Frage von Stefan123321, 135

Versicherungsfachmann Angebot von der DEVK?

Hallo :)

kurz ein paar Infos zu mir also ich bin 24 Jahre alt komme aus Sachsen-Anhalt und habe bereits zwei abgeschlossene Berufsausbildungen, da ich momentan auf Jobsuche bin gab mir eine gute Freundin einen Tipp um vorrübergehend einen MiniJob auszuüben. Ihre Schwiegermutter hat bei uns im Ort eine Agentur und suchte dringend jemanden der Ihr bei der Arbeit etwas zur Seite steht, ich rief Sie an und wir waren uns ziehmlich schnell einig also fing ich dort auch direkt an.

Da Sie aber eigentlich jemanden sucht für eine Festanstellung kamen wir ins Gespräch, ich muss Vorweg sagen das ich mich zuvor bereits bei einem anderen Versicherer beworben hatte aber abgelehnt wurde, da mein Vater schon seit über 25 Jahren bei der Allianz tätig sei und Ihnen das "nicht geheuer" sei - genau das war ihr Wortlaut.

Nun ja die Dame war also so nett und gab mir einen groben Überblick wie die Ausbildung als Versicherungsfachmann bei Ihr ablaufen würde und machte auch promp eine Aufstellung meiner Ein-und Ausagben :

Ausbildungsgehalt: 1.250,-€ Bestand-Pflege-PROV: 250,-€ AP im Monat: 500,-€ 2.000,-€

Existenzgründerzuschuss eventuell + Sozi 300,-€ ( einen Buisnessplan hätte Sie wohl für mich schon parat liegen und das wäre alles kein Problem)

2.300,-€

Ausgaben:

Rente 235,-€ Krankenv. 270,-€ Handy xxxx Benzin xxxx Miete xxxx PcMiete 60,-€ Steuerrücklage 200,-€ Dann würden mir bei allen Abzügen ca. 1.100€ zur Verfügung stehen die ich sparen könnte....

Ich muss sagen das erscheint mir alles etwas unseriös und daher wollte ich euch mal Fragen was Ihr dazu sagt ist so etwas möglich während der Ausbildung und ist es Sinnvoll sich gleich Selbstständig zu machen ? Meinen Vater wollte ich darüber erstmal nicht informieren, er ist zwar nicht dagegen das ich bei einem Versicherer anfange aber die Selbstständigkeit würde ihn wahrscheinlich schon stören und falls jetzt Fragen aufkommen wieso ich nicht zur Allianz gehe davon riet er mir ab, weil es einfach schwer ist diese an den Mann zu bringen, was ich auch akzeptierte da zudem ein Wohnortwechsel der dann zwingend notwendig wäre für mich nicht in Frage kommen würde.

Lg

Antwort
von Apolon, 87

Hallo Stefan,

 Ausbildungsgehalt: 1.250,-€ Bestand-Pflege-PROV: 250,-€ AP im Monat: 500,-€ 2.000,-€

Da passt etwas nicht. Während einer Ausbildung darfst du noch keine Kunden hinsichtlich Versicherungen beraten, also kannst Du auch keine Abschlussprovision (AP) bekommen.

Bestand-Pflege-Provision kann man erst bekommen, wenn man einen Bestand auch hat und dies dürfte bei einem Auszubildenden nicht möglich sein.

 Existenzgründerzuschuss

kann man nur bekommen, wenn man sich selbständig macht!

Allerdings gibt es auch keine Ausbildung zum Versicherungsfachmann!

Richtig wäre Kaufmann für Versicherungen u. Finanzen

siehe: 

https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index?path=null/kurzbeschrei...

Vermutlich handelt es sich hier nicht um eine Ausbildung sondern um eine Weiterbildung und zwar nicht als Angestellter, sondern als Selbständiger.

Bedeutet dann aber auch, dass du in absehbarer zeit einen Angestellten einstellen musst, denn sonst bist du scheinselbständig und musst Sozialversicherungsbeiträge zahlen.

http://www.frankfurt-main.ihk.de/recht/themen/arbeitsrecht/scheinselbstaendigkei...

Allerdings auch hier darfst du erst dann Kunden beraten und Versicherungen vermitteln, wenn du bei der IHK im Vermittler-Register eingetragen bist.

http://www.vermittlerregister.info/vv-Register

Gruß N.U.

PS: lasse dir am besten mal einen Vertragsentwurf zeigen.

Kommentar von Apolon ,

Noch ein Tipp:

wenn Du Interesse an einer Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen hast, bewirb dich bei einem Versicherungsunternehmen und nicht in irgendeiner kleinen Agentur.

Im Internet findet man viele Versicherungsunternehmen die Mitarbeiter suchen.

Und nach der Ausbildung kann man dann immer noch entscheiden ob man im Angestelltenverhältnis bleiben möchte, oder als Juniorpartner in eine bestehende Agentur gehen möchte.

Sofort nach der Ausbildung solltest du auf eine Agenturübernahme als Einzelkämpfer verzichten.

Antwort
von Loroth, 78

Hallo,

der "Vorschlag" der Dame wirft doch eine Reihe von Fragen auf, die man durchaus kritisch betrachten sollte.

Einerseits ist von "Festanstellung" und "Ausbildungsgehalt" die Rede, was auf eine Tätigkeit als Arbeitnehmer hindeutet.

Dann wiederum fällt einerseits der Begriff "Existenzgründerzuschuss" und andererseits werden u.a. Kosten aufgeführt, die für eine selbständige Tätigkeit sprechen.

