Frage von christian130585, 281

Vater fordert Sorgerecht nach fast 14 Jahren?

Situation: Kind wird in 2 Monaten 14 Jahre, Mutter alleiniges Sorgerecht Kind macht den M-Zug, ist mit allem zufrieden und geht ihm gut- nach Aussage von ihm

Der Vater hat sich bis zum 12 Lebensjahr nicht wirklich gemeldet bzw kein Interesse gezeigt. Hat sich im Jahr zwischen 5 - 10 mal blicken lassen für einige Stunden wo er ihn geholt hat. Anfangs hat er das Kind nicht anerkannt, Dank Hilfe des Jugendamts aber doch. Seit dem 12ten Jahr ruft er zB an beim Kind und sagt übermorgen hab ich zeit, hol dich ab und kannst ubernachten, deine Freunde haben ein ander mal zeit. Auch hat er ihn die letzten jahre immer wieder mal vergessen von der Schule abzuholen. Oder im Sommer Sonnenbrände o. Sonnenstiche mit Krankenhausaufenthalten sein verschulden war.

Nun musste ich gestern zum jugendamt, nachdem der Vater mich mit einem Vorwand hinbestellt hatte. Bei dem Gespräch, was seinerseits im lauten, zum Teil schreiend verlief. Er nannte mich alles mögliche und wurde sehr beleidigend. Das ich eine schlechte Mutter sei, das kind mich nicht als Mama anerkennt, er nicht wusste wo das Kind 9 Jahre gelebt hätte und bei wem? Und noch vieles mehr! Auf alle fälle möchte er das alleinige Sorgerecht was die Frau vom Jugendamt schon verneinte. Kann er das gemeinsame Sorgerecht einfordern nach dieser vorgeschichte?

Das kind sagt, ohne beeinflussung oder ähnliches, das es nicht zum Vater will sondern, was auch das jugendamt meint, das der vater erst mal regelmäßigen Kontakt herstellen sollte bevor er irgendetwas einfordert.

Hat jemand Erfahrungen oder weis etwas Bescheid zum Thema?

Antwort
von Menuett, 135

Ja, er kann die gemeinsame Sorge einfordern.

Das ist durch die Geburt des Kindes einfach sein Recht selbst wenn er keinen Kontakt zum Kind hält.

Aber mach Dir keine Sorgen. Die gemeinsame Sorge gibt nicht viel her.

Im Alltag bestimmt immer noch die Mutter.

§ 1687
Ausübung der gemeinsamen Sorge bei Getrenntleben

(1) Leben Eltern, denen die elterliche Sorge gemeinsam zusteht,
nicht nur vorübergehend getrennt, so ist bei Entscheidungen in
Angelegenheiten, deren Regelung für das Kind von erheblicher Bedeutung
ist, ihr gegenseitiges Einvernehmen erforderlich. Der Elternteil, bei
dem sich das Kind mit Einwilligung des anderen Elternteils oder auf
Grund einer gerichtlichen Entscheidung gewöhnlich aufhält, hat die
Befugnis zur alleinigen Entscheidung in Angelegenheiten des täglichen
Lebens. Entscheidungen in Angelegenheiten des täglichen Lebens sind in
der Regel solche, die häufig vorkommen und die keine schwer
abzuändernden Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes haben. Solange
sich das Kind mit Einwilligung dieses Elternteils oder auf Grund einer
gerichtlichen Entscheidung bei dem anderen Elternteil aufhält, hat
dieser die Befugnis zur alleinigen Entscheidung in Angelegenheiten der
tatsächlichen Betreuung. § 1629 Abs. 1 Satz 4 und § 1684 Abs. 2 Satz 1 gelten entsprechend.

(2) Das Familiengericht kann die Befugnisse nach Absatz 1 Satz 2 und 4
einschränken oder ausschließen, wenn dies zum Wohl des Kindes
erforderlich ist.

