Frage von Adregg, 160

Vermieter ständig vor der Tür?

Hallo, Vor gut einem halben Jahr ist meine Mutter aus der alten Wohnung aufgrund von Scheidung ausgezogen. Sie hatte relativ schnell eine neue Wohnung und konnte sich den Umzug gerade so leisten. Ich hab den Vermieter (Frührentner, hockt anscheinend ganzen Tag zuhause) der neuen Wohnung kennengelernt und anfangs war er uns sehr sympathisch (war ja auch ein wichtiger Grund des Einzugs). Gleich nachdem meine Mutter dann mit meinem jüngeren Bruder eingezogen ist, stand er mit Blumen als Willkommens-Geschenk auf der Matte. Das fand ich ja noch okay, aber daraufhin wurde das einfach immer schlimmer. Er sucht ständig nach irgendwelchen Gründen, um bei meiner Mutter einfach anzuschellen bzw mit ihr in PRIVATEN Kontakt zu stehen. Meine Mutter arbeitet viel und wenn sie nach Hause kommt, will sie natürlich einfach nur ihre Ruhe, diese bekommt sie allerdings nicht. Einmal da war ich bei meiner Mutter zu Besuch, da es ihr nicht so super ging, sprich sie lag ganze Zeit im Bett und konnte kaum schlafen vor Schmerzen. An dem Tag - da hat er ihr eine Sms geschickt sie solle doch das Auto auf dem Privatparkplatz bitte um 50cm zurücksetzen. Haben das natürlich in der Situation übersehen. Das ganze hatte sich ja eig eh schon erledigt, als ich meine Mutter an dem Tag dann ins Krankenhaus mit dem Auto gefahren hab.  TROTZDEM meinte er weiter meine Mutter zu kontaktieren. Er hat dann 15 mal angerufen! Das ist kein Scherz, ich hab ihn dann zurück gerufen und ihm deutlich aber noch nett gesagt, dass es reicht wenn man einmal anruft und keiner drangeht dass man erst mal eine zeitlang abwarten sollte. Er hat das dann anscheinend vollkommen ignoriert und mittlerweile ist es sodass meine Mutter völlig frustriert ist zur Zeit, da es zunehmend schlimmer wird. Er ist jeden Tag wie ein Gefängniswärter im Haus anzutreffen und kontrolliert dabei meine Mutter UND die Nachbarn. Schellt dann nach Lust und Laune an um private Dinge zu fragen und das ständig. Meine Mutter hat ihn dann gestern konfrontiert und dieses Mal ist etwas eskaliert, was ich verstehen kann sie hat ihn angerufen und klargemacht dass sie keinen privaten Kontakt zu ihm wünscht und sich unglaublich belästigt fühlt seit einiger Zeit - da er regelrecht nach Gründen sucht um sie zu kontaktieren. Selbst vor meinem kleinen Bruder macht er nicht Halt und drückt ihm ständig Beschwerden über die schrägsten Dinge in die Hand und obwohl wir schon oft genug gesagt haben was uns stört, versteht er es anscheinend nicht und sieht sich als Opfer. Er spricht sogar von Abmahnung usw. Meine Mutter muss aufgrund der Scheidung immer noch viel abbezahlen daher ist ein erneuter Umzug so gut wie unmöglich zur Zeit.. Was kann man denn noch so tun? Haben überlegt einen Anwalt einzuschalten oder uns mit den Nachbarn zusammen zu tun denen es ähnlich ergeht..

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Tasha, 45

Falls sie im Rechtsschutz ist, würde ich mal versuchen, einen Brief mit dem Anwalt abzusprechen, damit er als ernsthaft wahrgenommen wird.

Mein Vorschlag: Die Forderung, ausschließlich per E-Mail über Beschwerden etc. kontaktiert zu werden!

Wenn der Vermieter klingelt, entweder die Klingel abstellen und nicht öffnen - das darf man ja! - oder kurz rauskommen, sofort sagen "tut mir leid, ich habe jetzt keine Zeit, bei wichtigen Fragen kontaktieren Sie mich bitte per E-Mail". Am besten wäre noch eine separate E-Mailadresse nur für den Vermieter. Dazu würde ich sagen, dass bei nicht dringenden Anfragen (Notfälle im Haus etc.) die Mails nur einmal pro Woche durchgesehen und beantwortet werden.

Vermutlich ist der Mann einsam und diese Mieter sind seine einzige Möglichkeit, mal mit jemandem zu reden, also sucht er nach Gründen dafür. Das Problem wird sein, je mehr man ihm entgegenkommt, desto mehr wird er fordern. Man könnte bei übermäßig gutem Willen mal ein Frühstück in einem Café anberaumen, um mit ihm alles wichtige zu besprechen, aber dann wird er sich ermutigt sehen und noch mehr Zeit erbetteln bzw. einfordern mit Vorwänden.

