Frage von Bandy31, 511

Verurteilt wegen einem Witz - was kann ich nun unternehmen?

Hallo,

im Jahr 2006 war ich mit einem Kumpel an meinem PC und wir haben PC-Spiele gezockt. Dann ist uns die "tolle" Idee gekommen, andere im Internet-Chat zu verarschen. Wir sind in ein Erotìk-Chat gegangen und wir haben dauernd den Satz "Hat hier jemand Kinderpornos zu tauschen??" dort geschrieben. Also bestimmt 10x mal hintereinander, wir wollten die anderen einfach nur provozieren. (ich war damals 21 und mein Kumpel 20)

Halbes Jahr später im Januar 2007 klingelt es an der Tür, Hausdurchsuchung! Wegen diesem Satz in dem Chat. Waren 3 Kripo-Beamte und einer hat mir die Chat-Protokolle gezeigt. Ich hab damals keine Aussage gesagt, weil in dem Durchsuchungs-Beschluss stand, dass "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit BEWEISMaterial gefunden wird". Und ich wusste ja, dass die nix finden, weil ich mit sowas nix zu tun hatte! Jedenfalls haben die den PC usw. beschlagnahmt.

Juni 2007: Per Post kam ein Strafbefehl vom Gericht. Wegen dem VERSUCHTEN Erwerbs von kinderpornògrafischer Schriften wird gegen mich eine Geldstrafe von 15 Tagessätzen festgesetzt. (war etwas über 550 Euro)

Als ich diesen Strafbefehl in der Hand hielt, wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Als Begründung dort stand: "Sie haben mehrmals versucht sich kinderpornògrafische Schriften in dem Chat zu beschaffen"

Ich war wie gesagt 21 Jahre damals, kannte mich mit Gericht und Justiz überhaupt nicht aus und DACHTE, dieser Strafbefehl ist sowas wie ein Strafzettel. Also man zahlt die Strafe und dann ist die Sache gegessen. Also hab ich damals die Geldstrafe von 550 Euro gezahlt in 2 Monatsraten.

Ich hatte diesen Strafbefehl nach wenigen Monaten wieder vergessen und geriet mit 2 Freunden in eine Polizei-Kontrolle. Dann wurden unsere Ausweise abgefragt, und zu mir sagte dann der Polizst, der die Abfrage machte, was dass "mit dem Kindersèx war". Meine 2 Kumpels schauten mich an und ich hab auf die Frage nicht geantwortet. Jedenfalls waren die Polizisten wieder weg, haben mich meine 2 Freunde gefragt, ob ich ein Pädophìler sei..

Ich versuchte denen zu erklären, dass das ein Spaß damals war im Chat usw. aber die haben das nicht geglaubt. Jedenfalls haben diese 2 Freunde sich dann von mir verabschiedet und haben im ganzen Freundeskreis herumerzählt, ich wäre ein "Kinderfìcker".

So, jetzt wusste ich, ich bin richtig im Eimer. Ich bekam fürchterliche Panikattacken, die ich bis heute habe. Aufgrund der Panikattacken bin ich drogenabhängig geworden und tablettenabhängig.

Nun haben wir 2016 und langsam aber sicher hab ich die Faxen dicke. Es KANN NICHT SEIN, dass man wegen einem WITZ (ja über solche Themen macht man eigentlich keine Witze, aber ich war noch jung und dumm damals mit 21!) Das man wegen einem WITZ das ganze Leben versàut bekommt?

Ich will jetzt irgendetwas unternehmen. Der Richter, der mir damals diesen Strafbefehl ausstellte, der WUSSTE GANZ GENAU, dass er mir mein Leben versàut. Was kann ich nun unternehmen? Ich bin mittlerweile zu fast allem bereit.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von furbo, Community-Experte für Polizei & Recht, 272

Strafbefehle kommen nicht einfach so. Was hast du denn bei der polizeilichen Vernehmung ausgesagt und warum den Strafbefehl akzeptiert?