§ 1687a
Entscheidungsbefugnisse des nicht sorgeberechtigten Elternteils

Für jeden Elternteil, der nicht Inhaber der elterlichen Sorge ist
und bei dem sich das Kind mit Einwilligung des anderen Elternteils oder
eines sonstigen Inhabers der Sorge oder auf Grund einer gerichtlichen
Entscheidung aufhält, gilt § 1687 Abs. 1 Satz 4 und 5 und Abs. 2 entsprechend.

Antwort
von polarbaer64, 144

Dein Kind wird 14(!!!). In dem Alter (und schon lange vorher) haben Kinder ein Mitsprachrecht, bei welchem Elternteil sie leben möchte. Man kann keinen Jugendlichen zwingen, den Elternteil zu wechseln, bei dem er/sie lebt, außer du hättest dir was zu Schulden kommen lassen. Aber dem ist ja bestimmt nicht so. Sicher können Freunde, Verwandte, Bekannte, Nachbarn bezeugen, das du dich gut um dein Kind kümmerst. 

Sammle lieber Beweise, warum der Vater sich nicht für den Dauerwohnsitz des Kindes eignet (wie du schon sagst: Vergessen, von der Schule abzuholen und solche Sachen). Einen Jugendlichen kann man auch nicht so einfach aus seiner Schule und seinem Freundeskreis entfernen, falls der Vater woanders wohnen sollte. Das ist für ein Kind in dem Alter eine kolossale soziale Belastung.

Sollte es zu einer Gerichtsverhandlung kommen, wird dein Kind dort gefragt werden, bei wem es wohnen will. Und wenn du dir sicher bist, es will bei dir wohnen, hast du gar nichts zu befürchten.

Kopf hoch, ihr beiden schafft das schon :o) .

Antwort
von ichweisnix, 53

Kann er das gemeinsame Sorgerecht einfordern nach dieser vorgeschichte?

Ja. Der Vater kann das gemeinsame Sorgerecht erfolgreich beim Gericht einfordern, soweit es den Kindswohl nicht widerspricht.

http://dejure.org/gesetze/BGB/1626a.html

Beachten sie, das es sich um eine recht neue ( 2013 ) Gesetzesänderung handelt und die frühere Rechtsprechung nicht mehr anwendbar ist.

Wollen sie die gemeinsame Sorge verhindern müssen Sie falls der Vater das Familiengericht anruft darlegen warum die gemeinsame Sorge den Kindwohl widerspricht. Allein das Sie sich mit den Vater nicht einig sind, ist kein Grund.

Das kind sagt, ohne beeinflussung oder ähnliches, das es nicht zum Vater
will sondern, was auch das jugendamt meint, das der vater erst mal
regelmäßigen Kontakt herstellen sollte bevor er irgendetwas einfordert.

Das gemeinsame Sorgerecht ändert direkt nichts daran, das das Kind bei Ihnen wohnt.

Antwort
von petrapetra64, 121

Der Vater kann das gemeinsame Sorgerecht beantragen (bei Gericht mit Anwalt), du wirst dann gehört vom Jugendamt, was für Gründe dagegen sprechen. Am besten fasst man das ganz sachlich schriftlich ab. Der Hauptgrund hier waere meines Erachtens, dass der Kontakt zwischen Vater und Kind noch nicht ausreichend gegeben ist. Das wird das Jugendamt wohl auch so sehen und wird ihm eine Zeit geben, um den regelmßigen Kontakt auszubauen. Wahrscheinlich wird dein Sohn auch noch gehört werden.

Das ganze wird sich daher wahrscheinlich noch etwas hinziehen, bis das Jugendamt den Antrag befürwortet.

Wenn für das Jugendamt dann nichts mehr wichtiges dageben spricht (falls es so weit kommen sollte), wird es dem gemeinsamen Sorgerecht zustimmen. Sofort aber wahrscheinlich nicht.

Dein Kind wird älter, er ist ja schon 14 und ab da hat er auch schon ein Mitspracherecht, wo er sein will und wo nicht. Und mit 18 hat es sich eh erledigt.