Ich würde mir von einem Mieterverein Infos (konkret) über die Rechte des Vermieters, Kündigungsgründe, Paragraphen etc. holen und dann entweder alleine oder mit Anwalt (Formulierungen) einen Brief (Einschreiben) an den Vermieter schreiben, in dem gefordert wird, dass Anfragen nur noch per E-Mail kommen und man seine Wohnung, die man schließlich bezahlt, nach eigenem Gutdünken in ruhe bewohnen kann, ohne ständige Störung.

Vor-Ort-Termine würde ich nur nach E-Mailkontakt erlauben - falls das geht - und wenn es sich nicht um Notfälle handelt nur maximal alle paar Monate. Wenn möglich, sollte das Ganze über Handy (Prepaid-Sonderhandy :-/) oder E-Mail oder außerhalb der Wohnung erfolgen. Der Vermieter hat kein Recht, einfach die Wohnung zu sehen, solange sie vermietet ist! Ihr habt aber Recht auf Eure Privatsphäre und auch zu entscheiden, wen ihr wann reinlasst.

Kommentar von Adregg ,

Danke! Habe meiner Mutter das vorgeschlagen und sie macht das gleich morgen.

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Mietrecht, Vermieter, Wohnung, 17

Selbst vor meinem kleinen Bruder macht er nicht Halt und drückt ihm ständig Beschwerden über die schrägsten Dinge in die Hand und obwohl wir schon oft genug gesagt haben was uns stört, versteht er es anscheinend nicht und sieht sich als Opfer. Er spricht sogar von Abmahnung usw.

Gegen eine Abmahnung kann man rechtlich erst mal nichts machen. Im Falle ei ner Klage müsste der Vermieter die Gründe dafür beweisen.

Was kann man denn noch so tun? Haben überlegt einen Anwalt einzuschalten oder uns mit den Nachbarn zusammen zu tun denen es ähnlich ergeht..

Nachdem ja die telefonische Aufforderung keinen Erfolg brachte, kann man das nochmal schriftlich mitteilen und unter Zeugen den Brief einwerfen.

Sollte der Vermieter dann immer noch weiter machen, kann man einen Anwalt einschalten und eine Verfügung bewirken.

Eins gebe ich zu bedenken:

Ist es ein vom Vermieter selbst bewohntes Zweifamilienhaus, kann er nach

§573a BGB erleichtert kündigen.

LG 

johnnymcmuff

Antwort
von Norina78, 70

Mit den Nachbarn reden ist sicherlich eine gute Idee. Aber vorsicht, nicht lästern, sondern ganz sachlich bleiben. Dann könnten alle Nachbarn zusammen den Vermieter mal zu einem Termin bitten.

Natürlich könnte ein Anwalt auch helfen, aber viel Hoffnung habe ich da nicht. Was könnte er schon erreichen? Und würde sich der Vermieter daran halten?

Am Ende hilft wohl nur, ihn zu ignorieren...

Kommentar von Adregg ,

Ja das befürchte ich auch und ignorieren lässt ihn kalt das hat meine Mutter schon versucht er war dann 2-3 Tage beleidigt und hat krankhaft weiter nach irgendwelchen Gründen gesucht um dann wieder bei ihr anzuklingeln uvm. Mega nervig!

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 36

Wohnt deine Mutter und ihr Vermieter im selben Haus und hat das nur zwei Wohnungen?

Kommentar von Adregg ,

Nein er wohnt nicht mal in der selben Stadt wie sie und ist trotzdem so gut wie immer vor Ort. In dem Haus, in dem sie lebt leben noch 3 weitere Familien. 

Kommentar von albatros ,

Meine Empfehlung:

Schriftlich per Einwurfeinschreiben den Vermieter auffordern, seine Belästigungen sofort zu beenden. Diese bedeuten eine Störung des Hausfriedens und teilweise sogar Stalking (strafbar). Auch Besitzstörung liegt vor. Dafür dürftest du sogar die Miete mindern. Kündige das mal schon mit an für den Fall, dass er so weitermacht. Stelle gleich mit in Aussicht, dass du erforderlichenfalls Rechtsmittel anwenden wirst.

Antwort
von Arjiroula, 31

Ein paar Satzzeichen wären bei diesem langen Text hilfreich gewesen....

Deine Mutter sollte dem Vermieter einen freundlichen Brief schreiben, in dem sie ihn bittet, private Anfragen und ähnliches zu unterlassen.

Sie sollte schreiben, daß sie zwar seine Mieterin ist und sich selbstverständlich an die Hausordnung halten muß, daß aber ständige Anrufe oder SMS nicht hingenommen werden müssen. Sollte sie gegen die Hausordnung verstoßen, hat er selbstverständlich das Recht, sie schriftlich darauf hinzuweisen.

Sie sollte sich seine ständigen Eingriffe in ihr privates Leben verbitten.

Vielleicht ist es ja auch hilfreich, sich mal mit den Nachbarn zusammen zu setzen. Ein Brief, der von mehreren Betroffenen unterschrieben ist, ist evtl. noch günstiger.

Deine Mutter sollte auch mal überlegen, ob sie nicht in den Mieterverein eintritt. Dort bekommt sie (kostenlose) Hilfe von Rechtsanwälten.

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