Kommentar von Bandy31 ,

Ich musste meinen PC natürlich abholen vorher, da wurden dann auch Fingerabdrücke und Fotos gemacht. Und da hat mich der Kripo-Beamte nochmals gefragt, ob ich eine Aussage machen will. Ich habe verneint und meinen PC mitgenommen.

Ein paar Wochen später kam dann der Strafbefehl.

Ja,mit 21 Jahren hat man halt noch keine Ahnung von Justiz, Gericht usw. ich dachte das ist wie ein Strafzettel, wird nirgends gespeichert sondern ist dann erledigt die Sache. Aber die Sache ist jetzt im Polizei-Computer drin etc..

Kommentar von Supabrain0001 ,

hol dir mal dein Führungszeugniss da steht alles drin was gegen dich beschlossen wurde. Normalerweise so kenn ich das verjährt sowas auc hbzw wird gestrichen aus der akte.. aber nach wievielen jahren weiß ich nicht.

Kommentar von Bandy31 ,

Hab ich schon gemacht. Mein Führungszeugnis und auch mein Bundeszentralregister-Auszug ist mittlerweile wieder ohne Eintrag. Im Führungszeugnis stand das sowieso nie, aber im Bundeszentralregister stand es 6 Jahre lang. Aber auch wenn es jetzt gelöscht ist längst, ich habe immer noch Panikattacken und bin psychisch total im Eimer.

Kommentar von furbo ,

Nur wenn der Strafbefehl oberhalb von 90 TS ist, steht da evtl. noch was drin. Es kann aber sein, dass der Eintrag im BZR schon längst gelöscht wurde. 

Da die Polizei aber keinen Online-Zugang zum BZR hat, sind die BZR-Einträge bei der polizeilichen Kontrolle irrelevant. In den polizeilichen Datenbanken steht ohnehin mehr.

Kommentar von furbo ,

Ich habe verneint und meinen PC mitgenommen.

Das Nichtaussagen wird hier zwar immer wieder als einzige Möglichkeit propagiert, ist aber, wie dein Beispiel zeigt, oft falsch.

Mit der Aussage hättest du die Sache geradestellen können, so aber hatte der StA freie Bahn für den Strafbefehl, den du hingenommen hast. Da ist jetzt auch nicht mehr dran zu rütteln.

Die Durchsuchung ist bei der Polizei auch ohne Strafbefehl gespeichert und wird derzeit auch nicht gelöscht. Also auch ohne Strafbefehl hätte der Beamte das gesehen. Die Löschungsfrist bei polizeilichen Einträgen beträgt i.d.R. 10 Jahre, richtet sich aber nach der letzten Eintragung. 

Wenn du nach dem "Scherz" ansonsten keinen Kontakt mit der Polizei hattest, dürftest du nächstes Jahr "sauber" sein. Klarheit bringt dir aber eine Anfrage bei der Polizei nsch den gespeicherten Daten. 

Kommentar von Bandy31 ,

Ich hab mal einen Rechtsanwalt gefragt und der hat gesagt, 15 Tagessätze sind extrem minimal. Der RA meinte auch, der Richter hätte das auch einstellen können in dem Fall.

Und Richter wissen ganz genau, dass solche KiPo-Verurteilungen das Leben zerstören können..

Kommentar von furbo ,

Ist auch minimal. Hast du ihn deswegen akzeptiert?

Der Strafbefehl steht in den polizeilichen Datenbanken nicht drin, nur die polizeilichen Erkenntnisse über dich. Und da bist du der Typ, gegen den man wegen Kinderpornografie ermittelt hat. 

Wäre also das justizielle Verfahren eingestellt worden, in den polizeilichen Datenbanken hätte sich nichts geändert. Dein "Scherz" ist mit dem Ermittlungsverfahren bundesweit polizeilich bekannt geworden.

Tut mir leid, aber dran ändern kannst du nichts.

Kommentar von Bandy31 ,

Ich glaub, auch wenn die Strafe 2.000 EUR gewesen wäre, hätte ich den Strafbefehl akzeptiert. Weil auf dem Strafbefehl stand ja, dass man Widerspruch einlegen kann und es würde dann zur öffentlichen Hauptverhandlung kommen. Und diese Hauptverhandlung wollte ich auf jeden Fall vermeiden.