Und das gemeinsame Sorgerecht (das alleinige kriegt er eh nicht) ist nicht so furchtbar schlimm, wie du jetzt vielleicht denkst. Die alltäglichen Entscheidungen bleiben eh bei dir. Die Schulentscheidung ist ja eh schon getroffen und alles andere, was dein Kind macht und wo es sich aufhält während es bei dir ist, da hat er keinerlei Einfluss drauf, auch nicht mit Sorgerecht.

Ich habe auch die alleinige Sorge bei meinen Kindern und mein kleiner ist 15 und ich musste genau 2 mal nachweisen, dass ich das alleinige Sorgerecht habe und zwar bei der Eröffnung eines Bankkontos (du könntest zur Sicherheit jetzt schon eines für ihn eröffnen, ein Taschengeldkonto kostet nichts) und bei der Beantragung eines Reisepasses (beim normalen Ausweis nicht). Er kann mit dem gemeinsamen Sorgerecht, falls er es bekommen sollte, also nicht so viel anrichten.

Antwort
von BarbaraAndree, 122

In meinem Freundeskreis gab es einen ähnlichen Fall, nur wollte die Mutter jetzt das Sorgerecht. Unser Freund hat sich einen Anwalt für Familienrecht genommen und der "Antragstellerin" den Wind aus den Segeln genommen.

Kommentar von christian130585 ,

Ich warte nun ob der Vater vors Familiengericht geht und dann soll ich auf das Schreiben warten und damit zum Anwalt. Ich hoffe das ich ihm auch den Wind nehmen kann.

Kommentar von BarbaraAndree ,

So eine Aufregung braucht man eigentlich nicht! Ich drücke dir die Daumen, dass alles gut für dich verläuft.

Antwort
von SupraX, 134

Die Dame vom Jugendamt hat doch bereits erläutert was Sache ist. Niemals wird man dem Vater einfach so das Sorgerecht (auch nicht gemeinsam) zusprechen. Außerdem kann ein Kind in dem Alter selbst entscheiden ob es Umgang mit dem Vater wünscht oder nicht. Sorgen musst du dir da sicher keine machen.

Kommentar von Garfield0001 ,

das Sorgerecht hat doch nichts mit dem Umgang zu tun. sind zwei paar Schuhe.

Kommentar von SupraX ,

Und wo habe ich behauptet Sorgerecht wäre das gleiche wie der Umgang oder hätte damit zu tun? Mit 14 kann das Kind selbst entscheiden ob es Umgang mit dem Vater wünscht. Sorgerecht bekommt er - davon unabhängig -trotzdem nicht.

Kommentar von martinzuhause ,

das gemeinsame sorgerecht wird er bekommen wenn er es beantragt. die mutter kann sich dazu äussern und dann gründe nennen. das müssen gründe sein die dem kind massiv schaden würden. davon war hier nichts zu erkennen.

das gemeinsame sorgerecht ist heute zum glück standard.

Kommentar von Menuett ,

Und ob er die gemeinsame Sorge erhält...

Kommentar von Menuett ,

Das gemeinsame Sorgerecht ist Standard und er wird es auf alle Fälle bekommen.

Die Mutter muß positiv bezüglich des Umgangs aufs Kind einwirken, zwingen wird ihn aber in der Tat niemand.

Kommentar von SupraX ,

Okay, da du das ganze auch mit entsprechenden Gesetzestexten belegt hast lasse ich mich gerne vom Gegenteil überzeugen. Aber wie du schon selbst sagtest, so wirklich viel bringt das dem Vater auch nicht.

Kommentar von maja11111 ,

siehe unten, da steht es ihn menuetts beitrag. verhält sich der vater allerdings vor gericht genauso wie ein trottel wie im jugendamt, dann bekommt er kein sorgerecht egal was er veranstaltet und schon garkein alleiniges. die mutter muss einfach abwarten und den vater sich selbst zum vollhorst machen lassen, den rest erledigt ein sehr guter anwalt für ihn.

so hats mein anwalt mir geraten. wir verhalten uns erwachsen und lassen kv den schwachsinn vortragen und gebracht hats ihm genau das gegenteil von dem was er wollte inklusive ne standpauke vom richter.

