Frage von xBlackMass, 30

Was bedeutet Betriebsblindheit?

Im Internet wird es etwas zu kompliziert erklärt.

Kann mir das jemand mit eigenen Worten erklären?

Danke im Voraus.

Antwort
von MisterX85, 11

Wenn man lange in einem Betrieb arbeitet und oder wenig Erfahrungen in anderen Unternehmen gesammelt hat, dann ist es schwierig die Abläufe innerhalb des Betriebs zu überdenken.

Wenn man bspw in einem Betrieb immer auf die selbe Weise arbeitet und man nie gelernt hat das gewisse Dinge auch anders bzw besser funktionieren können ist man häufig schlichtweg nicht in der Lage einen besseren Weg zu sehen.

Man könnte auch sagen man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Deswegen kann es manchmal vorteilhaft sein Leute von außerhalb ins Unternehme zu holen, die eine andere Sichtweise auf die Dinge haben.

Antwort
von XY123XY123, 16

Betriebsblind ist jemand, der gedanklich so sehr mit dem eigenen Betrieb verbunden ist, dass ihm eine objektive Sicht auf die Zusammenhänge fehlt.

Z.B. kann man dann eventuell nicht erkennen, wo etwas eingespart werden kann, da man es so für gegeben nimmt, wie es im Betrieb immer gemacht wurde.

Aus diesem Grund werden oft Unternehmensberater engagiert, die von außen einen frischen Blick auf die Sache haben.

Antwort
von mrlilienweg, 5

Wenn im Betrieb die Meinung vorherrscht   "bei uns läuft alles optimal weil wir das schon immer so gemachten haben", besteht der Verdacht dass die Leute betriebsblind sind und dass niemand mehr sich die Mühe macht, etwas zu optimieren und einen Blick über den Tellerrand hinaus zu riskieren.

Antwort
von ETechnikerfx, 17

Wenn jemand lange in seinem Betrieb arbeitet, so wird vieles normal, was für Aussenstehende nicht normal ist ( ganz allgemein ).

Antwort
von emily2001, 23

Hallo,

daß man sich so sehr an den Abläufen im Betrieb gewöhnt hat, daß man nicht mehr merkt, wo es hapert, wo Änderungen/Innovationen notwendig wären!

Emmy

Antwort
von Ninombre, 6

Dass man die bestehenden Abläufe und Vorgaben einfach akzeptiert, weil es ja schon immer so läuft und man es immer so macht. Dadurch hinterfragt man nicht mehr, ob es wirklich genau so laufen muss. Das kann meiner Erfahrung nach besonders dann auftreten, wenn sich die Rahmenbedingungen und technischen Möglichkeiten verändern, die Prozesse aber nicht überprüft werden.

Ein echtes Beispiel hab ich nicht zu Hand, daher was Konstruiertes: Wenn eine Firma Gäste einlädt zu einer Präsentation ihrer neuen Produkte und für diese Gäste Hotelzimmer bucht, wäre vor dem Zeitalter der Onlinereservierung/Onlinecheck-in sicherlich ein Ablauf entstanden, wie man die Anzahl der Teilnehmer abfragt, Anforderungen wie Raucher-/Nichtraucherzimmer prüft etc. Dann hätte ein Sekretariat eben nach und nach die notwendigen Zimmer reserviert. Bei unvollständigen Angaben würde man die Gäste anschreiben und nachhaken. Wenn das häufiger ansteht und für die Firma wichtig ist, gibt es bestimmt einen tollen erprobten Ablauf mit genauen Arbeitsanweisungen. Soll ja nix schief gehen, bei den wertvollen Kunden.

Nun ergibt es sich irgendwann, dass es möglich wird, dass eine Hotelreservierung direkt auf der Hotel-Seite erfolgt und man dort besondere Wünsche berücksichtigen kann. Wenn die Mitarbeiter der Firma in ihrer Routine bleiben - sich streng an die Arbeitsanweisungen halten (Produktpräsentation für die wichtigen Kunden ist höchst wichtig!!), kommt evtl. keiner darauf, dass man ja einfach ein Kontingent an Zimmern buchen könnte und die Gäste selbst den Check-in inkl. Sonderlocken durchführen. Sie bekommen einfach einen Link zur Hotelseite und fertig. Direkte Kommunikation. 

Die betroffenen Firmenangestellen kommen nicht drauf, sie hinterfragen das ganz nicht. Es wurde ja immer davon gesprochen, wie wichtig die Zufriedenheit der Kunden ist, dass dieser Ablauf so eingehalten werden muss etc. Ein Außenstehender würde sich den Ablauf anschauen - etwas befremdet feststellen, dass etwas total umständlich läuft und dann einfach mal fragen, warum das so sein soll. Wenn keiner eine plausible Antwort darauf hat, ist das möglicherweise ein Fall von Betriebsblindheit.

Antwort
von Causal, 8

Betriebsblindheit beschreibt einen Zustand von Personal (einer oder mehrere) die Dinge bzw. Abläufe schon so lange gleich machen, dass sie den objektiven Blick auf den Ablauf verloren haben.

Die Folge davon ist, dass es nur noch selten zu einer Optimierung eines Prozesses von innen heraus kommt.

Aus diesem Grund werden unter Umständen lieber externe Menschen eingestellt um genau dieses Defizit auszugleichen. Jedoch gibt es auch alternative Methoden die in einigen Unternehmen genutzt werden um der Betriebsblindheit vorzubeugen. z.B. Job-Rotation ...

Ich hoffe das hilft dir :)

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