Wenn ich natürlich gewusst hätte, was ich heute weiss, hätte ich natürlich Widerspruch eingelegt und wäre zur Hauptverhandlung gegangen, notfalls bis zum BGH.

Kommentar von furbo ,

Auch wenn es hart klingt:

Du jede Gelegenheit ergriffen, das, was man falsch machen konnte, falsch zu machen. 

Angefangen mit deinem "Scherz" und deinem Verhalten im Strafverfahren. Da musst du jetzt durch. Aber, wie schon angeführt, könnte (!) es im nächsten Jahr gelöscht werden.

Sieh aber positiv, dass sie den Computer nicht als Tatmittel eingezogen haben. 

Kommentar von Bandy31 ,

Danke für deine guten Tipps. Ich denke, wenn ich heute in eine Polizei-Kontrolle kommen würde am Bahnhof z.B., dann würde das per Funk auch nicht mehr erwähnt werden

Das Problem ist halt auch, dass ich mit niemanden darüber reden kann. Wenn ich das einem Psychotherapeuten oder Psychiater erzählen würde, dann würde der sich ja auch schriftliche Notizen machen, und dann wäre das eine weitere Stelle, wo das "dokumentiert" ist.

Ich war auch zigmal in der Psychiatrie deswegen wegen den Panikattacken, und damals war ich in der geschlossenen Abteilung wegen Suizid-Gefahr. Und damals dachte ich, dass die Pfleger dort auch Zugang zum BZRG oder ähnlichen haben, so dass sie meinen Eintrag sehen.

Ich hab dort die ganze Zeit in Todesangst gelebt, denn ich dachte, wenn einer der Pfleger das den Mitpatienten sagt, was ich gemacht habe, dann tun die Mitpatienten mir extreme Gewalt an dort. Ich wollte mich deshalb dann auch auf einem Ausgang dort im Wald erhängen. Oh mann, ich hab echt was durchgemacht.

Aber wie ich mittlerweile weiss, hat ja die normale Psychiatrie keinen Zugang zu Polizei-Datenbanken etc.

Kommentar von furbo ,

Du kannst unbesorgt zum Therapeuten gehen. Er darf deine Daten nicht offenbaren. Macht er es dennoch, so verstößt er nicht nur gegen Standesregeln, sondern auch gegen § 203 StGB - was ihn u.U. sogar ins Gefängnis bringen kann. 

Kommentar von ManoNegra86 ,

Ähm, versteh ich das richtig, du hast Angst, es einem Therapeuten zu sagen (welcher der Schweigepflicht unterliegt), weil du nicht möchstest, dass diese Geschichte an weiterer Stelle dokumentiert wird, ABER du schreibst sie hier in aller Öffentlichkeit im Internet, wo es wirklich jeder lesen kann?

Kommentar von macqueline ,

Komisch, mit 18 hast du dich doch sicherlich als volljährig angesehen und hättest dir von niemandem mehr etwas sagen lassen, stimmt's? Dazu gehört dann aber auch, dass man sich als Erwachsener verhält und sich informiert über die Konsequenzen der Volljährigkeit, nicht nur über die Vorteile.

Nun hör auf zu jammern, gib nicht anderen die Schuld an deinem Drogen- und Tablettenkonsum, sondern sieh zu, dass du das Leben auf die Reihe bekommst.

Antwort
von Interesierter, 201

Heute kannst du an der alten Geschichte nichts mehr ändern. 

Wenn du der Sache hättest eine andere Richtung geben wollen, dann hättest du dem Strafbefehl widersprechen müssen. Es wäre dann aber wohl zur Verhandlung gekommen.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Sache eingestellt worden wäre, da deine Argumentation, die du hier vorbringst zwar reichlich naiv und unreif, aber in meinen Augen schlüssig und glaubhaft ist.

