Frage von Marc271099, 85

Volkswagen Polo 9N für Fahranfänger sicher genug (ohne ESP)?

Hallo liebe Community,

es wäre sehr lieb, Eure Meinung zu einem Thema zu wissen, welches mich aktuell sehr beschäftigt. Also ein Bekannter von mir gibt seinen Polo 9N3 Comfortline EZ 2008 an seinen Sohn ab. Dieses Fahrzeug besitzt einen 1.4 TDI-Motor mit 70 PS und DPF. Darüber hinaus hat dieser Wagen ABS und 4 Airbags, da Kopfairbags etwa 700 Euro extra kosteten sowie kein ESP, es handelt sich um einen Reimport aus den Niederlanden, daher keine wirkliche Wahl der Ausstattung mehr möglich. Meine Frage an Euch wäre es jetzt, sind Kopfairbags und ESP für dieses Auto angesichts der Leistung zwingend erforderlich, da Fahranfänger zu einer gewissen Risikogruppe zählen und man an der Sicherheit ja bekanntlich nicht sparen sollte und ob die vier Sterne des Euro-NCAP Tests als maßgebend angesehen werden können?

http://www.welt.de/motor/news/article131607223/Ratgeber-Autos-fuer-Fahranfaenger... Dieser Beitrag hat mich sehr verunsichert, da hier Kopfairbags als erwünscht gelten, ZItat: "Während ABS und ESP sowie zumindest zwei Airbags ein absolutes Muss für Fahranfänger sind, gibt es je nach Budget weitere sinnvolle Extras. Empfehlenswert etwa sind weitere Airbags, idealerweise je zwei Seiten- und Kopfairbags." Dort wird auch das ESP als Muss bewertet, was meint Ihr dazu?

Würde gerne Eure Meinung dazu wissen, ob dieses Fahrzeug in Bezug auf Sicherheit für einen Fahranfänger ausreichend ist, oder ob es dahingehend einem Upgrade bedarf?

MfG Marc

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von volker79, 52

Ist ein Super Auto. Solide, günstig im Unterhalt und der Motor ist ideal. Aus dem Stand ordentlich Anzug um von der Ampel wegzukommen, aber von der Leistung eh nicht für riskante Geschwindigkeiten, durchdrehende Räder und waghalsige Fahrmanöver geeignet. Ein gutes Fahrwerk ist deutlich wichtiger als ESP, und Fahrwerk kann VW.

Mein erstes Auto hatte noch nicht mal ABS und ich bin damit auf überfrierender Nässe mit Sommerreifen (mit nicht mehr sonderlich viel Profil - nicht zu empfehlen, aber damals war es eine Mischung aus Sorglosigkeit, kein Geld, Unwissen) gefahren. Vorsichtig genug habe ich selbst das gemeistert.

ABS fällt durchaus in die Kategorie "sinnvoll", da es in Notbremssituationen hilft, also auch in Situationen, die nicht vermeidbar sind. Dito für Airbags. Je mehr desto besser, andererseits sind 4 Airbags durchaus schon mal okay. Airbags mildern ja auch nur die Folgen, können aber ab gewissen wirkenden Kräften auch nur bedingt wirken. Meist helfen sie bei der Idiotie Anderer (dank Knautschzone des gegnerischen Autos) besser, als bei eigener Idiotie (Auto um den Baum gewickelt)

ESP sehe ich kritisch. Ohne ESP kommt ein Auto früher in den Grenzbereich, welcher aber breiter ist. Mit ESP übernimmt selbiges die Aufgabe des Fahrers, das Fahrzeug wieder stabil zu machen. Dadurch merkt der Fahrer erst später, dass der Grenzbereich einsetzt und instabil wird es erst, wenn weder Fahrer noch ESP etwas erreichen können. Der Grenzbereich setzt später ein, wird aber schmaler. Im Idealfall warnt das ESP, dass es arbeitet. Im Idealfall... Außerdem lassen sich ESP-Situationen meist durch eigenes Zutun in Form von verantwortungsvollem Fahrstil vermeiden.

