Frage von Shatta, 528

Umgangsrecht Arbeitszeiten?

Mein Exmann teilt mit mir das Sorgerecht für meine Tochter (7 Jahre, 1. Klasse) und soll sein Umgangsrecht alle zwei Wochen am Wochenende wahrnehmen. Das bedeutet, er soll sie am Freitag nach der Schule an der Schule abholen und am Sonntag Abend wieder bringen. Nun behauptet er, er könne sie nicht nach der Schule holen, sondern erst um sieben, weil er bis zum17 Uhr arbeiten muss. Er müsste um spätestens 14 Uhr gehen, um seine Tochter um 16 Uhr von der Schule abholen zu können. Kann der Arbeitgeber darauf pochen, dass er jeden Freitag bis 17 Uhr bleiben muss oder darf er an solchen Tagen früher gehen? Natürlich unter der Voraussetzung, dass er keine Minusstunden aufbaut, was er auch nicht tut. Wir haben (noch) keine gerichtliche Regelung. Bitte keine Vorschläge, ich solle ihm entgegen fahren oder so was. Mein Ex zahlt seit Jahren sehr unregelmäßig Unterhalt und kann es mir im Gegensatz zu ihm nicht leisten, durch halb Bayern zu fahren.

Antwort
von petrapetra64, 301

Aber natürlich kann der AG darauf pochen, er hat doch einen Arbeitsvertrag und wenn der Arbeitnehmer den nicht erfüllt, dann ist das Arbeitsverweigerung und kann zur Kündigung führen.

Der AG kann natürlich dem AN entgegen kommen, er muss dies aber nicht.

Was ist denn so schlimm daran, wenn er das Kind etwas später holt? Da wird sich doch eine Einigung finden lassen.

Im Beruf ist es halt immer noch so, man hat Verständnis, wenn mal was mit dem Auto ist, aber dass man wegen kranker Kinder zu Hause bleiben muss oder früher weg, das wird gar nicht gerne gesehen oder gar verweigert, wenn es möglich ist. Man braucht da einen kulanten Arbeitgeber und auf Karriere machen darf man da auch nicht aus sein, das kann man vergessen.

Das ist bei alleinerziehenden Frauen schon schwierig (bin ich seit 24 Jahren), aber wenn dann noch ein Mann Erziehungsurlaub nehmen will oder wegen der Kinder früher gehen, dann hört es ganz auf, dann ist man ganz schnell unten durch, weil man seinen Job nicht wichtig genug nimmt.

Antwort
von wilees, 441

Die Arbeitszeiten gibt grundsätzlich der Arbeitsgeber vor. Der Kindsvater kann darum bitten alle 2 Wochen früher gehen zu dürfen, aber der Arbeitgeber muß dies nicht bewilligen.

Auch eine gerichtliche Regelung des Umgangrechts würde daran nichts ändern.

Antwort
von beangato, 444

Natürlich muss der Kindsvater seine Arbeitszeit einhalten - oder soll er gekündigt werden?

Meinem Sohn war es auch nicht immer möglich, sein Kind zu den von der Kindsmutter gewünschten Zeiten zu holen, da er im Sicherheitsgewerbe arbeitet. Leider ist dadurch der Kontakt eingeschlafen - ich finde das sehr traurig.

Einigt Euch auf Zeiten, die Euch beiden entgegenkommen.

Antwort
von Dahika, 393

Der Arbeitgeber wird ihm vielleicht früher freigeben, wenn das arbeitszeitlich zu regeln ist. Es ist aber unwahrscheinlich. Der Arbeitgeber wird sagen: da könnte ja jeder kommen.

Antwort
von Menuett, 273

Nein, er hat da keine rechtliche Möglichkeit gegenüber seinem Arbeitgeber.

Und Du bist verpflichtet, durch die Arbeit enstehende Umgangszeiten zu akzeptieren.

Antwort
von Mieze1231, 391

Der Vater muss seiner Arbeitszeit nachgehen und ja, der Arbeitgeber kann darauf pochen.

Dass das für euch ungünstig ist, kann ich verstehen, aber daran könnt ihr und auch der Vater nichts ändern. Da hilft auch keine gerichtliche Einigung oder sonst was. Der Arbeitgeber ist im Recht.

Antwort
von haufenzeugs, 350

der vater muss seine arbeitszeiten einhalten. wenn er bis 17 uhr arbeiten muss, dann kann er das kind nicht 16 uhr aus der schule holen. das ist dann deine aufgabe dass kind pünktlich abzuholen und zur zeit fertig gepackt etc zu haben, so dass er das kind dann bei dir abholt. sollte es zu einem gerichtlichen beschluss kommen würde der zugunsten des vaters immer genauso ausfallen. er kann seinem arbeitgeber nicht abverlangen früher zu gehen, weil er das kind holen muss. das würde ihn seinen job kosten.

somit ist es deine pflicht und aufgabe. wieviel oder wie oft oder wie regelmäßig er unterhalt zahlt, ist dabei völlig uninteressant, da es mit umgang überhaupt nichts zu tun hat.

Kommentar von Shatta ,

Das heißt also, dass selbst meine 4 kindfreien Tage im Monat zusätzlich beschnitten werden? Sehr vaterfreundlich ;-)

Dann nehme ich auch eine 40 Stunden Stelle an und löse das Kind am Besten in Luft auf.

Kommentar von haufenzeugs ,

es geht doch beim umgang nicht darum, ob du kinderfreie tage hast, sondern das das kind umgang mit seinem vater hat. was du in der zwischenzeit machst, ist völlig uninteressant dabei. wenn du keine lust mehr hast, dann sage dem vater er möge das kind zu sich nehmen.

Antwort
von Schnuppi3000, 316

Ohne seinen Arbeitsvertrag, in dem Arbeitszeiten geregelt sind, zu kennen kann man dazu nichts sagen.

Antwort
von webya, 271

Der Arbeitgeber hat mit den "Vaterpflichten" nichts zu tun. Er hat das Recht die Arbeitsleistung wie im Vertrag steht zu verlangen. Der Arbeitgeber ist nicht gezwungen sich um eine Umverteilung der Arbeit zu kümmern. 

Das Gericht wird da nicht zugunsten des Vaters urteilen. 

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