In einem Punkt muss ich dir aber widersprechen. Du warst damals 21, du bist heute um die 30. Damit warst und bist du alt genug, die Konsequenzen deiner Handlungen selbst zu überblicken.

Dass der Griff zu Drogen keine gute Idee ist und dir das nicht gut tut, sollte klar sein. Du nimmst das Zeug aber nicht, weil Andere dich ungerecht behandelt haben, sondern weil du mit deinem Leben nicht zurechtkommst.

Die Lösung deines Problems liegt nicht darin, die alte Geschichte wieder aufzurollen. Vielmehr solltest du von den Drogen wegkommen und dein Leben so annehmen, wie es ist.

Kommentar von furbo ,

Wenn du der Sache hättest eine andere Richtung geben wollen, dann hättest du dem Strafbefehl widersprechen müssen. Es wäre dann aber wohl zur Verhandlung gekommen.

Was aber nichts am polizeilichen Datenbestand geändert hätte, der letztlich das Problem ist. 

Die Lösung deines Problems liegt nicht darin, die alte Geschichte wieder aufzurollen. Vielmehr solltest du von den Drogen wegkommen und dein Leben so annehmen, wie es ist.

wohl wahr.

Kommentar von Interesierter ,

Das mag schon sein, aber dann könnte er heute argumentieren, dass er zu Unrecht beschuldigt wurde und das Verfahren mit einem Freispruch endete.

Kommentar von furbo ,

Da hast du wohl recht. Allerdings glaube ich nicht an einen Freispruch, sondern eher an eine Einstellung nach 153 StPO. Da würde die Argumentation stecken bleiben. 

Kommentar von Interesierter ,

Darüber kann man nun natürlich spekulieren. 

Ich persönlich kann hier den Versuch zur Beschaffung des Materials nicht erkennen. 

Ein Troll-Posting ist eben kein Versuch der Straftat. 

Kommentar von Bandy31 ,

Ja, das wäre zu 99% sicher eingestellt worden. Wenn nicht vom Amtsrichter, dann spätestens beim Landgericht. Aber damals hatte ich halt 0 Ahnung von Gericht usw.

Zu den Drogen: Naja, wenn diese Sache NICHT passiert wäre, ich glaub ich wäre heute nicht drogenabhängig. Denn ich nehme die Drogen & Tabletten nicht aus Spaß, sondern weil ich extreme Angst- und Panikzustände habe. Manchmal kann ich garnicht aus dem Haus ohne Tabletten.

Obwohl das alles schon jetzt fast 10 Jahre zurück liegt, die permanente Panik ist leider geblieben.

Antwort
von Ifosil, 220

Erst mal ganz ruhig bleiben. Es ist nach deutschen Recht strafbar nach solchen Sachen zu suchen oder sie anzubieten. Da wird leider nicht unterschieden ob das ein Witz war. Nach dem Gesetz, bist mit 21 Erwachsen und trägst die volle Verantwortung für dein Handeln.
Gegen den Richter kannst nichts machen, dir bleiben da keine Möglichkeiten.

Ich gebe dir jetzt einen Tipp, der meiner Meinung nach, nur der einzige ist, der dir was bringt.
Fange ein neues Leben an, zieh weit weg. Keinen Kontakt mehr zu alten Freunden etc. Nur die Familie solltest du noch besuchen. Somit kannst das alles hinter dir lassen und neu beginnen.
Oft können kleine Fehler gewaltige Auswirkungen haben :/ Das Leben ist manchmal so.

Kopf hoch und denke daran, nie wieder leichtsinnig zu sein.

Expertenantwort
von TheGrow, Community-Experte für Polizei & Recht, 177

Hallo Bandy31,

der Richter hatte bei der Urteilsfindung keine Zweifel, dass Du die Tat wie vorgeworfen begangen hast.

Hätten Zweifel an der Tatbegehung bestanden hätte der juristische Leitsatz:

In dubio pro reo = Im Zweifel für den Angeklagten "

Anwendung gefunden und der Richter hätte Dich freisprechen müssen.

Die Verurteilung:

  • stand für 6 Jahre im Bundeszentralregister,
  • stand für drei Jahre im erweiterten Führungszeugnis
  • stand nicht im Führungszeugnis.