Es ist durchaus gut, mal erfahren zu haben, wie es sich ohne ESP anfühlt. Meist passiert eh nichts. Bei 70PS sowieso sehr unwahrscheinlich, dass du überhaupt nahe an den Grenzbereich kommst, es sei denn, du nimmst jede Kurve ohne zu bremsen um danach nicht mehr beschleunigen zu müssen. Da kann dann aber auch ESP meist nichts mehr retten.

Als "rollenden Sargnagel" würde ich eher die von vielen auf diesr Plattform so favorisierten alten BMW 3er (E36, E46) bezeichnen. Heckantrieb gepaart mit viel Leistung macht schnell in leichtes Heck, die bei alten BMW-Modellen gerne auftretenden Fahrwerksprobleme machen es nicht besser. Zudem zeichnen sich Fans dieser Fahrzeuge gerne durch einen riskanten Fahrstil aus (egal ob erfahren oder nicht, riskant ist immer schlimmer als einfach nur unerfahren aber angepasst)

Viel besser, als sich von Elektronik bevormunden zu lassen, wäre sein Auto mal bei einem Fahrsicherheitstraining, z.B. vom ADAC, kontrolliert an den Grenzbereich und darüber hinaus zu bringen.

Kommentar von Marc271099 ,

Unterm Strich die ausführlichste Antwort, Argumente mit Beispielen schlüssig erläutert und eigene Meinung transparent dargestellt - bis jetzt die beste Antwort:)

Expertenantwort
von machhehniker, Community-Experte für Auto, 64

Meine ersten Autos, als ich Fahranfänger war, hatten lange Zeit nichtmal ABS und ich lebe noch. Auch ich bin anfangs mal da und dort hängengeblieben, war aber durch einen Unfall nie verletzt obwohl ich meist nichtmal angeschnallt war.

Den Spruch dass ABS und ESP sowie zumindest zwei Airbags ein absolutes Muss seien halte ich für Schwachsinn. Natürlich kann dies situationsbedingt besser sein, aber ein Muss ganz sicher nicht!

Als Beispiel kenne ich auch ne junge Frau die als Fahranfängerin einen klassischen Auffahrunfall machte. Die wäre dabei eigentlich unverletzt geblieben, nur leider löste der Airbag aus und knallte ihr seine Abdeckung so ins Gesicht dass ihr das Nasenbein gebrochen wurde. Die und deren Eltern wollen von Autos mit Airbag eigentlich Nichts mehr wissen, mittlerweile gibt es aber kaum noch Andere.

Insbesondere für Fahranfänger halte ich es sogar für besser wenn Sicherheitssysteme nicht vorhanden sind und der sich dadurch darüber bewusst wird dass Fahrfehler nicht verziehen werden. So würde der von Anfang an lernen selbst aufpassen zu müssen und würde sicherer fahren was letztendlich die größte Sicherheit bringt!

Kommentar von Colopia ,

Ich stimme machhehniker in jedem dieser Punkte zu.

DH

Kommentar von Marc271099 ,

Vielen Dank für diese ausführliche und meines Erachtens gut begründete Meinung:)

Expertenantwort
von Skinman, Community-Experte für Auto, 38

Generationen von Fahranfängern haben völlig ohne ESP überlebt.

Ein gutes Fahrwerk ohne ESP ist mir allemal lieber als ein kaputtgespartes minderwertiges Fahrwerk, mit dem man nur deswegen nicht in der nächjsten Hecke landet, weil das ESP einen schon bei ganz normaler Schleichfahrt dauernd einbremst. So was war damals um 2006, 2007 herum durchaus im Schwange, ganz besonders bei französischen Fabrikaten.

