

!! :))

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