Zugriff auf das Bundeszentralregister hat aber kein Arbeitgeber und

das erweiterte Führungszeugnis ist nur bei Bewerbungen im Zusammenhang mit Berufen, in denen Du mit Kindern und Jugendlichen Kontakt hast zu beantragen.

Mittlerweile sind diese Einträge aber wie angeführt nirgendwo mehr vorhanden.

Was bleibt, ist dass der Eintrag im INPOL (https://de.wikipedia.org/wiki/INPOL-neu) weiterhin Bestand hat.

Auf diesen Bestand hat aber nur noch die Polizei zugriff und das versaut einem in der Regel auch nicht das Leben.

Das die Polizisten die im INPOL bestehende Information auch zur Kenntnis an Deine Freunde weitergegeben hat, war natürlich nicht zulässig. Aber viel dagegen unternehmen kannst Du nicht. Allenfalls kannst Du eine Dienstaufsichtsbeschwerde einreichen, die aber vermutlich nichts bringen wird.

Aber um zurückzukommen auf Deine Frage:

 Was kann ich nun unternehmen? Ich bin mittlerweile zu fast allem bereit.

Du kannst Garnichts unternehmen. Du hast gegen den Strafbefehl keinen Einspruch eingelegt, so dass dieser Rechtskräftig geworden ist.

Dadurch sind auch die Eintragungen im Bundeszentralregister/erweiterten Führungszeugnis, wie auch im INPOL rechtmäßig.

Auch die Einträge im INPOL unterliegen Löschungsfristen, so dass auch dort der Eintrag irgendwann verschwinden. Du selber kannst aber keine Löschung beantragen.

Im übrigen hat nicht der Richter Dein Leben versaut, sondern Du hast die rechtlichen Folgen, selber verursacht. Der Richter hat nur das gemacht, was das Gesetz von ihm verlangt.

Schöne Grüße
TheGrow

Kommentar von Bandy31 ,

Und warum werden dann oft Verfahren eingestellt wegen Geringfügigkeit??? z.B. bei Beleidigung wird oft das Strafverfahren eingestellt bei Ersttätern bzw. gegen eine Geldauflage.

Bei diesen Beleidigungen Straftaten, die manchmal sogar schwarz auf weiss sind, ist doch der Richter auch zu 100% überzeugt, dass der Angeklagte das begangen hat. Trotzdem werden solche Verfahren sehr oft eingestellt.

Warum bei mir nicht?

Kommentar von TheGrow ,

Eine Einstellung des Verfahrens ist gem.

nur dann möglich, wenn kein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung vorliegt.

In Deinem Fall geht es um ein Sexualdelikt, durch das Kinder zu Schaden kommen. Bei derartig gelagerten Delikten ist immer von einem öffentlichen Interesse an der Strafverfolgung auszugehen, was eine Einstellung des Verfahrens wegen Geringfügigkeit und gegen Auflagen ausschließt.

In dem von Dir angeführten Fall der Beleidigung gilt aber noch ein anderes Gesetz.

Demnach gilt:

"Die öffentliche Klage wird wegen der in § 374 bezeichneten Straftaten von der Staatsanwaltschaft nur dann erhoben, wenn dies im öffentlichen Interesse liegt."

Das bedeutet, das Verfahren wegen Beleidigung kann nicht nur gem. den §§ 153 und 153a StPO eingestellt werden, wenn kein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung vorliegt, sondern gem. § 376 StPO darf dann von der Staatsanwaltschaft keine Klage erhoben werden. 

Also wie bereits oben angeführt, kann bzw. konnte das Verfahren in Deinem Fall nicht eingestellt werden, weil bei Sexualdelikten mit Kindern ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung vorliegt.

Antwort
von GravityZero, 156

Komische Geschichte. Als ganz ehrlich, mit 21 ist das schon mehr als dämlich, du warst kein Kind mehr. Die Frist ist schon lange vorbei, da geht jetzt soweit ich weiß nichts mehr.

