Frage von Bluetenkelch, 214

Von der Rente des Ehemann 1300 Euro, wieviel würde eine Ehefrau nach Trennung siebenvierzig Jahre erhalten, wird die Dreimonatige Zusatzrente mit einberechnet?

Antwort
von DFgen, 144

... hier also der Versorgungsausgleich....

  • Dabei werden die "Rentenanwartschaften" (die sog. "Rentenpunkte") ermittelt, die die Eheleute während der Ehe erworben haben.
  • Diese werden zusammen in einen Topf geworfen und auf beide je zur Hälfte aufgeteilt.
  • Danach werden dann die "neuen" Renten berechnet.

Rechenbeispiel

Mal angenommen, ein "Rentenpunkt" entspricht einem Geldwert von rund 28 Euro.....

  • Die Frau hat vor der Ehe z.B. nur wenige Jahre gearbeitet und somit nur 8,5 Rentenpunkte erzielt, während der Ehe gar nicht... daraus ergibt sich eine derzeitige Rente von (8,5 x 28 Euro) rund 240 Euro.
  • Der Mann hingegen hat vor der Ehe 22,5 Rentenpunkte erarbeitet, während der Ehe nochmal 24,0 (zusammen also 46,5) und erhält deshalb momentan eine Rente von (46,5 x 28 Euro) rund 1300 Euro.

Während der Ehe haben beide gemeinsam also 24 Rentenpunkte erworben (Frau 0, Mann 24), die geteilt werden, jeder erhält davon 12 Punkte.

  • Nun ergeben sich ab der Scheidung für die Frau 8,5 + 12 = 20,5 Punkte, ihre "neue" Rente liegt bei rund (20,5 x 28 Euro) 574 Euro.
  • Dem Mann bleiben nur noch seine "eigenen" 22,5 Punkte + die 12 aus der Ehe, zusammen also 34,5 Punkte, seine "neue Rente " sinkt auf rund 966 Euro (34,5 x 28 Euro).

Zwar muss die Frau ggf. trotzdem noch "aufstocken" durch "Grundsicherung", aber Unterhalt müsste der Mann keinen mehr zahlen, da er weniger als 1200 Euro (Selbstbehalt) erhält...

Antwort
von DFgen, 128

Bis zur Scheidung stünde dem Ehepartner mit dem geringeren Einkommen ggf. ein "Trennungsunterhalt" vom anderen Ehepartner zu, der sich folgendermaßen berechnet:

  • Es wird die Differenz ermittelt aus den "unterhaltsrelevanten Einkommen" beider Eheleute.
  • Von dieser Differenz stünden dem Ehepartner mit dem geringeren Einkommen dann 3/7 zu.

Allerdings hat der "zahlende Ehepartner" einen "Selbstbehalt" von derzeit 1200 Euro.

  • Dies ist der Betrag, der ihm von seinem eigenen "unterhaltsrelevanten Einkommen" in jedem Fall verbleiben muss - selbst wenn er dann nicht die eigentlichen 3/7 der Differenz zahlen könnte.

In diesem Fall würde das also bedeuten: der Mann müsste einen "Trennungsunterhalt" von maximal 100 Euro an die Frau zahlen...

"Nachehelicher Unterhalt" (ab der Scheidung) wird nur noch im Ausnahmefall zugesprochen.....

Kommentar von DFgen ,

Da die Zusatzrente noch anrechenbar wäre, würde sich der Betrag entsprechend erhöhen...

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