Antwort
von passaufdichauf, 98

Der Vater kann vor dem Familiengericht das gemeinsame Sorgerecht beantragen und wird es auch bekommen, da er keine Gefahr für das Kind darstellt.

Ungeachtet davon kann der 14-jährige selbst entscheiden, ob er Umgang mit dem Vater haben möchte und wo er leben möchte.

Kommentar von maja11111 ,

er kann es bekommen. wenn er sich dort wie ein pfosten verhält ähnlich wie beim jugendamt, dann bekommt er garnichts.

Antwort
von maja11111, 74

nun das alleinige sorgerecht wird er nicht bekommen. es ergibt sich garkein grund. du kümmerst dich seit 14 jahren alleinerziehend um das kind, du versorgst es und bist die hauptbezugsperson.

was er einfordern kann ist das gemeinsame sorgerecht. wenn du es nicht vor dem jugendamt erklärst, dann kann er es gerichtlich einfordern. dort wird er es bei normalen verhalten vor gericht auch erhalten. du nennst auch keine gründe die dagegen sprechen.

sollte er vor gericht genauso ausfallend u. aggressiv auftreten, wird der richter fragen was er denn genau bezwecken will damit und dann kann er die sache knicken.

wenn kv wieder zu irgendwelchen gespräche ins jugendamt lädt, dann solltest du nach der ersten schreiattacke die sache beenden und gehen. du hast es nicht nötig dich anbrüllen zu lassen oder dich schlecht darstellen zu lassen.

beziehe auch zukünftig das kind in diese dinge nicht mit rein. das belastet dein kind nur und ist für ihn vielleicht grund zur sorge. halte ihn da raus und sprich darüber mit deinen freunden außer hörweite von kind. es ergibt sich kein grund kind zu fragen wo es leben möchte oder was kv gesagt hat. das sind sachen die ihr erwachsenen unter euch ausmacht.

also lass dich nicht ins bockshorn jagen und harre der dinge die da kommen oder auch nicht.

Kommentar von christian130585 ,

Danke für deine Meinung, mein Sohn hat auf nachfragen seinerseits den groben Gesprächsverlauf erfahren denn er will sich seine eigene Meinung bilden 

Kommentar von maja11111 ,

die beste antwort in solchen situationen ist, es war ein gespräch zwischen erwachsenen und wenn es dich beinhaltet, werden wir dich informieren. er kann sich keine eigene meinung bilden, dazu ist er zu jung. versuche ihn soweit wie möglich aus der situation rauszuhalten. auch wenns schwer ist.

Antwort
von rasperling1, 58

Es geht ja nicht darum, wo das Kind leben soll, sondern um das gemeinsame Sorgerecht. Selbst dann, wenn dem Vater das Mit-Sorgerecht eingeräumt werden sollte, würde das nichts daran ändern, dass das Kind bei der Mutter wohnt. 

Auf der anderen Seite: wird dem Vater NICHT das Mit-Sorgerecht eingeräumt, ändert das nichts daran, dass trotzdem weiterhin das Umgangsrecht besteht. Die aufgezeigten Probleme - Vater holt das Kind nicht ab, Vater sorgt sich nicht um Sonnenschutz usw. - bleiben also auch dann bestehen. 

Die Frage, ob der Vater ein Mit-Sorgerecht bekommen kann oder nicht, richtet sich einzig und allein nach der Frage, was das Beste für das Wohl des Kindes ist. Nach Deinen Schilderungen habe ich Zweifel, dass das Mit-Sorgerecht gut für das Kind wäre. Ein gemeinsames Sorgerecht setzt nämlich voraus, dass die Eltern zumindest ein Mindestmaß an gemeinsamer Verantwortung und gemeinsamer Kommunikation haben. Das ist bei Euch offenbar nicht der Fall, wenn Ihr Euch sogar beim Jugendamt anschreit. 

Antwort
von Goodnight, 22

Wer sich so lange nicht um sein Kind gekümmert hat bekommt sicher kein Sorgerecht zugesprochen, weder das alleinige noch das geteilte.

Antwort
von Goodnight, 60

Nein so bekommt man kein Sorgerecht.

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