Antwort
von dresanne, 81

Du kannst nichts unternehmen, denn der Strafbefehl war rechtens. Kinderpornographie wurde auch schon vor 6 Jahren verfolgt und für einen derartigen Scherz warst Du eigentlich schon zu erwachsen.
Meiner Meiunung nach hilft Dir nur, mit offenen Karten zu spielen. z.B. das ganze auf einer Betriebsversammlung oder zumindest im Freundeskreis schildern und richtig stellen oder dergleichen. Fortziehen hilft nichts, da kann Dir bei einer Polizeikontrolle wiedere dasselbe passieren.

Antwort
von Still, 120

Der Eintrag wurde noch nicht einmal in dein Führungszeugnis aufgenommen, da zu gering. Dass du dein verpfuschtes Leben auf diesen einen Vorfall zurückführen willst, kann ich zwar verstehen, ist aber unter Garantie nicht die einzige/wahre Ursache! Such dir einen Therapeuten und sieh zu, dass du mit seiner Hilfe weiter kommst. Dem Richter kannst du keine Vorwürfe machen; da mußt du dir schon selbst an die Nase fassen!

Antwort
von Doniazza, 173

Phuuuuu voll die Harte Storry!

Also, versuch mal rauszufinden, wann sich dieser Eintrag in deinem Strafregister löschen lässt. Und beantrage dan eine Löschung.

Als nächstes, ich persönlich würde mich mit der Geschichte abfinden, wer A sagt muss auch B sagen. Steh dazu, dass du Bullshit gebaut hast. Falls einer deiner Freunde dir noch ein wenig nahe steht, zeige ihm doch mal den Richterlichen Beschluss über dein Urteil. Da sollte ja deine Aussage stehen, dass es von deiner Seite ein Spass war. Evt. hilf das ein wenig, wen einer von deiner Ex Clique die Wahrheit kennt?

Ansonsten, lass die Geschichte hinter dir und finde dich damit ab. Den strafbar hast du dich tatsächlich gemacht.

Sich in Drogen zu stürzen und danach alles der Geschichte in die Schuhe zu schieben, dass ist eher eine Ausrede, als das du dich tatsächlich damit beschäftigt hast!

Ich sag das nicht vielen, aber das meine ich im ernst, such dir Hilfe! 

Ab zu einem Arzt und erzähl im deine Flucht in die Drogen, da noch eine offene Geschichte in deinem Leben ist. Dieser hilft dir dan einen geeigneten Therapeuten zu finden. Dan gehst du 1 mal pro Woche dahin und fängst endlich an, dich mit der Geschichte und dem Verlusst der Freunde, Drogen exzesse abzufinden. 

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig behilflich sein, aber du wirst wohl nicht drum herum kommen, dass du noch ein wenig Zeit in dich investieren musst. Grüsse dich

Antwort
von reginarumbach, 125

also ich möchte mal hier noch was zu den panikatacken sagen... jeder andere hat ja schon was zu dem damaligen scherz und seinen folgen geschrieben, das muss ich ja jetzt nicht auch noch machen. panikatacken sind kein witz und rollen an ohne dass man das zunächst beeinflussen kann. und sie sind fürchterlich! man fühlt sich dem ausgeliefert und hilflos und es dauert eine ewigkeit beim therapeuten bis man den ganzen kram einigermaßen im griff hat.

dass junge männer nicht gleich zum therapeuten rennen, ist glaube ich jedem klar. dass es da schnell geht, wenn man die entspannende wirkung einiger drogen und womöglich verschriebener oder günstig erworbener tabletten kennenlernt, dass man in eine abhängigkeit gerät, dürfte im jahre 2016 eigentlich auch jedem klar sein. aber... ach gott, das thema sucht ist ja wirklich unterst. genau wie so ein paar panikatacken. und dazu noch hat er sich das ganze selbst zuzuschreiben wegen seines dummen witzes! also soll er sich mal ja nicht hier beklagen und das gefälligst wieder in ordnung bringen ohne sich groß anzustellen!

