Frage von Skippy11, 24

Welche Kündigungsfrist bei einer GmbH / gGmbH?

Hallo,

ich möchte gerne wissen, welche Kündigungsfrist für mich gilt.

Ich bin nun 21 Jahre in der Firma beschäftigt, immer in Teilzeit mit 90 bis 110 Stunden im Monat. Als ich dort anfing war es eine "ganz normale" Firma. Mittlerweile ist sie seit wenigen Jahren eine gGmbH (gemeinnützige GmbH).

Im Arbeitvertrag, der vor 21 Jahren abgeschlossen wurde, steht drin, dass die gesetzlichen Kündigungsfristen gelten, die für den Arbeitgeber und den Arbeitnehmer gleich sind. Verlängert sich die Frist z.B. für den Arbeitgeber, verlängert sie sich genauso für den Arbeitnehmer. In diesem Fall würde diese Tabelle gelten:

http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__622.html

Ein Kollegin, die nun schon fast 20 Jahre gearbeitet hatte, hat vor kuzem gekündigt. Mit einer Frist von 4 Wochen. Sie sagte, dass die Kündigungsfristen bei einer GmbH oder auch gGmbH immer nur 4 Wochen betragen würde, egal wie lange man schon in der Firma arbeiten würde. Und unsere Firma sei ja jetzt eine gGmbH und das, was sie vorher gewesen ist, sei völlig egal.

Ist das alles richtig, was sie sagte? Beträgt die Kündigungsfrist bei allen GmbH/gGmbH wirklich immer und überall nur 4 Wochen, und es ist egal, ob man 5, 10 oder 20 Jahre dort gerabeitet hat?

Danke für's Lesen und viele Grüße.

Antwort
von Familiengerd, 19

Sie sagte, dass die Kündigungsfristen bei einer GmbH oder auch gGmbH immer nur 4 Wochen betragen würde, egal wie lange man schon in der Firma arbeiten würde.

Das ist Unsinn - und Dein Verweis auf die "Tabelle" (BGB § 622 Abs. 2) ist richtig!

Für die arbeitsvertraglichen Vereinbarungen zu den Kündigungsfristen spielt es keine Rolle, welche Rechtsform der Arbeitgeber hat.

Zwar beträgt die gesetzliche Kündigungsfrist für den Arbeitnehmer 4 Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats, unabhängig von der Dauer des Beschäftigungsverhältnisses.

Aber es kann - wie in euren Arbeitsverträgen geschehen - vereinbart werden, dass auch der Arbeitnehmer die je nach Beschäftigungsdauer längeren Fristen einzuhalten hat, die der Arbeitgeber beachten muss.

Danach hat Deine Kollegin also tatsächlich eine Kündigungsfrist von 6 Monaten, Du hast eine von 7 Monaten.

Der Arbeitgeber ist selbstverständlich nicht gehindert, eine kurze Kündigungsfrist durch den Arbeitnehmer hinzunehmen.

Die alternative ist ansonsten ein Aufhebungsvertrag zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu einem beliebigen Zeitpunkt - wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich darauf einigen ...

Antwort
von Griesuh, 24

Welche Kündigungsfrist besteht, das kannst du deinem Arbeitsvertrag entnehmen. Grundsätzlich gilt: je länger die Betriebszugehörigkeit um so länger die Kündigungsfrist.

Kommentar von Skippy11 ,

Es gibt nur eine Angabe dazu im alllerersten Vertrag, als die Firma noch keine gGmbH war. Der Wortlaut ist in meinem Vertrag und dem meiner Kollegin identisch. Nach diesem Vertag hätte meine Kollegin eine Frist von etwa 6 Monaten gehabt, aber jetzt sind es dann ja nur 4 Wochen gewesen, mit eben ihrer Begündung, dass die langen Fristen bei einer GmbH nicht gelten.

Kommentar von Familiengerd ,

Nach diesem Vertag hätte meine Kollegin eine Frist von etwa 6 Monaten gehabt

Das ist laut der Formulierung im Arbeitsvertrag auch richtig.

aber jetzt sind es dann ja nur 4 Wochen gewesen, mit eben ihrer Begündung, dass die langen Fristen bei einer GmbH nicht gelten.

Wenn der Arbeitgeber die 4-wöchige Kündigungsfrist akzeptiert hat, ist das ja in Ordnung.

Das hat aber nichts mit der Rechtsform des Betriebs (jetzt gGmbH statt früher GmbH) zu tun, denn diese Änderung der Rechtsform ändert nichts an der Gültigkeit der arbeitsvertraglichen Vereinbarung zu den Kündigungsfristen.

Kommentar von Familiengerd ,

Grundsätzlich gilt: je länger die Betriebszugehörigkeit um so länger die Kündigungsfrist.

Das gilt bei den gesetzlichen Kündigungsfristen aber nur bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber.

Die Kündigungsfrist für den Arbeitnehmer ist von der Dauer der Betriebszugehörigkeit unabhängig, es sei denn, es wurde - wie im Fall der Frage - vertraglich anders bestimmt, nämlich dahin gehend, dass auch für den Arbeitnehmer die längeren Fristen gelten sollen, die der Arbeitgeber einzuhalten hat.

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