ESP halte ich ganz allgemein hauptsächlich für einen Marketing-Gag, um den Neuwagen-Absatz anzukurbeln und Leute dazu zu bringen, im Namen der Heiligen Kuh von der vorgeblichen Sicherheit dazu zu bringen, ihre Autos vorzeitig abzustoßen. Quasi wie die Abwrack-Prämie.

Stattdessen kann man sinnvollerweise immer drüber nachdenken, ein Sicherheitstraining zu machen und damit tatsächlich mal sein Fahrkönnen zu steigern. Auch als Anfänger schon. Fahrpraxis allein, ohne Reflexion, bringt da nämlich bei vielen Leuten wenig bis gar nichts.

Kommentar von Marc271099 ,

Das Fahrsicherheitstraining ist beim Führerschein beim ADAC dabei und dass sich das ESP über physikalische Grenzen hinwegsetzen kann, ist natürlich eine utopische Vorstellung einer suggerierten Sicherheit, welche aber in Wirklichkeit nicht vorhanden ist. Das Fahrwerk vermittelt einen gut ausgefederten Eindruck und kaum ein schwammiges Gefühl. Von daher ein Dankeschön meiner Seite für Deinen Beitrag:)

Antwort
von Spediteur1953, 19

Meine Tochter bekam vor 2 Jahren einen Polo Baujahr 1996. Sie fährt diesen Wagen ohne Probleme. ESP ist gut aber es geht auch ohne. Der Polo ist ein sicheres und preiswertes Auto. Wichtig ist immer die Historie eines Autos, dass es keine Unfälle und Schäden hatte.

Antwort
von PuderZucker47, 46

ABS ist wichtig. ESP braucht man nicht.
Also ja der 9N ist ein gutes Anfängerauto.

Kommentar von Marc271099 ,

Vielen Dank für Deine Antwort:)

Expertenantwort
von fuji415, Community-Experte für Auto, 33

Wen zuviel Müll drin ist kann der Müll auch ausfallen und dann  kann man nicht mehr fahren weil es dann keiner Kann ohne diesen Schrott  ABS kann ist aber kein muss 

und Esp  Asr und wie sich der Pferdemist schimpft braucht keiner den dann  lernt am ja gar nicht richtig fahren und das Auto macht dann alles wen man es übertreibt mein erster Wagen hatte nicht mal Bremskraftverstärker geschweige Abs, Eps  

das kam erst 15 bzw 25 Jahre später und kann es auch ohne aber die Fahrschüler von heute kommen nicht mal bis zur Kurve ohne Unfall weil das Auto fährt aber sie gar nichts können ist ein Wunder das die überhaupt die Fahrprüfung geschafft haben die sollte in alten Autos stattfinden die nicht mal Servolenkung haben die kommen noch nicht mal aus der Parklücke raus 

und schon ist die Prüfung nicht bestanden den es fahren so viele rum die das nicht auf die Reihe bekommen ohne den Hilfsmist im Auto .

Kommentar von Marc271099 ,

Die Polarisierung auf alle Fahrschüler finde ich wacklig, da Du diese Merkmale auf alle Fahrschüler und jungen Fahrer pauschalisierst. Aber ansonsten gute Begründung:) Danke für Deine Antwort:)

Antwort
von Karl37, 45

Bei Fahranfänger sollte man mit dem vielen elektronischen Schnickschnack vorsichtig sein, denn es suggeriert eine Sicherheit, die  aber so nicht immer gegeben ist. Eine ESC ist für den erfahrenen Fahrer sinnvoll, der Anfänger sollte aber im Zweifel lieber langsamer fahren und damit nicht in den Ansprechbereich des ESC kommen.

Der Anfänger denkt, hallo ich habe ESC und fahre daher flott auch bei nassem Herbstlaub um die Kurve.

Kommentar von Marc271099 ,

Guter Standpunkt, Sicherheit geht vor Assistenzsystemen:)

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