alles saubermänner hier, die noch nie vom schicksal in dieser art&weise gebeutelt waren oder sind, sonst wäre man hier wohl kaum so eifrig am aburteilen und so verständnislos. ja, alle geben bereitswillig auskunft wegen der einträge im bundeszentralregister und wegen der gerichtsssache, aber diesen teil seines lebens, der zerstört ist wegen panikatacken und sucht, den will keiner sehn. warum auch? selbst schuld. so mutet es einen an. können alle heilfroh sein, dass sie so ein sorgenfreies leben haben was das betrifft. irgendwie eine schrecklich selbstgerechte mentalität. musste mal gesagt sein. 

Kommentar von Bandy31 ,

DH! Danke für dein Verständnis.

Kommentar von Interesierter ,

Nun, ich finde es prinzipiell gut wie du dich hier einsetzt.

Allerdings muss ich dir in einem Punkt widersprechen. Die Geschichte an sich und auch der Griff zu Drogen sind Dinge, die sich der Fragesteller ganz alleine eingebrockt hat. Ihn hier von seiner Verantwortung freisprechen wollen, halte ich für keine gute Idee, denn jeder von uns muss letztlich die Verantwortung für seine Handlungen tragen.

Straftaten und Drogen sind Selbstzerstörung. Deswegen sollte sich jeder, der straffällig wird bzw. zu Drogen greift vergegenwärtigen, dass er damit primär sich selbst schädigt.

Verständnis ja, Hilfe ja, aber die Verantwortung liegt doch beim Täter.

Kommentar von reginarumbach ,

deine gedankengänge sind vollkommen richtig, da ist nichts gegen zu sagen. allerdings... die realität ist nunmal wie sie ist. auch wenn es logisch, korrekt, nur richtig und für jeden gleiche konsequenzen usw. usw. ..man muss die dinge auch nehmen können wie sie sind und mit dem vorhandenen arbeiten. wenn man das nicht machen würde, dann würde ein großteil unserer gesellschaft hier gar nicht mehr zurecht kommen. 

es ist nunmal, wenn man sich in so einer situation befindet wie der fragesteller seinerzeit, recht leicht in eine sucht zu geraten. kommt in den besten familien vor und ist tagtägliche realität. die menschen sind fehlerhaft all überall. und an einem gewissen punkt ist es nunmal so, dass die gesellschaft die arme ausstrecken muss und mit hilfsangeboten arbeiten muss. es gibt gute programme, wenn leute mitarbeiten, ja. und da geht es eben auch genau darum mit der selbstverantwortlichkeit umzugehen. 

wenn man sich da nicht kümmert, verliert man die menschen einfach. deshalb nützt das ganze diskutieren um schuld und wie man es hätte besser machen können erstmal gar nichts. das kommt später dran. erstmal steht im vordergrund das annehmen und dadurch überhaupt erst eine gesprächsgrundlage zu erschaffen, an. wenn man diesen schritt schafft, dann kann man arbeiten. so siehts halt aus. 

 

Kommentar von Interesierter ,

Du hast natürlich absolut Recht. 

Nur bin ich der Meinung, dass die Verantwortung für den Drogenkonsum immer und zu 100% beim Süchtigen und bei niemand anderem liegt. Mit geht es hier nicht um eine Schuldzuweisung sondern um die vielen Menschen, die hier mitlesen und selbst Probleme haben. Auch diesen sollte möglichst früh klar werden, dass der Griff zu Drogen keine Probleme löst sondern nur neue schafft. 

Antwort
von frodobeutlin100, 58

Der Strafbefehl aus dem Jahr 2007 (!) ist schon lange rechtskräftig - daran lässt sich nichts mehr ändern .. aber Du kannst Dich immer noch ändern ...