Um es kurz zu machen: Sollte es hier um ein Angebot für eine Selbständigkeit gehen, kann man - leider - nur vehement davon abraten: Hände weg, denn der Markt der Versicherungsvertriebler ist weit härter umkämpft als er in den schillernden Anwerbegesprächen dargestellt wird. Für einen Branchenneuling ist es quasi unmöglich auf - legalem und moralisch einwandfreien - Wege ein tragfähiges Einkommen zu erzielen.

Und als Neuling ist dabei nicht nur derjenige zu sehen, der gerade seine Aus- oder Fortbildung absolviert, sondern auch noch jemand, der noch keine 5, besser 10 Jahre Berufserfahrung hat. Erst dann kommen - wenn überhaupt - die Leute in eine Situation, die es Ihnen erlaubt, über den Tellerrand der Verkaufsschulungen und Vertriebsmeetings hinaus zu schauen und fachlich so auf der Höhe zu sein, dass sie guten Gewissens geeignete Produkte bedarfsgerecht (!!) vertreiben können.

Ach ja, noch ein kleiner Hinweis zu dem Aspekt "teure Allianz und billigerer Wettbewerber (DEVK??)": Leider leidet die Branche - und damit in letzter Konsequenz - unter einer hohen Anzahl von Vertrieblern, die nur in der Lage sind, über den Preis zu verkaufen. Die Folge: Die Verbraucher erhalten mitunter billige, aber nicht zwingend gute oder wenigstens passender Versicherungen. (Und ehe hier wieder einer schreit: Nein, weder verkaufe ich selber irgendeinen Kram von der Allianz noch gehöre ich zu dem Laden...)

Viele Grüße

Loroth

(P.S.: Die Berechnungsdetails der Dame erscheinen sowohl unter dem Aspekt einer nichtselbständigen als auch einer selbständigen Tätigkeit unseriös bis weltfremd...)

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Versicherung, 63

Das ist das Angebot.

Dann heißt es "Friss Hund, oder stirb". 

Du musst dir darüber im Klaren sein, dass du dann als Selbständiger keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall hast und auch keinen bezahlten Urlaub.

Andererseits hat die DEVK große Bestände und du musst während des Ausbildungsjahrs nicht sonderlich viel Neukundenakquise betreiben.

Dieses Ausbildungsjahr ist keineswegs ein Spaziergang. Du wirst du einiges lernen müssen und dich auf die IHK-Prüfung vorbereiten. Solltest du diese prüfung nicht bestehen, ist eine weitere Beschäftigung nicht möglich.

Expertenantwort
von siola55, Community-Experte für Versicherung, 58

Nun ja die Dame war also so nett und gab mir einen groben Überblick wie
die Ausbildung als Versicherungsfachmann bei Ihr ablaufen würde ...

Hallo Stefan,

Der Versicherungsfachmann ist keine Berufsausbildung, sondern nur eine Qualifikation, um Versicherungsprodukte verkaufen zu dürfen! Dies dauert ca. 12 Monate bis zum Abschluß als "Geprüfte/r Versicherungsfachmann/-frau". Deshalb sind auch die Anforderungen hierfür nur minimal:

Voraussetzungen

Eigeninitiative, Verantwortungsbereitschaft und Kommunikationsfähigkeit sind wesentliche Merkmale Ihrer Persönlichkeit. Der Umgang mit Menschen bereitet Ihnen  Freude und Sie überzeugen, wenn Sie selbst von einer Sache überzeugt sind. Vielleicht finden Sie in Ihrer bisherigen Tätigkeit keine oder nur
wenige Möglichkeiten, Ihre Talente zum Einsatz zu bringen und suchen
eine neue berufliche Perspektive.

Für die Ausbildung benötigen Sie keine spezielle schulische oder berufliche Vorbildung.

Sollte diese nette Dame jedoch tatsächlich eine Berufsausbildung meinen mit einer Dauer von ca. 3 Jahren, dann nennt sich diese Ausbildung 

Kaufmann/Kauffrau für Versicherungen und Finanzen

Infos findest du in der azubi-welt.de bzw. ein erster Überblick hier in dem Link:

www.bwv.de/bildungsangebote/kaufleute/allgemeines/ausbildungsprofil.html

Gruß siola55

Antwort
von Fossegrimmen, 68

Lässt sich schwer beantworten. Die Zahlen wirken jetzt nicht sonderlich überraschend. 

Aber bedenke, dass die Fachmannausbildung i.d.R. nur 9 Monate dauert. Danach fällt der Gehaltsteil schonmal weg. Den musst du mindestens schonmal mit AP reinholen oder eventuell mehr (Ehrgeiz und so ^^). 

Die Bestandspflege von 250€ lässt auf einen kleinen Kundenstamm schließen. Wie die Qualität davon sein wird kann man nicht sagen. Aber normal werden an die Neuen schwierige Kunden abgetreten. Heißt du wirst viel Neukunden reinholen müssen. Und das neben dem Lernen, wenn du nach den 9 Monaten nicht auf die Nase fliegen willst.

Was ist AP? Abschlussprovision? Wenn du Pech hast, musst du erst 500€ reinholen und bekommst nur das, was mehr wird als 500€. Das ist m.M.n. ein sch... Modell. Gibts bessere.  

Die Krankenversicherung finde ich auch niedrig angesetzt, falls du von einer privaten ausgehst.

Ansonsten sollte die Selbständigkeit kein Problem sein.

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