Antwort
von Ontario, 5

Du hättest damals, anstatt zu schweigen, die Sache mit einer deutlichen Erklärung bereinigen können. Da du aber geschwiegen hast, hatte die Kripo alle Möglichkeiten gegen dich zu recherchieren. Was dabei herauskam, weisst du selber. Das Internet ist eine anonyme Plattform, aber die Absender von Nachrichten sind allemal auszumachen. Kinderpornografie ist nun mal straffbar und wenn man dann so einen Satz ins Internet stellt, muss man damit rechnen, dass dies Konsequenzen hat, auch wenn das für dich damals nur ein Witz gewesen ist. Das hättest du damals bei der Vernehmung der Kripo sagen sollen. Dann wäre die Sache wahrschenlich anders ausgegangen.Unternehmen kannst du gegen diese Sache nichts mehr. Gegen wen willst du denn vorgehen ? Du und dein Kumpel waren die Urheber dieser Nachricht im Internet und Empfänger dieser Mail haben Anzeige erstattet.So kam die Sache ins Laufen. Dem Richter kannst du keinen Vorwurf machen, der hat dir mit der Strafe einen Denkzettel verpasst der offenbar sehr nachhaltig ist. 

Antwort
von Exohny, 24

Ohh mein Gott du tust mir soo leid !!! Währe ich in deiner Lage würde ich mich aus der Statt verziehen oder einfach neue Freunde suchen, Freunde die so etwas tun kann man wirklich nicht gebrauchen.

Antwort
von wfwbinder, 167

Du spürst nun, wie dumm es war so schlechte Witze zu machen.

Sei froh, dass es nur 15 Tagessätze waren, denn damit bist Du nicht vorbestraft. Im System bist Du aber gespeichert.

Aber es kommt eben nur hoch bei solchen Kontrollen, wobei die Polizisten das nicht so hätten sagen dürfen, dass Deine Kumpels es hören.

Antwort
von Hubert00Kahputt, 125

Die Geister die ich rief... So hart es klingt aber manchmal sollte man vorher überlegen was man tut. Du bist dafür verantwortlich und musst mit den Konsequenzen leben. Und es gibt wirklich witzigeres als nach Kinderpornos zu fragen.

Kommentar von Kokosnuss2002 ,

Er hat halt auch mehrmals gesagt, dass es dumm war ich denke solche Kommentware wollte er damit beseitigen

Kommentar von Hubert00Kahputt ,

Ich glaube er hat ein größeres Problem als solche Kommentare.

Antwort
von assssssssss, 56

Ist ein wenig zu spät dafür. Deine Lage ist verständlich. Nächstes mal besteh auf deine Rechte und überleg vorher.

Aber wieso hast du Panikattacken bekommen, das verstehe ich nicht so ganz?

LG

Antwort
von Caleya, 11

Ähm, ja. Du warst wirklich sehr dumm mit deinen 21 Jahren. Eigentlich sollte man in dem Alter schon verstehen, dass das, was ihr da gemacht habt absolut nicht witzig war! Aber das kann man nun im Nachhinein nicht mehr ändern und mittlerweile scheinst du deinen Fehler hoffentlich wenigstens eingesehen zu haben.

Ich kann dir nur raten einfach ehrlich damit umzugehen. Wenn du, warum auch immer, nochmal damit konfrontiert werden solltest, dann erklär es einfach genauso, wie du es hier gemacht hast. Richtige Freunde werden dir glauben. Verkneif dir bloß so blöde Kommentare wie:

Der Richter, der mir damals diesen Strafbefehl ausstellte, der WUSSTE GANZ GENAU, dass er mir mein Leben versàut.

Nicht der Richter hat dir dein Leben versaut, sondern du dir selbst, mit der dummen Aktion, nur dass es dir eben noch nicht bewusst war in deinem jugendlichen Leichtsinn.

Was ich dir noch dringend ans Herz legen möchte ist eine Therapie wegen deiner Drogen-/Tablettensucht! Such dir professionelle Unterstützung, damit du dein Leben wieder in den Griff bekommst.

Antwort
von Schnils2112, 56

Hallo,

Erst mal musst du dich nicht wundern wegen so etwas . Die Polizei nimmt so etwas sehr ernst und wieso muss ich so einen mist in ein Erotik Chat schreiben ??

An allen bist du selber schuld und musstest halt dafür einstehen 

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community